ETECSA

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ETECSA-Gebäude in Santiago de Cuba

Die Empresa de Telecomunicaciones de Cuba S.A., kurz ETECSA, ist ein kubanisches Telekommunikationsunternehmen in Staatsbesitz.

Es bietet Einheimischen und Touristen Telefon, Mobilfunk und Internet aus einer Hand. In jedem größeren Ort Kubas befindet sich ein Telegraphenamt der ETECSA mit Internetarbeitsplätzen und einer Mobilfunkstation.

Mobilfunknetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mobilfunk der ETECSA wird durch die Tochtergesellschaft Cubacel betrieben.

Anfangs wurden ein TDMA-Netz (800 MHZ) und GSM-Netz (900 und 850 MHz) nebeneinander betrieben. Das TDMA-Netz sollte laut einer offiziellen Ankündigung der ETECSA zum 31. März 2009 abgeschaltet werden. Das GSM-Netz erreicht inzwischen auf 900 MHz eine weitgehende Abdeckung der gesamten Insel; 850 MHz wird als zusätzliche Option an touristischen Orten (z.B. Varadero, Cayo Coco) angeboten.

Es bestehen Roamingverträge mit deutschen Mobilfunkbetreibern.

Mobilfunk war lange Zeit für die kubanische Bevölkerung stark eingeschränkt. Mobilfunkverträge zum Privatgebrauch (auch Prepaid) konnten anfangs nur durch Ausländer abgeschlossen und dann einem Einheimischen überlassen werden. Seit März 2008 ist diese Beschränkung aufgehoben. Seitdem traten sukzessive weitere Erleichterungen in Kraft, die zu einem rasanten Wachstum der Anschlusszahlen führten. Sie wuchsen von 331.000 (April 2008) auf 838.000 (März 2010).[1] Im Sommer 2010 waren es mehr als eine Million Nutzer.[2] Mittlerweile wird die Zahl der Mobilfunkkunden mit über 2 Mio angegeben [3]

Internet- und E-Mail-Dienst nauta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Marke nauta betreibt das Unternehmen einerseits seit 2013 eine große Anzahl an Internetcafés im ganzen Land, andererseits einen öffentlichen E-Mail-Dienst für die einheimische Bevölkerung - die sich den Zugang leisten kann.

In den Internetcafés können die Nutzer wählen, ob sie gegen eine Gebühr von 4,50 CUC pro Stunde das weltweite Internet nutzen wollen, oder gegen eine Gebühr von 0,60 CUC das staatliche Intranet. Aus dem staatlichen Intranet ist auch der E-Mail-Dienst nauta.cu nutzbar, wobei dann jedoch eine Gebühr in Höhe von 1,50 CUC pro Stunde fällig wird[4].

Ein Internetzugang von ETECSA in Privatwohnungen, die ein Einwählmodem übers Telefonnetz nutzen, ist entsprechend langsam, kostet laut Medienberichten etwa 100 Euro pro Monat und ist nur sehr selten vorhanden. Bei einem durchschnittlichen Monatslohn von umgerechnet etwa 16 Euro ist die Internetnutzung für viele Kubaner unerschwinglich[5].

Gesellschafterstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2011 gehörten gemäß einer Veröffentlichung in der Gaceta Oficial, dem kubanischen Gesetzblatt, 51 Prozent der Anteile Telefónica Antillana, 27 Prozent Rafin, 11 Prozent der Universal Trade & Management Corporation (Utisa), 6,15 Prozent der Banco Financiero Internacional, 3,8 Prozent der Negocios en Telecomunicaciones sowie 0,9 Prozent der Banco Internacional de Comercio.[6]

Zuvor wurden 27 Prozent der Gesellschaftsanteile von der Telecom Italia gehalten. Diese erwog ursprünglich, aufgrund des schwierigen Marktumfeldes – nur wenige Kubaner können sich ein Mobiltelefon leisten – einen Verkauf ihrer Anteile an die spanische Telefónica.[7] Letztendlich wurden die Anteile jedoch für 706 Millionen US-Dollar an die kubanische Gesellschaft Rafin verkauft. Davon wurden 500 Millionen sofort und der Rest in 36 Monatsraten fällig.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Se triplicaron las líneas de celular en Cuba, Angaben zur Entwicklung der Mobilverträge auf Cubadebate.cu
  2. Cuba asume el control de la empresa de telecomunicaciones ETECSA, RIA Novosti, 7. Februar 2011
  3. La telefonía móvil en Cuba, Angaben zur Entwicklung der Mobilverträge auf Cubadebate.cu
  4. https://amerika21.de/2013/05/83066/kuba-internetcafes
  5. http://www.netzpiloten.de/internet-kuba-einem-land-das-den-anschluss-verloren-hat/
  6. a b Monopolio de telecomunicaciones ETECSA por primera vez solo cubano, AFP in Terra Colombia, 3. Februar 2011
  7. ftd.de: Wirtschaftsstandort Kuba. Der Traum vom Mallorca der Amerikaner (Memento vom 17. April 2009 im Internet Archive) vom 14. April 2009