EHF European League

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EHF European League
Aktuelle Saison Männer: 2022/23
Frauen: 2022/23
Sportart Handball
Verband EHF
Ligagründung 1981 (als IHF-Pokal)
Mannschaften Männer: 24 (Gruppenphase)
Frauen: 16 (Gruppenphase)
Land/Länder Europa Alle Mitglieder der EHF
Titelträger Männer: Portugal Benfica Lissabon
Frauen: Deutschland SG BBM Bietigheim
Rekordmeister Männer: Deutschland Frisch Auf Göppingen
Deutschland THW Kiel
Deutschland SC Magdeburg (4)
Frauen: Danemark Viborg HK (3)
TV-Partner DAZN
Website ehfel.eurohandball.com
EHF Champions League
Der EHF-Pokal vor dem Final-Rückspiel VfL Gummersbach – RK Velenje 2008/09

Die EHF European League (bis 1993 IHF-Pokal, von 1993 bis 2020 EHF-Pokal) ist ein von der Europäischen Handballföderation (EHF) jährlich organisierter Europapokalwettbewerb für Handball-Vereinsmannschaften. Er bietet Handballvereinen aus kleineren Staaten sowie Vereinen, die nicht die Qualifikation zur EHF Champions League erreicht haben, die Möglichkeit zur Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb. Die EHF European League steht damit in der Wertigkeit hinter der Champions League und vor dem EHF European Cup.

Der Vorläufer des heutigen Wettbewerbs wurde 1982 sowohl für Männer- als auch für Frauenmannschaften von der Internationalen Handballföderation (IHF) unter der Bezeichnung IHF-Pokal eingeführt. 1993 übernahm die Europäische Handballföderation die Organisation des Wettbewerbs, der seitdem EHF-Pokal hieß. In der Saison 2012/13 (Männer) bzw. 2016/17 (Frauen) wurde der Wettbewerb mit dem Europapokal der Pokalsieger vereinigt.[1]

