Dynamisches HTML

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Die Begriffe DHTML, dynamisches HTML (engl. dynamic HTML) oder auch DOM-Scripting bezeichnen bestimmte Webdesign-Methoden, bei denen während der Anzeige einer Webseite diese selbst, ausgelöst durch Benutzereingaben, verändert wird.

Der Begriff „dynamisch“ bezieht sich dabei auf die Idee, dass diese Änderungen von Ereignissen bedingt werden, die auch mehrfach beim Anzeigen einer Seite auftreten können.

Beispiele für dynamische Anzeigeeffekte sind:

  • das Erscheinen („Aufklappen“) eines Menüs
  • die Hervorhebung eines Textes
  • die Möglichkeit, Objekte durch Drag & Drop auf dem Bildschirm zu verschieben
  • Formularfelder automatisch in Abhängigkeit von anderen Feldern zu belegen
  • Webseiten, die sich wie clientseitige Anwendungsprogramme bedienen lassen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Skriptsprachen JavaScript im Netscape Navigator und JScript im Microsoft Internet Explorer ermöglichten schon Mitte der 1990er Jahre die ereignisbasierte Veränderung von Webseiten. Damals wurde der Begriff DHTML benutzt, um auf diese Fähigkeiten der damaligen Programmsversionen hinzuweisen. Durch die Standardisierung des Document Object Model und das Platzen der damaligen Dotcom-Blase geriet der Begriff aus der Mode.

Techniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dynamisches HTML umfasst die folgenden Techniken:

Dabei müssen nicht unbedingt alle Techniken dieser Liste in einem Dokument verwendet werden (insbesondere die zur Datenübertragung nach dem ersten Laden nicht), um es als Anwendung von dynamischem HTML bezeichnen zu können.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein einfaches Beispiel eines dynamischen HTML Abschnitts, bei dem sich der dargestellte Text beim Anklicken verändert:

...
<p onclick="this.firstChild.nodeValue = 'Danke'">Klick mich</p>
...

Kritik und Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oft wird dynamisches HTML für effekt-orientierte Funktionen verwendet, bei denen der Nutzen nicht klar erkennbar ist und die eher stören.

In der Anfangszeit konnte DHTML nur über Browser-spezifische sogenannte DHTML-Modelle realisiert werden, die nicht zueinander kompatibel waren. Daher führten einige DHTML Seiten unter bestimmten Browsern zu Fehlern. Dieser Ruf hängt dynamischem HTML bis heute an. Daher wird heute auch der Begriff DOM Scripting verwendet, mit dem man standardkonformes DHTML von Browser-spezifischen Varianten abgrenzen möchte.

Dynamisches HTML stellt teils hohe Anforderungen an die JavaScript-Fähigkeiten des Browsers, die nur von den neueren Browsergenerationen erfüllt werden. Wenn die Verwendung von JavaScript, z. B. aus Sicherheitsgründen, deaktiviert wird, kann dynamisches HTML nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann sich die Zugänglichkeit für Anwender verschlechtern, die wegen körperlichen Einschränkungen auf alternative Eingabe- bzw. Ausgabemethoden zurückgreifen müssen (siehe Barrierefreies Internet). Es ist aber möglich, dynamisches HTML so zu verwenden, dass es nur bei Browsern verwendet wird, die damit auch umgehen können. Die übrigen Anwender können die Website dann verwenden, als ob diese gar kein dynamisches HTML einsetzen würde. Auch Suchmaschinen können dynamisches HTML nicht verwenden und bei falscher Anwendung nicht mehr alle Inhalte der Seite auffinden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]