Dzięcielec

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Dzięcielec
Dzięcielec führt kein Wappen
Dzięcielec (Polen)
Dzięcielec
Dzięcielec
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Wejherowo
Geographische Lage: 54° 29′ N, 17° 54′ OKoordinaten: 54° 29′ 0″ N, 17° 54′ 0″ O
Einwohner: 303
Kfz-Kennzeichen: GWE



Dzięcielec (deutsch Spechtshagen, früher Zinzelitz, Kreis Lauenburg/Pommern; kaschuisch Dzięcielec) ist ein Dorf in der Landgemeinde Gmina Łęczyce (Lanz) der polnischen Woiwodschaft Pommern und gehört zum Powiat Wejherowski (Neustädter Distrikt).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt in Hinterpommern, etwa zwölf Kilometer ostsüdöstlich von Lauenburg in Pommern (Lębork).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dzinzelitz ostsüdöstlich von Lauenburg in Hinterpommern und südwestlich von Neustadt in Westpreußen auf einer Landkarte von 1910.
Dorfkirche (bis 1945 evangelisch)

Der Ortsname wurde mehrfach im Laufe der Geschichte verändert. Im Danziger Komtureibuch wird der Ort als Sinizelcz aufgeführt. Der Ort wird ferner in den Lehnsbriefen der Jahre 1575–1618 genannt, wobei das zugehörige Gut zwischen den Familien von Zitzelski (später von Diezelsky), von Kontersyn und von Lissow geteilt ist. 1658 wird es durch von Zitzelski und Johann von Tadden vertreten. Um 1780 heißt die Ortschaft Dzincelitz oder Dzizcelitz, hat fünf Vorwerke, und seine Besitzer sind Melchior von Poblocki, Johann Ludwig von Wittke, Jacob Ludwig von Dargolewski Maria, Margaretha von Puttkammer verwitwete von Thadden und Paul Friedrich von Dzizcelsky.[1]

1905 erfolgte die Umbenennung der bis dahin gültigen Bezeichnung Dzinzelitz in Zinzelitz, bis 1939 eine weitere Umbenennung in Spechtshagen erfolgte. Bis 1945 gehörte das Dorf zum Landkreis Lauenburg in Pommern im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde Hinterpommern zusammen mit Westpreußen und der südlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion unter polnische Verwaltung gestellt. In Spechtshagen begann danach die Zuwanderung polnischer Zivilisten, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen Dorfbewohner bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. Das deutsche Dorf Spechtshagen erhielt den polnischen Ortsnamen Dzięcielec. In der darauf folgenden Zeit wurden die Dorfbewohner von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Der Ort ist in die Gmina Łęczyce im Powiat Wejherowski in der Woiwodschaft Pommern (1975–1998 Woiwodschaft Danzig) eingegliedert

Persönlichkeiten: Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Marzahn (1911–1988), deutscher evangelischer Pastor und Autor, von 1981 bis 1987 Vorsitzender des Konvents evangelischer Gemeinden aus Pommern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Wilhelm Brüggemann Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 1069–1070, Ziffer (23).
  • Franz Schultz: Geschichte des Kreises Lauenburg in Pommern. 1912 (Digitalisat).
  • Heinrich Koops: Heimatbuch Lauenburg/Pom. 1967.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ludwig Wilhelm Brüggemann Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 1069–1070, Ziffer (23).