Earl of Buchan

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Ursprüngliches Wappen des Earl of Buchan[1][2]
Heutiges Wappen des Earl of Buchan

Earl of Buchan ist ein erblicher britischer Adelstitel, der viermal in der Peerage of Scotland geschaffen wurde. Ursprünglich geht der Titel auf den Mormaer of Buchan zurück, der Regent der mittelalterlichen schottischen Provinz Buchan war.

Verleihungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Person, die als Earl (Mormaer) of Buchan bekannt ist, war Gartnait, der in den im 12. Jahrhundert nachträglich eingefügten gälischen Notizen im Book of Deer genannt wird. Mögliche Vorgänger im frühen 12. Jahrhundert namens Cainneach und Gille-Michéil sind historisch nur unzureichend gesichert. Der Titel war in Ermangelung männlicher Nachkommen auch in weiblicher Linie erblich und gelangte so um 1243 an Alexander aus der Familie Comyn. Er war damit der erste Ausländer, der ein Mormaerdom im hochmittelalterlichen Königreich Schottland erwarb, wenn auch nur durch Heirat seiner Eltern. Seine Enkelin und Titelerbin Alicia heiratete vor 1310 den englischen Adligen Henry de Beaumont, 1. Baron Beaumont aus dem Haus Brienne. Als dieser in den Schottischen Unabhängigkeitskriegen auf englischer Seite gegen Schottland kämpfte wurden der Titel und die damit verbundenen Rechte und Ländereien von der schottischen Krone eingezogen. Obwohl Beaumont durch Writ of Summons vom 22. Januar 1334 das Recht wiedererlangte, als Earl of Buchan an Sitzungen des schottischen Parlaments teilzunehmen, durfte der Titel bei seinem Tod 1340 nicht mehr an seine Nachkommen vererbt werden, sondern erlosch.

Der Titel blieb in den Händen der Krone, bis König Robert II. ihn 1382 seinem vierten Sohn Sir Alexander Stuart, den „Wolf of Badenoch“ verlieh. Dabei wurde das mit dem Titel verbundene Territorium von Buchan jedoch so sehr verkleinert, dass ihm nicht mehr der Rang einer Provinz zukam. Mit dem Tod von Alexanders Neffen John, 3. Earl of Buchan erlosch der Titel und das Territorium fiel an die Krone zurück.

1444 verlieh König Jakob I. das Earldom als „standesgemäßen Titel“ an seine Tochter Maria anlässlich ihrer Hochzeit mit Wolfhart VI. von Borsselen. Bei ihrem Tod am 20. März 1465 erlosch der Titel.

1469 wurde der Titel von König Jakob III. dem Halbbruder seines Vaters, Sir James Stewart, verliehen, zusammen mit dem nachgeordneten Titel Lord Auchterhouse. Die Titel sind in Ermangelung männlicher Nachkommen auch in weiblicher Linie erblich. Beim Tod des 8. Earls, 1695, fiel der Titel an dessen Verwandten David Erskine, 4. Lord Cardross, der bereits den 1610 geschaffenen und fortan nachgeordneten Titel Lord Cardross innehatte. Dieser wird seither anstelle des Titels Lord Achterhouse vom Titelerben (Heir apparent) des jeweiligen Earl als Höflichkeitstitel geführt. Beim Tod des 15. Earls, 1960, fiel der Titel an dessen Verwandten Donald Erskine, 7. Baron Erskine, der bereits den 1806 geschaffenen und fortan nachgeordneten Titel Baron Erskine innehatte. Letzterer Baronstitel gehörte zur Peerage of the United Kingdom und berechtigte den Earl im Gegensatz zu seinen schottischen Titeln bereits vor dem Peerage Act 1963 zu einem Sitz im britischen House of Lords. Der erbliche Anspruch auf einen Parlamentssitz wurde 1999 mit dem House of Lords Act abgeschafft. Aktuelle Titelinhaber ist seit 1984 Malcolm Harry als 17. Earl.

Der Familiensitz des heutigen Earls ist Newnham House bei Hook in Hampshire.

Liste der Earls of Buchan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Mormaers/Earls of Buchan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Earls of Buchan, zweite Verleihung (1382)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Earls of Buchan, dritte Verleihung (1444)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Earls of Buchan, vierte Verleihung (1469)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelerbe ist der Sohn des jetzigen Earls, Henry Thomas Alexander Erskine, Lord Cardross (* 1960).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alan Orr Anderson: Early Sources of Scottish History. AD 500-1286. 2 Bände. Oliver and Boyd, Edinburgh 1922.
  • Kenneth Jackson (Hrsg.): The Gaelic Notes in the Book of Deer. Cambridge 1972 (The Osborn Bergin Memorial Lecture 1970).
  • James Balfour Paul (Hrsg.): The Lord Lyon King of Arms: The Scots Peerage. Band 2. Douglas, Edinburgh 1909, Comyn, Earl of Buchan ab S. 250; Stewart, Earl of Buchan ab S. 262. (Online auf www.archive.org [abgerufen am 1. Juli 2014]).
  • John L. Roberts: Lost Kingdoms. Celtic Scotland and the Middle Ages. University Press, Edinburgh 1997, ISBN 978-0-7486-0910-9.
  • Alan Young: Buchan in the 13th century. In: Alexander Grant, Keith J. Stringer (Hrsg.): Medieval Scotland: Crown, Lordship and Community Essays Presented to G.W.S Barrow. Edinburgh 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Iain Moncreiffe of that Ilk, Don Pottinger (Hrsg.): Scotland of Old: Clan Names Map. Bartholomew, Edinburgh 1991, ISBN 978-0-7028-1709-0.
  2. Paul, 1909 nennt auf S. 265 „benutzt um 1415“