Dunkirk (2017)

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Filmdaten
Deutscher Titel Dunkirk
Originaltitel Dunkirk
Dunkirk Logo.png
Produktionsland Vereinigtes Königreich,
USA,
Frankreich,
Niederlande
Originalsprache Englisch,
Französisch,
Deutsch
Erscheinungsjahr 2017
Länge 107 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
JMK 14[2]
Stab
Regie Christopher Nolan
Drehbuch Christopher Nolan
Produktion Emma Thomas,
Christopher Nolan
Musik Hans Zimmer
Kamera Hoyte van Hoytema
Schnitt Lee Smith
Besetzung
Synchronisation

Dunkirk ist ein historischer Kriegsfilm von Christopher Nolan. Der Film kam am 19. Juli 2017 in die französischen, am 20. Juli in die niederländischen, am 21. Juli in die britischen und US-amerikanischen Kinos und startete am 27. Juli 2017 in Deutschland, Österreich und der Deutschschweiz. Dunkirk erzählt von der Operation Dynamo, der bis dahin größten militärischen Rettungsaktion der Weltgeschichte, bei der während der Schlacht von Dünkirchen im Zweiten Weltkrieg fast das gesamte britische Expeditionskorps aus der von deutschen Truppen eingekesselten Stadt Dünkirchen (englisch: Dunkirk) über den Ärmelkanal evakuiert werden konnte.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Dünkirchen in Frankreich

Frankreich im Frühjahr 1940. Eine Gruppe englischer Soldaten durchstreift im Zweiten Weltkrieg die belagerte französische Küstenstadt Dünkirchen. Durch Flugblätter werden sie vom Feind zur Kapitulation aufgefordert. Plötzlich werden sie beschossen, und nur der Soldat Tommy kann fliehen. Er begibt sich zum Strand, wo er auf Tausende andere zumeist britische Soldaten trifft. Diese warten dort auf ihre Abholung, um in das rund 41 Kilometer entfernte England zurückzukehren. Tommy tut sich mit Gibson zusammen, um die langen Schlangen vor dem Pier zu umgehen, indem sie sich als Sanitätshelfer ausgeben und einen Verletzten auf ein Rot-Kreuz-Schiff bringen.

Die Rettungsoperation wird von dem Marine-Kommandant Bolton vom Pier aus koordiniert. Er muss mit ansehen, wie das Rettungsschiff, das gerade abgelegt hatte, von einem deutschen Bomber getroffen wird und sinkt, wobei es die Mole beschädigt. Tommy und Gibson haben Glück im Unglück, denn durch diesen Umstand gelangen sie an Bord eines anderen Kriegsschiffs. Aber auch dieses wird angegriffen, diesmal von einem U-Boot, das einen Torpedo abfeuert. Gibson befreit einige der im Bauch des Schiffes eingeschlossenen Soldaten und rettet sie so vor dem Ertrinken. Sie müssen wieder nach Dünkirchen zurück, wo man während der Ebbe ein Ersatzpier errichtet hat. Die Ebbe hatte auch ein Boot am Strand hinterlassen, mit dem Tommy und Gibson gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Soldaten bei der nächsten Flut entkommen wollen. Alex, einer dieser Soldaten, glaubt, dass es sich bei Gibson um einen deutschen Spion handelt, weil er noch kein Wort gesprochen hat, doch in Wahrheit ist er Franzose, die die Briten bei ihrer Rettungsaktion nicht nach England bringen wollten. Auch dieser Fluchtplan scheitert, weil das Schiff von deutschen Soldaten beschossen wird und ebenfalls sinkt. Während Tommy und Alex aus dem sinkenden Wrack entkommen können, verheddert sich Gibson beim Ausstiegsversuch und ertrinkt.

Unterdessen versucht Mr. Dawson gemeinsam mit seinem Sohn Peter und dessen Freund George Mills auf seinem kleinen Privatboot, das den Namen „Moonstone“ trägt, so viele Soldaten wie möglich über den Kanal hinweg zurück nach Hause zu holen. Dawsons älterer Sohn war Pilot, wurde jedoch in der dritten Woche des Krieges abgeschossen. Mit einer großen Menge an Rettungswesten legen sie ab und ziehen einen Überlebenden aus dem Wasser, dessen Schiff durch einen Torpedoangriff zerstört wurde. Der traumatisierte Soldat will auf keinen Fall wieder nach Dünkirchen zurück, wo er gerade entkommen ist. Als er versucht das Steuer herumzureißen, stößt er George eine Treppe hinunter, sodass der später seinen Kopfverletzungen erliegt.

