Dunkelschlag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Dunkelschlag ist ein Buchen-Mischwald in Sterkrade, einem Stadtteil von Oberhausen. Am südwestlichen Rand des Dunkelschlags liegt die ehemalige Zechensiedlung Siedlung Dunkelschlag.

Der Dunkelschlag wird in Karten auch als Sterkrader Wald bezeichnet. Beide Bezeichnungen werden gleichwertig für den Hochwald verwendet, der sich am Handbach hinzieht.[1]

Der Dunkelschlag ist 204 ha groß. Er beinhaltet ein 81 ha großes Naturschutzgebiet „Sterkrader Wald“ im Norden. Alle durch das Autobahnkreuz Oberhausen getrennten Teile des Waldes bilden das Landschaftsschutzgebiet „Sterkrader Wald/Dunkelschlag“.[2] Geprägt wird der Wald von seinen über 150 Jahre alten Rotbuchenbeständen. Weiterhin finden sich auch Bestände von Hainbuche, Roteiche, Erle, Bergahorn und Waldkiefer. Wesentliche Gründe für die Ausweisung des Naturschutzgebietes waren der Torfmoos-Erlenbruchwald und die Mergelgruben.[3]

Besondere Bedeutung kommt dem Waldgebiet zu, da Oberhausen mit 44 % (Stand 2022) den zweithöchsten Flächenversiegelungsgrad aller deutschen Städte aufweist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. Februar 1670 wurde ein Vertrag geschlossen, mit dem Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Weierheide, den Hochwald Dunkelschlag und einen Teil der Sterkrader Heide erwarb.[1] Beweggrund war der Wunsch des Landesherren, dieses Gebiet nach forstwirtschaftlichen Grundsätzen zu verwalten. Im Jahre 1833 bestand das rege Interesse, die Mark Brandenburg aufzuteilen. Nach langen Verhandlungen ging der Dunkelschlag und weitere Teile der Sterkrader Mark in Privatbesitz über. In Folge dieser Entscheidung kam es zu einer Umstellung der Wirtschaftsform, die großen Weideflächen für die Schafe wurden umgewidmet.[1] In den Jahren 1936–38 wurde eine Reichsautobahn durch den Wald gebaut.[4] 1950 gelang der Stadt Oberhausen mittels eines Tauschgeschäfts, den Sterkrader Wald zu erwerben.[1] Seitdem ist der Dunkelschlag Eigentum der Stadt und wird heute von deren Eigenbetrieb Servicebetriebe Oberhausen bewirtschaftet.[5]

An der Autobahn wurde ab 1958 das Kreuz Oberhausen gebaut, das ursprünglich als Autobahndreieck geplant war. 1961 und 1963 wurden die nach Norden bzw. Süden verlaufenden Strecken durch den Wald freigegeben.[6]

2016 wurde ein Ausbau des Kreuzes und der Autobahnen angekündigt, für den ca. 11 ha Wald mit ca. 5 000 Bäumen gerodet und 3,8 ha Boden versiegelt werden sollen[7]. Im Oktober 2020 schlossen sich lokale Gruppen von BUND, NABU und Fridays for Future sowie weitere lokale Bürger- und Kircheninitiativen zum „Bündnis zum Erhalt des Sterkrader Waldes“ zusammen,[8] das Protestaktionen gegen den Ausbau organisiert, u. a. ein Klimacamp.[7] Für diese Aktionen verwendet das Bündnis in Anlehnung an den Slogan „Hambi bleibt“ der Proteste gegen die Rodung des Hambacher Forsts den Slogan „Sterki bleibt“, wobei weder „Hambi“ noch „Sterki“ außerhalb dieses Kontextes übliche Bezeichnungen der jeweiligen Waldgebiete sind.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der ordnungsbehördlichen Verordnung zum Schutz der Naturdenkmale in der Stadt Oberhausen vom 3. Mai 1999[9] waren noch drei Naturdenkmäler im Gebiet des Dunkelschlag aufgeführt, die aufgrund ihres Abganges aus dem Verzeichnis der Verordnung zur Sicherung von Naturdenkmalen im Stadtkreis Oberhausen vom 16. März 1965 gestrichen wurden. Dies waren eine Rotbuche am Nordrand des Bürgermeisterplatzes (in der Nähe des Bürgermeisterplatzes findet sich eine Buche, die mit einem Schild als Naturdenkmal gekennzeichnet ist, möglicherweise ist diese mit ihr identisch), die Malereiche und eine „12 Aposteln“ genannte Gruppe von Buchen. Im Norden des Dunkelschlags, nahe dem Handbach, befindet sich eine alte Thing-Buche, die als Naturdenkmal ausgewiesen ist, aber in der Verordnung von 1999 nicht aufgeführt ist.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d W. Seipp, Oberhausener Heimatbuch 1964; Seite 120 f.
  2. Landschaftsschutzgebiete (Abschnitt C 1.2). In: Landschaftsplan Oberhausen. S. 113 f. (nrw.de [PDF]).
  3. Sterkrader Wald mit Naturschutzgebiet. Servicebetriebe Oberhausen, abgerufen am 24. Januar 2021.
  4. Tobias Szczepanski: Sterkrader Wald historisch: Von Münzfälschern und Sparkassenräubern. In: Wochenanzeiger Oberhausen. lokalkompass.de, 3. Dezember 2021, abgerufen am 10. Februar 2022.
  5. Sterkrader Wald. In: oberhausen.de. Abgerufen am 15. Februar 2022.
  6. Geschichte der Hollandlinie. In: autobahn-online.de
  7. a b Startseite - Klimcamp Sterkraderwald. Bündnis zum Erhalt des Sterkrader Waldes, abgerufen am 27. April 2022.
  8. Michael Bresgott: Oberhausener schmieden Bündnis gegen Autobahnkreuz-Ausbau. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 23. Oktober 2020, abgerufen am 10. Februar 2022 (deutsch).
  9. Ordnungsbehördliche Verordnung zum Schutz der Naturdenkmale in der Stadt Oberhausen (PDF; 121 kB)
  10. Landesanstalt für Ökologie,Bodenordnung und Forsten Nordrhein-Westfalen: Tour OB 02 - Naturerlebnisführer Sterkrader Wald@1@2Vorlage:Toter Link/www3.lanuv.nrw.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 51° 32′ 24″ N, 6° 50′ 6″ O