Dritter Weg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Ausdruck Dritter Weg wird in unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Im Allgemeinen wird es benutzt, um auf eine Alternative – einen vermeintlichen oder tatsächlichen neuen Weg – neben zwei bislang als erfolglos eingeschätzten Möglichkeiten hinzuweisen.

Anwendung der Bezeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Dritten Weg bezeichnet man:

Verfechter von dritten Wegen stellen tendenziell ihre Idee unter einem positiven Licht dar, verorten sich als 'politische Mitte' und setzen die Positionen der anderen bzw. das Vergangene in ein ideologisches Zwielicht, um für die eigene Sichtweise Platz zu schaffen.[9][10]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig von Mises kritisierte die Bemühungen, einen Dritten Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus zu finden. Er hielt Versuche dieser Art, einen Staat zu begrenzen, für theoretisch aussichtslos, da jeder Eingriff in das Marktsystem eine Verzerrung von Angebot und Nachfrage nach sich zieht, die ihrerseits durch neue Eingriffe korrigiert werden müsse, bis ein Staat mit voll ausgebildetem Interventionismus entsteht. Von Mises urteilt 1929 in seiner Kritik des Interventionismus: „Es gibt keine andere Wahl als die: entweder von Eingriffen in das Spiel des Marktes abzusehen, oder aber die gesamte Leitung der Produktion und der Verteilung an die Obrigkeit zu übertragen. Entweder Kapitalismus oder Sozialismus ein Mittelding gibt es nicht.“ [11]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Schulze, Kleinparteien in Deutschland, Vs Verlag; 1. Auflage, 2004, ISBN 978-3824445585, Seite 67
  2. Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: wettbewerbspolitische Leitbilder (Onlineversion)
  3. Gerd Becher, Elmar Treptow: Die gerechte Ordnung der Gesellschaft. Campus Verlag, 2000, ISBN 9783593361574.
  4. Dieter Nohlen, Florian Grotz: Kleines Lexikon der Politik. 5. Auflage. Beck, 2011, ISBN 978-3406604119, Seite 108
  5. So zum Beispiel Alfred Schüller, der Freie Marktwirtschaft und Soziale Marktwirtschaft als Formen des Ersten Weges der zentral geplanten Sozialverwaltungswirtschaft als Zweitem Weg und dem Marktsozialismus (wozu Schüller auch den Wohlfahrtsstaat zählt) schließlich als Dritten Weg gegenüberstellt. Schüller verweist dabei auf Wilhelm Röpke, der zeitweilig zwar von einem Dritten Weg sprach, sich später jedoch von dieser Bezeichnung nachdrücklich distanzierte. Alfred Schüller: Soziale Marktwirtschaft und Dritte Wege. In: ORDO – Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft. Band 51. Lucius & Lucius, Stuttgart 2000, S. 169–202.
  6. Vgl. Steffen Kachel: Die USPD – Versuch eines dritten Weges?, in: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft III/2007.
  7. DLF-Sendung Essay und Diskurs vom 12. Februar 2012, Der andere Westen
  8. Bundesverfassungsgericht, 2. Senat: Bundesverfassungsgericht - Entscheidungen - Verfassungsbeschwerde gegen „Dritten Weg“ im kirchlichen Arbeitsrecht unzulässig. 15. Juli 2015, abgerufen am 20. Juni 2017.
  9. Alexander Gallus, Eckhard Jesse: Was sind Dritte Wege? Aus Politik und Zeitgeschichte. B 16-17 / 2001. S. 14.
  10. Roland Sturm: Der Dritte Weg - Königsweg zwischen allen Ideologien oder selbst unter Ideologieverdacht? Aus Politik und Zeitgeschichte. B 16-17 / 2001. S. 3.
  11. Hubertus Bardt: „Arbeit“ versus „Kapital“ – zum Wandel eines klassischen Konflikts: eine ordnungsökonomische Studie. Band 73 von Schriften zu Ordnungsfragen der Wirtschaft. Lucius & Lucius DE, 2003. S. 26.