EBICAB

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EBICAB ist eine Familie signaltechnisch sicherer Zugbeeinflussungssysteme, die von Bombardier hergestellt werden.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezogen auf ETCS sind EBICAB-Systeme Klasse-B-Systeme (Class-B-System), welche national z. B. in Deutschland mit EBICAB 500/600 weiterhin neben dem europäischen ETCS eingesetzt werden dürfen. EBICAB 500 ist mit dem Betriebsprogramm PZB 90 ausgestattet.

Das System, welches aus dem schwedischen SLR-System von Ericsson hervorging, arbeitet streckenseitig mit Balisen und Signalcodiergeräten oder serieller Kommunikation mit elektronischen Stellwerken. Fahrzeugseitig werden Rechner eingesetzt. Die Datenübertragung erfolgt zwischen passiven, streckenseitigen Balisen (zwei bis fünf Stück pro Signal) und einer unter dem Fahrzeug montierten Antenne, die bei der Überfahrt gleichzeitig die Balise mit Strom versorgt.

Dank identischer Software in Schweden und Norwegen können grenzüberschreitende Züge ohne Wechsel des Triebfahrzeuges weiterfahren, obwohl in beiden Ländern unterschiedliche Signalgebungssysteme und -vorschriften gelten. Zudem findet EBICAB u. a. Anwendung in Deutschland, Portugal, Finnland und Bulgarien, aber mit teilweise unterschiedlicher Software:

  • EBICAB 500/600: Deutschland
  • EBICAB 700 (Datenübertragung an die Züge von 4,5 MHz mit 50 kbit/s bei insgesamt 32 bit mit jeweils 12 Nutzbits): Schweden, Norwegen, Portugal (als Convel), Bulgarien
  • EBICAB 900 (Datenübertragung an die Züge von 4,5 MHz mit 50 kbit/s bei insgesamt 255 bit mit jeweils 180 Nutzbits): Spanien, Finnland
  • EBICAB 2000: Niederlande
  • das in Frankreich eingesetzte KVB-System ist technisch dem EBICAB ähnlich.

EBICAB 2000 ist die neueste Version aus der EBICAB-Familie. Bei dem System handelt es sich um ein ETCS-Fahrzeuggerät (Onboard Unit), welches z. B. in der TRAXX-Lokomotive F140 MS(2E) von Bombardier eingesetzt wird.

In der ursprünglichen Variante von 1997 und auch bei späteren EBICAB-Versionen war das EBICAB jedoch ein reines LZB-/PZB-Gerät.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • B. Eschermann, K. Forsgran: European train protection system for cross-border railway operation, ABB Review, 1995, (8), 17–22.
  • Ade Ogunsola, Andrea Mariscotti: Electromagnetic Compatibility in Railways: Analysis and Management. Springer Science & Business Media, 2012, S. 125.
  • 2002/731/EG: Entscheidung der Kommission vom 30. Mai 2002 über die technische Spezifikation für die Interoperabilität des Teilsystems „Zugsteuerung, Zugsicherung und Signalgebung“ des transeuropäischen Hochgeschwindigkeitsbahnsystems gemäß Artikel 6 Absatz 1 der Richtlinie 96/48/EG, S. 84–87.