Mit seiner Spitfire versucht der Pilot Farrier die Rettungsboote zu beschützen und liefert sich gemeinsam mit anderen Piloten der Royal Air Force eine unerbittliche Luftschlacht mit den Deutschen, darunter sein Kamerad Collins, der aber nach einem Treffer auf dem Wasser notlanden muss. Unter sich sieht Farrier auch immer wieder Fischkutter und Boote, die sich von England aus auf den Weg nach Dünkirchen aufgemacht haben, um ihren Teil dazu beizutragen, die eingekesselten Soldaten zu retten. Die Soldaten jubeln und Commander Bolton ist nahezu sprachlos, als er durch sein Fernglas die zivilen Rettungseinheiten, die in ihren kleinen Booten und Jollen heraneilen, durch die Brandung stoßen sieht. Die Besatzung der Moonstone hat nicht nur den Piloten Collins aus seiner notgewasserten Spitfire befreit, sondern zieht noch viele weitere Soldaten aus dem öligen Wasser vor der französischen Küste, bevor sich dieses entzündet, als ein deutscher Bomber abstürzt. Unter den von Dawson und seinem Sohn Geretteten befinden sich auch Tommy und Alex. Die Moonstone bringt sie nach Dorset. Bolton hingegen bleibt am Strand von Dünkirchen zurück und plant, auch noch die eingekesselten französischen Soldaten zu retten. Farrier wird von den Deutschen gefangen genommen, nachdem er zwar noch einige deren Flugzeuge vom Himmel holen konnte, dann aber am Strand von Dünkirchen notlanden musste, weil ihm der Treibstoff ausgegangen war.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktionsgeschichte und Stab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein gleichnamiger Film um die Ereignisse erschien bereits 1958.[3] Auch der auf einem Roman von Robert Merle basierende Film Dünkirchen, 2. Juni 1940 hatte sich bereits 1964 des Themas angenommen. Christopher Nolan übernahm die Regie der neuen filmischen Bearbeitung der Geschehnisse und schrieb auch das Drehbuch zum Film.[4] Als Kameramann konnte der Regisseur Hoyte van Hoytema gewinnen, mit dem Nolan bereits bei seinem vorigen Film Interstellar zusammengearbeitet hatte.

Aufbau und Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fionn Whitehead, hier bei der Welt­prem­iere des Films in London, spielt im Film den einfachen Soldaten Tommy

Fünf Monate vor der Premiere von Dunkirk gab Nolan bekannt, dass der Film aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt wird und mit nur wenigen Dialogen auskommen wird. In den drei Sektionen sieht man die Geschehnisse zum einen durch die Augen zweier an Land stationierten Soldaten, vom Meer aus betrachtet durch die Augen eines Retters und eines Geretteten und aus der Luft durch die Augen eines Piloten.[5] Nolan erklärte, die verschiedenen Soldaten seien unterschiedlich lange in die Kriegshandlung eingebunden gewesen. So verharrten die Soldaten an Land mehrere Wochen am Strand, und die Beteiligten auf dem Wasser und in der Luft seien wesentlich kürzer involviert gewesen.[6] Im Film werden drei sich überschneidende Zeitlinien aus drei verschiedenen Blickwinkeln gezeigt, wobei bei den Soldaten am Strand der junge Tommy und Alex im Mittelpunkt stehen. Die Erlebnisse an den drei Schauplätzen werden parallel erzählt[7] und im Film mit den Einblendungen Die Mole – 1 Woche, Die See – 1 Tag und Die Luft – 1 Stunde eingeleitet.

Der britische Jungschauspieler Fionn Whitehead gibt in Dunkirk sein Filmdebüt. Er übernahm darin die Hauptrolle und spielt einen einfachen Soldaten namens Tommy.[8] Tom Hardy spielt im Film den Piloten Farrier, und der Oscar-Gewinner Mark Rylance und der Schauspieler Cillian Murphy übernahmen die Rollen des Zivilisten Mr. Dawson und eines von ihm geretteten Soldaten.[9][10] Harry Styles, ein Mitglied der Band One Direction, spielt Alex, einen an Land stationierten Soldaten.[11] Weitere Rollen haben Kenneth Branagh, Aneurin Barnard, James D’Arcy, Jack Lowden, Barry Keoghan und Tom Glynn-Carney übernommen.

Dreharbeiten und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten begannen am 23. Mai 2016. Gedreht wurde in der an der Côte d’Opale gelegenen, nordfranzösischen Hafenstadt Dünkirchen (Dunkerque), dem Originalschauplatz der Operation Dynamo, in der niederländischen Stadt Urk, in den englischen Städten Swanage, Weymouth und anderen Teilen der Grafschaft Dorset. In den Vereinigten Staaten fanden die Dreharbeiten in Los Angeles und in der kalifornischen Küstenstadt Rancho Palos Verdes statt, wo sie am 25. August 2016 beendet wurden.

In Dünkirchen drehte man am Plage de Malo-les-Bains und an der nahe gelegenen Dune Dewulf. Am Hafen von Weymouth waren die Hafenpromenade entlang der South Parade und die Gegend am Custom House Quay für Filmaufnahmen gesperrt worden.[12] Am 25. und 26. Juli 2016 drehte man in der nahe gelegenen Küstenstadt Swanage, auf dem dortigen Bahnhofsgelände und in einem alten Zug der Museumsbahn Swanage Railway.[13][14]

Eine Supermarine Spitfire des Duxford Aerodrome

Anfang August 2016 wurden die Dreharbeiten am Daedalus Airfield in Lee-on-the-Solent in Hampshire fortgesetzt, wo Museumsflugzeuge gestartet und zwei Wochen lang für Filmaufnahmen geflogen wurden, darunter eine Supermarine Spitfire und eine Hispano Buchon, der die Optik einer Messerschmitt Bf 109 verliehen wurde. Aufnahmen, die im Film die Zerstörung dieser Flugzeuge zeigen, wurden durch eine Nachbearbeitung am Computer erreicht.[15]

Ende August drehte man am Point Vicente Interpretive Center der kalifornischen Küstenstadt Rancho Palos Verdes und dem dort befindlichen Leuchtturm, dem Point Vicente Light, wo mithilfe eines an einer Kranvorrichtung angebrachten Flugzeuges und mit dem Einsatz von Squibs, Propangasflammen und Pyrotechnik weitere Luftgefechte simuliert wurden.[16] Die Halbinsel wurde aufgrund ihrer erhöhten Lage ausgewählt. Im Hintergrund dieser Aufnahmen ist, anders als bei den Aufnahmen in Dünkirchen, der Pazifik zu sehen.

Über 70 % des Films wurden mit IMAX Kameras auf 70-mm-Film gedreht, der Rest auf 65-mm-Film. Das Seitenverhältnis beträgt 1,43:1.[17]

Filmmusik und Sounddesign[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Dunkirk (Soundtrack)

Die Filmmusik wurde von Hans Zimmer komponiert, der im Januar 2016 die Arbeit aufnahm.[18] Hierbei arbeitete er mit Lorne Balfe und Benjamin Wallfisch zusammen.[19] Da der Film arm an Dialogen ist, kommt der Musik eine Schlüsselfunktion zu.[20] Patrick Heidmann von epd Film meint, der Sound und die aufregend ungewohnte Filmmusik seien wegen der wenigen Dialoge zudem wichtiger als die Bilder von Kameramann Hoyte Van Hoytema.[21] Zimmer kombinierte die Filmmusik mit einer Aufnahme einer tickenden Taschenuhr, die Regisseur Nolan gehörte.[22] Zimmer verarbeitete in der Filmmusik zudem weitere Klanggeräusche, so ineinander verwobene Geigen- und Synthesizer-Klänge, wodurch diese mit der Geschwindigkeit eines Actionfilms der 1990er Jahre daherkomme, so Blake Goble von Consequence of Sound, und sich den einzelnen Momenten des Films anpasse.[23] Peter Debruge von Variety meint, es handele sich nicht so sehr um Musik, sondern eher um eine basslastige, stimmungsvolle Geräuschkulisse.[24] Sein Kollege Kristopher Tapley hält Zimmer für einen aussichtsreichen Kandidaten bei der kommenden Oscarverleihung, dessen Filmmusik unglaublich effektiv darin sei, den Film zu jeder Zeit voranzutreiben.[25]

