EWL InstaKit

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EWL InstaKit ist eine beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragene Wort-Bild-Marke und wird als so genannte „Mitbaukonzeption“ im Bereich der Elektroinstallation vermarktet. Im Unterschied zur konventionellen Elektroinstallation, wonach alle Arbeitsabläufe durch das Personal eines qualifizierten Fachbetriebes aus dem Handwerk erfolgen, werden mittels dieser alternativen Konzeption die handwerklichen Abläufe durch Personen ohne entsprechende Qualifizierung (Laien) ausgeführt, wobei nur begleitend bzw. erst nach Fertigstellung ein qualifizierter Fachbetrieb die Prüfung und die Ab- und Inbetriebnahme übernimmt.

Das System findet Anwendung im Marktsektor des so genannten DIY und richtet sich insbesondere an die Klientel des individuellen Wohnungsbaus.

Geschichte und Konzeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Konzeption wurde in der Zeit der sich abschwächenden Baukonjunktur ab 1990 von dem Elektro-Handwerksmeister Franz Thiel erdacht und als vermarktbares Konzept erstmals 1995 durch seinen gleichnamigen Elektro-Fachbetrieb Hansen&Thiel GbR unter der Bezeichnung „InstaKit“ im Raum Trier (DE) vertrieben.

Bis dahin war die Ausführung von elektrotechnischen Arbeiten alleine Handwerks-Fachbetrieben und deren betriebsangehörigem Fachpersonal vorbehalten. Eine vergleichbar professionelle Konzeption für die Selbstmontage existierte in offiziell erhältlicher Weise nicht. Als somit innovative Geschäftsidee wurde die Konzeption von der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz gefördert.

In Folge formierte sich seitens Lobbyisten aus Berufsverbänden und Stromnetzbetreibern energischster Widerstand: Um zwecks Unterbindung eines neuen unliebsamen Vertriebsweges einer Industriemäßigen Massenproduktion entgegenzuwirken, beriefen sich die Gegner auf technische, rechtliche und sicherheitsrelevante Details, wonach eine Ausführung von Elektroarbeiten ausschließlich den Fachbetrieben vorbehalten sei und daher von Laien nicht ausgeführt werden dürfe.

Da diese Konzeption der Baubegleitung und Abnahme im Ergebnis aber die gleichen technischen und sicherheitsrelevanten Kriterien wie das klassisch rein handwerkliche Installationsprinzip erfüllt, konnte es im Mai 2000 am Oberlandgericht Koblenz als gesetzes- und sicherheitskonform durchgesetzt werden.[1]

Es folgte daraufhin ab 2001 die deutschlandweite Verbreitung durch den Baumarkt. Mit einem weiteren Gerichtsurteil des Landgerichts Aschaffenburg[2] wurde zudem erreicht, dass fortan diese Mitbaupraxis gegenüber der konventionellen Installationspraxis auch nicht mehr gesondert behandelt, herabgesetzt oder benachteiligt werden darf. Besondere Relevanz fand dies neben Stromnetzbetreibern auch bei der Gebäudeversicherung, da sie diese Gerichtsentscheidung an die Gleichbehandlung mit konventionell installierten Anlagen bindet.

Im September 2013 wurde das Konzept von der VolTra GmbH übernommen und unter der Bezeichnung „EWL InstaKit“ weiter perfektioniert.

EWL InstaKit wird neben in Deutschland auch in Luxemburg und Österreich vertrieben.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Urteil OLG Koblenz auf ewl-instakit.de
  2. Urteil LG Aschaffenburg auf ewl-instakit.de