Dutch oven

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Cowboy beim Kochen mit dem Dutch Oven

Ein Dutch Oven, auch Camp Oven oder Chuck wagon oven genannt, ist ein dreibeiniger Topf (Grapen) aus Gusseisen, der aufgrund seiner drei Füße am Boden direkt in ein offenes Feuer gestellt werden kann.

Der Grapen wurde von deutschsprachigen Auswanderern („Dutch“), worunter Deutsche und Niederländer verstanden wurden, in alle Welt exportiert insbesondere in die Vereinigten Staaten, Südafrika und Australien. Die Bezeichnung Oven (Ofen) rührt daher, dass in dem Topf auch Brot gebacken wurde (Topfbrot).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Griechischer Grapen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr.

Der Grapen aus Ton ist schon seit Erfindung der Töpferei bekannt, da er aufgrund seiner drei Füße (Dreifuß) direkt in ein offenes Feuer gestellt werden kann, sei es eine Feuerstelle oder ein Herd. Der stabilere Grapen aus Gusseisen setzte sich ab dem 19. Jahrhundert durch.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In die USA kam der Dutch oven mit europäischen Siedlern, möglicherweise aus den Niederlanden oder aus Deutschland; zu seinem frühen Verbreitungsgebiet gehörte jedenfalls das Siedlungsgebiet der Pennsylvania Dutch und anderer europäischer Kolonisten. In Südafrika heißt dieser Topf Potjie; er wurde dort im 19. Jahrhundert von holländischen Siedlern (Buren) eingeführt. Das typische Eintopfgericht, das darin zubereitet wird, wird in Südafrika als Potjiekos bezeichnet.

Bauform und Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab diesen Topf in verschiedenen Größen, wobei die größte Ausführung einen kleineren Topf aufnehmen konnte. Am verbreitetsten waren kleinere Ausführungen auf drei Füßen und mit einem fest schließenden Deckel, der einen hochgezogenen Rand hatte. Aufgrund dieser Bauform war es möglich, glühende Kohlen auf den Deckel zu legen, so dass der Topf von oben und unten beheizt wurde und sich die Hitze innen gleichmäßig verteilte. Durch die Dicke des Materials konnte die Wärme auch über einen langen Zeitraum gespeichert werden. Viele Modelle ließen sich auch an Haken über einer Feuerstelle aufhängen.

Im 19. Jahrhundert wurden in den USA auch dreibeinige Pfannen unter der Bezeichnung spider (Spinne) hergestellt. Mit der Einführung moderner Küchenherde und eingebauter Backöfen verloren diese Küchengeräte ihre Bedeutung.

Eine in verschiedenen Kulturräumen schon sehr lange verwendete Variante dieses Topfes ist der dreibeinige Grapen. Was heute allgemein als Dutch oven bezeichnet wird, entspricht in Aussehen und Funktion einem ganz normalen Bräter, abgesehen von der Deckelform. Heute wird der (dreibeinige) Dutch oven in Europa und in den USA vornehmlich als Kochgerät beim Camping und im Outdoor-Bereich verwendet, aber auch in Verwendung mit einem Elektroherd und Backofen. Eine besondere Bauform mit T-förmigen Füßen ist auch auf einem Grillrost nutzbar.

Um den Dutch Oven nicht zu schädigen und den Inhalt nicht zu stark zu erhitzen, wird Zubehör, wie ein Pfannenknecht oder ein Dreibein, eingesetzt.[1] Weiters sind geeignete Handschuhe, Kohlezangen oder Deckelheber für die Verwendung notwendig.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andrew F. Smith: The Oxford Encyclopedia of Food and Drink in America, New York 2006, Artikel Dutch ovens

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dutch ovens – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auflistung von Zubehör, abgerufen am 10. August 2016.