Drilling (Kartoffel)

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Als Drillinge, auch Kleinsortierung oder Feldware genannt,[1][2] bezeichnet man Kartoffeln einer speziellen Größensortierung, unabhängig von der Kartoffelsorte.

Nach der Verordnung über gesetzliche Handelsklassen für Speisekartoffeln (SpKartHKV) von 1985 müssen Speisekartoffeln beim Inverkehrbringen nach der Größe sortiert sein. Für Knollen langovaler bis langer Sorten sind 30 mm, für Knollen runder bis ovaler Sorten 35 mm Mindestgröße vorgeschrieben. Werden kleinere Kartoffeln in Verkehr gebracht, müssen diese mit der Zusatzbezeichnung Drillinge versehen werden. Die Größensortierung ist auf 25 bis 35 mm bei langovalen bis langen Sorten und 25 bis 40 mm bei runden bis ovalen Sorten festgelegt.[3]

Mit der Verordnung über EG-Normen für Obst und Gemüse und zur Aufhebung von Vorschriften im Bereich Obst und Gemüse vom 10. Juni 2009 wurde festgelegt, dass die Verordnung über gesetzliche Handelsklassen für Speisekartoffeln außer Kraft tritt. Die Kennzeichnung der Speisekartoffeln wird seit dem 1. Juli 2011 unter anderem durch das Lebensmittelrecht geregelt. Die Angabe der Sortierung bzw. der Sortierbandbreite auf dem Etikett ist nach geltendem Recht nur mehr fakultativ. Der Ausschuss der Spitzenverbände der Kartoffelwirtschaft für die Kartoffelgeschäftsbedingungen und das Sachverständigenwesen hat daher die 1956 abgefassten Berliner Vereinbarungen, auch Deutsche Kartoffelgeschäftsbedingungen genannt, überarbeitet. Diese gelten als Arbeitsgrundlage für die Marktbeteiligten und werden oft als freiwillige zusätzliche Qualitätsvereinbarungen in Verträge aufgenommen.[4] Der Wortlaut bezüglich der Drillinge ist nahezu identisch mit der Verordnung über gesetzliche Handelsklassen für Speisekartoffeln. Als Drillinge gelten weiterhin Kartoffeln in einer Größensortierung für Knollen langovaler bis langer Sorten von 25 bis 35 mm und Knollen runder bis ovaler Sorten von 25 bis 40 mm.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Handelsklassen – Speisekartoffeln, auf www.code-knacker.de. Abgerufen am 8. Februar 2013.
  2. Warum steht auf Kartoffelverpackungen der Hinweis „Nach Berliner Vereinbarungen“?@1@2Vorlage:Toter Link/www.mdr.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., auf mdr.de. Abgerufen am 8. Februar 2013.
  3. Verordnung über gesetzliche Handelsklassen für Speisekartoffeln vom 6. März 1985, PDF auf www.kennzeichnungsrecht.de. Abgerufen am 8. Februar 2013.
  4. Kennzeichnung von Speisekartoffeln im Handel ab dem 1. Juli 2011 – Eine Handreichung für Erzeuger und Vermarkter nach dem Wegfall der gesetzlichen Handelsklassen für Speisekartoffeln@1@2Vorlage:Toter Link/www.lfl.bayern.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., PDF, auf www.lfl.bayern.de. Abgerufen am 8. Februar 2013.
  5. Ausschuss der Spitzenverbände der Kartoffelwirtschaft: Berliner Vereinbarungen von 1956 in der Fassung vom 9. Dezember 2010, auf www.berliner-vereinbarungen.de. Abgerufen am 8. Februar 2013.