Duchesse Anne (Schiff, 1901)

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Duchesse Anne
Die Duchesse Anne als Großherzogin Elisabeth
Die Duchesse Anne als Großherzogin Elisabeth
Schiffsdaten
Flagge FrankreichFrankreich Frankreich
andere Schiffsnamen

Großherzogin Elisabeth

Schiffstyp Stählernes Segelschulschiff
Bauwerft Johann C. Tecklenborg, Geestemünde
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
92,00 m (Lüa)
Breite 11,90 m
Tiefgang max. 5,45 m
Verdrängung 2006 t
 
Besatzung 15/20 Mann Stammbesatzung und 130/200 Auszubildende
Takelung und Rigg
Takelung Vollschiff
Anzahl Masten 3
Anzahl Segel 25 Rahsegel und 3 Focksegel
Segelfläche 2060 m²
Geschwindigkeit
unter Segeln
max. 14 kn (26 km/h)

Die Duchesse Anne ist das einzige erhalten gebliebene französische Segelschiff mit drei Masten und ist nach der Herzogin Anne de Bretagne benannt. Die ehemalige Großherzogin Elisabeth war das erste deutsche Handelsmarine-Schulschiff.

Bau und Stapellauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff wurde 1901 als Großherzogin Elisabeth von der Werft Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde (heute Bremerhaven) für den Deutschen Schulschiff-Verein als Vollschiff in Stahl erbaut und trat am 17. März 1901 seine Jungfernfahrt an. Benannt wurde es nach der oldenburgischen Großherzogin Elisabeth (1869–1955). Die Großherzogin Elisabeth wurde von Werftdirektor Georg W. Claussen konstruiert und hatte drei Schwesterschiffe.

Die Großherzogin Elisabeth 1913, alle Segel gesetzt

Der Stapellauf fand am 7. März 1901 statt. Ursprünglich sollte die Patin, Großherzogin Elisabeth, die Taufe selbst vornehmen, doch aufgrund einer Erkrankung ihres Gatten Friedrich August musste sie ihre Teilnahme an der Veranstaltung absagen. Die Teilnahme Kaiser Wilhelms II. war ebenfalls vorgesehen, doch aufgrund eines auf ihn kurz zuvor in Bremen verübten Attentats, bei dem er im Gesicht leicht verletzt worden war, entfiel auch seine Teilnahme. Die Taufe nahm an Stelle der Patin ihr Bruder, Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, vor. An der Feier nahmen von Seiten der Kaiserlichen Marine Admiral Hans von Koester, Admiral Prinz Heinrich von Preußen und Konteradmiral Richard Aschenborn teil. Ebenfalls anwesend waren die Direktoren der Hamburg-Amerika-Linie und des Norddeutschen Lloyd.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Duchesse Anne in der Dämmerung
Als Museumsschiff im Musée portuaire de Dunkerque

Bis 1945 wurde das umgangssprachlich Lisbeth genannte Schulschiff von der deutschen Handelsmarine genutzt, ab 1932 allerdings nicht mehr auf hoher See. Seine letzte Fahrt für den Deutschen Schulschiff-Verein unternahm das Schiff 1931/32 in der Ostsee. Danach wurde es an die Hamburger Seemannsschule in Hamburg-Finkenwerder verkauft, abgetakelt und als stationäres Schulschiff genutzt. 1944 wurde das Schiff nach Wismar verlegt, um es aus der Reichweite britischer Bomber zu bringen. Der Schulbetrieb der Seemannsschule fand weiterhin an Bord statt. 1945 wurde das Schiff von der britischen Royal Navy in Besitz genommen.[1]

Das Schiff kam 1946 als Reparationsleistung an Frankreich und erhielt den neuen Namen Duchesse Anne. Es lag viele Jahre lang in Lorient und Brest und war schließlich zur Abwrackung vorgesehen. Auf Privatinitiative wurde es dann in seinem Zustand als Schulschiff erhalten. Im Jahr 1981 wurde es für den symbolischen Preis von einem Franc von der Stadt Dünkirchen gekauft und dann in jahrelanger Arbeit restauriert. Die Duchesse Anne liegt heute dort als Museumsschiff im Hafen.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Großherzogin Elisabeth ist in einer kurzen Sequenz in dem Dokumentarfilm S.M. Hilfskreuzer „Wolf“ zu sehen, der im Februar 1918 im Kieler Hafen gedreht wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jens Janssen [d.i. Jochen Brennecke]: Weiße Segel über blauen Wogen. Segelschulschiff "Großherzogin Elisabeth", München (Moewig-Verlag) 1959 (SOS – Schicksale deutscher Schiffe Bd. 176)
  • Schulschiffverein Grossherzogin Elisabeth (Hg.): Logbuch "Lissi" 1909 - 2009. 100 Jahre "SSS Großherzogin Elisabeth", Elsfleth 2009.
  • Der Stapellauf des Schiffsjungenschulschiffes "Großherzogin Elisabeth", in: Nachrichten für Stadt und Land (Oldenburg) vom 8. März 1901, S. 6
  • Gerhard Eckhardt: Die Segelschiffe des Deutschen Schulschiff-Vereins. Eine Dokumentation, Bremen (Hauschild) 1981. ISBN 3-920699-37-8

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franklin Kopitzsch, Daniel Tilgner: Hamburg Lexikon. Ellert und Richter Verlag, Hamburg 2010, ISBN 978 3 8319 0737 3, S. 620

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Duchesse Anne – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 2′ 15,3″ N, 2° 22′ 20,1″ O