Dual (Unternehmen)

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Dual
Aktuelles Dual-Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1. Februar 1907
Auflösung 1982
Sitz St. Georgen im Schwarzwald
Branche Unterhaltungselektronik
Website www.dual.de,
www.dual-phono.de

Das Unternehmen Dual wurde 1907 von den Gebrüdern Steidinger in St. Georgen im Schwarzwald gegründet. Dual war zeitweise der größte Hersteller von Plattenspielern und hatte zu seinen besten Zeiten mehr als 3000 Mitarbeiter. Die Marke Dual gehört heute für Europa der DGC GmbH in Landsberg am Lech.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Unternehmer Christian Steidinger (1873–1937) begann um 1900 in einer Werkstatt in St. Georgen mit der Fertigung von Kleinteilen für Uhren. Sein älterer Bruder Josef Steidinger (1867–1925) startete zur gleichen Zeit im Untergeschoss eines St. Georgener Gasthauses.[2] Zum 1. Februar 1907 gründeten die Brüder in St. Georgen die Gebrüder Steidinger – Fabrik für Feinmechanik, in der man neben verschiedenen Uhrmacherwerkzeugen von Anfang an auch Grammophone mit Federantrieb herstellte.[3] Mit zunächst 25 Mitarbeitern wurden die ersten Federwerke für Grammophone hergestellt.[2]

Steidinger / Dual (1911–1982)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1911 trennten sich die Brüder wieder. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918) profitierte Christians Unternehmen vom Aufschwung der Phonoindustrie. 1927 präsentierte Christian Steidinger die Kombination aus Federlaufwerk und Elektromotor, den Elektro-Feder-Motor, der Dual genannt wurde und zunächst den damit ausgestatteten Plattenspielern, später auch der Firma den Namen gab.[2] Im Jahr 1933 überließ er aus gesundheitlichen Gründen seinen Söhnen die Firmenleitung; Oskar Steidinger († 1964) den kaufmännischen, Siegfried Steidinger den technischen Bereich. Sie werden dabei unterstützt von ihren Brüdern Christian jun. († 1963; Werkzeug- und Maschinenkonstruktion), Richard († 1969, Montage), Erwin (Verkauf), und Kurt Anton (Einkauf), dem Ehemann ihrer jüngsten Schwester Otty.[4]

Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939–1945) weitete sich die Produktpalette von Dual weiter aus. Anfang der 1950er Jahre begann Dual als erstes in Europa Schallplattenspieler für die neuartigen Mikrorillenplatten herzustellen, Mitte der 1950er Jahre folgten die ersten sogenannten Phono-Koffer. Der große Erfolg dieser Produkte bescherte dem Unternehmen, und damit auch der Stadt St. Georgen, ein rasantes Wachstum. Siegfried Steidinger eröffnete 1956 in Meßkirch ein Zweigwerk, es bestand bis zum Konkurs 1982. 1958 eröffnete Werk 3 in Mönchweiler.

In den 1960er Jahren entwickelte Dual mit dem Modell 1009 den ersten HiFi-Plattenspieler aus deutscher Fertigung und wurde in der Folge mit zahlreichen Modellen sowohl unter eigenem Namen, als auch als Zulieferer für andere Marken zum größten deutschen Hersteller von Plattenspielern. Bis in die späten siebziger Jahre fand man Dual-Plattenspieler in Kompaktanlagen von Grundig, SABA, Wega, Rosita und zahlreichen anderen deutschen HiFi- und Tonmöbelherstellern. Zum Jahreswechsel 1972/1973 übernahm man den angeschlagenen Erzrivalen Perpetuum-Ebner und festigte damit seine Marktposition nochmals entscheidend.