Der Soundtrack umfasst elf Musikstücke und wurde am 21. Juli 2017 von WaterTower Music als Download und auf CD veröffentlicht.[26] In Deutschland ist er seit 28. Juli 2017 verfügbar. Am 13. Oktober 2017 soll der Soundtrack auf Vinyl erscheinen.[27] Der Titel Supermarine wurde bereits am 6. Juli von Warner Bros. auf YouTube und bei Apple Music veröffentlicht.[28]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Tobias Neumann und der Dialogregie von Tobias Meister im Auftrag der RC Production Kunze & Wunder GmbH & Co. KG in Berlin.[29]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Tommy Fionn Whitehead Max Felder
Collins Jack Lowden Jannik Endemann
Alex Harry Styles David Wittmann
Colonel Winnant James D’Arcy Marius Clarén
Commander Bolton Kenneth Branagh Martin Umbach
Zitternder Soldat Cillian Murphy Norman Matt
Mr. Dawson Mark Rylance Frank Röth
Farrier Tom Hardy Torben Liebrecht
Funkstimme Michael Caine Jürgen Thormann

Marketing und Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Mai 2016 veröffentlichte der Fotograf Pierre Volot unter den Hashtags #dunkirk und #dunkerque bei Twitter mehrere Fotos von verschiedenen Filmsets.[30][31] Im August 2016 erschien der erste Trailer zum Film.[3] Im Dezember 2016 wurden ein englisches Filmplakat[32] und ein erster deutscher Langtrailer veröffentlicht.[33] Im März 2017 stellte Nolan sein Filmprojekt im Rahmen der CinemaCon in Las Vegas vor, wo die Filmbranche einen Blick auf die anstehende Sommer-Filmsaison wirft und zu der Vertreter der Associated Press eingeladen waren.[34] Ein weiterer Langtrailer folgte Anfang Mai 2017.[35]

Dunkirk feierte am 13. Juli 2017 in Anwesenheit des Regisseurs und mehrerer Schauspieler im Londoner Odeon seine Weltpremiere. Auch Prinz Harry und einige Veteranen des Zweiten Weltkriegs besuchten die Premiere.[36] Der Film kam am 21. Juli 2017 in die britischen und US-amerikanischen und am 27. Juli 2017 in die deutschen Kinos, unter anderem auch im 70-mm-Monumental-Format.[37] Nach einer achtwöchigen Pause für ausländische Filme soll Dunkirk am 1. September 2017 in die chinesischen Kinos kommen.[38][39] Bereits am 16. Juli 2017 wurde der Film im Rahmen des Galway Film Fleadh vorgestellt.[40]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altersfreigabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Dünkirchen evakuierte britische Soldaten nach der Ankunft in England

In den USA erhielt der Film von der MPAA wegen intensiver Kriegserfahrungen und einiger Ausdrucksweisen die Altersfreigabe PG-13.[41][42] Die jugendfreundliche Einstufung hatte die Befürchtung ausgelöst, der Film könnte romantisierte Kriegsvorstellungen zeigen, statt einer realistischen Darstellung der Geschehnisse. Der Regisseur erklärte zu diesen Vorwürfen, schon zu oft hätten andere Filme die Brutalität des Krieges dargestellt. Sein Film sei zwar sehr intensiv, aber er beschäftigt sich nicht unbedingt mit den blutigen Aspekten eines Gefechts, so Nolan.[43]

