Dubí

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Dubí (Begriffsklärung) aufgeführt.
Dubí
Wappen von Dubí
Dubí (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Teplice
Fläche: 3385,483[1] ha
Geographische Lage: 50° 41′ N, 13° 47′ O50.67888888888913.790833333333389Koordinaten: 50° 40′ 44″ N, 13° 47′ 27″ O
Höhe: 389 m n.m.
Einwohner: 8.034 (1. Jan. 2015) [2]
Postleitzahl: 417 01 - 417 32
Kfz-Kennzeichen: U
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 7
Verwaltung
Bürgermeister: Petr Pípal (Stand: 2013)
Adresse: Ruská 264
417 01 Dubí
Gemeindenummer: 567507
Website: www.mesto-dubi.cz
Lageplan
Lage von Dubí im Bezirk Teplice
Karte

Dubí (deutsch Eichwald / Erzgebirge) ist eine Stadt im Ústecký kraj in Tschechien.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Dubí liegt vier Kilometer nördlich von Teplice am Südhang des Osterzgebirges auf einer Seehöhe zwischen 300 und 870 Meter. In Dubí kreuzt die von Altenberg (Verlängerung der deutschen B 170) nach Teplice führende Staatsstraße I/8 mit der südlich parallel des Erzgebirgskamm verlaufenden Straße I/27 bzw II/253 von Krupka nach Hrob bzw. Litvínov.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Dubí besteht aus den Ortsteilen Běhánky (Pihanken), Bystřice (Wistritz), Cínovec (Böhmisch Zinnwald), Drahůnky (Dreihunken), Dubí (Eichwald), Mstišov (Tischau) und Pozorka (Zuckmantel).[3] Grundsiedlungseinheiten sind Běhánky, Běhánky-jih, Bystřice, Bystřice-jih, Cínovec, Dolní Drahůnky, Dolní Dubí (Unter Eichwald), Drahůnky, Drahůnky-sever, Dubí-střed, Lesní brána (Waldthor), Mstišov, Na dolech, Nádraží, Pozorka, Rudolfova Huť und Strážný vrch.[4] Auf dem Gemeindegebiet liegt außerdem der aufgelassene Ort Přední Cínovec (Vorderzinnwald).

Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Běhánky, Cínovec, Drahůnky, Dubí u Teplic, Dubí-Bystřice, Dubí-Pozorka und Mstišov.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Kirche der Unbefleckten Empfängnis
Triebwagen der ČD im Bahnhof Dubí (2015)

Eichwald wurde an einer Furt im hier von Eichenwald dominierten Miriquidi-Wald des Erzgebirges gegründet. Durch diese Furt führte ein alter Handelsweg der Kelten, von Dux kommend nach Aussig an der Elbe. In Nachbarschaft dieses Handelswegs befanden sich 3 große Oppida: Dux und Doxan in Böhmen sowie Dohna in Sachsen. Diese Oppida waren Handelszentren und Münzstätten, die durch sogenannte Wegefahrten miteinander verbunden waren. Von Dux aus führten 2 Wege nach Osten: die große Wegefahrt (Langujest) über Teplitz, Modlan nach Aussig, die „kleine Wegefahrt“ (Kleinujest) über Haan, Klostergrab, Eichwald, Jüdendorf, Hohnstein im Eulaugrund nach Tetschen. Diese kleine Wegefahrt führte unmittelbar am Fuße des Erzgebirges entlang und furtete im Eichenwald den Seegrundbach (Bystřice).

Da die damals mögliche tägliche Marschleistung 25 km betrug, war es von Dux zur Furt im Eichenwald ein Tagesmarsch. Aus diesem Grunde entstanden an der Furt bald Hütten und Lagerschuppen, um die Rastenden und ihre Waren aufzunehmen. Diese Hütten mögen lange Zeit die einzigen im Tal des Seegrundbaches gewesen sein, denn erst mit der Zunahme des Handels und vor allem mit dem Aufblühen des Bergbaues im 14. und 15. Jahrhundert wurden Kolonisten durch den Grundherren angesiedelt.

