EMEA (Wirtschaftsraum)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
EMEA: Europa, Naher Osten und Afrika.

EMEA ist eine aus dem angloamerikanischen Sprachraum stammende Abkürzung für den Wirtschaftsraum Europa (englisch Europe), Naher Osten (aus amerikanischer Sicht Mittlerer Osten) (Middle East) und Afrika (Africa). Dies entspricht dem Wirtschaftsraum Europa-Arabien-Afrika. Dieser liegt in einer Börsenhandelszeitzone, in denen Aktien an den Börsen zu gleichen oder annähernd gleichen Börsenöffnungszeiten gehandelt werden.

Der Begriff wird von Börsen, der Wirtschaftswissenschaft, der Marktforschung und in Geschäftsberichten multinationaler Konzerne benutzt.

Die Dreiteilung der Weltwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Teilung der Welt in drei Wirtschaftsräume (Triade) basiert auf den drei großen nördlichen Industrieräumen Nordamerika, Europa und Ostasien. Diese entsprechen auch drei Börsenhandelszeitzonen, in denen Aktien an den Börsen dieser Wirtschaftsräume zu gleichen oder annähernd gleichen Börsenöffnungszeiten gehandelt werden.

Die südlichen Wirtschaftsräume Südamerika, Afrika und Australien wurden dann zu ihrem jeweiligen Pedant hinzugeschlagen. Auf diese Weise erhält man drei Wirtschaftszonen, die zusammengenommen die gesamte Erde umfassen.

Die drei Weltwirtschaftsräume bestehen (ab der Datumsgrenze) von Ost nach West aus:

  • Asien-Pazifik (APAC) = Ostasien, Südostasien, Australien und Ozeanien.
  • Europa-Arabien-Afrika (EMEA) = Europa, Arabien (Naher Osten bzw. aus Amerikanischer Sicht Mittlerer Osten) und Afrika sowie
  • Nord- und Südamerika (AMER), den beiden Amerikas.

Ein Problem stellt hierbei die Zuordnung Indiens da, das entweder dem Wirtschaftsraum Europa-Arabien-Afrika oder dem Wirtschaftsraum Asien-Pazifik zugeschlagen wird.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der recht hohen Verbreitung, z. B. in US-amerikanischen Unternehmen, ist es eine willkürliche Gruppierung: Die offizielle Liste der Makro-Regionen der Vereinten Nationen[1] führt nur Afrika, Amerika, Asien, Europa und Ozeanien.

Erweiterungen EMEAs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erweiterungen des Wirtschaftsraums Europa-Arabien-Afrika EMEA sind:

  • EMEAC = Europe, Middle East, Africa & Caribbean – berücksichtigt die diversen Zugehörigkeiten der Karibik zu Europa
  • EMEACIS = Europe, Middle East, Africa & Commonwealth of Independent States (deutsch GUS, ca. ehemalige Sowjetunion)
  • EMEIA = Europe, Middle East, India & Africa – betont die Zugehörigkeit Indiens zum Commonwealth und die Rivalität zwischen Indien und China

Untergliederungen EMEAs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Untergliederungen des Wirtschaftsraums Europa-Arabien-Afrika EMEA sind: [2]

  • MEA = Middle East & Africa – in Abgrenzung zu Europa
  • EEMEA = Eastern Europe, Middle East & Africa – oft verwendet als Abgrenzung gegenüber dem Westeuropa im Sinne der Vereinten Nationen (West-, Zentral- und Nordeuropa)
  • SEMEA = Southern Europe, Middle East & Africa – Zusammenfassung Südeuropas mit dem Nahen Osten und Afrika, das Gegenstück dazu ist das nördlichere (nichtmediterrane) Europa
  • SEEMEA = South-Eastern Europe, Middle East & Africa – Insbesondere der west- und zentraleuropäische Wirtschaftsraum Raum West- und Zentraleuropa (Western and Central Europe, WCE) der EU/EFTA (vor der Osterweiterung) als hochindustrialisierem Zentrum Europas wird oft als eigenständige Region behandelt.

Weitere Wirtschaftsräume in EMEA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • D-A-CH = Deutschland, Österreich, Schweiz
  • Benelux = Belgien, Niederlande, Luxemburg
  • MOEL = Mittel- und osteuropäische Länder
  • SEE = Südosteuropa (South-Eastern Europe)
  • MED = Mediterraneum = alle ans Mittelmeer angrenzende Länder
  • MENA = Naher Osten und Nordafrika (Middle East & North Africa) = Maschrek und Maghreb

Weitere Zusammenstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • EA = Eurasien – Europa und Asien in Abgrenzung zu Afrika
  • EECCA = Osteuropa, Kaukasusregion und Zentralasien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Composition of macro geographical (continental) regions, geographical sub-regions, and selected economic and other groupings. In: United Nations Statistics Division - Standard Country and Area Codes Classifications (M49). United Nations, 17. Oktober 2008, abgerufen am 10. November 2008 (englisch): „Geographical region and composition of each region“
  2. Peter Riedlberger: Die Wirtschaftsgeographie teilt durch drei. In: Mittelstandswiki. 30. August 2008, abgerufen am 10. November 2008.