Drosendorf-Zissersdorf

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Drosendorf-Zissersdorf
Wappen Österreichkarte
Wappen von Drosendorf-Zissersdorf
Drosendorf-Zissersdorf (Österreich)
Drosendorf-Zissersdorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Horn
Kfz-Kennzeichen: HO
Hauptort: Drosendorf Stadt
Fläche: 53,36 km²
Koordinaten: 48° 52′ N, 15° 37′ OKoordinaten: 48° 52′ 5″ N, 15° 37′ 1″ O
Höhe: 423 m ü. A.
Einwohner: 1.201 (1. Jän. 2017)
Bevölkerungsdichte: 23 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2095
Vorwahl: 02915
Gemeindekennziffer: 3 11 04
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 1
2095 Drosendorf
Website: www.drosendorf.at
Politik
Bürgermeister: Josef Spiegl (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(19 Mitglieder)
14
3
1
1
14 
Insgesamt 19 Sitze
Lage der Stadt Drosendorf-Zissersdorf im Bezirk Horn
AltenburgBrunn an der WildBurgschleinitz-KühnringDrosendorf-ZissersdorfEggenburgGars am KampGerasHornIrnfritz-MessernJaponsLangauMeiseldorfPerneggRöhrenbachRöschitzRosenburg-MoldSigmundsherbergSt. Bernhard-FrauenhofenStraning-GrafenbergWeitersfeldNiederösterreichLage der Gemeinde Drosendorf-Zissersdorf im Bezirk Horn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Das historische Rathaus in Drosendorf
Das historische Rathaus in Drosendorf
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Drosendorf-Zissersdorf ist eine Stadtgemeinde mit 1201 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) im Bezirk Horn in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drosendorf Stadt

Drosendorf-Zissersdorf liegt an der Thaya im nördlichen Waldviertel in Niederösterreich und damit an der Grenze zu Tschechien.

3 km nördlich der Stadt befindet sich der Grenzübergang Oberthürnau-Vratenin (Fratting). Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 53,45 Quadratkilometer. 29,87 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vratěnín (Fratting) Stálky (Stallek)
Raabs an der Thaya Nachbargemeinden Langau
Japons Geras

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 12 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Autendorf (42)
  • Drosendorf Altstadt (78)
  • Drosendorf Stadt (526)
  • Elsern (58)
  • Heinrichsreith (65)
  • Oberthürnau (44)
  • Pingendorf (33)
  • Unterthürnau (12)
  • Wolfsbach (82)
  • Wollmersdorf (22)
  • Zettlitz (36)
  • Zissersdorf (225)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Autendorf, Drosendorf Altstadt, Drosendorf Stadt, Elsern, Heinrichsreith, Oberthürnau, Pingendorf, Unterthürnau, Wolfsbach, Wollmersdorf, Zettlitz und Zissersdorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drosendorf um 1860

1188 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Drosendorfs. 1278 wurden die Stadt vom böhmischen König Ottokar II. belagert. Während des Ersten Weltkrieges befand sich im Schüttkasten Drosendorf das Internierungslager Drosendorf.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtgemeinderat gibt es bei insgesamt 19 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 25. Jänner 2015 folgende Mandatsverteilung: ÖVP 14, Frische Liste (FL) 3, SPÖ 1 und FPÖ 1.

Bürgermeister
  • seit 2009 Josef Spiegl (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Drosendorf
Hauptplatz
Raabser Tor
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Drosendorf-Zissersdorf
Drosendorf Altstadt
Drosendorf Stadt
  • Rathaus
  • Stadtbefestigung: Drosendorf ist die einzige österreichische Stadt, die noch von einer vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben ist.
  • Stadtkirche Drosendorf: In der 1461–1463 erbauten spätgotischen Martinskirche werden die Reliquien der Katakombenheiligen Valentina aufbewahrt.
  • Franz-Kiessling-Museum: Das Museum im ehemaligen Bürgerspital enthält die Sammlungen der Heimatforscher Franz Xaver Kießling und Raimund Bauer. Zu sehen sind urgeschichtliche Funde ab dem Paläolithikum. Hauptsächlich vertreten sind Siedlungsnachweise des Neolithikums (Linearbandkeramik, Lengyel-Kultur, Typus Mödling-Zöbing/Jevišovice). Gering sind Nachweise der Bronzezeit, dagegen ist die späte Eisenzeit durch reiche Inventarien belegt. Auch frühmittelalterliche (slawische) Funde sind vorhanden. Die Funde stammen alle aus der näheren Umgebung der Stadt, zum Teil auch aus Drosendorf selbst. Das Museum besitzt auch Objekte zur Stadtgeschichte und volkskundliche Inventarien.
  • Schloss Drosendorf: aus dem 12. Jahrhundert, seit 1987 Bildungszentrum, beherbergt eine Frühstückspension
  • Drosendorfer Circusluft: In einem Ferienprogramm werden Kinder von professionellen Artisten ausgebildet und leben inmitten der Zirkuswelt.[2]
  • Schüttkasten Drosendorf wurde um 1720 erbaut und steht unter Denkmalschutz.
  • Filmclub Drosendorf. Nachdem ein 1920 in einem Wirtshaussaal eröffnetes Kino schloss, führt der Club ab Juni 1990 dort und sommers mitunter im Garten monatlich analoge Filme vor. Für Kinovorführmaschinen aus 1937 wurden Lichtbogen-Kohlen aus den Oststaaten und nunmehr aus Indien besorgt.[3][4]
  • Roland- bzw. Prangersäule am Hauptplatz
Elsern
Zissersdorf
Pfarrkirche hll. Märtyrer Johannes und Paulus in Zissersdorf
  • Pfarrkirche hll. Märtyrer Johannes und Paulus; die Saalkirche mit rundem Chorschluss wurde im josephinischen Stil errichtet. Der 37 m hohe Zwiebelturm ist zwischen niedrigen Anbauten eingestellt. Von 1906 bis 1908 wurde die Kirche umgebaut und erweitert. Dabei erhielt die Kirche einen Sakristeitrakt und eine Marienkapelle, die querhausartig angebaut wurden.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1977 gab es 77 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten, und laut Erhebung von 1999 119 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Laut Volkszählung von 2001 betrug die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort 529. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 41,25 Prozent.

