ESV Lok Meiningen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
ESV Lok Meiningen
Logo ESV Lok Meiningen.png
Name ESV Lokomotive Meiningen e. V.
Vereinsfarben rot-schwarz
Gegründet 1949
Gründungsort Meiningen, Thüringen
Vereinssitz Meiningen
Mitglieder 375 (2015)
Abteilungen 9
Vorsitzender 1. Jürgen Eichhorn
2. Wulf Rommel
Lok Meiningen Frauenfußball
Logo
Basisdaten
Name ESV Lok Meiningen Frauenfußball
Sitz Meiningen
Gründung 2005 Mädchen
2010 Frauen
Erste Fußballmannschaft
Spielstätte Kunstrasenplatz
Stadion Maßfelder Weg
Plätze 1000
Liga Verbandsliga Thüringen
2021/22 1. Platz (Verbandsliga Staffel West)
Thüringer Landesmeister
Heim
Auswärts

Der ESV Lok Meiningen (Eisenbahnsportverein Lokomotive Meiningen e. V.) ist ein deutscher Sportverein in der südthüringischen Stadt Meiningen. Der ESV Lok Meiningen unterhält die neun Sportabteilungen Handball, Frauenfußball, Tischtennis, Schach, Gymnastik, Kanusport, Stocksport, Wandern und Freizeitsport. Ehemalige aufgelöste oder ausgegründete Sektionen waren Basketball, Eishockey und Fußball (Männer). Mit seinen 375 Mitgliedern (2015) ist der ESV Lok der viertgrößte Sportverein der Stadt Meiningen.[1]

Der Sportverein wurde 1949 als BSG Lokomotive Meiningen (Betriebssportgemeinschaft Lokomotive Meiningen) gegründet. Träger war das Reichsbahnausbesserungswerk Meiningen, das heutige Dampflokwerk Meiningen. 1990 fand eine Umbenennung des Vereinsnamens in Eisenbahnsportverein (ESV) Lokomotive Meiningen e. V. statt. In jenem Jahr besaß der Verein zehn Sportabteilungen. Der ESV Lok Meiningen ist Mitglied im Verein zur Förderung der Meininger Sportstätten und Sportgelegenheiten e. V. (SSFV Meiningen).[1]

Sportabteilungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sektion Frauenfußball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung Frauen- und Mädchenfußball des ESV Lok Meiningen wurde im Oktober 2005 gegründet und hat 65 Mitglieder (2017). In den ersten Jahren bestanden ausschließlich Mädchenmannschaften verschiedener Altersklassen. Die Frauenmannschaft wurde 2010 gebildet und errang bereits 2012 erstmals den Kreismeistertitel. Ab der Saison 2013/14 spielten sie in der Frauen-Landesklasse West. 2015 stiegen die Frauen in die höchste Liga des Landes, der Verbandsliga Thüringen bzw. Thüringen-Liga auf, wo sie 2021/22 den Landesmeistertitel errangen. Sehr erfolgreich waren bisher auch die Juniorinnen (siehe Erfolge).

Die Frauenmannschaft (Trainer: Enrico Muffel), die B-Juniorinnen, die C-Juniorinnen und die D-Juniorinnen spielen zurzeit in der jeweiligen Verbandsliga, der höchsten Spielklasse in Thüringen.[2] Des Weiteren existieren Teams der E- und F-Juniorinnen. Die Heimspielstätte ist das Stadion Maßfelder Weg in der Südstadt von Meiningen. Dort wird von den vier Fußballfeldern überwiegend der Kunstrasenplatz genutzt.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Frauenmannschaft wurde 2012 und 2013 Kreismeister und spielt seit 2015 in der Verbandsliga Thüringen (4. Liga). Im Spieljahr 2021/22 wurde sie als Sieger in der Verbandsliga „Staffel West“ durch ein 2:0 im Meisterschaftsendspiel gegen den Sieger der „Staffel Ost“ FC Carl-Zeiss Jena III Thüringer Landesmeister.
  • Die D-Juniorinnen wurden 2010/11 Thüringer Landesmeister.
  • Die E-Juniorinnen wurden 2010/11 und 2012/13 Thüringer Landesmeister sowie 2011/12 Thüringer Futsalmeister.

Ergebnisse und Erfolge der Frauenmannschaft, B-Juniorinnen, C-Juniorinnen und D-Juniorinnen ab der Spielzeit 2016/17:

Spieljahr Frauen B-Juniorinnen C-Juniorinnen D-Juniorinnen
2016/17 9. Platz Verbandsliga
  • Thüringer Pokalsieger
  • Thüringer Futsalmeister
  • 3. Platz Futsal im NOFV
Thüringer Futsalmeister
2017/18 6. Platz Verbandsliga
  • Landesmeister
  • Thüringer Pokalsieger
Landesmeister Landesmeister
2018/19 4. Platz Verbandsliga
  • Vizemeister Futsal NOFV
  • Thüringer Futsalmeister
  • Thüringer Pokalsieger
Thüringer Pokalsieger
2019/20 Thüringer Vizemeister
  • Landesmeister
  • Thüringer Futsalmeister
2021/22
  • Landesmeister
  • Thüringer Pokalsieger
Landesmeister
  • Landesmeister
  • Thüringer Pokalsieger

Ergebnisse auf der Vereinsseite ESV Lok Meiningen bei Fussball.de.[2]

Sektion Handball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung Handball hat 95 Mitglieder und betreibt Männer-, Frauen- und Jugendmannschaften. Die Frauen stiegen 2019 in die Thüringenliga Frauen (5. Liga) auf und spielen 2021/22 um die Thüringer Landesmeisterschaft. Die erste Männermannschaft ist zurzeit in der Landesliga beheimatet (6. Liga). Die Männer waren in den 1990er und 2000er Jahren recht erfolgreich. 1994 stiegen sie in die Oberliga Thüringen (damals 4. Liga, heute als Thüringenliga 5. Liga) auf, wurden 1995 Thüringer Pokalsieger und nahmen anschließend am DHB-Pokal teil. In der Saison 1995/96 errangen sie den Thüringer Meistertitel und absolvierten 1996/97 eine Saison in der damaligen Regionalliga Südwest (damals dritthöchste Spielklasse). Anschließend spielten sie bis zur Saison 2006/2007 in der Oberliga Thüringen. Die Heimspielstätte ist die Multihalle im Meininger Stadtteil Jerusalem.

