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Droyßig

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Wappen Deutschlandkarte
Droyßig
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Droyßig hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 51° 3′ N, 12° 2′ OKoordinaten: 51° 3′ N, 12° 2′ O
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Verbandsgemeinde: Droyßiger-Zeitzer Forst
Höhe: 234 m ü. NHN
Fläche: 20,32 km²
Einwohner: 1820 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06722
Vorwahl: 034425
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 115
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 6b
06722 Droyßig
Website: www.vgem-dzf.de
Bürgermeister: Heiko Arnhold
Lage der Gemeinde Droyßig im Burgenlandkreis
KarteSachsenThüringenSaalekreisAn der PoststraßeMeinewehBad BibraBalgstädtDroyßigEckartsbergaElsteraueElsteraueFreyburg (Unstrut)Finne (Gemeinde)Finne (Gemeinde)FinnelandGleinaGoseckGutenbornHohenmölsenKaiserpfalz (Gemeinde)Kaiserpfalz (Gemeinde)KarsdorfKretzschauLanitz-Hassel-TalLaucha an der UnstrutLützenMertendorf (Sachsen-Anhalt)Molauer LandNaumburg (Saale)Nebra (Unstrut)Osterfeld (Sachsen-Anhalt)SchnaudertalSchönburg (Saale)StößenTeuchernWeißenfelsWethauWetterzeubeZeitz
Karte

Droyßig ist eine Gemeinde im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Die Gemeinde ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst.

Droyßig liegt etwa acht Kilometer westlich von Zeitz und östlich der Bundesautobahn 9 im überlössten Hügelland um Zeitz, Beginn der Leipziger Tieflandbucht. Die Kreisstraße 2224 verbindet Droyßig mit der ackerbaulichen Gegend. In der Niederung der Weißen Elster verläuft die Bahnstrecke Leipzig-Gera mit Wetterzeube als nächstgelegenem Haltepunkt.

Hassel, Luftaufnahme (2018)

Am 20. Mai 1170 wurde Droyßig erstmals urkundlich erwähnt.[2] Im Jahre 1214 erfolgte die Gründung der Heiliggrabpropstei Droyßig, einer Niederlassung der Chorherren vom Heiligen Grab (und nicht, wie fälschlich angenommen, des Templerordens[3]) durch die Schenkung Albrecht von Turts, der ab 1190 den Beinamen Droyßig führte. Die Propstei Droyßig hatte auch Ordenshöfe in Utenbach westlich der Saale, Deumen und Sautzschen. Außerdem betrieben die Chorherren ein Hospital in Grimma. 1495 wurde die Droyßiger Propstei vom Johanniterorden übernommen. Die Grafen von Orlamünde hatten von 1344 bis zu ihrem Erlöschen 1413 ihren Sitz in Droyßig. Die Herren von Bünau besaßen von 1413 bis 1622 Droyßig als landgräfliches Lehen, danach die von Hoym. Im Jahre 1622 erfolgte der Abbruch der Burg und ein Umbau zum Schloss unter Christian Julius von Hoym. Im Hoymschen Besitz blieb Droyßig bis zu ihrem Erlöschen 1769 und ging dann bis 1945 in den Besitz der Fürsten von Schönburg-Waldenburg über.

Droyßig war 1562 von einer Hexenverfolgung betroffen. Eine alte Frau geriet in einen Hexenprozess und wurde wegen Hexerei und Totschlag gerädert. Vor der Hinrichtung wurde sie mit glühenden Zangen gezwickt.[4]

Bis 1989 befand sich das Zentralinstitut der Pionierorganisation Ernst Thälmann (ZIPO) in Droyßig.