Die erste urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1494, als Graupener Bergleute unweit der Furt ein Schmelzwerk für Zinn erbauten. Denn auch im Tale des Seegrundbaches (Flössbach) wurden Zinngraupen gefunden. Später wurde Holz für die Turner Schmelzhütten auf der aufgestauten Flössbach nach Turn geflösst. Weiterer Bergbau auf Zinn wurde vor allem am Glantzberg und am Bornhauberg, wo noch heute Reste von Mundlöchern zu finden sind, betrieben.

Eichwald gelangte im 16. Jahrhundert zur Herrschaft Teplitz, nach dem es Gegenstand von dauernden Streitigkeiten zwischen der Klosterherrschaft Ossegg und der Herrschaft Graupen wegen großer Erzlagerstätten war.

Durch seine Lage in einem Kerbtal des Erzgebirges ist Eichwald durch den Kamm des Gebirges vor Nordwinden geschützt, Eichwald wurde so wegen seines angenehmen Gebirgsklimas, der reinen Luft und der schönen waldreichen Umgebung zu einem gern besuchten Kurort. Etwa um 1860 errichtete der Fabrikant Anton Tschinkel eine Wasserheilanstalt. Den Anstoß dazu erhielt er von dem Balneologen Josef von Löschner. Durch Zukauf weiterer Grundstücke konnte Tschinkel den Kurbereich erweitern, woraus sich später das Theresienbad (Tereziina lázně) entwickelte. Das Theresienbad war eines der bekanntesten Heilbäder Mitteleuropas.

Die zwischen 1897 und 1906 im Stil der italienischen Gotik errichtete Kirche der Unbefleckten Empfängnis war eine Filialkirche der Pfarrkirche Weißkirchlitz, die durch die Fürsten Clary-Aldringen errichtet wurde. Sie ist ein Nachbau der Kirche Madonna dell’Orto in Venedig.

Nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 wurde der größte Teil der deutschböhmischen Bevölkerung enteignet und vertrieben.

In den Jahren nach der Wiedervereinigung Deutschlands erlangte die Stadt und die in Richtung Deutschlands führende Fernstraße E55 zweifelhafte Bekanntheit für die dort, trotz späterer dagegen gerichteter Bemühungen tschechischer Behörden, konzentrierte Prostitution.

Die Stadt ist durch ihre Heilquellen als Kurort, und die Porzellan- und Majolikaherstellung mit Imitationen des Meißener Zwiebelmusters bekannt. Außerdem gibt es eine Glasindustrie (Farb- und Tafelglas) und Herstellung von Isolierstoffen. Im Ortsteil Cínovec befindet sich auf 855 m n.m. ein Grenzübergang nach Sachsen über den Kamm des Erzgebirges.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[6]
1869 957
1880 1746
1890 2804
1900 4423
1910 4430
Jahr Einwohnerzahl
1921 4163
1930 4411
1950 2646
19611 9800
19701 8452
Jahr Einwohnerzahl
19802 9160
19912 7815
20012 7630
20112 7838
1 Dubí mit Běhánky, Bystřice, Drahůnky und Pozorka
2 Dubí mit Běhánky, Bystřice, Drahůnky, Pozorka, Cínovec und Mstišov

Partnerstädte[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Dubí ist Heimat des Fußballvereins 1. FC Dubí, dessen Stadion 1.500 Zuschauern Platz bietet.[7]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Gustav Brecher (1879–1940), deutsch-jüdischer Dirigent und von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben
  • Volkmar Gabert (1923–2003), deutscher sozialdemokratischer Politiker
  • Carl Oskar Renner (1908–1998), bayerischer Schriftsteller

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dubí – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/567507/Dubi
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2015 (PDF; 504 KiB)
  3. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/567507/Obec-Dubi
  4. http://www.uir.cz/zsj-obec/567507/Obec-Dubi
  5. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/567507/Obec-Dubi
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHistorický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen am 24. Januar 2016 (tschechisch).
  7. http://www.erlebnis-stadion.de/?ground=693