eSIM

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eSIM von M2M-Zulieferer Eseye. Links daneben ein Entwicklungsboard

Die eSIM ist ein von der GSM Association standardisiertes Verfahren zur sicheren Einbettung von Teilnehmerinformationen in einem speziellen Modul eines mobilen Endgerätes für Telekommunikation. Sie soll die klassische SIM-Karte in Zukunft ersetzen. Das Akronym „eSIM“ wird als Abkürzung für embedded subscriber identity module (engl. für „eingebautes Teilnehmer-Identitätsmodul“) interpretiert.

Die eSIM unterscheidet sich hauptsächlich in der Bereitstellung durch die Mobilfunknetzbetreiber von der bereits etablierten, klassischen SIM-Karte. Wurden diese in der Vergangenheit entweder in einem Geschäft verkauft oder per Post verschickt, kann ein Kunde mit Hilfe der eSIM jederzeit online Kunde eines Mobilfunkanbieters werden und sein Mobiltelefon oder sonstiges Endgerät sofort zum Einsatz bringen, so der Anbieter dies unterstützt. Einmal in das mobile Endgerät geladen, bestehen keine wesentlichen Unterschiede zur Verwendung einer physischen SIM-Karte.[1] Für Hersteller kann in Zukunft die Aufnahmemechanik der SIM-Karte komplett entfallen. Die eSIM ist elektrisch kompatibel mit 2FF- und 3FF-Karten, sie verwendet das SON-8-Format und ist für M2M-Anwendungen (Machine to Machine-Anwendungen) konzipiert.[2]

In Deutschland wird die eSIM von den Netzbetreibern Telekom[3], Vodafone[4] und Telefónica Deutschland[5] unterstützt und angeboten. Zur Aktivierung einer eSIM in einem Gerät wird allerdings eine bereits vorhandene Internetverbindung (z. B. über WLAN) benötigt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Version der eSIM Architektur Spezifikation wurde am 23. Dezember 2015 veröffentlicht.[6]

Das erste Gerät, welches über den eSIM Standard mit einer Teilnehmerkennung ausgestattet werden konnte war die Smartwatch Samsung Gear S2 in ihrer 3G Version vom Hersteller Samsung. Sie wurde im Vorfeld der IFA 2015 vom Hersteller angekündigt und auf der Messe vorgestellt.[7]

2018 haben Google die Modelle Pixel 3 3XL sowie Apple die Modelle iPhone XS, XS Max und XR mit einer Unterstützung für die eSIM ausgestattet. Während Android-Smartphones schon seit vielen Jahren Dual-SIM-fähig sind, sind hiermit erstmalig auch iPhone Modelle Dual-SIM-fähig.[8]

Standardisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der eSIM-Standard basiert auf mehreren, von der GSM Association herausgegebenen, Verfahren und Spezifikationen. Im Einzelnen sind dies:

  • SGP.21 eSIM Architecture Specification – behandelt die übergeordnete Architektur zur Bereitstellung eSIM
  • SGP.22 eSIM Technical Specifications – behandelt die einzuhaltenden technischen Spezifikationen
  • SGP.23 eSIM Test Specifications – behandelt die anzuwendenden Testfälle um eine Implementierung zu überprüfen
  • SGP.24 Compliance process – behandelt die einzuhaltenden Prozesse um ein Produkt als "eSIM fähig" deklarieren zu können
  • SGP.25 eUICC for Consumer Device Protection Profile V1.0 – beschreibt die Sicherheitsanforderungen an die eSIM Profile in Form eines Evaluierungsgegenstandes

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. eSIM Whitepaper (engl.) - Abschnitt "How it Works". GSM Association. Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  2. GSMA Embedded SIM Specification Remote SIM Provisioning for M2M (engl.). GSM Association. Abgerufen am 28. Dezember 2018.
  3. eSIM | Telekom Hilfe. Abgerufen am 3. Oktober 2018.
  4. Hilfe | Alles zur eSIM. Abgerufen am 3. Oktober 2018 (deutsch).
  5. eSIM Informationen von o2: Alles zur „embedded SIM“. Abgerufen am 10. November 2018.
  6. eSIM Spezifikationen (engl.). GSM Association. Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  7. Ankündigung Smartwatch Gear S2 mit 3G. teltarif.de. Abgerufen am 25. Dezember 2018.
  8. Apple Support Dokument zur Nutzung von Dual-SIM. Apple Inc.. Abgerufen am 25. Dezember 2018.