Duke of Marlborough

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Wappen von John Churchill, 1. Duke of Marlborough
John Churchill, 1. Duke of Marlborough, Porträt von Sir Godfrey Kneller, um 1705
Charles Spencer, 3. Duke of Marlborough

Duke of Marlborough (deutsch: Herzog von Marlborough) [ˌdjuːkəvˈmɔːlbɹə] ist ein erblicher britischer Adelstitel in der Peerage of England. Der Titel bezieht sich auf den Ort Marlborough in Wiltshire.

Familiensitz der Dukes ist Blenheim Palace bei Woodstock in Oxfordshire.

Verleihung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Titel wurde am 14. Dezember 1702 dem berühmten englischen/britischen General im Spanischen Erbfolgekrieg John Churchill (1650–1722) verliehen. Dessen Frau Sarah war eine enge Freundin und einflussreiche Beraterin von Königin Anne. Zwei Jahre später besiegte er in der Zweiten Schlacht von Höchstädt (engl.:Battle of Blenheim) gemeinsam mit Prinz Eugen die bayrischen und französischen Truppen. Wenn von dem Duke of Marlborough die Rede ist, so ist fast immer er gemeint.

Da der einzige Sohn des ersten Dukes bereits 1703, also zu dessen Lebzeiten, starb, und er eine der einflussreichsten Persönlichkeiten am Hofe war, wurde 1706 ein Parlaments-Gesetz über eine spezielle Anwartschaft erlassen. Dieses erlaubt, bei Ausbleiben eines männlichen Erben den Titel mit allen Rechten auf die Töchter des ersten Dukes in der Reihenfolge ihrer Geburt und deren männlichen Erben und schließlich dann in weiblicher Linie übergehen zu lassen. So wurde seine älteste Tochter Henrietta die zweite Duchess of Marlborough (peeress in her own right). Dritter Duke wurde dann der zweitälteste Sohn der jüngeren Tochter aus der Ehe mit Charles Spencer.

Die späteren Dukes of Marlborough stammen alle aus dieser Verbindung und tragen daher den Nachnamen Spencer. George Spencer, der 5. Duke of Marlborough, erhielt die königliche Erlaubnis, den Nachnamen und das Wappen seines berühmten Vorfahren, des ersten Dukes zu führen und nannte sich fortan George Spencer-Churchill. Dieser Doppelname hat sich bis heute erhalten.

Es ist allerdings äußerst unwahrscheinlich, dass der Titel nochmals in weiblicher Linie vererbt werden wird. Nach der Familie Spencer-Churchill wären die Earls Spencer, die Dukes of Bedford und die Earls of Jersey vorher erbberechtigt.

Der Titel Earl of Marlborough war bereits zuvor einmal verliehen worden, nämlich 1626 an James Ley. Mit dem Tode des vierten Earls 1679 erlosch der Titel, weil keine männlichen Erbberechtigten mehr vorhanden waren.

Nachgeordnete Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachgeordnete Titel des Dukes of Marlborough sind Marquess of Blandford (geschaffen 1702), Earl of Sunderland (geschaffen 1644), Earl of Marlborough (geschaffen 1689), Baron Spencer (geschaffen 1603) und Baron Churchill (geschaffen 1685). Alle Titel gehören ebenfalls zur Peerage of England.

Der spätere erste Duke war bereits am 14. Mai 1685 zum Baron Churchill, of Sandridge in the County of Hertford, und vier Jahre später, als er mitverantwortlich für die nahezu unblutige Glorious Revolution war, am 9. April 1689 zum Earl of Marlborough erhoben worden. Zusammen mit der Dukewürde wurde ihm 1702 auch der Titel Marquess of Blandford verliehen worden. Die beiden Titel Earl of Sunderland und Baron Spencer erbte der dritte Duke von seinem Vater.

Der älteste Sohn und Titelerbe des jeweiligen Dukes führt den Höflichkeitstitel Marquess of Blandford, dessen ältester Sohn denjenigen des Earl of Sunderland.

Weitere Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den ersten Duke war bereits am 21. Dezember 1682 der Titel Lord Churchill, of Eyemouth in the County of Berwick, in der Peerage of Scotland geschaffen worden. Da für diesen jedoch das besondere Gesetz über die Vererbung nicht galt, erlosch der Titel mit dem Tod des ersten Dukes.

Der erste Duke war außerdem von Kaiser Joseph I. als Fürst von Mindelheim zum Reichsfürsten erhoben worden. Auch diese Würde erlosch mit seinem Ableben, das zugehörige Territorium fiel bereits 1714 an das Kurfürstentum Bayern.

Weitere berühmte Familienmitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Churchill hat außer den Dukes of Marlborough eine Reihe weiterer berühmter Personen hervorgebracht. So war der siebte Duke of Marlborough der Vater des bekannten Politikers Lord Randolph Churchill und der Großvater väterlicherseits des britischen Premierministers Sir Winston Spencer Churchill, der, wie sein Vater, den Bindestrich im Familiennamen meist wegließ.

Blenheim Palace, Familiensitz der Dukes of Marlborough

Liste der Earls und Dukes of Marlborough[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Earls of Marlborough, erste Verleihung (1626)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Earls of Marlborough, zweite Verleihung (1689)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dukes of Marlborough (1702)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Spencer-Churchill, 11. Duke of Marlborough

Voraussichtlicher Titelerbe (Heir apparent) ist der älteste Sohn des jetzigen Dukes, George Spencer-Churchill, Marquess of Blandford (* 1992).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]