Eğirdir

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Eğirdir
Wappen fehlt
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Eğirdir (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Isparta
Landkreis (ilçe): Eğirdir
Koordinaten: 37° 53′ N, 30° 51′ OKoordinaten: 37° 52′ 30″ N, 30° 51′ 2″ O
Höhe: 926 m
Einwohner: 17.344[1] (2018)
Telefonvorwahl: (+90) 246
Postleitzahl: 32 500
Kfz-Kennzeichen: 32
Struktur und Verwaltung (Stand: 2019)
Gliederung: 24 Mahalle
Bürgermeister: Veli Gök (AKP)
Website:
Landkreis Eğirdir
Einwohner: 32.436[1] (2018)
Fläche: 1.315 km²
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner je km²
Kaymakam: Abdullah Akdaş
Website (Kaymakam):
Vorlage:Infobox Ort in der Türkei/Wartung/Landkreis

Eğirdir ist ein Ort und ein gleichnamiger Landkreis in der türkischen Provinz Isparta, der am Südufer des Eğirdir Gölü liegt. Die Halbinsel Kale ragt direkt zwei Kilometer in den See hinein. Eğirdir liegt 27 Kilometer nordöstlich der Provinzhauptstadt Isparta. Eğirdir ist die zweitgrößte Stadt der Provinz und beherbergt über die Hälfte der Kreisbevölkerung (2018: 53,5 %).

Der Name der Stadt, ursprünglich Eğridir, kommt von der nahegelegenen antiken griechischen Siedlung Akrotiri. In den 1980er Jahren wurde er in Eğirdir geändert. Eğridir bedeutet auf Türkisch ist krumm.

Landkreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis liegt im Zentrum der Provinz Isparta und grenzt an den Kreis Senirkent im Nordwesten, den Kreis Gelendost im Norden, die Kreise Şarkikaraağaç und Yenişarbademli im Osten, den Kreis Aksu im Südosten, den Kreis Sütçüler im Süden, den zentralen Landkreis (Merkez) Isparta sowie den Kreis Atabey im Westen. Ebenso bildet der See Eğirdir Gölü eine natürliche Grenze im Norden. Schließlich grenzt die Provinz Burdur im Südwesten mit zwei Kreisen an den Kreis Egridir.

Im Landkreis befindet sich eine der führenden Spezialkliniken für Knochenkrankheiten des Landes. Er ist außerdem bekannt wegen der sehr selten anzutreffenden Buchengewächse Fagaceae, des Sığla-Waldes, des Eğirdir-Apfels und des nur in dieser Region anzutreffenden Apoll-Schmetterlings.

Der Kreis gab 1987 den Südostteil seines Territoriums (den Bucak Aksu) an den neugegründeten Kreis Aksu ab. Ende 2018 bestand der Kreis Eğirdir neben der Kreisstadt aus der Belediye Sarıidris (2221 Einw.) sowie aus 29 Dörfern (Köy) mit durchschnittlich 444 Bewohnern. Zwei der Dörfer haben über 1000 Einwohner: Barla (1099) und Gökçehöyük (1003 Einw.). Seit 2018 ist das ehemalige Stadtviertel (Mahalle) Göktaş von Eğirdir wieder ein Dorf.

Stadt und See Eğirdir mit den Inseln Canada und Yesilada

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die der in Isparta befindlichen Süleyman-Demirel-Universität angeschlossene Fakultät für Wasserwirtschaft und die Berufsfachschule Eğirdir sind in der Stadt ansässig. In Eğirdir befindet sich auch ein Ausbildungszentrum der Türkischen Streitkräfte für den Gebirgskampf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wird davon ausgegangen, dass Eğirdir von Kroisos (560–547 v. Chr.), dem Herrscher von Lydien, gegründet wurde. Die Burg von Eğirdir wurde demnach von den Lydern erbaut. Während der Römerzeit wurde der Ort Prostanna genannt. In byzantinischer Zeit hatte der Vorgängerort Prostanna bzw. Limnae geheißen und war Sitz eines Bischofs (um 600 auf der Insel Niş Adası).[2]

