Zinkacetat

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Strukturformel
Zinkion 2Acetation
Allgemeines
Name Zinkacetat
Andere Namen

E 650

Summenformel C4H6O4Zn (wasserfrei)
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff mit schwachem Geruch nach Essigsäure[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
  • 557-34-6 (wasserfrei)
  • 5970-45-6 (Dihydrat)
Wikidata Q204639
Arzneistoffangaben
ATC-Code

A16AX05

Eigenschaften
Molare Masse
  • 183,48 g·mol−1 (wasserfrei)
  • 219,50 g·mol−1 (Dihydrat)
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 1,74 g·cm−3 (Dihydrat)[1]
  • 1,84 g·cm−3 (wasserfrei, 25 °C)[1]
Schmelzpunkt

237 °C[1]

Löslichkeit
  • gut in Wasser (430 g·l−1)[1]
  • sehr gut in DMSO (> 1000 g·l−1)[2]
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​319​‐​410
P: 280​‐​273​‐​305+351+338​‐​301+312​‐​337+313​‐​501 [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Zinkacetat ist das Zink­salz der Essigsäure mit der Konstitutionsformel Zn(CH3COO)2, welches in Kaugummi als Geschmacksverstärker eingesetzt und dort mit der E-Nummer E 650 gekennzeichnet wird. Bei Zinkacetat handelt es sich um eine Zinkverbindung, die gut vom Darm in die Blutbahn resorbiert wird. Somit dient diese unter anderem als Zinklieferant für den Organismus.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zink(II)-acetat kann durch Reaktion von Zinkoxid oder Zinkcarbonat mit Essigsäure hergestellt werden.

Die direkte Synthese des wasserfreien Salzes erfolgt im Labor über die Umsetzung von Zinknitrat mit einem Überschuss an Essigsäureanhydrid zur Entfernung des entstehenden Wassers nach:[3]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basisches Zinkacetat

Beim Erhitzen von Zn(CH3COO)2 im Vakuum wird Acetanhydrid abgespalten und es entsteht ein „basisches Zinkacetat“ der Formel Zn4O(CH3COO)6. Es wird die unten abgebildete Clusterverbindung mit einer tetraedrischen Struktur gebildet, die dem analogen Berylliumsalz ähnelt.[4]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zinkacetat ist ausschließlich in Kaugummi als Geschmacksverstärker zugelassen. Die Menge an Zinkacetat in der Kaugummimasse ist auf 1 g/kg beschränkt.[5]

Zinkacetat soll, ähnlich wie Zinkgluconat, in Hustenbonbons verabreicht durch eine lokale Wirkung im Hals die Dauer von Erkältungen verkürzen.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu Zinkacetat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 10. Januar 2017 (JavaScript erforderlich).
  2. Dimethyl Sulfoxide (DMSO) Solubility Data. Gaylord Chemical Company, L.L.C.; Bulletin 102, Juni 2014, S. 15.
  3. Georg Brauer: Zinkacetat. In: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart 1954, S. 806.
  4. Hirozo Koyama, Yoshihiko Saito: The Crystal Structure of Zinc Oxyacetate, Zn4O(CH3COO)6. In: Bulletin of the Chemical Society of Japan. Band 27, Nr. 2, Januar 1954, S. 112–114, doi:10.1246/bcsj.27.112.
  5. Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebensmittelzusatzstoffe (PDF; 3,6 MB), abgerufen am 29. Juli 2016.
  6. G. Eby: Zinc Lozenges: Cold Cure or Candy? Solution Chemistry Determinations, Bioscience Reports, 2004, Volume 24, No.1, February 2004. Deutscher Bericht über die Veröffentlichung.