Driftsethe

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Wappen von Driftsethe
Koordinaten: 53° 22′ 44″ N, 8° 37′ 9″ O
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 15,37 km²[1]
Einwohner: 701 (27. Nov. 2017)[2]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2014
Postleitzahl: 27628
Vorwahl: 04746
Driftsethe (Niedersachsen)
Driftsethe

Lage von Driftsethe in Niedersachsen

Driftsethe in der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen
Driftsethe in der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen
Schutzgebiete Hagen

Driftsethe (niederdeutsch Driftseth) ist eine Ortschaft in der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Driftsethe liegt östlich der Bundesautobahn 27 zwischen Bremen und Bremerhaven. Die Ortschaft befindet sich im nördlichen Teil der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen.

Driftsethe liegt auf dem Nordrand der Geestinsel, die südlich von Uthlede beginnt. Im Westen wurde sie einst durch einen Arm der Weser begrenzt, im Norden und Osten durch die Niederungen des Flusses Drepte. Daher ist Gemarkung durch Geest, Felder, im Süden und um den Ort herum und durch Moor, Weiden und Wiesen im Osten, Norden und Westen gekennzeichnet.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dorfkern Driftsethe (Haufendorf)
  • Tannendorf (Siedlung, 2 km östlich)
  • Weißenberg (Siedlung, 2 km westlich)

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtenfleth Stotel
(Einheitsgemeinde Loxstedt)
Bramstedt
Nachbargemeinden
Sandstedt Kassebruch

(Quelle:[3])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Driftsethe wird erstmals in einer Urkunde des Erzbischofs Friedrich I. von Bremen von 1105 über den Umfang der Obedienz Bramstedt als „dreptisati“ erwähnt.

Der Ortsname bedeutet wahrscheinlich „Die an der Drepte sitzen“, wobei die Drepte ein Nebenfluss der Weser ist, der die Gemeinde nach Osten, hinter Tannendorf, begrenzt.

Der Ortsname soll chaukischen Ursprungs sein.

Frühe Bodenfunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf eine lange Vergangenheit als Siedlungsraum weisen frühe Bodenfunde hin: 21 Grabhügel sollen nach alten Zählungen um Driftsethe herum vorhanden gewesen sein. Sie können der jüngeren Steinzeit zugerechnet werden. Keines jedoch konnte richtig erforscht werden. Das wohl letzte Steingrab wurde Ende der 1890er Jahre „neben der Wirtschaft Seedorf (jetzt Dietrich) im Ackerfelde, tief unter der Oberfläche zufällig gefunden“. Beim Kultivieren der Heide, südwestlich des Dorfes, wurde 1882/1883 ein Urnenfriedhof entdeckt, eine genaue Untersuchung unterblieb jedoch. Spätere Urnenfunde beim Sandfahren am Weißenberg lassen aber den Schluss zu, dass eine Datierung in frühe germanisch-sächsische Zeit zu machen ist. Urkundlich kann der Ort erstmals in Akten der Bremischen Kirche gefunden werden.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeinde Hagen entstand zum 1. Januar 1970 und umfasste mit Driftsethe zunächst 16 Gemeinden. Nach § 7 des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Bremervörde vom 13. Juni 1973 (Nds. GVBl. S. 183) wurde im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, die Anzahl der Gemeinden durch Eingliederungen auf 6 reduziert.[4]

Zum 1. Januar 2014 erfolgte die Auflösung der Samtgemeinde Hagen und deren Mitgliedsgemeinden sowie die Neubildung der Einheitsgemeinde Hagen im Bremischen mit seinen 16 Ortschaften.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 445 [6]
1925 502 [7]
1933 517
1939 506
1950 803 [8]
1956 647
1973 541 [9]
1975 0493 ¹ [10]
1980 0469 ¹ [11]
Jahr Einwohner Quelle
1985 468 ¹ [11]
1990 576 ¹
1995 594 ¹
2000 664 ¹
2005 721 ¹
2010 727 ¹
2013 669 ¹ [1]
2017 701 ² [2]
0 0 0

¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Driftsethe setzt sich aus sechs Ratsherren folgender Parteien zusammen:[12]

(Stand: Kommunalwahl 11. September 2016)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister von Driftsethe ist Heiner Schöne (WG Wählergemeinschaft).[12]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Driftsethe stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der im Landkreis Cuxhaven an die 80 Wappen entworfen hat.[13][14]

Wappen von Driftsethe
Blasonierung: „In Blau über einem silbernen Wellenbalken im Schildfuß drei (2 : 1) silberne Bauernkaten mit goldenem Dach.“[14][15]
Wappenbegründung: Das Dorf wird schon 1105 als „Dreptisati“ urkundlich genannt. Die Bauernkaten über einem Wellenbalken weisen auf die Deutung des Namens als Siedlung an der Drepte hin.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahorn-Allee in Weißenberg
Hügelgrab

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahorn-Allee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor über hundert Jahren wurde eine Bergahorn-Allee (1904) von Carl Arend Ficke, dem damaligen Besitzer des Hofes und Hauses Wittenborgh, am Weißenberg gepflanzt. Noch heute ist sie der Privatweg zu diesem Anwesen. Die Allee besteht aus über hundert Bäumen und hat eine Länge von rund 500 Metern.

Durch Verordnung des Landkreises Cuxhaven vom 17. Dezember 2008 wurde diese Ahornallee zu einem geschützten Landschaftsbestandteil erklärt.[16]

Hügelgräber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illjes-Mausoleum Weißenberg
Mausoleum Driftsethe SG Hagen

Am Weißenberg gibt es eine Dreiergruppe Hügelgräber und ein größeres Einzelgrab. Diese stammen vermutlich aus der mittleren Bronzezeit und sind damit ca. 3000 bis 4000 Jahre alt. Es handelt sich hier wohl um die letzten noch erhaltenen Hügelgräber einer Gruppe von 25 teilweise sehr großen Hügeln. Diese sind kulturhistorisch besonders bedeutsam, weil sie das zuletzt erhaltene Beispiel der Errichtung von Grabhügeln auf den Heideflächen am Rande der Marsch in dieser Gegend sind. In der Mitte derartiger Hügelgräber befindet sich häufig ein Kranz aus größeren Steinen, in die die Urne und gegebenenfalls Beigaben gelegt wurden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde in einem Hügelgrab östlich von Kassebruch ein Bronzeschwert gefunden.

Illjes-Mausoleum am Weißenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mausoleum der Familie Illjes wurde nach dem Tode des Jacob Illjes 1854 am Weißenberg errichtet. Jakob Illjes stammte ursprünglich aus Sandstedt von einem großen Marschenhof und zog nach einer unglücklichen Liebesgeschichte mit einer entfernten Verwandten des Marschendichters Hermann Allmers in das Ödland am Weißenberg. Dort gründete er die Hofstelle „Wittenborgh“. Er starb im Alter von 40 Jahren. Sein letzter Wille war es gewesen, am Weißenberg mit Blick in Richtung Sandstedt beerdigt zu werden. Seine Eltern ließen deshalb das Mausoleum errichten, in dem sie auch selbst später beigesetzt wurden.

Mausoleum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinter dem Friedhof in Driftsethe ist das unter Denkmalschutz stehende Mausoleum zu finden. Es wurde etwa. 1889 von der Familie Ficke erbaut und befindet sich heute im Eigentum der Familie von Wurmb, Nachfahren der Familie Ficke.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Driftsethe besteht seit 1985 das 140 Hektar große Naturschutzgebiet LU 118 Bargsmoor/Rechtenflethermoor und das Landschaftsschutzgebiet CUX 39. Bereits im Jahr 1938 wurde das „Gehölz am Weißen Berge“ von 21 ha durch den Landrat des Landkreises Wesermünde zum Landschaftsschutzgebiet CUX 39 erklärt. Früher war dort ein mit Heide bedeckter Boden, welcher nun mit standortgerechten Bäumen bewachsen ist.