Von 1952 bis 1994 lag Droyßig im Kreis Zeitz (1952 bis 1990 im DDR-Bezirk Halle, dann im Land Sachsen-Anhalt). Seit der Kreisreform 1994 ist die Gemeinde Teil des Burgenlandkreises.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 2010 wurde Weißenborn zusammen mit seinen Ortsteilen Stolzenhain und Romsdorf eingemeindet.[5]

Jahr Einwohner
1990 1.982
2005 1.878
2010 2.049
2015 2.016
2020 1.961
Jahr Einwohner
2021 1.941
2022 1.895
2023 1.845
2024 1.820

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt)[6], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Der Gemeinderat von Droyßig besteht aus 12 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 68,9 % zu folgendem Ergebnis:[7]

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil
2019[8]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Droyßig und gleichberechtigte Ortsteile 45,0 % 5 50,2 % 7
Unabhängige Bürgerinitiative Droyßig 29,6 % 4 29,7 % 3
CDU 17,3 % 2 20,1 % 2
Die Linke 08,1 % 1
Insgesamt 100 % 12 100 % 12
  • 1994–2008: Ria Theil (PDS)
  • 2009–2016: Uwe Luksch (parteilos)[9]
  • 2017–2024: Evelyn Billing (parteilos)
  • seit 2025: Heiko Arnhold (CDU)

Billing wurde bei der Bürgermeisterwahl am 4. September 2016 mit 57,2 % der gültigen Stimmen gewählt.[10] Sie trat im November 2024 von ihrem Amt zurück.[11]

Arnhold wurde bei der Bürgermeisterwahl am 27. April 2025 ohne Gegenkandidat mit 100 % der gültigen Stimmen zu ihrem Nachfolger gewählt.[12] Seine Amtszeit beträgt sieben Jahre.[13]

Die Weiterführung des Wappens wurde am 1. Februar 2010 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Grün und Silber, vorn ein schwarz gefugter silberner Torturm mit Spitzbogentoröffnung und aufgesetztem schlanken Zinnenturm mit drei Spitzbogenfensteröffnungen balkenweise, hinten ein aufgerichteter, silbern konturierter schwarzer Bär mit schwarzen Krallen, silbernen Zähnen und roter ausgeschlagener Zunge.“[14]

Die damalige Gemeinde gleichen Namens beauftragte 1998 die Droyßiger Künstlerin Regina Tomschin, ein Wappen für den Ort zu entwerfen. Dieses Hoheitszeichen wurde im selben Jahr vom Regierungspräsidium Halle genehmigt. Die am 1. Januar 2010 neu gebildete Gemeinde Droyßig beschloss die Weiterführung des Wappens der ehemaligen Gemeinde Droyßig.

Die Farben der Gemeinde sind Grün – Weiß.

Die Flagge ist grün – weiß – grün (1:2:1) gestreift (Längsform: Streifen senkrecht verlaufend, Querform: Streifen waagerecht verlaufend) mit dem aufgelegten Wappen der Gemeinde Droyßig auf dem breiteren weißen Mittelstreifen.[14]

Sehenswürdigkeiten und Kultur

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Schloss Droyßig

Das im 17. Jahrhundert erbaute Schloss Droyßig steht auf den Grundmauern einer am Anfang des 13. Jahrhunderts errichteten Niederungsburg mit doppeltem Mauerring. Das heutige imposante Wohnschloss verfügt als Besonderheit über ein Bärengehege. Die 1622 noch im Stil des Manierismus erbaute Schlosskirche ist ein dreigeschossiger Bau und gilt als ein Meisterwerk der Spätrenaissance. Durch barocke und klassizistische Um- und Anbauten wurde das Schloss mehrfach dem Zeitgeschmack angepasst. Heute befinden sich im Schloss ein Schloss- und Heimatmuseum sowie die Arbeitsräume des Heimatvereins Droyßig e. V. Auch die Gemeindebibliothek ist hier untergebracht.[15] Weiterhin gibt es vereinzelt Mietwohnungen in der Schlossanlage.

  • Romanische Kirche aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in Hassel
  • Evangelische St.-Bartholomäus-Kirche in Droyßig; Anfänge gehen auf das frühe 13. Jahrhundert zurück, mehrfach erweitert
  • Katholische St.-Marien-Kirche in Droyßig, 1910 geweiht
  • Evangelische Dorfkirche in Weißenborn
  • Evangelische Dorfkirche in Stolzenhain, erbaut 1731

Ein Gedenkstein im Schlosspark (zur DDR-Zeit Ernst-Thälmann-Park) erinnert an die Opfer des Faschismus. Die dort befindliche Thälmann-Büste wurde nach 1989 beseitigt.

Regelmäßige Veranstaltungen

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Das Schlossfest wird immer Anfang Juni u. a. mit einem mittelalterlichen Markt veranstaltet. Es ist verbunden mit der Präsentation historischer Kostüme. Sehr bekannt in den umliegenden Gemeinden ist auch der alljährlich stattfindende Weihnachtsmarkt, welcher nur an einem Tag im Dezember rund um das historische Schloss abgehalten wird. Ebenfalls ein Ereignis von überregionaler Bekanntheit ist das Stiftungsfest des Christophorusgymnasiums im Mai jeden Jahres, das an die Einrichtung der Droyßiger Anstalten erinnert und vor allem Familien von Schülern anzieht.

Zur Bundesstraße 180, die Zeitz und Naumburg (Saale) verbindet, sind es in nördlicher Richtung vier Kilometer. Etwa sechs Kilometer ist die Autobahnanschlussstelle Droyßig an der A 9 von der Gemeinde entfernt.

Die Bahnstrecke Zeitz–Camburg wurde im Jahre 2000 eingestellt und stillgelegt. Auf der ehemaligen Bahnstrecke wurde ein Radweg errichtet, der Bestandteil der Saale-Unstrut-Elster-Rad-Acht ist. Nutzbar ist der Radweg seit 2013.

Eingangstor der Schule
Schule

Das Gymnasium des CJD ging aus den 1852 eröffneten Droyßiger Anstalten hervor, die Fürst Otto Victor von Schönburg-Waldenburg zwecks Ausbildung von evangelischen Frauen zu Elementarschullehrerinnen, Lehrerinnen für höhere Töchterschulen und Gouvernanten stiftete. 1991 wurde das CJD Träger der Schule. Im Jahr 2013 wurde der gymnasiale Zweig um den Sekundarschulbereich erweitert.

Persönlichkeiten

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Söhne und Töchter der Gemeinde

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Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

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Commons: Droyßig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2024 (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 339
  3. PDF bei www.templerlexikon.uni-hamburg.de (Memento vom 22. August 2016 im Internet Archive)
  4. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum. Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 250.
  5. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2010
  6. Bevölkerung der Gemeinden. In: statistik.sachsen-anhalt.de. Abgerufen am 1. Dezember 2025.
  7. Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
  8. Gemeinderatswahl der Gemeinde Droyßig. In: vgem-dzf.de. 9. Juni 2019, S. 6, abgerufen am 30. November 2025.
  9. Wahlen. Landräte und Bürgermeister. In: statistischebibliothek.de. Dezember 2011, S. 14, abgerufen am 24. November 2025.
  10. Droyßiger-Zeitzer Forst: Drei Bürgermeister sind gewählt. In: Mitteldeutsche Zeitung. 4. September 2016, abgerufen am 24. November 2025.
  11. Evelyn Billing legt ihre Ehrenämter in der VG Droyßiger-Zeitzer Forst zum 30. November nieder. In: Mitteldeutsche Zeitung. 25. November 2024, abgerufen am 24. November 2025.
  12. Heiko Arnhold ist neuer Bürgermeister in Droyßig. In: Mitteldeutsche Zeitung. 28. April 2025, abgerufen am 24. November 2025.
  13. Kommunalverfassungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt, § 61
  14. a b Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt Nr. 2/2010, Seite 29 (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive) (PDF-Datei; 5,37 MB)
  15. Bibliothek. Abgerufen am 5. Oktober 2022.