Droyßig

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Droyßig
Droyßig
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Droyßig hervorgehoben
51.04972222222212.033055555556234Koordinaten: 51° 3′ N, 12° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Burgenlandkreis
Verbandsgemeinde: Droyßiger-Zeitzer Forst
Höhe: 234 m ü. NHN
Fläche: 20,31 km²
Einwohner: 2074 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 102 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06722
Vorwahl: 034425
Kfz-Kennzeichen: BLK, HHM, NEB, NMB, WSF, ZZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 84 115
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Zeitzer Straße 15
06722 Droyßig
Bürgermeister: Uwe Luksch (UIBID/DIE LINKE)
Lage der Gemeinde Droyßig im Burgenlandkreis
Sachsen Thüringen Saalekreis An der Poststraße Meineweh Bad Bibra Balgstädt Droyßig Eckartsberga Elsteraue Elsteraue Freyburg (Unstrut) Finne (Gemeinde) Finne (Gemeinde) Finneland Gleina Goseck Gutenborn Hohenmölsen Kaiserpfalz (Gemeinde) Kaiserpfalz (Gemeinde) Karsdorf Kretzschau Lanitz-Hassel-Tal Laucha an der Unstrut Lützen Mertendorf (Sachsen-Anhalt) Molauer Land Naumburg (Saale) Nebra (Unstrut) Osterfeld (Sachsen-Anhalt) Schnaudertal Schönburg (Saale) Stößen Teuchern Weißenfels Wethau Wetterzeube ZeitzKarte
Über dieses Bild

Droyßig ist eine Gemeinde im Burgenlandkreis in Sachsen-Anhalt. Die Gemeinde ist Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Droyßiger-Zeitzer Forst.

Lage[Bearbeiten]

Droyßig liegt ca. 8 km westlich von Zeitz und östlich der Bundesautobahn 9 im überlössten Hügelland um Zeitz, Beginn der Leipziger Tieflandbucht. Die Kreisstraße 2224 verbindet Droyßig mit der ackerbaulichen Gegend. In der Niederung der Weißen Elster verläuft die Bahnstrecke Leipzig-Gera mit Wetterzeube als nächstgelegenem Haltepunkt.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 20. Mai 1170 wird Droyßig erstmals urkundlich erwähnt.[2] 1214 erfolgt die Gründung einer Niederlassung (Komturei, später Propstei) der Chorherren vom Heiligen Grab (und nicht, wie fälschlich angenommen, des Templerordens[3]) durch die Schenkung Albrecht von Turts, der ab 1190 den Beinamen Droyßig führt. Ein Zweigsitz des Ordens befindertz sich in Utenbach westlich der Saale. Etwa 1489 wird der Besitz vom Johanniterorden übernommen. Die Grafen von Orlamünde haben von 1344 bis zu ihrem Erlöschen 1413 ihren Sitz in Droyßig. Die Herren von Bünau haben von 1413 bis 1622 Droyßig als landgräfliches Lehen, danach die von Hoym. 1622 erfolgt ein Abbruch der Burg und ein Umbau zum Schloss unter Christian Julius von Hoym. Im Hoymschen Besitz bleibt Droyßig bis zu ihrem Erlöschen 1769 und geht dann bis 1945 in den Besitz der Fürsten von Schönburg-Waldenburg über.

Droyßig ist 1562 von Hexenverfolgung betroffen. Eine alte Frau gerät in einen Hexenprozess und wird gerädert. Vor der Hinrichtung wird sie mit glühenden Zangen gezwickt.[4]

Bis 1989 befindet sich das Zentralinstitut der Pionierorganisation Ernst Thälmann (ZIPO) in Droyßig.

Am 1. Januar 2010 wurde Weißenborn zusammen mit seinen Ortsteilen Stolzenhain und Romsdorf eingemeindet.[5]

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Droyßig setzt sich aus 12 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Bis Februar 2008 war Ria Theil (ehemalige Landtagsabgeordnete) langjährige Bürgermeisterin von Droyßig. Seit Februar 2008 ist Uwe Luksch Bürgermeister von Droyßig.

Wappen[Bearbeiten]

Da Droyßig bis 2010 kein Wappen besaß, beauftragte die Gemeinde die Droyßiger Künstlerin Regina Tomschin ein solches zu entwerfen. Das Wappen wurde am 1. Februar 2010 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Grün und Silber, vorn ein schwarz gefugter silberner Torturm mit Spitzbogentoröffnung und aufgesetztem schlanken Zinnenturm mit drei Spitzbogenfensteröffnungen balkenweise, hinten ein aufgerichteter, silbern konturierter schwarzer Bär mit schwarzen Krallen, silbernen Zähnen und roter ausgeschlagener Zunge.“[6]

Die am 1. Januar 2010 neu gebildete Gemeinde Droyßig beschloss die Weiterführung des Wappens der ehemaligen Gemeinde Droyßig.[7]

Die Farben der Gemeinde sind Grün - Weiß.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist grün - weiß - grün (1:2:1) gestreift (Längsform: Streifen senkrecht verlaufend, Querform: Streifen waagerecht verlaufend) mit dem aufgelegten Wappen der Gemeinde Droyßig auf dem breiteren weißen Mittelstreifen.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss[Bearbeiten]

Schloss Droyßig

Das im 17. Jahrhundert erbaute Schloss Droyßig steht auf den Grundmauern einer am Anfang des 13. Jahrhunderts erbauten Niederungsburg mit doppeltem Mauerring. Das heutige imposante Wohnschloss verfügt als Besonderheit über ein Bärengehege. Die 1622 noch im Stil des Manierismus erbaute Schlosskirche ist ein dreigeschossiger Bau und gilt als ein Meisterwerk der Spätrenaissance. Durch barocke und klassizistische Um- und Anbauten wurde das Schloss mehrfach dem Zeitgeschmack angepasst. Heute befindet sich im Schloss auch ein Schloss- und Heimatmuseum sowie die Arbeitsräume des Heimatvereins Droyßig e.V.. Des Weiteren befinden sich noch vereinzelt vermietete Wohnungen in der Schlossanlage.