Vereine und Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Angelclub Driftsethe
  • Driftsether Sportverein von 1982 e. V.
  • Fahr- und Reitverein Driftsethe
  • Freiwillige Feuerwehr Driftsethe
  • KITA-e. V.
  • Landjugend Driftsethe
  • Schützenverein Driftsethe
  • Spielmannzug Driftsethe

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr

Driftsethe hat im Westen über die Anschlussstelle Hagen eine direkte Anbindung an die Bundesautobahn A 27 Bremen–Bremerhaven. Über die „Schnellfähre Sandstedt–Brake“ und dem Wesertunnel bei Dedesdorf auch Zugang nach Nordenham.

In einem Abstand von ca. 16 km Entfernung findet man in Stubben die nächste Eisenbahn mit der Strecke Bremen–BremerhavenCuxhaven.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes

  • Diedrich Steilen (1880–1961), Pädagoge, Heimatforscher und Mitbegründer des Heimatvereins Vegesack und Umgebung

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher soll auf Weissenberg einmal ein Schloss gewesen sein, mit einer launischen und hartherzigen Herrin, die stets nur auf das eigene Wohl bedacht war. So geschah der Küchenmagd einmal ein großes Missgeschick. Sie ließ beim Putzen einen der silbernen Becher in den Brunnen fallen und berichtete weinend der Herrin von ihrem Unglück. Doch ungerührt verlangte diese von der Magd, den Becher wieder zu beschaffen. In ihrer Not kletterte sie in den Brunnen und ertrank. Und seitdem erscheint jedes Jahr an ihrem Todestag an dieser Stelle eine weiße Frauengestalt, die den Becher sucht. Bald darauf starb auch die Schlossherrin und wurde in der dortigen Familiengruft beigesetzt. Als man nach Jahren die Gruft öffnete, fand man nur noch einen herzförmigen Stein, der seitdem Herzstein genannt wird.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 7 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Driftsethe – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gemeinden in Deutschland nach Fläche, Bevölkerung und Postleitzahl. (XLS; 4,9 MB) In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 2013, abgerufen am 13. November 2019 (Siehe unter: Niedersachsen, Nr. 2013).
  2. a b Laut Gemeinde Hagen im Bremischen am 27. November 2017
  3. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, abgerufen am 11. Dezember 2019.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 248.
  5. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Hagen im Bremischen, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 10/2013. Hannover 19. Juni 2013, S. 162, S. 6 (Digitalisat (Memento vom 26. September 2018 im Internet Archive) [PDF; 153 kB; abgerufen am 24. Mai 2019]).
  6. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Geestemünde. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 18. Januar 2020.
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde. (Siehe unter: Nr. 20; Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 192 (Digitalisat).
  9. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 47, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 3. Juni 2020]).
  10. Gemeinden in Deutschland nach Fläche und Bevölkerung. (XLSX; 895 kB) In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 1975, abgerufen am 11. Juni 2019 (Siehe unter: Niedersachsen, Nr. 1913).
  11. a b Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 13. November 2019.
  12. a b Ortsrat Driftsethe. In: pvrat.de. Abgerufen am 13. November 2019.
  13. Archiv – Katalog 1 – Germanische Mythologie, Vorgeschichte und Runen. In: Webseite Versandantiquariat Hans-Jürgen Lange. Abgerufen am 29. November 2017 (Siehe unter: Nr. 162 – Koerner, Dr. jur. Bernhard).
  14. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  15. Das Driftsether Wappen. In: driftsethe.de. Abgerufen am 2. März 2017.
  16. Amtsblatt für den Landkreis Cuxhaven, Nr. 2, 33. Jahrgang. (PDF; 1,2 MB) Verordnung des Landkreises Cuxhaven über den geschützten Landschaftsbestandteil in der Samtgemeinde Hagen vom 17. Dezember 2008, LB-CUX 51 (unter Nr. 23). In: Webseite Landkreis Cuxhaven. Landkreis Cuxhaven, 15. Januar 2009, S. 1–4, abgerufen am 24. Mai 2019.