Modus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewinner des IHF-Pokals / des EHF-Pokals / der EHF European League
Saison Männer Saison Frauen
1981/82 Deutschland VfL Gummersbach 1981/82 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Trešnjevka Zagreb
1982/83 Sowjetunion SIL Saporoschje 1982/83 Sowjetunion Awtomobilist Baku
1983/84 Deutschland TV Großwallstadt 1983/84 Rumänien 1965 Chimistul Râmnicu Vâlcea
1984/85 Rumänien 1965 HC Minaur Baia Mare 1984/85 Deutschland Demokratische Republik 1949 ASK Vorwärts Frankfurt
1985/86 Ungarn Győri ETO KC 1985/86 Deutschland Demokratische Republik 1949 SC Leipzig
1986/87 Sowjetunion Granitas Kaunas 1986/87 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik ŽRK Budućnost Titograd
1987/88 Rumänien 1965 HC Minaur Baia Mare (2) 1987/88 Sowjetunion Eglė Vilnius
1988/89 Deutschland TuRU Düsseldorf 1988/89 Rumänien 1965 Chimistul Râmnicu Vâlcea (2)
1989/90 Sowjetunion SKIF Krasnodar 1989/90 Deutschland Demokratische Republik 1949 ASK Vorwärts Frankfurt (2)
1990/91 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik RK Borac Banja Luka 1990/91 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik ŽRK Lokomotiva Zagreb
1991/92 Deutschland SG Wallau/Massenheim 1991/92 Deutschland SC Leipzig (2)
1992/93 Spanien TEKA Santander 1992/93 Rumänien Rapid Bukarest
1993/94 Spanien CBM Alzira Avidesa 1993/94 Danemark Viborg HK
1994/95 Spanien BM Granollers 1994/95 Ungarn Debreceni VSC
1995/96 Spanien BM Granollers (2) 1995/96 Ungarn Debreceni VSC (2)
1996/97 Deutschland SG Flensburg-Handewitt 1996/97 Slowenien RK Olimpija Ljubljana
1997/98 Deutschland THW Kiel 1997/98 Ungarn Dunaferr SE
1998/99 Deutschland SC Magdeburg 1998/99 Danemark Viborg HK (2)
1999/00 Kroatien RK Metković 1999/00 Spanien El Ferrobús Mislata
2000/01 Deutschland SC Magdeburg (2) 2000/01 Polen MKS Montex Lublin
2001/02 Deutschland THW Kiel (2) 2001/02 Danemark Ikast-Bording EH
2002/03 Spanien FC Barcelona 2002/03 Danemark Slagelse FH
2003/04 Deutschland THW Kiel (3) 2003/04 Danemark Viborg HK (3)
2004/05 Deutschland TUSEM Essen 2004/05 Ungarn Cornexi-Alcoa Fehérvár
2005/06 Deutschland TBV Lemgo 2005/06 Ungarn Ferencváros Budapest
2006/07 Deutschland SC Magdeburg (3) 2006/07 Russland Swesda Swenigorod
2007/08 Deutschland HSG Nordhorn 2007/08 Russland GK Dynamo Wolgograd
2008/09 Deutschland VfL Gummersbach (2) 2008/09 Spanien SD Itxako
2009/10 Deutschland TBV Lemgo (2) 2009/10 Danemark Randers HK
2010/11 Deutschland Frisch Auf Göppingen 2010/11 Danemark FC Midtjylland Håndbold (2)
2011/12 Deutschland Frisch Auf Göppingen (2) 2011/12 Russland GK Lada Toljatti
2012/13 Deutschland Rhein-Neckar Löwen 2012/13 Danemark Team Tvis Holstebro
2013/14 Ungarn Pick Szeged 2013/14 Russland GK Lada Toljatti (2)
2014/15 Deutschland Füchse Berlin 2014/15 Danemark Team Tvis Holstebro (2)
2015/16 Deutschland Frisch Auf Göppingen (3) 2015/16 Ungarn Dunaújvárosi Kohász KA (2)
2016/17 Deutschland Frisch Auf Göppingen (4) 2016/17 Russland GK Rostow am Don
2017/18 Deutschland Füchse Berlin (2) 2017/18 Rumänien SCM Craiova
2018/19 Deutschland THW Kiel (4) 2018/19 Ungarn Siófok KC
2019/20 abgebrochen 2019/20 abgebrochen
2020/21 Deutschland SC Magdeburg (4) 2020/21 Frankreich Nantes Atlantique Handball
2021/22 Portugal Benfica Lissabon 2021/22 Deutschland SG BBM Bietigheim

Seit der Zusammenlegung mit dem Europapokal der Pokalsieger in der Saison 2012/13 werden bei den Männern zunächst drei Qualifikationsrunden im K.-o.-System mit je einem Hin- und Rückspiel pro Runde ausgetragen, wobei in jeder Runde aufgrund ihrer Einstufung spielstärkere Teams hinzukommen. Die Runde der letzten 16 Mannschaften wird in einer Gruppenphase durchgeführt, bei der sich die zwei Ersten jeder der vier Gruppen für das Viertelfinale qualifizieren. Ist auch der Gastgeber der Endrunde darunter, ist dieser automatisch für das Halbfinale gesetzt; der schlechteste Gruppenzweite scheidet aus und das Viertelfinale besteht aus drei Begegnungen. Das Halbfinale, das Finale und das Spiel um Platz drei werden im Rahmen eines Final-Four-Turniers ausgetragen. 2013 und 2016 fand es in Nantes statt, 2014 und 2015 in Berlin, 2017 in Göppingen, 2018 in Magdeburg, 2019 in Kiel und 2021 in Mannheim.

Auch bei den Frauen gibt es seit der Spielzeit 2016/17 drei Qualifikationsrunden im K.-o.-System und anschließend eine Gruppenphase mit vier Vierergruppen. Die beiden Gruppenersten qualifizieren sich für das Viertelfinale, ab dem wieder im K.-o.-System gespielt wird.

Bis 2012 bzw. 2016 wurden alle Spielrunden im K.-o.-System gespielt. Auch die Finalspiele wurden mit Hin- und Rückspiel ausgetragen.

Bei Gleichstand nach beiden Spielen entscheidet bei K.-o.-Spielen die höhere Zahl erzielter Tore im Auswärtsspiel. Ist auch diese gleich, wird im Anschluss an das Rückspiel ein Siebenmeterwerfen ausgetragen.

Nationale Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Welche Platzierung in einer bestimmten nationalen Liga für eine Qualifikation zur EHF European League notwendig ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen ist die Anzahl der Startplätze für die EHF Champions League je nach Liga unterschiedlich, aus dieser Zahl ergibt sich beginnend mit dem Landesmeister die Mindestplatzierung für die Teilnahme an diesem Wettbewerb. Eine bestimmte Anzahl der nachfolgend platzierten Mannschaften qualifiziert sich für die EHF European League.

Darüber hinaus konnte sich die Mindestplatzierung für eine Teilnahme am EHF-Pokal nach unten verschieben, wenn sich der Sieger im nationalen Pokalwettbewerb über seine Position in der Liga für den EHF-Pokal qualifiziert hätte, dieses Startrecht aufgrund der Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger jedoch nicht wahrnahm. Gleiches gilt für den Fall, wenn der European-League-Sieger des Vorjahres, der automatisch für eine erneute Teilnahme gesetzt ist, sich auch über seine Liga-Platzierung qualifizieren würde.

Bisherige Sieger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erfolgreichsten Mannschaften des Wettbewerbs der Männer sind mit jeweils vier Siegen Frisch Auf Göppingen (2011, 2012, 2016 und 2017), der THW Kiel (1998, 2002, 2004 und 2019), der bei jeder seiner Teilnahmen auch den Titel gewann, und der SC Magdeburg (1999, 2001, 2007 und 2021). Die Vereine VfL Gummersbach (1982, 2009), TBV Lemgo (2006, 2010), Füchse Berlin (2015, 2018), HC Minaur Baia Mare (1985, 1988) und Balonmano Granollers (1995, 1996) gewannen den Pokal je zweimal. Weitere Mannschaften aus Deutschland mit einem Sieg im EHF-Pokal der Männer sind TV Großwallstadt (1984), TuRU Düsseldorf (1989), SG Wallau/Massenheim (1992), SG Flensburg-Handewitt (1997), TUSEM Essen (2005), HSG Nordhorn (2008) und Rhein-Neckar Löwen (2013).

Bei den Frauen gewann Viborg HK bisher dreimal den Pokal (1994, 1999 und 2004). Je zwei Siege erreichten Chimistul Râmnicu Vâlcea (1984, 1989), ASK Frankfurt/Oder (1985, 1990), SC Leipzig (1986, 1992), Debreceni VSC (1995, 1996), Herning-Ikast Håndbold (2002, 2011), GK Lada Toljatti (2012, 2014), Team Tvis Holstebro (2013, 2015) und Dunaújvárosi Kohász (1998, 2016).

Erfolgreichste Nationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rang Nation letzter Titel Titel
1. Deutschland Deutschland 2020/21 25
2. Spanien Spanien 2002/03 5
3. Rumänien Rumänien 1987/88 2
Ungarn Ungarn 2013/14 2
5. Ukraine Ukraine (als Sowjetunion UdSSR) 1982/83 1
Litauen Litauen (als Sowjetunion UdSSR) 1986/87 1
Russland Russland (als Sowjetunion UdSSR) 1989/90 1
Bosnien und Herzegowina Bosnien und Herzegowina (als Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien) 1990/91 1
Kroatien Kroatien 1999/00 1
Portugal Portugal 2021/22 1

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rang Nation letzter Titel Titel
1. Danemark Dänemark 2014/15 9
2. Ungarn Ungarn 2018/19 7
3. Russland Russland 2016/17 5
Deutschland Deutschland (einschließlich Deutschland Demokratische Republik 1949 DDR) 2021/22 5
5. Rumänien Rumänien 2017/18 4
6. Kroatien Kroatien (auch als Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien) 1990/91 2
Spanien Spanien 2008/09 2
8. Aserbaidschan Aserbaidschan (als Sowjetunion UdSSR) 1982/83 1
Montenegro Montenegro (als Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien) 1986/87 1
Litauen Litauen (als Sowjetunion UdSSR) 1987/88 1
Slowenien Slowenien 1996/97 1
Polen Polen 2000/01 1
Frankreich Frankreich 2020/21 1

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: EHF European League – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. European Club Competitions to Merge. auf: eurohandball.com, 9. April 2011.