Dustin Hoffman

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dustin Hoffman 2013

Dustin Lee Hoffman (* 8. August 1937 in Los Angeles) ist ein US-amerikanischer Schauspieler und unter anderem mehrfacher Golden Globe- sowie Oscar-Preisträger. Er zählt seit Mitte der 1970er Jahre zu den führenden Charakterdarstellern des US-amerikanischen Films.

Leben[Bearbeiten]

Hoffmans Vater arbeitete als Ausstatter für verschiedene Hollywood-Studios. Hoffmans Bruder spielte 1939 eine kleine Rolle in Frank Capras Filmklassiker Mr. Smith geht nach Washington.

Dustin Hoffman, der von seiner Mutter nach dem Stummfilmschauspieler Dustin Farnum benannt wurde, wollte ursprünglich Pianist werden und studierte am Santa Monica City College Musik. 1956 brach er seine Ausbildung ab und nahm Schauspielunterricht am Pasadena Playhouse. „Ich begann mit der Schauspielerei, weil ich dabei Mädchen kennenlernen konnte“, bekannte der Schauspieler später. Am Pasadena Playhouse traf Hoffman auf Gene Hackman, mit dem er seit dieser Zeit gut befreundet ist. 1958 zog er nach New York und setzte sein Schauspielstudium am renommierten Actors Studio fort. Zeitweilig teilte er sich mit Gene Hackman und Robert Duvall ein Apartment. Die drei Schauspieler hatten während dieser Zeit große Schwierigkeiten, an Rollen zu kommen. „Bis ich 31 war, lebte ich unterhalb der offiziellen amerikanischen Armutsgrenze“, sagte Hoffman hierzu später.

Seine erste Bühnenrolle erhielt Dustin Hoffman in dem Stück Yes Is For a Very Young Man von Gertrude Stein. 1961 gab er mit A Cook for Mr. General von Steven Gethers sein Broadway-Debüt. Für seine Darstellung in The Journey of the Fifth Horse von Ronald Ribman erhielt er 1964 einen Obie Award, für Farce, Eh? einen Theatre World Award und den Drama Desk Award. Hoffman spielte danach kleinere Fernsehrollen und debütierte 1967 in Hollywood. Im selben Jahr gelang ihm mit seinem zweiten Film, Die Reifeprüfung, der internationale Durchbruch.

Dustin Hoffman war von 1969 bis 1980 mit Anne Byrne, einer Tänzerin, verheiratet, mit der er zwei Töchter hat. Zwei Wochen nach seiner Scheidung heiratete er die 17 Jahre jüngere Anwältin Lisa Gottsegen. Das Ehepaar hat zwei Söhne und zwei Töchter. Vier seiner sechs Kinder sind ebenfalls Schauspieler.

Werk[Bearbeiten]

1967 erhielt der bis dahin unbekannte Dustin Hoffman die Hauptrolle in Mike Nichols’ Film Die Reifeprüfung, der zu einem weltweiten Erfolg und einem Klassiker des New-Hollywood-Kinos wurde. In der Rolle des College-Absolventen Benjamin Braddock wird er von der doppelt so alten Mrs. Robinson (Anne Bancroft) verführt, verliebt sich aber in deren Tochter. Als sympathischer Antiheld traf Hoffman das Lebensgefühl junger Kinogänger und wurde zum Star einer neuen, unglamourösen Schauspielergeneration, deren Protagonisten nicht mehr dem klassischen Idealbild des Hollywoodstars entsprachen, sondern Wert auf realitätsbezogene Darstellungen legten. Für die Rolle erhielt Hoffmann eine Oscarnominierung.

Nach Die Reifeprüfung war Hoffman in den unterschiedlichsten Rollen und Filmen zu sehen. Er erwarb sich den Ruf eines wandlungsfähigen Perfektionisten, der keine Herausforderung scheute und sich akribisch auf seine Darstellungen vorbereitete. Bei den Dreharbeiten zu Die Reifeprüfung war Hoffman schon 30 Jahre alt, verkörperte aber sehr glaubwürdig einen Zwanzigjährigen. In dem Sozialdrama Asphalt-Cowboy spielte er 1969 neben Jon Voight den todkranken Straßenganoven Ratso Rizzo und erhielt dafür seine zweite Oscar-Nominierung. In dem komödiantischen Anti-Western Little Big Man (1970) war er als Veteran der Indianerkriege zu sehen und stellte den Protagonisten Jack Crabb in der Lebensspanne von 17 bis 120 Jahren dar. Für die Rolle des Sträflings Louis Dega in dem Gefangenendrama Papillon magerte sich Hoffman 1973 bis fast auf die Knochen ab.

1974 verkörperte Hoffman den Entertainer Lenny Bruce, der für seine provokanten Auftritte bekannt war, in der Filmbiografie Lenny von Bob Fosse und 1976 den Journalisten Carl Bernstein neben Robert Redford als Bob Woodward in dem Watergate-Drama Die Unbestechlichen. Im selben Jahr spielte er in dem Thriller Der Marathon-Mann von John Schlesinger einen jüdischen Studenten und Marathonläufer in New York, der in Geheimdienstintrigen um einen NS-Verbrecher verwickelt wird. In der bekanntesten Szene dieses Films wird Hoffman von dem ehemaligen KZ-Arzt Szell (Laurence Olivier) brutal mit einem Zahnbohrer gefoltert. 1978 spielte er in Stunde der Bewährung einen auf Bewährung entlassenen Kriminellen, der rückfällig wird. Dieser Film lag ihm so am Herzen, dass er dafür sowohl Produktions- und wie auch Regieaufgaben übernahm. 1980 erhielt Hoffman für seine Rolle als alleinerziehender Vater in dem Scheidungsdrama Kramer gegen Kramer seinen ersten Oscar. Der Film löste eine gesellschaftliche Debatte um das Sorgerecht aus.