Die Stadtgemeinde Drosendorf-Zissersdorf ist Mitglied der Kleinregion Taffa-Thaya-Wild.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Retz führt eine der streckenweise steilsten Normalspurstrecken Österreichs nach Drosendorf-Zissersdorf (errichtet 1910, Lokalbahn Retz–Drosendorf), auf der jedoch der Passagierverkehr am 9. Juni 2001 eingestellt wurde. Die Strecke wird nun von der NÖVOG betrieben und während der Sommermonate bringt an den Wochenenden ein recht erfolgreicher Nostalgiezug, der „Reblaus-Express“, Radfahrer und Wanderer nach Drosendorf.[6]

Mit öffentlichen Autobuslinien ist Drosendorf von Horn und Retz aus zu erreichen.

Von Retz aus führt die Thayatal-Bundesstraße nach Drosendorf und weiter über Raabs bis nach Schrems. Eine weitere Bundesstraße verbindet Drosendorf mit der Bezirkshauptstadt Horn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel für Florian Deller
Gedenktafel für Otto Köhler
Söhne und Töchter
  • Raimund Bauer (3. August 1913–15. Februar 2000), Heimatforscher
  • Karl Bitter (20. September 1870–7. April 1954), Fleischhauer, Betonwerksunternehmer, Bürgermeister, Mitglied des N.Ö. Landesgewerberates, Obmann des Bezirks-Strassenausschusses, großer Förderer der Wallfahrtskirche Maria Schnee
  • Florian Johann Deller (1729–1773), zu seiner Zeit im In- und Ausland sehr bekannter Komponist des Barockzeitalters. In jüngerer Zeit werden seine Musikstücke wiederentdeckt und immer häufiger auch aufgeführt.
  • Otto Köhler (3. Juni 1904–1. September 1981), akademischer Maler, Professor am Piaristengymnasium Krems, beliebter Fresco-Maler, Schöpfer zahlreicher Fresco-Malereien in Kirchen und an Häusern (z.B. Hauptschule Drosendorf) im Waldviertel und in der Wachau
  • Franz Georg Krausl (9. Dezember 1936–27. September 2006), Stadtchronist, Schulrat und Träger des Ehrenringes der Stadt Drosendorf
  • Hermann Walenta (*1923), österreichischer akad. Bildhauer und Maler
Personen mit Beziehung zur Stadt

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Berg, Hermann Maurer: Die Sammlung Bauer. Archäologische Funde aus der Umgebung von Drosendorf. In: Das Waldviertel. 53, 2004, S. 229–254.
  • Uhlfried Krausl, Raimund Bauer: Drosendorf Stadtführer. Hrsg. Stadtgemeinde Drosendorf-Zissersdorf. 1983.
  • Alexander Weiger: Altstadtkirche St. Peter und Paul, Marktkirche St. Martin in Drosendorf an der Thaya. Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 307. St. Peter, Salzburg 1997.
  • Burgen, Stifte und Schlösser Regionen Waldviertel, Donauraum, Südböhmen, Vysočina, Südmähren ISBN 978-3-9502262-2-5, S. 128 f.
  • Kacetl, Jiří - Lazárek, Petr - Molík, David: Hrady a zámky moravsko-rakouského Podyjí slovem / Burgen und Schlösser des österreichisch-mährischen Thayatals in Wort. Znaim: Südmährisches Museum in Znaim in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Retz, 2013. ISBN 978-80-86974-12-5. Online hier: Burgen und Schlösser des österreichisch-mährischen Thayatals

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drosendorf-Zissersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Ein Circus im Waldviertel macht Ferien zum Erlebnis! abgerufen am 28. März 2012
  3. Filmclub Drosendorf Website des Vefeins, abgerufen 7. Juni 2017.
  4. Wenzel Müller: Moment - Leben heute: Essen, Trinken, Reden. Und ein Film. Ö1-Radiosendung, 7. Juni 2017, 15:30, ORF.at – (25 min) Über den Filmclub Drosendorf, 7 Tage nachhörbar.
  5. Stadtgemeinde Drosendorf-Zissersdorf: Unsere Dörfer: Zissersdorf; abgerufen am 22. Okt. 2017
  6. http://www.reblaus-express.at/
  7. Wenzel Müller: Das Wirtshaus-Kino augustin.or.at, 10. April 2017.