Dupniza

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Dupniza (Дупница)
Wappen von Dupniza Karte von Bulgarien, Position von Dupniza hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Bulgarien
Oblast: Kjustendil
Einwohner: 31.147 (31. Dezember 2016)
Koordinaten: 42° 16′ N, 23° 7′ OKoordinaten: 42° 16′ 0″ N, 23° 7′ 0″ O
Höhe: 535 m
Postleitzahl: 2600
Telefonvorwahl: (+359) 0701
Kfz-Kennzeichen: KH
Verwaltung
Bürgermeister: Atanas Janew
Regierende Partei: unabhängig

Dupniza [ˈdupnitsɐ] (auch Dupnitsa geschrieben, bulgarisch Дупница) ist eine Stadt in Westbulgarien an den nordwestlichen Ausläufern des Rilagebirges, 60 km südlich von Sofia. Dupniza ist nach Kjustendil die zweitgrößte Stadt in der Oblast Kjustendil. Die Stadt ist das administrative Zentrum der Gemeinde Dupniza.

Durch die Stadt fließen die Flüsse Bistriza, Dscherman, Dschubrena und Otowiza.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über die Stadt mit dem Rila-Gebirge im Hintergrund

Die Stadt existierte bereits im Altertum. Früher war sie unter den Namen Tobiniza, Doupla und Darbiniza bekannt. Den jetzigen Namen hat sie seit der Befreiung von der osmanischen Herrschaft 1878. 1948 bis März 1992 hieß die Stadt Stanke Dimitrow (Станке Димитров) nach dem gleichnamigen Antifaschisten, der von 1889 bis 1944 lebte. Zwischen 1949 und 1950 hieß die Stadt nach dem Kampfnamen Dimitrows Marek.

In der Nähe der Stadt liegt die Gegend Rasmetaniza (Разметаница), wo der Legende nach Zar Samuil seinen Bruder Aaron getötet hat. Nach der Befreiung von den Osmanen war die Region Dupniza Grenzgebiet und Grenzübergang zum Osmanischen Reich.

Seit dem Ende der staatssozialistischen Ära in Bulgarien konnte sich in Dupniza die Organisierte Kriminalität unter Führung der als Galevi-Brüder bekannten ehemaligen Polizisten Plamen Galew (Пламен Галев) und Angel Christow etablieren.[1] Die Galevi-Brüder bewarben sich 2009 um einen Sitz im Bulgarischen Parlament, während sie eine sechsmonatige Haftstrafe u. a. wegen des Verdachts auf Schutzgelderpressung verbüßten.[2]

Seit 2008 ist die Stadt Namensgeber für den Dupnitsa Point, eine Landspitze von Smith Island in der Antarktis.

Anfang Dezember 2010 überfluteten die Flüsse Bistriza und Dscherman weite Teile der Stadt.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dupniza 1908

In der Stadt gibt es eine Moschee, die während der osmanischen Zeit auf den Fundamenten einer Kirche erbaut wurde. Sie ist eine der ältesten Moscheen in Bulgarien und ist heute das "Haus der Kunst" in Dupniza. Nach dem Ende der osmanischen Herrschaft wurde das Minarett von den Bulgaren zerstört, die zu 99 % der orthodoxen Kirche angehörten.

Ein wichtiger Teil des religiösen Erbes der Region Dupniza ist das Rilakloster, dessen Haupteingang den Namen Dupniza-Pforte trägt.

In der Stadt gibt es drei orthodoxe Kirchen:

  • Sweti Georgi Pobedonosez (Свети Георги Победоносец),
  • Sweti Nikola (Свети Никола),
  • Pokrow Bogoroditschen (Покров Богородичен).

Oberhalb der Stadt liegt die Kapelle Sweti Spas (bulg. Свети Спас).

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dupniza ist der Volleyballklub Marek Union-Ivkoni Dupniza beheimatet, der in der 1. bulgarischen Volleyballliga spielt. Der örtliche Fußballklub heißt Marek Dupniza.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diljana Lambreva: Die Stadt der Brüder Galevi. In: „Der Standard“ vom 12. Februar 2009.
  2. Simone Böcker: Vom Knast ins Parlament. Bulgarische Mafiabosse kandidieren bei den Wahlen. In: „Deutschlandfunk“ vom 18. Juni 2009
  3. Ausnahmezustand in Dupniza (bulg.), Darik Radio, 4. Dezember 2010