Dutch Angle

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Beispiel

Ein Dutch Angle, auch als Dutch Tilt, Oblique Angle oder Canted Angle bezeichnet,[1] ist eine schräge Kameraperspektive in Fotografie und Film. Sie dient dazu, dem Betrachter einen unwirklichen oder desorientierenden Eindruck zu vermitteln. Kennzeichnend ist der im Bild schief liegende Horizont, der mit einer Auf- oder Untersicht kombiniert sein kann.

Der Begriff „Dutch Angle“ lässt sich im Deutschen am besten als „falsche Sicht“ statt „niederländische Sicht“ übersetzen, da der Begriff „Dutch“ im Englischen, neben „niederländisch“ auch eine abfällige Bedeutung haben kann, vgl. „Dutch courage“ (angetrunkener Mut) oder „Dutch treat“ (Unternehmung in der Gruppe, bei der getrennte Kasse gemacht wird).

Die Schrägperspektiven wurden insbesondere im Avantgardefilm (Der Mann mit der Kamera, UdSSR 1929) und im expressionistischen deutschen Kino der 1920er Jahre verwendet, sodass sich international auch der Begriff „German Angle“ etablierte.[2] Der vom expressionistischen Kino beeinflusste Film noir der 1940er und 1950er Jahre[3] machte wiederholt von diesem Stilmittel Gebrauch. Bekanntere Beispiele sind Der dritte Mann (Großbritannien 1949) und Im Zeichen des Bösen (USA 1958).

Dutch Angle, Straßen von New York City, 2008

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blain Brown: Cinematography: Theory and Practice: Image Making for Cinematographers and Directors. Focal Press, Waltham (Massachusetts) 2011, ISBN 978-024-081209-0.
  • David E. Elkins: The Camera Assistant's Manual. Focal Press, Burlington (Massachusetts)/Oxford 2009, ISBN 978-024-081057-7.
  • Bruce Mamer: Film Production Technique: Creating the Accomplished Image. Wadsworth, Belmont (Kalifornien) 2009, ISBN 978-049-541116-1.
  • Div.: Die schräge Kamera. Formen und Funktionen der ungewöhnlichen Kameraperspektive in Film und Fernsehen. In: Image. Zeitschrift für interdisziplinäre Bildwissenschaft. Nr. 1/2005, Herbert von Halem Verlagsgesellschaft, Köln 2005, ISSN 1614-0885, S. 127–182. Online auf der Webseite der Universität Tübingen, abgerufen am 1. April 2012.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roy Thompson, Christopher J. Bowen: Grammar of the Shot. Focal Press, Burlington (Massachusetts)/Oxford 2009, ISBN 978-0-240-52120-6, S. 179.
  2. Nicoline van der Sijs: Cookies, Coleslaw, and Stoops: The Influence of Dutch on the North American Languages, Amsterdam, 2009.
  3. Foster Hirsch: The Dark Side of the Screen: Film Noir. Da Capo Press, 2001, ISBN 0-306-81039-5.