Dunkler Mauerpfeffer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dunkler Mauerpfeffer
Dunkler Mauerpfeffer (Sedum atratum)

Dunkler Mauerpfeffer (Sedum atratum)

Systematik
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)
Unterfamilie: Sempervivoideae
Tribus: Sedeae
Gattung: Fetthennen (Sedum)
Art: Dunkler Mauerpfeffer
Wissenschaftlicher Name
Sedum atratum
L.

Der Dunkle Mauerpfeffer (Sedum atratum) gehört zur Gattung der Fetthennen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dunkle Mauerpfeffer ist eine der wenigen einjährigen Hochgebirgspflanzen (einjährig überwinternd). Die Pflanze wird zwischen 2 und 7 (selten 10) cm hoch. Die dichtstehenden Blätter sind keulenförmig und dickfleischig. Sie werden 4-6 mm lang. Die Kelchblätter sind spitz und nicht dicklich. Blüten stehen in einer 3- bis 6-blütigen abgeflachten Doldentraube und werden 5-8 mm breit. Die Kronblätter sind weißlich bis gelbgrün, oft rötlich überlaufen und länger als die Kelchblätter.

Die Blütezeit reicht von Anfang Juni bis August, wobei die Pflanzen in schattigen Lagen teilweise auch noch bis September blühen.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 16.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samen keimen schon im Herbst und überwintern als Keimlinge unter der Schneedecke. Schlechte Jahre können auch ohne Fruchtansatz überdauert werden.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dunkler Mauerpfeffer

In Österreich können zwei Unterarten unterschieden werden:

  • Gewöhnlicher Dunkler Mauerpfeffer (Sedum atratum subsp. atratum) Die Pflanze ist meist rotbraun überlaufen und mit rötlicher Krone. Sie ist meist kleiner als Sedum atratum subsp. carinthiacum. Im Süden selten, dort meist durch die nachfolgende Unterart ersetzt. In Österreich fehlt sie in Burgenland und Wien.
  • Kärntner Dunkler Mauerpfeffer (Sedum atratum subsp. carinthiacum (Pacher) D.A. Webb) Pflanze meist gelblichgrün (kaum rötlich überlaufen). Krone grünlichgelb, selten etwas rötlich überlaufen. Im Süden zerstreut, sonst selten. In Österreich in Kärnten, aber genaue Verbreitung unbekannt (sonstige Verbreitung ist die Balkanhalbinsel).

Ob die Gliederung in die beiden Unterarten atratum und carinthiacum berechtigt ist, erscheint im Gebiet fraglich. Der bloße Unterschied im Anthozyangehalt (Rotfärbung) kann sie laut Fischer et al.[2] nicht rechtfertigen.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pflanze kommt in den Alpen und Pyrenäen, den Apenninen und Karpaten bis zum Balkan vor. Als Standort werden kalkhaltige Böden, offene und lockere Rasen als auch Fels- und Felsschuttfluren bevorzugt. Die Art ist eine Charakterart des Verbands Seslerion, kommt aber auch in Gesellschaften der Verbands Thlaspiom rotundifolii vor.[1] Sie ist subalpin bis alpin (etwa 1000 bis 3100 m) verbreitet. In den Allgäuer Alpen steigt sie in Bayern am Nebelhorn bis zu 2000 Metern Meereshöhe auf.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 482.
  2. M.A. Fischer, K. Oswald, W. Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, Seite 646-647. IHW-Verlag, Eching bei München, 2001. ISBN 3-930167-50-6

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dunkler Mauerpfeffer (Sedum atratum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien