eBay Kleinanzeigen

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eBay Kleinanzeigen

Rechtsform GmbH
Gründung 2009
Sitz Kleinmachnow, Deutschland Deutschland
Leitung Paul Heimann,
Nina Krüger,
Rami Bader
Mitarbeiterzahl 150
Branche Elektronischer Handel
Website ebay-kleinanzeigen.de

eBay Kleinanzeigen ist das größte Online-Kleinanzeigen-Portal in Deutschland. Es gehört nach dem Verkauf der Sparte eBay classifieds mit den lokalen Kleinanzeigenportalen zur norwegischen Adevinta, an der wiederum eBay 33 Prozent hält. Das Portal finanziert sich zur Hälfte aus Werbeanzeigen, daneben mit Abogebühren von gewerblichen Anbietern, mit kostenpflichtigen Optionen für höhere Reichweite von Privatnutzern und zu geringen Anteilen von Services wie der Treuhandabwicklung.[1]

Laut Arbeitsgemeinschaft Online Forschung ist eBay Kleinanzeigen das reichweitenstärkste Online-Angebot in Deutschland.[2] 2021 verbuchte das Angebot laut der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) mehr als 900 Millionen Aufrufe.[3] Es sind über 50 Millionen Anzeigen geschaltet[4] und pro Tag werden rund eine Million neue Anzeigen, darunter auch Stellenangebote, inseriert.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

eBay Kleinanzeigen ist am 9. September 2009 aus dem vorherigen Angebot Kijiji hervorgegangen.[5]

Im Juli 2020 wurde bekannt, dass eBay seine Kleinanzeigensparte, zu der in Deutschland die Portale eBay Kleinanzeigen sowie Mobile.de gehören, an den börsennotierten Internetkonzern Adevinta zum Stichtag Juni 2021 verkaufen wird. Adevinta betrieb in seinem Herkunftsstaat Norwegen und 14 weiteren Staaten Anzeigenportale. Der Kaufpreis betrug 9,2 Milliarden US-Dollar, davon erhielt eBay 2,5 Milliarden in bar und Adevinta-Aktien im Nennwert von 6,7 Milliarden. Damit wurde eBay der größte Anteilseigner von Adevinta mit 44 Prozent der Aktien und 33,3 Prozent der Stimmrechte. Mit der Übernahme wurde Adevinta zum weltgrößten Online-Kleinanzeigen-Unternehmen.[6] Da die britische Wettbewerbsaufsicht CMA kritisch gegenüber einem Kauf war, musste Adevinta die britischen Ableger von Shpock, Gumtree und Motors.co.uk verkaufen.[7] Drei Jahre lang nach dem Verkauf kann das Portal noch unter dem Namen eBay Kleinanzeigen geführt werden. Danach muss dieser geändert werden.[8]

Ende 2021 verkaufte eBay 125 Millionen Adevinta-Aktien (entspricht einer Beteiligung von 10,2 % an Adevinta) für 2,5 Mrd. US-Dollar (1,9 Mrd. Euro) an Permira.[9][10]

Im Juli 2022 wurde angekündigt, dass ab Juni 2024 Marke und Logo in Kleinanzeigen geändert wird; die Domain wird Kleinanzeigen.de lauten.[11]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Dezember 2021 können aus dem Portal die Paketdienstleister DHL und Hermes beauftragt werden.[12] Der Preis für den Verkäufer entspricht deren Online-Preisen; eBay Kleinanzeigen erhält eine Provision.

Telefonnummer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Sommer 2021 wird die Handynummer von Nutzern per SMS verifiziert, wenn diese in Kategorien aktiv sind, in denen Kinder und Jugendliche von Straftaten bedroht sind.[13] Seit September 2021 ist die SMS-Verifizierung für jede Neuanmeldung verpflichtend; auch die Bestandskonten sollen so sukzessive geprüft werden.[14]

Ab Mitte 2022 soll Käufern die Telefonnummer nicht mehr angezeigt werden. Außerdem muss bei „Risiko“-Anmeldungen ein per SMS oder E-Mail versandter Code eingegeben werden.[15]

Sicher bezahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oktober 2020 wurde unter dem Namen „Sicher bezahlen“ eine Bezahlfunktion nach dem Treuhandsprinzip eingeführt. Der Käufer zahlt dafür eine Gebühr von 35 Cent plus 4,5 % der Kaufsumme. Wie bei PayPal greift der Schutz ausschließlich bei versichertem Versand. Die Umsetzung übernimmt der niederländische Payment-Service-Provider Online Payment Platform, der die Funktion seit 2017 bei dem Schwesterunternehmen Marktplaats anbietet.[16] Die Zahlung ist per Kreditkarte oder Klarna-Sofortüberweisung möglich.[15] Der Verkäufer reicht Fotos von Bankkarte/Kontoauszug und Personalausweis ein und das Geld wird ihm in einigen Werktagen auf sein Konto überwiesen.

Phishing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Funktion „Sicher bezahlen“ wird von Betrügern häufig als Vorwand genutzt, um die Kreditkartendaten des Verkäufers zu erfragen (Phishing).[17][18]

Dreiecksbetrug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Funktion „Sicher bezahlen“ verhindert den sogenannten Dreiecksbetrug. Die Betrüger suchen dazu ein Angebot eines hochpreisigen und häufig gehandelten Gegenstands. Sie kontaktieren den Anbieter und erfragen die Kontonummer. Sie kopieren anschließend das Angebot inklusive Preis in eine eigene Anzeige. Sobald sich ein Käufer auf diese zweite Anzeige meldet, nennen die Betrüger die Kontonummer des ursprünglichen Anbieters. Der Käufer überweist somit das Geld an den ursprünglichen Anbieter. Der Verkäufer versendet dann an die Betrüger.[19]

Werbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Mai 2017 lässt das Unternehmen Videos von ca. 10 Minuten Länge für den YouTube-Kanal eBay Kleinanzeigen – WG produzieren, die als Werbung gelten. Stand Mitte 2022 hat der Kanal 506.000 Abonnenten. Die drei Hauptrollen sind die Bewohner einer fiktiven Wohngemeinschaft, meist Social-Media-Bekanntheiten: Hannah Kaiser, Tommy Toalingling, Jannik Pank, Nils Ibehard, Simon Will, Malte Tillmann Marian Hesse und Elisabeth (Lizzy) Bahlke. Andere YouTuber wohnten für kurze Zeit in der WG: Klengan, AlexiBexi und Jessabelle Kiko. Gastauftritte gab es von Freshtorge, Varion, Gong Bao, Zeo, HeyMoritz und den Space Frogs.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tobias Weidemann: CEO im Interview: So plant Kleinanzeigen die Zukunft nach Ebay. In: t3n. 23. Juli 2022;.
  2. Aktuelle Ergebnisse. In: Arbeitsgemeinschaft Online Forschung. 20. September 2017;: „Mit einer Reichweite von 29,2 Millionen Unique Usern lag im August 2017 das digitale Gesamtangebot ebay Kleinanzeigen auf Platz eins des Angebotsrankings, gefolgt von T Online (27,3 Mio.) und WEB.DE (24,8 Mio.). Die weiteren Plätze belegen der Reihe nach FOCUS Online (23,7 Mio.), gutefrage.net (22,6 Mio.), BILD (22,45 Mio.) und SPIEGEL ONLINE (21,25 Mio.). […] WELT (20,5 Mio.), CHIP (19,97 Mio.) und Wetter.com (19,80 Mio.) Bei den Vermarktern führte […] Ströer Digital mit 49,9 Millionen Unique Usern das Ranking der digitalen Vermarkter an, die Plätze zwei und drei belegen die Ad Alliance (42,45 Mio.) und United Internet Media (41,7 Mio.). Media Impact (41,3 Mio.), BurdaForward (39,0 Mio.) und die eBay Advertising Group Deutschland (37,2 Mio.) […] Seven.One Media (37,1 Mio.), iq digital (27,4 Mio.), SPIEGEL MEDIA (23,9 Mio.) und Scout24 (19,8 Mio.)“
  3. a b avr: Ebay Kleinanzeigen muss ab 2024 anders heißen. In: t-online. 23. August 2021;.
  4. eBay-Kleinanzeigen.de. Abgerufen am 14. April 2021.
  5. 10 Jahre: Jeder Zweite nutzt eBay Kleinanzeigen. In: eBay Kleinanzeigen Medien. 5. September 2019;.
  6. Spiegel Online: Adevinta: Norwegischer Konzern kauft Ebay Kleinanzeigen. 21. Juli 2020;.
  7. Ebay Classifieds: Ebay und Adevinta wollen Deal mit Spartenverkäufen retten. In: Handelsblatt. 2. März 2021;.
  8. Kaan Gürayer: Tschüss, eBay Kleinanzeigen: Verkaufsplattform heißt bald ganz anders. In: Giga.de. 28. August 2021;.
  9. Permira Funds announce €1.9bn Strategic Investment in Adevinta. 14. Juli 2021, abgerufen am 12. März 2022 (englisch).
  10. Daniel AJ Sokolov: eBay wird weniger genutzt, erhöht Ausschüttungen an Aktionäre. In: heise online. 24. Februar 2022, abgerufen am 12. März 2022.
  11. jmn: ebay Kleinanzeigen ändert seinen Namen. In: t-online. 11. Juli 2022;.
  12. dpa: Ebay-Kleinanzeigen erleichtert Versand. In: Zeit.de. 13. Dezember 2021, abgerufen am 19. August 2022.
  13. Aktiv gegen Cyber-Grooming: eBay Kleinanzeigen plant Verifizierung für Nutzer. In: heise online. 11. März 2021;.
  14. Rita Deutschbein: Ebay Kleinanzeigen stellt Anmeldung um – Nutzer müssen handeln! In: Techbook. 21. September 2021, abgerufen am 19. August 2022 (deutsch).
  15. a b mon: eBay Kleinanzeigen streicht das „eBay“. In: c't. August 2022;.
  16. Ebay-Kleinanzeigen führt Bezahlfunktion ein. In: Der Spiegel. 29. Oktober 2020, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 19. August 2022]).
  17. Jens Schreglmann: "Sicher bezahlen" bei Ebay Kleinanzeigen: Wie Betrüger zuschlagen. In: SWR. 12. April 2022;.
  18. Markus Montz: Ausgeplündert: Wie Betrüger „Sicher bezahlen“ auf eBay Kleinanzeigen aushebeln. In: c't. Band 2022, Nr. 16, 15. Juli 2022, ISSN 0724-8679, S. 120–123 (heise.de [abgerufen am 21. August 2022]).
  19. eBay Kleinanzeigen: So kommen dreiste Betrüger an eure Bestellung. 6. Oktober 2021, abgerufen am 21. August 2022.