In Deutschland ist der Film von der FSK ab zwölf Jahren freigegeben worden. In der Freigabebegründung heißt es: „In durch Dramaturgie und Musik ständig hochgehaltener Spannung konzentriert sich der Film auf das Erleben der meist jungen Soldaten zwischen Verzweiflung und Überlebenswillen und thematisiert dabei auch ethische Aspekte des Kriegsgeschehens. Trotz des weitgehenden Verzichts auf blutige Bilder können die bedrohliche Atmosphäre und einzelne Darstellungen des Sterbens Kinder im Grundschulalter ängstigen. Ab 12-Jährige können diese Elemente in den Kontext einordnen und sich nicht zuletzt wegen des eindeutig historischen Settings ausreichend vom Geschehen distanzieren. Auch das relativ versöhnliche Ende sorgt dafür, dass der Film für die Altersgruppe der ab 12-Jährigen zwar eine Herausforderung darstellt, sie aber nicht überfordert.“[44]

In Österreich empfahl die Jugendmedienkommission (JMK) eine Altersfreigabe ab 14 Jahren. In der Begründung stellt sie fest, dass die Erzählstruktur des Filmes für ein jüngeres Publikum zu kompliziert sei. Ebenso könnten die Handlungsstränge, die in verschiedene zeitliche Abläufe gesplittet sind, zu Verwirrung führen. Obwohl der Regisseur extrem blutige Szenen zu einem großen Teil ausspare, seien einige Szenen in ihrer Intensität für ein jüngeres Publikum nicht geeignet. Die Tatsache, dass die Handlung des Filmes auf wahren Ereignissen beruht, erhöhe zudem die emotionale Betroffenheit wesentlich. Ab einem Alter von 14 Jahren sei eine emotionale Überforderung und Desorientierung nicht mehr zu erwarten.

In den Sozialen Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den Tag der Veröffentlichung eines Trailers am 5. Mai 2017 durch Warner Bros. herum wurden in den Sozialen Medien mehr als 808.000 neue Gespräche zum Film gestartet, wodurch er die Social-Media-Hitliste in dieser Zeit anführte.[45]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film konnte bislang 93 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen und erhielt hierbei eine durchschnittliche Bewertung von 8,6 der möglichen 10 Punkte.[46]

Der Film wurde von Kritikern vielfach als Meisterwerk und als bester Film des Jahres beschrieben[47][48], so auch von Chris Nashawaty von Entertainment Weekly, der meint, man könne ihn als Kunstwerk bezeichnen.[49] David Ehrlich von IndieWire beschreibt Dunkirk als weitgehend unblutiges, aber tief erschütterndes Kriegsepos und sei der beste Film, den Christopher Nolan je gemacht habe.[50] Dave Calhoun von Time Out meint, es sei ein Film ohne Helden und ohne eine einfache Geschichte. Vielmehr gehe die Anziehungskraft im Film von der Action aus, so Calhoun.[51][52] Peter Debruge von Variety sagt, Nolan habe einen Weg gefunden, mithilfe der ganzen eingesetzten Technik ein Art von erhöhter Realität zu schaffen, was sich anfühle, als sei man unmittelbar dabei, wenn man sich im Kino befindet.[24]

Negative Kritiken werfen dem Film historische und dramaturgische Fehler vor. In einer Kritik des Guardian bezeichnete der Autor David Cox den Film als „blutleer, langweilig und hohl“. Unter anderem biete der Film dem Zuschauer keinen geschichtlichen Kontext und ignoriere Schlüsselereignisse der Rettung. Das Sterben der Soldaten sei anonym, der Schrecken des Kriegs sei nicht fühlbar. Die Verwirrungen der Chronologie würden dümmlich wirken.[53] In der Times erwähnt Ben Macintyre randlich diverse historische Inkorrektheiten, kritisiert aber vor allem, dass der an der Evakuierung maßgeblich beteiligte Bertram Ramsay im Film gar nicht erwähnt wird.[54]

Todd McCarthy von The Hollywood Reporter sagt, Dunkirk kontrastiere gut die sehr unterschiedlichen Blickwinkel, wie die unterschiedlichen Soldaten das gleiche Ereignis erlebt haben: Die Zehntausende von Männern, die wie Enten am Strand in einer Reihe stehen und voller Angst, vor einem Angriff des Feindes, auf eine Passage warten. Über ihnen am strahlend blauen Himmel die Piloten, die sich eine Luftschlacht mit dem Gegner liefern, und dann die Soldaten, die auf dem Boden eines Bootes kauernd wegen den sie zufällig treffenden Kugeln fast in Panik geraten. Auch wenn sich Hunderttausende von Soldaten im gleichen großen Kampf befinden, so McCarthy, müsse doch jeder Einzelne jeweils so reagieren, wie es die Situation in dem Moment verlangt.[47]