Sektion Tischtennis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung Tischtennis entstand 1949 gleichzeitig mit der Vereinsgründung und hat derzeit 85 Mitglieder. In den 1980er Jahren spielte man mehrere Jahre in der 2. DDR-Liga und in den 1990er Jahren in der Thüringer Verbandsliga. Gegenwärtig sind die sieben Mannschaften und das Jugendteam in Bezirks- und Kreisligen zu Hause. Spielstätte ist die Dreifelder-Halle „Am Drachenberg“ im Meininger Stadtteil Ost.

Sektion Schach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung Schach hat 24 Mitglieder, darunter 17 Aktive und vier Frauen.[3] Die erste Mannschaft ist in der Bezirksliga Süd und die zweite Mannschaft in der Bezirksklasse Süd vertreten[4]. Heimspielort sind die Vereinsräume im Restaurant „Bombay“ im Meininger Stadtzentrum.

Sektion Stocksport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung Stocksport, auch Eisstockschießen genannt, ist eine von sechs Eisstocksportvereinen im Thüringer Eis- und Rollsportverband (Stand: 2017).[5] Sie entstand gleichzeitig mit der ehemaligen Sektion Eishockey. Der Verein nimmt neben eigenen Veranstaltungen regelmäßig an Wettkampfturnieren insbesondere in Thüringen, Sachsen und Bayern teil. Sie wurden bereits mehrmals Thüringenmeister und sind oft in der Bundesliga Ost vertreten. Die Stocksport-Sektion besitzt als Wettkampf- und Trainingsstätte eine bitumierte und im Winter vereiste Vier-Bahnenanlage auf dem Pulverrasen, einem kleinen Park mit Freizeitanlagen westlich der Meininger Altstadt.

Sektion Kanu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zur ESV Lok gehörende Abteilung Kanu hat ihren Sitz in der Nachbarstadt Wasungen, wo sich auch das Bootshaus befindet. Die Sektion Kanu bietet neben dem Meininger Kanuverein e. V als zweiten Verein auf der Werra im Raum Meiningen/Wasungen Wassersport und Wasserwandern. Sie ist des Weiteren Mitglied im Deutschen Kanu-Verband.

Ehemalige Sektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basketball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sektion Basketball war 1955 Gründungsmitglied der erstklassigen DDR-Oberliga. Ergebnisse und weiterer Verbleib sind nicht bekannt.

Eishockey[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Logo der BSG Lok

Von 1949 bis 1970 existierte eine Sektion Eishockey, deren Mannschaft von 1955 bis 1960 in der 2. DDR-Eishockeyliga, von 1964 bis 1965 in der Gruppenliga (beide 3. Liga) und ab 1965 in der zweitklassigen Gruppenliga spielte. Beste Platzierungen waren hier jeweils ein zweiter Platz in den Spielzeiten 1955/56 und 1958/59. Infolge der Auflösung der DDR-Eishockeyligen 1970 und dem damit verbundenen Wegfall von staatlicher Förderung löste sich die Eishockey-Sektion Meiningen ebenso wie fast alle anderen Eishockeyvereine in der DDR auf.

Die Sektion war der Nachfolger der Eishockeyabteilung des SC Meiningen, der 1934 und 1935 zweimal als Thüringenmeister an den deutschen Meisterschaften teilnahm und 1934 bis in das Viertelfinale vordrang.

Fußball (Männer)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Abteilung Fußball entstand gemeinsam mit der Vereinsgründung. Die BSG Lok Meiningen war 1952 Gründungsmitglied der Bezirksliga Suhl. Nach der Saison 1953/54 musste die Mannschaft absteigen, schaffte aber 1957 den Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Gleichzeitig integrierte man die bis dahin in der Bezirksliga spielenden Fußballer der BSG Einheit Meiningen (vormalige Namen: VfL Meiningen 04, SG Eintracht Meiningen, BSG Ernst-Thälmann Meiningen) in die Fußballabteilung der BSG Lok Meiningen. Die Erste Mannschaft spielte in der drittklassigen Bezirksliga Suhl (1952/53, 1953/54, 1957–1960, 1963/64–1970/71, 1972/73–1989/90), in der II. DDR-Liga (1961/62, 1962/63), eine Saison in der DDR-Liga (1971/72) und in der Thüringenliga (1990/91 und 1991/92). Sie konnte dreimal den Bezirksmeistertitel (1960, 1983/84, 1986/87) und zwei Bezirks-Pokalsiege erringen. 1992 trennte sich die Fußballabteilung von der ESV Lok und gründete den VfL Meiningen 04 e. V. neu.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Sportstättenförderverein Meiningen e.V.
  2. a b Fussball.de Vereinsseite ESV Lok Meiningen.
  3. Schach.in: https://schach.in/esv-lok-meiningen/
  4. Home. Abgerufen am 20. Juni 2022.
  5. Deutscher Eisstock-Verband (DESV) (Memento vom 15. November 2017 im Internet Archive), PDF-Datei.