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Dukan-Diät

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Italienische Ausgabe

Die Dukan-Diät ist eine Diät, die von dem französischen Ernährungsmediziner Pierre Dukan in den späten 1970er Jahren entwickelt worden ist.[1] Der Diätansatz basiert auf einer proteinreichen Ernährung (tierische und pflanzliche Proteine) bei weitestgehendem Verzicht auf Kohlenhydrate (Reis, Kartoffeln, Alkohol, Zucker usw.) und einer dezidierten Einschränkung der Fettzufuhr.

Die Dukan-Diät unterscheidet sich von vielen anderen Diätformen, die eher eine brennwertarme Ernährung mit kleineren Portionen empfehlen. Historisch betrachtet reiht sie sich unter die sogenannten Low-Carb-Diäten ein, die seit Mitte der 1990er Jahre einen Aufschwung erlebten.[2] Bei einer solchen ketogenen Diät geht es in erster Linie darum, Kohlenhydrate so weit wie möglich zu vermeiden. Darüber publizierte bereits 1874 der Engländer William Banting sein Buch Letter on Corpulance.[3]

Bei der Dukan-Diät müssen keine „Kalorien gezählt“ werden. Sie besteht aus vier Phasen, in denen 72 proteinhaltige Lebensmittel und 28 Gemüsesorten miteinander kombiniert und in unbegrenzter Menge gegessen werden dürfen.[4] Dies wird für Personen, die unter Adipositas leiden, als hilfreich angesehen, da diese gewohnt sind, eher große Mengen an Nahrung zu sich zu nehmen.

Die sogenannte „Angriffsphase“ dauert ca. 1 bis 10 Tage. In dieser Phase sind ausschließlich 72 Arten magerer, proteinreicher Lebensmittel erlaubt z. B. Fleisch, Fisch, Tofu, magere Milchprodukte. Die proteinreiche Ernährung soll Hungergefühle unterdrücken und den Muskelaufbau fördern können.[5] Außerdem soll man 1 ½ Esslöffel Haferkleie pro Tag zu sich nehmen sowie einen 20-minütigen Spaziergang für eine weiter funktionierende Verdauung einplanen.[5] Auch sind Alkohol, Fett, Zucker, Gemüse und Obst aus dem Ernährungsplan zu streichen.[5] Ziel ist eine rasche Gewichtsreduzierung.

In der „Aufbauphase“ (= Cruisingphase) sind die bisher erlaubten proteinreichen Lebensmittel sowie 28 Gemüsesorten erlaubt, aber kohlenhydratreiches Gemüse wie Mais sowie jede Form von Obst bleiben verboten. Es werden im Wechsel reine Proteintage und Proteingemüsetage durchgeführt. Die tägliche Haferkleiemenge wird auf zwei bis drei Esslöffel erhöht und der Spaziergang auf eine halbe Stunde pro Tag.[5]

In der „Stabilisierungsphase“ (= Consolidationsphase) soll der sogenannte Jo-Jo-Effekt verhindert werden. Vorgesehen sind ca. 2 ½ Esslöffel Haferkleie pro Tag, und zu den 100 bereits bekannten Lebensmitteln sind erlaubt: 2 Scheiben Vollkornbrot, 40 g Hartkäse, ein Stück Obst. Ein Proteintag pro Woche ist Pflicht. An zwei Mahlzeiten pro Woche darf man essen, was man will.[5]

In der dauerhaften „Erhaltungsphase“ (= Stabilisationsphase) sind wieder alle Lebensmittel erlaubt. Allerdings sollte sich im besten Fall in den vorangegangenen Phasen der Diät eine neue Einstellung zum Essen entwickelt haben, die das Halten des erreichten Gewichts zur Folge hat. Zusätzlich wird an einem Tag der Woche ein strenger Proteintag ähnlich wie in der ersten Phase empfohlen, der das Gewicht langfristig stabilisieren soll. Tägliches Gehen und Treppensteigen wird empfohlen.[5]

Bewertung, Risiken

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Während manche die Low-Carb-Diäten grundsätzlich für „nicht bedenklicher als andere“ Diäten halten,[6] gehört die Dukan-Diät laut der Britischen Gesellschaft für Ernährung[7] zu den schlimmsten Diäten. Pierre Dukan hat 2014 seine Zulassung als Arzt verloren.[8][6]

Durch die vermehrte Aufnahme von Proteinen kann die Diät für Personen mit schwachen Nieren gefährlich werdende sie die 0,8 g Proteine pro Tag und Kilo Körpergewicht stark überschreiten.[5] Außerdem ist sie nicht empfehlenswert für Schwangere, für stillende Mütter, bei Diabetes I und II sowie bei Herzproblemen.[9]

  • Pierre Dukan: Die Dukan Diät: Das Schlankheitsgeheimnis der Franzosen. 2011.

Einzelnachweise

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  1. Die Dukan-Diät :: Lowcarb Veganeria. Low Carb Veganeria, 1. Januar 2014, abgerufen am 3. März 2026.
  2. fitundgesund: Zurück in die 90er Wellness-Trends. In: Vitamine & Wellness. 13. Februar 2024, abgerufen am 3. März 2026.
  3. William Banting: The Project Gutenberg eBook of Letter on Corpulence, Addressed to the Public, by William Banting. 2018, abgerufen am 3. März 2026.
  4. Alvaro Campillo Soto: The Truth About The Dukan Diet. Hodder & Stoughton, London 2013, ISBN 978-1-4447-7686-7, S. 22. (Kapitel "50 questions", Frage 1)
  5. a b c d e f g Carola Felchner: Dukan-Diät - so funktioniert sie. 21. Januar 2022, abgerufen am 3. März 2026 (deutsch).
  6. a b Reto U. Schneider: Alles schon dagewesen. In: NZZ Folio. Nr. 273, April 2014, monatliche Beilage Neue Zürcher Zeitung, S. 44
  7. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 27. April 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.nhs.uk
  8. Anne Penketh: Dukan diet creator struck off French medical register | France. In: theguardian.com. 26. Januar 2014, abgerufen am 5. Februar 2024 (englisch).
  9. Dukan-Diät | DocMedicus Gesundheitslexikon. Abgerufen am 3. März 2026.