Die ersten türkischen Siedlungen entstanden wohl nach 1071. Die Blütezeit lag im 13. Jh., nachdem er unter dem Sultanat der Rum-Seldschuken an die Hamidoğlu-Emire kam, die ihn Felekabad nannten. Der seldschukische Herrscher Kılıç Arslan III. hatte im Jahre 1204 Eğirdir und die angrenzenden Ortschaften dem Seldschukischen Reich eingegliedert. Die Seldschuken nutzten diesen Ort als Erholungsstätte und gaben ihm wegen seiner reizvollen Landschaft den Namen Cennetâbad (sinngemäß Himmelstadt). Im Jahre 1391 kamen Eğirdir und seine Umgebung in osmanische Hand. Einige Zeit später kam Eğirdir auch unter die Herrschaft von Timur und der Karamanoğulları. Während der Herrschaft von Sultan Murat II. wurde es jedoch 1423 endgültig dem Osmanischen Reich zugeordnet. Nach Neugliederung wurde es in die Provinz Konya, nach der Gründung der Republik Türkei in die Provinz Isparta eingegliedert.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederschläge treten meistens im Winter und im Frühjahr auf. Die jährliche Niederschlagssumme liegt bei 705 mm. Die durchschnittliche Temperatur in dem dauernd windigen Gebiet liegt bei 11,9 °C.

Sehenswürdigkeiten[3][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Baba Sultan Türbesi: Das kleine, schlichte, seldschukische Mausoleum steht in einem kleinen Park im Norden der Stadt direkt am Seeufer
  • Dündar Bey Medresesi: Die 1237/38 von Emir Dündar Hamidoğlu unter Sultan Gıyaseddin Kayhosrev II gestiftete Koranschule war wohl zunächst als Karawanserei gedacht und trägt deshalb auch verschiedene Bezeichnungen: Taş Hanı, Dündar Bey Medresesi Hanı oder Gıyaseddin Kayhosrev Hanı.  Der Bau ist ein sehenswertes Beispiel früher seldschukischer Bauweise unter den Hamiden, dessen ornamentiertes Eingangstor durch feinste Steinmetzkunst u. a. in Marmor besticht. Allerdings ist dieses Portal ein Fremdkörper, der eigentlich in die ausgeschlachtete Karawanserei des Eğridir Hans gehört. Der Innenhof der restaurierten Anlage hat aus Spolienkapitellen errichtete, umlaufende Säulen-Arkadengänge vor den Schülerzellen, in denen gegenwärtig Läden untergebracht sind.
  • Eğridir Hanı: Die ausgeschlachtete Karawanserei 3 km südlich der Stadt am Hang des Davraz Dağı wurde zwischen 1229 und 1236 erbaut und zählte zu den 4 größten seldschukischen Sultans-Karawanenstationen Anatoliens. Die Anlage heißt auch Pınarpazarı Hanı.
  • Eğridir Kalesi: Die Ruinen der seldschukischen Burg (erbaut unter Alaeddin Kaykobad) auf dem Hügel der Altstadt überragen die Halbinsel. Die Portalornamente stammen vom Eğridir Hanı.
  • Hızır Bey Camii: Die Moschee wurde ursprünglich von Emir Hızır Hamidoğlu (1327/28) gestiftet, brannte aber 1815 ab. Der Bau mit der geschnitzten Holztüre im Portal wurde (nach Inschrift über der Tür) 1885 wieder neu errichtet.
  • Kemer Kapısı: Ein Teil der ehemaligen Stadtmauer von Eğirdir, das Kemer-Tor der seldschukisch-hamidischen Befestigung, ist neben den Eingängen zur Ulu Cami bzw. zur Dündar Bey Medresesi noch erhalten.
  • Niş Adası und Tavşan (oder Can) Adası: Mit Resten von 2 byzantinischen Kirchen liegen im Eğirdir-See im Osten der Stadt vorgelagert zwei Inseln (seit 1955 über einen Damm mit dem Festland verbunden), von denen die größere, Niş Adası (oder Yeşil Ada), früher (mit damals 200 Familien) als Bischofssitz der Stadt Limnai (Prostanna) gedient haben soll.
  • Ulu Cami: Neben der Dündar Bey Medresesi steht die Große Moschee aus dem 15. Jh., ein Flachbau mit 48 Holzsäulen in der Art der "Waldmoscheen".

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Eğirdir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Türkiye Nüfusu İl ilçe Mahalle Köy Nüfusları, abgerufen am 25. Juni 2019
  2. Volker Höhfeld: Eğirdir. In: Baedeker Allianz Reiseführer. Türkei. 3. Auflage. Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern 1997, ISBN 3-87504-546-7, S. 285.
  3. Volker Höhfeld: Eğirdir. In: Baedeker Allianz Reiseführer. Türkei. 3. Auflage. Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern 1997, ISBN 3-87504-546-7, S. 285 f.