Im Spiegel wurde darauf hingewiesen, dass der Film viele packende Sequenzen habe, jedoch etwas unter einer verschachtelten Erzählweise und unter einem dröhnenden Sounddesign leide. Regisseur Nolan verliere dabei nicht den Blick für das Wesentliche. Länger als nötig verweile die Kamera auf orangefarbenen Schwimmwesten: „Man kann den Film auch als eine Metapher für das begreifen, was seit Jahren im Mittelmeer geschieht.“[55]

Bereits kurze Zeit nach der Oscarverleihung 2017 und noch vor der Premiere des Films brachten Tim Grierson und Will Leitch von The New Republic Dunkirk als Besten Film und Christopher Nolan als Besten Regisseur für die Preisverleihung des folgenden Jahres ins Gespräch.[56] Auch für Andreas Wiseman von screendaily.com ist der Film ein potenzieller Oscarkandidat.[57], und auch Sabienna Bowman von bustle.com geht von mehr als einer Nominierung für den Film aus.[58] Kristopher Tapley von Variety sieht insbesondere im Cutter Lee Smith einen aussichtsreichen Kandidaten. Kameramann Hoyte van Hoytema erreiche mit seiner Arbeit ein neue Verständnisebene für Tiefe, was auch ihn für einen Oscar prädestiniere. Ebenso seien auch der Ton, der Tonschnitt und die Filmmusik Oscar-würdig, so Tapley.[59]

Von der Deutschen Film- und Medienbewertung wurde Dunkirk mit dem Prädikat besonders wertvoll versehen. In der Begründung heißt es: „Regie, Drehbuch, Kamera, die Leistungen des Schauspielerensembles [...] und die unheilvoll pulsierende Musik von Hans Zimmer fügen sich hier zu einem großartigen filmischen Schlachtengemälde zusammen.“[60]

Einspielergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film landete nach seinem Kinostart in einer Vielzahl von Ländern auf Platz 1 der Kinocharts, darunter in Südkorea, in Russland, im Vereinigten Königreich, in Frankreich, in Australien und in den USA, wo der Film an seinem Startwochenende über 50 Millionen US-Dollar einspielte. Die weltweiten Einnahmen des Films aus Kinovorführungen belaufen sich bisher auf rund 395 Millionen US-Dollar.[61] In Deutschland verzeichnet der Film insgesamt 640.433 Besucher.[62]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

IndieWire’s 2016 Critics Poll

  • Platz 3 in der Kategorie Most Anticipated of 2017[63]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dunkirk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Dunkirk. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 169462/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alterskennzeichnung für Dunkirk. Jugendmedien­kommission.
  3. a b Alexander Börste: Dunkirk – Erster Teaser-Trailer zu Christopher Nolans Kriegsfilm erschienen In: moviepilot.de, 5. August 2016.
  4. Rebecca Ford: Christopher Nolan to Direct WWII Film 'Dunkirk' With Tom Hardy, Kenneth Branagh In: The Hollywood Reporter, 28, Dezember 2015.
  5. Jacob Stolworthy: Dunkirk: Christopher Nolan reveals war film is told through three perspectives, has 'little dialogue' In: independent.co.uk, 1. März 2017.
  6. Christopher Nolan et ses collaborateurs révèlent 7 infos sur Dunkerque In: premiere.fr, 28. Februar 2017.
  7. Sassan Niasseri: Review: „Dunkirk“ – Christopher Nolans Sprung ins kalte Wasser In: Rolling Stone, 19. Juli 2017.
  8. Chris Agar: Christopher Nolan’s Dunkirk Official Synopsis & Cast Announced In: screenrant.com, 23. Mai 2016.
  9. Clarisse Loughrey: Tom Hardy and Kenneth Branagh set for Christopher Nolan’s Dunkirk epic In: 29. Dezember 2015.
  10. Jennifer Read-Dominguez: Cillian Murphy confirmed to join Tom Hardy in Christopher Nolan’s Dunkirk In: metro.co.uk, 6. April 2016.
  11. Jenny Jecke: One Direction-Star Harry Styles in Christopher Nolans Dunkirk In: moviepilot.de, 11. März 2016.
  12. Martin Lea: Filming in Weymouth today for war epic Dunkirk – as Tom Hardy said to be in town In: dorsetecho.co.uk, 27. Juli 2016.
  13. Samantha Harman: Harry Styles is at Swanage railway filming Dunkirk In: dorsetecho.co.uk, 26. Juli 2016.
  14. Swanage & Harman’s cross stations to close for filming with trains running from corfe castle and norden towards Wareham In: swanagerailway.co.uk, 4. Juli 2016.
  15. Richard Mallory Allnutt: Dunkirk – Filming the Aerial Scenes for the Epic Movie In: warbirdsnews.com, 15. August 2016.
  16. 'Dunkirk' : Nolan tourne les dernières scènes du film en Californie, avec Tom Hardy In: france3-regions.francetvinfo.fr 27. August 2016.
  17. Bryan Bishop: Christopher Nolan explains why he thinks Dunkirk in IMAX is like ‘virtual reality without the goggles’ In: theverge.com, 12.July 2017.
  18. Jacob Hall: Hans Zimmer Scoring 'Dunkirk': Composer Will Bring the 'Braaaahhhm!' to Christopher Nolan’s WWII Film In: slashfilm.com, 8. Januar 2016.
  19. Melena Ryzik: Ticking Watch. Boat Engine. Slowness. The Secrets of the 'Dunkirk' Score In: The New York Times, 26. Juli 2017.
  20. David Sexton: Dunkirk: everything you need to know about the cinematic event of 2017 In: Evening Standard, 13. Juli 2017.
  21. Patrick Heidmann: Kritik zu 'Dunkirk' In: epd Film, 17. Juli 2017.
  22. 'Harry Styles can act!' – First reactions in for Christopher Nolan's war epic Dunkirk In: The Telegraph, 11. Juli 2017.
  23. Blake Goble: Film Review: 'Dunkirk'. Christopher Nolan masterfully reimagines the war movie with clockwork precision In: consequenceofsound.net, 18. Juli 2017.
  24. a b Peter Debruge: Film Review: Christopher Nolan’s ‘Dunkirk’ In: Variety, 17. Juli 2017.
  25. Kristopher Tapley: Christopher Nolan’s ‘Dunkirk’ Is the First Slam-Dunk Oscar Contender of 2017 In: Variety, 17. Juli 2017.
  26. WaterTower Music to Release Soundtrack for Christopher Nolan’s 'Dunkirk' In: filmmusicreporter.com, 17. Juni 2017.
  27. 'Dunkirk' Soundtrack In: soundtracktracklist.com, Abgerufen am 21. Juli 2017.
  28. 'Dunkirk': Der erste Track von Hans Zimmer ist da In: Focus Online, 9. Juli 2017.
  29. Dunkirk. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 1. August 2017.
  30. Björn Becher: Die ersten Bilder vom Set von Christopher Nolans 'Dunkirk' In: filmstarts.de, 17. Mai 2016.