1982 konnte Hoffman bei Kritik und Publikum mit der Travestie-Komödie Tootsie einen großen Erfolg verbuchen: In Sydney Pollacks Film spielte er einen arbeitslosen Schauspieler, der sich als Frau verkleidet, um ein Engagement zu bekommen. Hoffman war dafür für einen Oscar nominiert, unterlag aber gegen Ben Kingsley für dessen Verkörperung von Gandhi in Richard Attenboroughs gleichnamiger Verfilmung. Mitte der 1980er Jahre war Hoffman in Arthur Millers Drama Tod eines Handlungsreisenden am Broadway zu sehen. Volker Schlöndorff adaptierte danach das Stück für seinen gleichnamigen Fernsehfilm, der in Deutschland im Kino gezeigt wurde. Für seine Darstellung eines hochbegabten Autisten in Rain Man erhielt Hoffman 1989 seinen zweiten Oscar. In den 1980er Jahren drehte der Schauspieler nur fünf Filme, darunter auch 1987 neben Warren Beatty die hochbudgetierte Komödie Ishtar von Elaine May, die zu einem der größten Kassenflops des Jahrzehnts wurde.

Dustin Hoffman während der Dreharbeiten zu Liebe auf den zweiten Blick in London (2008)

Ab den späten 1980er Jahren trat Dustin Hoffman regelmäßig in eher kommerziell ausgerichteten Genre-Filmen wie Family Business (1989), Hook (1991), Outbreak – Lautlose Killer (1995) oder Sphere (1998) auf. 1996 gründete er seine eigene Produktionsfirma Punch Productions, mit der er Independent-Projekte unterstützt und fördert. Eines seiner ersten Projekte war die Satire Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (1997) mit Robert de Niro frei nach der gleichnamigen Satire von Larry Beinhart, in der der amerikanische Präsident medial einen Krieg vortäuscht, um von einer Liebesaffäre abzulenken. Hoffman, der über einen Mangel an guten Drehbüchern klagte, drehte zwischen 1999 und 2002 keinen weiteren Film.

2003 trat er erstmals mit seinem langjährigen Freund Gene Hackman in der John Grisham-Verfilmung Das Urteil vor die Kamera. Zwei Jahre später konnte er an der Seite von Robert de Niro und Barbra Streisand mit der Komödie Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich einen großen Erfolg verbuchen. 2006 übernahm er in der Verfilmung des deutschen Bestsellers von Patrick Süskind Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders die Rolle des Parfümiers Giuseppe Baldini. 2011 wirkte er erstmals in einer Fernsehserienproduktion mit, in dem HBO-Drama Luck. Darin verkörperte er einen hochintelligenten Glücksspieler, der nach seinem Gefängnisaufenthalt mit Pferdewetten das große Geld machen will.[1] Die Serie wurde allerdings 2012 vorzeitig nach der ersten Staffel eingestellt, nachdem zuvor am Set drei Pferde zu Tode gekommen waren.

Kung Fu Panda, der am 23. Juni 2008 im Shaolin Tempel Deutschland in Berlin der deutschen Presse vorgestellt wurde, ist bislang der einzige Animationsfilm, bei dem Hoffman mitwirkte.[2]

Dustin Hoffman war zwischen 1968 und 1998 sieben Mal für einen Oscar nominiert und erhielt den Preis 1980 und 1989. 1999 ehrte ihn das American Film Institute für sein herausragendes Lebenswerk mit dem AFI Life Achievement Award. Im Verlauf seiner Karriere wurden dem Charakterdarsteller viele internationale Preise zugesprochen. Ende Februar 2009 wurde Hoffman zum Commandeur des Arts et Lettres ernannt, der höchsten Stufe des französischen Kulturordens.[3]

Filmografie[Bearbeiten]

Schauspieler[Bearbeiten]

Regisseur[Bearbeiten]

Produzent[Bearbeiten]

Preise[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscars

als Bester Hauptdarsteller

Golden Globes

als Bester Nachwuchsdarsteller

als Bester Hauptdarsteller – Drama

als Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical

als Bester Hauptdarsteller – Mini-Serie oder TV-Film

BAFTA Awards

als Bester Newcomer

als Bester Hauptdarsteller

Goldene Kameras
  • 2003: Lifetime Achievement Film
  • 2005: Bester Testimonial-Werbespot für Audi
Weitere

Nominierungen[Bearbeiten]

Oscars

als Bester Hauptdarsteller

Golden Globes

als Bester Hauptdarsteller – Drama

als Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical

BAFTA Awards

als Bester Hauptdarsteller

Synchronisation[Bearbeiten]

In den 1960er und 1970er Jahren wurde er von Manfred Schott synchronisiert. Dieser verstarb jedoch 1982 bei einem Verkehrsunfall. Seitdem ist Joachim Kerzel seine Standardstimme.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dustin Hoffman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Luck": HBO bestellt Serie mit Dustin Hoffman, Serienjunkies.de News vom 14. Juli 2010
  2. "Kung Fu Panda" Dustin Hoffman in Berlin, gmx news, 24. Juni 2008
  3. Dustin feted in Paris as he drops in to promote new flick. hellomagazine, 27. Februar 2009, abgerufen am 31. Juli 2010 (englisch).