Earl of Albemarle

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Earl of Albemarle (oder Albermarle) ist ein erblicher britischer Adelstitel in der Peerage of England.

Albemarle ist eine frühe Variante des französischen Aumale (lateinisch Alba Marla). Die anglonormannische Hawise, Countess of Aumale siedelte zu Beginn des 13. Jahrhunderts nach dem Verlust der französischen Grafschaft Aumale nach England über. Ihre Nachkommen führten den Titel Count of Aumale bis Ende des 13. Jahrhunderts weiter. Sie werden deshalb gelegentlich auch als Earl of Albemarle tituliert, was jedoch falsch ist, da sie nie zu englischen Earls erhoben wurden.[1] Aber noch 1697 wurde der aus den Niederlanden stammende Arnold Joost van Keppel vom englischen König Wilhelm III. zum Earl of Albemarle erhoben, wobei sich die Ernennung ausdrücklich auf die Stadt Aumale und das Land Aumale im Herzogtum Normandie bezog – ein Gebiet, das dem König von England schon lange nicht mehr unterstand.

Verleihungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Titel wurde insgesamt dreimal verliehen, außerdem wurde einmal die Würde des Duke of Albemarle vergeben.

Das Lehen Aumale wurde vom Erzbischof von Rouen an Odo II. gegeben, den vertriebenen Grafen von Champagne und Schwager Wilhelms des Eroberers, der es wiederum zu einer Grafschaft erhob. Mit Odos Tod folgte ihm sein Sohn Stephan nicht nur als Graf von Aumale, sondern auch als Lord of Holderness, Bytham (Lincolnshire) etc., Güter, die später als "Fee and Honor of Albemarle" bekannt wurden.

Stephan starb um 1127 und hinterließ einen Sohn, Wilhelm der Dicke (William le Gros). Dieser erhielt den Titel 1138 nochmals, nun vom englischen König als Herzog der Normandie verliehen. Mit Aveline de Forz, 6. Countess of Aumale, (und Ehefrau von Edmund Crouchback, 1. Earl of Lancaster) starb die Familie 1274 aus und der Titel erlosch.

1412 wurde Thomas of Lancaster, der spätere Duke of Clarence, zum Earl of Aumale erhoben, doch der Titel erlosch bereits neun Jahre später mit dessen Tod. Im Jahr 1660 wurde die Würde eines Duke of Albemarle an George Monck verliehen, erlosch aber bereits 1688 wieder mit dem Tod von dessen Sohn.

1696 ernannte der exilierte König Jakob II. von England seinen unehelichen Sohn Henry Fitzjames zum 1. Duke of Albemarle mit den nachgeordneten Titeln Earl of Rochford und Baron Romney. Keiner der Titel wurde jedoch in England anerkannt. Henry Fitzjames starb bereits 1702.

Schließlich ging der Titel 1697 an den holländischen Günstling des englischen Königs Wilhelm III. Arnold Joost van Keppel, dessen Nachkommen ihn noch heute führen.

Nachgeordnete Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Earl of Albemarle trägt die weiteren Titel: Viscount Bury, in der Grafschaft Lancashire (geschaffen 1697), und Baron Ashford, of Ashford in der Grafschaft Kent (geschaffen 1697), beide, ebenso wie die Earlswürde, in der Peerage of England.

Der Höflichkeitstitel für den ältesten Sohn des Earls ist Viscount Bury.

Liste der Earls of und Dukes of Albemarle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf von Aumale (Erste Verleihung, 1081)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graf von Aumale (Zweite Verleihung, 1138)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Earl of Albemarle, Dritte Verleihung (1412)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Duke of Albemarle (1660)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

George Keppel, 3. Earl of Albemarle

Earls of Albemarle, Vierte Verleihung (1697)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelerbe ist der Sohn des jetzigen Earls, Augustus Sergei Darius Keppel, Viscount Bury (* 2003).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Barbara English: Forz, William de, count of Aumale. In: H. C. G. Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB). Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X, online (Lizenz erforderlich), Stand: 2004 (englisch)