  31. Pierre Volot In: twitter.com. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  32. Maren Koetsier: 'Dunkirk' : Neues Poster zu Christopher Nolans kommendem Kriegsdrama In: filmstarts.de, 12. Dezember 2016.
  33. Maren Koetsier: 'Dunkirk': Der lange Trailer zum neuen Film von Christopher Nolan ist endlich da In: filmstarts.de, 14. Dezember 2016.
  34. Lindsey Bahr: Christopher Nolan previews war epic 'Dunkirk' In: theadvocate.com, 7. April 2017.
  35. Helgard Haß: 'Dunkirk': Neuer Trailer zu Christopher Nolans Weltkriegsdrama mit Tom Hardy In. filmstarts.de, 5. Mai 2017.
  36. Dawn Emery: Christopher Nolan Says 'Dunkirk' Has 'One of the Greatest Casts' In: Variety, 13. Juli 2017.
  37. Nolan setzt bei 'Dunkirk' auf Spannung statt Gemetzel In: Stern Online, 19. Juli 2017.
  38. Fergus Ryan. Christopher Nolan's 'Dunkirk' Passes China Censorship, No Release Date Yet In: chinafilminsider.com, 3. Juli 2017.
  39. Patrick Frater: 'Dunkirk' Gets September China Release After Summer Blackout In: Variety, 12. Juli 2017.
  40. Donald Clarke: Galway Film Fleadh will premiere 'Dunkirk' and Maze escape feature In: The Irish Times, 27. Juni 2017.
  41. Dunkirk In: parentpreviews.com. Abgerufen am 13. April 2017.
  42. 'Dunkirk' PG-13: Christopher Nolan erklärt die ungewöhnliche Struktur In: moviejones.de, 16. März 2017.
  43. Manuel Berger: 'Dunkirk': Christopher Nolan erklärt, warum sein Kriegsfilm nicht brutal ist und daher eine niedrigere Altersfreigabe hat In: filmstarts.de, 5. April 2017.
  44. Freigabebegründung für Dunkirk In: Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Abgerufen am 27. Juli 2017.
  45. Dave McNary: Christopher Nolan’s ‘Dunkirk’ Tops Social Media Buzz With New Trailer In: Variety, 8. Mai 2017.
  46. Dunkirk In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 31. Juli 2017.
  47. a b Todd McCarthy: 'Dunkirk': Film Review In: The Hollywood Reporter. Abgerufen am 23. Juli 2017.
  48. Lindsey Bahr: Review: Riveting 'Dunkirk' is Nolan's, and year's, best. 17. Juli 2017, abgerufen am 23. Juli 2017.
  49. Chris Nashawaty: Dunkirk is easily the best movie of the year so far: EW review. In: Entertainment Weekly. 17. Juli 2017, abgerufen am 23. Juli 2017.
  50. http://www.indiewire.com/2017/07/dunkirk-review-christopher-nolan-harry-styles-tom-hardy-imax-70mm-1201855825/
  51. Dave Calhoun: Dunkirk. In: Time Out Magazine. 17. Juli 2017, archiviert vom Original am 18. Juli 2017, abgerufen am 23. Juli 2017.
  52. Jo-Anne Rowney: Dunkirk review round up - Nolan's 'best movie so far' leaves you shattered by the end (and yes Harry Styles can act). In: Daily Mirror. Abgerufen am 23. Juli 2017.
  53. David Cox: Bloodless, boring and empty: Christopher Nolan's Dunkirk left me cold. The Guardian, 26. Juli 2017, abgerufen am 10. August 2017.
  54. Ben Macintyre: The hero of Dunkirk who stayed home. In: The Times. 22. Juli 2017, S. 25 (englisch, thetimes.co.uk).
  55. lob: Leidensoper. In: Der Spiegel 30/2017. 22. Juli 2017, S. 116.
  56. Tim Grierson und Will Leitch: Grierson & Leitch’s Insanely Early 2018 Oscar Predictions In: newrepublic.com, 2. März 2017.
  57. Andreas Wiseman: 13 films that could be in the running for an Oscar in 2018 In: screendaily.com, 28. Februar 2017.
  58. Sabienna Bowman: 11 2018 Oscar Nomination Predictions Based On Early Favorites In: bustle.com, 27. Februar 2017.
  59. Kristopher Tapley: Christopher Nolan’s 'Dunkirk' Is the First Slam-Dunk Oscar Contender of 2017 In: Variety, 17. Juli 2017.
  60. Jury-Begründung 'Prädikat besonders wertvoll' für Dunkirk In: Deutsche Film- und Medienbewertung. Abgerufen am 15. August 2017.
  61. Dunkirk In: boxofficemojo.com. Abgerufen am 22. August 2017.
  62. Top 100 Deutschland 2017 In: insidekino.com. Abgerufen am 22. August 2017.
  63. Steve Greene: 2016 IndieWire Critics Poll: Full List of Results In: indiewire.com, 19. Dezember 2016.