Dschamil Mardam

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Dschamil Mardam Bey
Ein von König Faruq abgehaltenes Banquet Ägyptens beim Abdeen-Palast in Kairo 1945.

Dschamil Mardam Bey; arabisch جميل مردم بك‎; (* 1894 in Damaskus, Osmanisches Reich; † 30. März 1960 in Kairo, Ägypten) war ein osmanischer arabischer Freischärler und syrischer Politiker, der als zweimaliger Ministerpräsident, Außenminister, Verteidigungsminister, Innenminister sowie Gesundheitsminister diente.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dschamil Mardam wurde 1894 in Damaskus im damaligen Osmanischen Reich in eine aristokratische sunnitisch-muslimische Familie hineingeboren. Er stammt von dem osmanischen General, Staatsmann und Großwesir Lala Kara Mustafa Pascha ab. Mardam studierte an der Schule für Politische Wissenschaften in Paris und war 1911 Gründer der al-Fatat, der führenden Oppositionspartei im osmanischen Syrien.

Im Jahre 1916 arbeitete er für den bewaffneten Aufstand von Hussein ibn Ali gegen die osmanische Herrschaft mit. Er wurde zum Tode verurteilt, aber es gelang ihm zu fliehen und sich zu verstecken. 1918 kehrte er nach Syrien zurück und beteiligte sich an der Seite von Faisal I. in der Delegation an der Pariser Friedenskonferenz. Nach dem Sturz von Faisal I. und der Zerschlagung des Königreichs Syrien durch die nunmehr französischen Behörden wurde Dschamil Mardam Bey am 24. Juli 1920 erneut zum Tode verurteilt. Wieder konnte er fliehen. Er flüchtete nach Jerusalem ins britische Völkerbundsmandat für Palästina und wartete dort, bis 1921 im französischen Völkerbundmandat in Syrien eine Amnestie für ihn erklärt wurde.

1927 war er schließlich ein Mitgründer des Nationalen Blocks. Nach der Gründung der Syrischen Republik 1930 wurde Dschamil Mardam Bey am 21. Dezember 1936 zum Ministerpräsidenten ernannt. Er blieb dies bis zum 18. Februar 1939. Als Syrien 1942 unabhängig von Frankreich wurde, wurde er am 29. Dezember 1946 wieder zum Ministerpräsidenten ernannt. Diesmal blieb er dies allerdings nur bis zum 17. Dezember 1948.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sami Moubayed: Steel & Silk: Men and Women Who Shaped Syria 1900–2000. Cune Press, Seattle 2005.
  • Philip S. Khoury: Syria and the French Mandate: The Politics of Arab Nationalism. 1920–1945. Princeton University Press, Princeton (New Jersey) 1989.