Die Produktpalette zu jener Zeit bestand aus

  • den Einzel-Komponenten [Cx]: Plattenspieler [CS], Phonokoffer [p], Tuner [CT], Receiver [CR], Cassetten-Decks (C) (nach 1982 [CC]), (Voll-)Verstärker [CV] und Lautsprecher [CL].
  • Zubehör, wie zum Beispiel Mikrofone [MC] und Kopfhörer [HD].
  • In ihren Kompaktanlagen [KA] wurden meist Komponenten bestehender Produktionslinien verbaut. Außer Kompaktanlagen wurden auch Heimanlagen (HS) hergestellt; das waren Plattenspieler mit eingebautem Verstärker und Lautsprechern.
  • Später kamen durch Zusammenarbeit mit SABA auch noch VHS-Videorekorder und CD-Spieler [CD] dazu.

Perpetuum / Perpetuum-Ebner (1911–1972)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Josef Steidingers Zusammenarbeit mit seinem Bruder Christian (s.o.) blieb Episode, bereits 1911 trat Josef aus der gemeinsamen Firma wieder aus und wurde in Federlaufwerken ausgezahlt. Er gründete nur wenige Straßen entfernt sein eigenes Unternehmen, die Perpetuum Schwarzwälder Federmotoren und Automatenwerke. 1920 trat Josef mit Aufnahme der Produktion von Grammophonen in Wettbewerb zu seinem Bruder.[2] Als Josef 1925 starb, wurde Perpetuum von seinen Söhnen Hermann und Arthur sowie der Tochter Hermine Steidinger weitergeführt. Die Firma wird in PERPETUUM - Spezialfabrik für Sprechmaschinenlaufwerke, Steidinger & Co. KG, St. Georgen / Schwarzwald umbenannt.[5]

1936 heiratete Hermine Steidinger den Cannstatter Entwickler und Fabrikanten Albert Ebner (1891–1956). Nach der Heirat wurde die Firma in Perpetuum - Ebner, Fabrik für Feinmechanik und Elektrotechnik, Steidinger & Co. KG (PE) umbenannt.[6]

Gleich wie Dual expandierte auch PE nach dem Zweiten Weltkrieg und hatte Ende der 1960er Jahre rund 1400 Beschäftigte. 1971 wurde die ins Schlingern gekommene Firma von Dual übernommen.[2]

Dual (1982–)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den späten 1970er Jahren wurde der Konkurrenzdruck größer; insbesondere japanische Marken drängten erfolgreich auf den deutschen Markt, zu Lasten der einheimischen Hersteller, deren Produkte als altbacken galten. Das Unternehmen musste im Jahr 1982 Konkurs anmelden, wodurch mehrere hundert Arbeitsplätze in der Stadt verloren gingen. Dual wurde von der französischen Thomson-Gruppe (Telefunken, SABA und Nordmende) gekauft und im Jahr 1988 dann von der Schneider Rundfunkwerke AG. Auch begann seit ihrer Vorstellung in der ersten Hälfte der achtziger Jahre die Compact Disc immer mehr die Schallplatte und somit auch den Plattenspieler vom Markt zu drängen.

Zu den Produkten des Schwarzwälder Unternehmens gehörten nicht nur Plattenspieler und Plattenwechsler, sondern auch (Kassetten-)Tonbandgeräte, Lautsprecherboxen, Empfangsteile (Tuner), Verstärker, Receiver und Kassettengeräte von durchaus hoher Qualität. Im Lauf der 1980er und frühen 1990er Jahre konzentrierte sich Dual wieder auf Plattenspieler und ließ die übrigen Hifi-Geräte etwa von Rotel und Inkel produzieren, um sie unter eigenem Namen zu vermarkten, wobei anzumerken ist, dass die Schwarzwälder Gerüchten zufolge an der Entwicklung nicht unbeteiligt gewesen seien. Dennoch waren die selbstproduzierten Geräte hochwertiger. Während der Zeit unter Schneider erschienen unter dem Dual-Logo auch Fernsehgeräte und Videorekorder. Diese entstammten der Schneider-Produktpalette.

