Drommershausen

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Drommershausen
Stadt Weilburg
Wappen von Drommershausen
Koordinaten: 50° 30′ 2″ N, 8° 18′ 45″ O
Höhe: 202 m ü. NHN
Einwohner: 506 (31. Dez. 2017)[1]
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 35781
Vorwahl: 06471
Blick über Drommershausen, Sommer 2010
Blick über Drommershausen, Sommer 2010

Das Dorf Drommershausen ist ein Stadtteil von Weilburg im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Straßendorf liegt im nordöstlichen Taunus (östlicher Hintertaunus), 3,9 km nordöstlich der Weilburger Kernstadt im Grundbachtal, einem Seitental der Lahn. Durch Drommershausen führt die Kreisstraße 412. Der Ort selbst liegt auf 202 bis 245 Metern Höhe, während das Gelände im Norden der Gemarkung auf bis zu 309 Meter ansteigt.

Nachbarorte sind Selters (westlich) und Hirschhausen (östlich).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1157 oder 1196 wurde die Ortschaft zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1517 wurde eine Kapelle geweiht. Die 1895 erbaute Hallenkirche ist eine Sehenswürdigkeit.

Südlich von Drommershausen befinden sich auf einer Kuppe eine Burgstelle und daneben die Mauerreste des ehemaligen Johanniter-Konvents und der Wallfahrtskirche Pfannstiel.[2]

Im Grundbachtal Richtung Weilburg liegen zwei historische Wassermühlenanwesen, die Grünsmühle (letzte Betreiber Familien Grün und Schmidt) und die Neumühle, die von der Familie Jung betrieben wurde und daher auch als Jungsmühle bekannt ist.[3] Ihr Ursprung reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück.[4]

Neben dem Bistum Worms, den Grafen von Nassau-Weilburg und den Johannitern waren vor dem Dreißigjährigen Krieg nacheinander die Herren von Scharfenstein, von Rode, von Rodenstein und von Greifenklau Ortsherren, die alle Lehnsmänner des Bistums Worms waren.

Die Lehen der Rodensteiner waren neben Drommershausen in Hirschhausen, Pfaffenhausen (Wüstung zwischen Hirschhausen und Kubach) und Weilmünster.[5][6]

Die Erwerbsquellen der Drommershäuser waren früher überwiegend Eisenerzbergbau und Landwirtschaft.[7][8]

1823 hatte der Ort, zusammen mit dem nahen Steinzler Hof[9] 223 Einwohner.[10]

Durch die hessische Gebietsreform wurde das Dorf am 31. Dezember 1970 ein Stadtteil von Weilburg.[11]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Drommershausen unterstand im Überblick:[12][13]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drommershausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1970
Jahr  Einwohner
1834
  
243
1840
  
274
1846
  
301
1852
  
312
1858
  
325
1864
  
382
1871
  
412
1875
  
403
1885
  
442
1895
  
454
1905
  
457
1910
  
444
1925
  
436
1939
  
473
1946
  
679
1950
  
646
1956
  
574
1961
  
593
1967
  
584
1970
  
557
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [12]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[12]

• 1885: 439 evangelische, 3 katholische Einwohner
• 1961: 550 evangelische, 80 römisch-katholische Einwohner

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindewappen hat sich aus jahrhundertealten Gemeindesiegeln entwickelt. Blasonierung: Auf schwarzem Grund ein silberner Ziehbrunnen (oder Bergbauschacht) mit rotem Seil auf der Seilwinde, daran heraldisch rechts versetzt an goldenem Haken hängend ein goldener Eimer; heraldisch links versetzt wächst eine goldene Leiter aus dem Schacht. Der jeweilige Handgriff der Seilwinde steht heraldisch rechts oben, heraldisch links unten.[14]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vereinsleben und dörfliche Leben wird hauptsächlich von dem Reit- und Fahrsportverein (RUF) St. Georg Drommershausen e.V., vom Spiel- und Turnverein Drommershausen 1911 e.V., von der 1934 gegründeten Freiwillige Feuerwehr Drommershausen e.V. (seit 18. März 1978 mit ihrer Jugendfeuerwehr), vom Turn- und Sportverein (TuS) Drommershausen sowie von der Burschen- und Mädchenschaft „Glück-Auf“ geprägt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1934 sorgt die Freiwillige Feuerwehr Drommershausen (ab 18. März 1978 mit Jugendfeuerwehr) für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe in diesem Ort. Darüber hinaus bestehen die weiteren Einrichtungen und Freizeitmöglichkeiten:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drommershausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Weilburg: „Leben in der Stadt Weilburg – Zahlen, Daten, Fakten“, abgerufen am 18. März 2018.
  2. Burgeninventar: Burgen und Schlösser im Landkreis Limburg-Weilburg – Detailseite mit Burgstelle Drommershausen und dem Kloster Pfannstiel, nachmaligem Johanniterhaus (Memento vom 29. Juni 2008 im Internet Archive), abgerufen im November 2016
  3. Grüns-Mühle, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  4. Hermann Engel: Die Neumühle (= Jungsmühle) bei Drommershausen, in: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg, Band 1997 (1996), S. 71–72
  5. Christian Daniel Vogel: Bernhard Peter: Die Herren von Rodenstein
  6. Beschreibung des Herzogthums Nassau, Wiesbaden 1843, S. 806
  7. Hans-Werner Hahn: Wirtschaftliche Integration im 19. Jahrhundert, Göttingen 1982, S. 390
  8. Kurzinfo zum Stadtteil auf www.weilburg-lahn.info
  9. Steinzlerhof, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  10. Johann Andreas Demian: Handbuch der Geographie und Statistik des Herzogthums Nassau, Wiesbaden 1823, S. 253
  11. Der Hessische Minister des Inneren: Zusammenschluß der Stadt Weilburg und der Gemeinden Ahausen, Bermbach, Drommershausen, Gaudernbach, Hasselbach, Hirschhausen, Kirschhofen, Odersbach und Waldhausen im Oberlahnkreis zur Stadt „Weilburg“ vom 5. Januar 1971. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 3, S. 111, Punkt 120 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,5 MB]).
  12. a b c Drommershausen, Landkreis Limburg-Weilburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 23. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  13. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  14. Hermann Knodt (Hrsg.): Hessisches Wappenbuch, Hessisches Ortswappenbuch, Doppelband 1 und 2, bearbeitet im Auftrag des Staatsarchivs Wiesbaden von den Staatsarchivräten Karl Demandt (für Hessen) und Otto Renkhoff (für Nassau), Glücksburg, C. A. Starke Verlag, 1956