Kirchen[Bearbeiten]

  • Romanische Kirche aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts in Hassel
  • Kirche St. Bartholomäus in Droyßig, Anfänge gehen auf das frühe 13. Jahrhundert zurück, mehrfach erweitert
  • Katholische Kirche in Droyßig, 1910 geweiht
  • Evangelische Dorfkirche in Weißenborn
  • Evangelische Dorfkirche in Stolzenhain, erbaut 1731

Christophorusgymnasium[Bearbeiten]

Eingangstor der Schule
Schule

Das Gymnasium des CJD ging aus den 1852 eröffneten Droyßiger Anstalten hervor, die Fürst Otto Victor von Schönburg-Waldenburg zwecks Ausbildung von evangelischen Frauen zu Elementarschullehrerinnen, Lehrerinnen für höhere Töchterschulen und Gouvernanten stiftete. 1991 wurde das CJD Träger der Schule. Im Jahr 2013 wurde der gymnasiale Zweig um den Sekundarschulbereich erweitert.

Denkmale[Bearbeiten]

Ein Gedenkstein im Schlosspark (zur DDR-Zeit "Ernst-Thälmann-Park") erinnert an die Opfer des Faschismus. Die dort befindliche Thälmann-Büste wurde nach 1989 beseitigt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Schlossfest wird immer Anfang Juni u. a. mit einem mittelalterlichen Markt veranstaltet. Es ist verbunden mit der Präsentation historischer Kostüme. Sehr bekannt in den umliegenden Gemeinden ist auch der alljährlich stattfindende Weihnachtsmarkt, welcher nur einem Tag im Dezember rund um das historische Schloss stattfindet. Ebenfalls ein jährliches Ereignis mit überregionaler Bekanntheit ist das Stiftungsfest des Christophorusgymnasiums im Mai jeden Jahres, das an die Stiftung der Droyßiger Anstalten erinnert und vor allem Familien von Schülern der Schule anzieht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bahnstrecke Zeitz–Camburg wurde im Jahre 2000 eingestellt und stillgelegt. Anliegende Gemeinden wie Droyßig haben sich aus politischen Gründen für einen Busverkehr ausgesprochen (in der gesamten Region sind Bus (-parallel-) verkehre und eingestellte Bahnstrecken an der Tagesordnung), der (sehr geringe und häufig überlastete) Busverkehr ist aus Bürger-, Wirtschafts- und Verkehrssicht nicht mehr lange so tragbar, es sollte ein Verein zur Förderung der Bahnstrecke gegründet werden. Auf der ehemaligen Bahnstrecke wurde in den letzten Jahren ein Radweg errichtet, welcher bis dato von Osterfeld, Weickelsdorf, Romsdorf, Droyßig, Kretzschau bis nach Zeitz reicht und Bestandteil der Saale-Elster-Rad-Acht ist. Nutzbar ist der Radweg seit 2013 und komplettiert das bisherige Radsportangebot.

Zur Bundesstraße 180 die Zeitz und Naumburg (Saale) verbindet, sind es in nördlicher Richtung 4 km. Ca. 6 km ist die Autobahnauf-/abfahrt zur A9 von Droyßig entfernt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Catarina von Vitzthum geb. von Binau zu Dresig (Droyßig) (* um 1496; † 1558), begraben in der Martinskirche, Apolda
  • Ludwig Gebhard von Hoym (1631–1711), königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer wirklicher Geheimer Rat, Bergrat, Kammerpräsident und Obersteuereinnehmer im Thüringischen Kreis, Erbkämmerer des Fürstentums Halberstadt und Gutsherr auf Droyßig, Wegeleben, Burgscheidungen und Kirchscheidungen
  • Adolph Magnus von Hoym (1668–1723), königlich-polnischer und kurfürstlich-sächsischer wirklicher Geheimer Rat, Kabinettsminister, General-Akzise-Inspektor, Obersteuerdirektor und Unternehmer
  • Ernst Ortlepp (1800–1864), Dichter des Vormärz
  • Johann Karl Zeune (1736–1788), Philologe

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Michael Ranft (1700–1774), Vampirismusforscher, von 1739/44–1749 als Pfarradjunkt bzw. Pfarrer im Ort tätig
  • Friedrich Wilhelm Kritzinger, (1816–1890) Theologe, Pädagoge und Lieddichter, Erster Direktor der Droyßiger Anstalten
  • Hildegard Scholz (* 23. Januar 1894 in Leipzig; † 6. Dezember 1991 in Braunschweig), Malerin und freischaffende Künstlerin, drei Jahrzehnte als Kunsterzieherin für junge Frauen und Mädchen in den Droyßiger Anstalten tätig
  • Petra Pau (* 1963), Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages (Die Linke), 1979 Ausbildung am Zentralinstitut der Pionierorganisation in Droyßig

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Droyßig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Wolfgang Kahl:Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010 ISBN 978-3-86777-202-0, S. 339
  3. PDF bei www.templerlexikon.uni-hamburg.de
  4. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 250.
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  6. a b Amtsblatt des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt Nr. 2/2010, Seite 29 (PDF-Datei; 5,37 MB)
  7. Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt (abgerufen am 6. Mai 2010)