Nachdem die Produktion zunächst unter dem Dach der Schneider Electronics GmbH fortgeführt worden war, wurde die Marke Dual (außer für Plattenspieler) 1994 von der Schneider Rundfunkwerke AG an die Karstadt AG verkauft, die mit dem leicht veränderten Logo diverse Geräte der Unterhaltungselektronik vertrieb. 2004 verkaufte die mittlerweile umfirmierte KarstadtQuelle AG die Nutzungsrechte der Marke Dual für Europa an Linmark Electronics Ltd. Seit 2004 werden verschiedene Geräte der Unterhaltungselektronik unter der Marke Dual von der Firma DGC GmbH mit Sitz in Landsberg am Lech in Deutschland, Schweiz, Österreich, Niederlande und Kroatien vertrieben. Die DGC GmbH hat eine Lizenz für die Marke Dual von Linmark Electronics Ltd. erhalten. Nachdem Linmark Electronics Ltd. im Juli 2009 Insolvenz anmeldete, hat DGC GmbH die Markenrechte für Europa vom Insolvenzverwalter erworben. Die DGC GmbH stellt, als Inhaber der Namensrechte, neben Plattenspielern, zu erkennen an der Typenbezeichnung DT xxx, auch andere Geräte der Unterhaltungselektronik her.

Dual Phono GmbH (1993–)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die komplette Fertigungsstraße und die Produktpalette der analogen Dual-Plattenspieler wurden 1993 von der Alfred Fehrenbacher GmbH, ebenfalls in St. Georgen ansässig, übernommen.[7] 2002 und 2007 erneuerte die Alfred Fehrenbacher GmbH die Lizenzrechte für den Gebrauch des Markennamens Dual bei den jeweiligen Rechte-Inhabern.

Die Dual Phono GmbH, eine Tochtergesellschaft der Alfred Fehrenbacher GmbH, stellt bis heute die analogen Plattenspieler mit der Typenbezeichnung CS xxx her.

Aktuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit sind im europäischen Raum Dual-Produkte der DGC GmbH und der Alfred Fehrenbacher GmbH erhältlich. Das Produktsortiment der DGC GmbH beinhaltet neben Fernsehgeräten, iPod-Systemen, Audiosystemen, DVD-Playern, digitale Bilderrahmen auch Plattenspieler (Serie DT xxx) und vor allem DAB-Radios. Die Produkte werden vorwiegend aus Fernost eingeführt.

Die Lizenz für die originären Dual-Plattenspieler (Serie CS xxx), welche heute wieder ausschließlich in St. Georgen im Schwarzwald produziert werden, hat die Alfred Fehrenbacher GmbH von der DGC GmbH erhalten. Diese Plattenspieler werden derzeit über die SINTRON Vertriebs GmbH dem Handel zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich (im Jan. 2015) um 9 Modelle in verschiedenen Preiskategorien.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GmbH in Landsberg am Lech
  2. a b c d e Alexander Michel (mic): Drei Pioniere der Phono-Technik. In: Südkurier vom 11. November 2011
  3. Die Ära der Gebrüder Steidinger auf der Seite Dual-Plattenspieler.de, 2008; abgerufen am 11. November 2011
  4. DUAL auf der Seite der Stadt St. Georgen; abgerufen am 11. November 2011
  5. Radiohersteller - Information und Geschichte von Perpetuum-Ebner (PE); St.Georgen auf der Seite Radiomuseum.org; abgerufen am 11. November 2011
  6. AECO Albert Ebner & Co. auf der Seite der Stadt St. Georgen; abgerufen am 11. November 2011
  7. Webseite der Alfred Fehrenbacher GmbH abgerufen am 7. November 2012

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norbert Kotschenreuther: Dual und PE - Schwarzwälder Präzision von Weltruf. Aufstieg und Niedergang der St.Georgener Phonoindustrie. Eigenverlag, Passau, 2001

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dual (audio brand) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien