Earl of Dunbar

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Earl of Dunbar war ein erblicher Adelstitel, der zweimal in der Peerage of Scotland verliehen wurde.

Der Name des Earldoms bezieht sich auf die Stadt bzw. Burg Dunbar in East Lothian.

Verleihungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Verleihung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Titel wurde erstmals um 1072 für Gospatric geschaffen. Dieser war der angelsächsische Earl of Northumbria, wurde unter Wilhelm dem Eroberer aus Northumbria vertrieben (The Harrying of the North), floh nach Schottland, wurde dort 1072 von seinem Cousin König Malcolm III. zum Great Steward erhoben und mit der Burg Dunbar und umfangreichen Ländereien in Lothian und den Scottish Marches verbunden war.[1][2] Nachdem er bald darauf in East Lothian und den Marches entscheidende Siege gegen marodierenden Banditen erkämpft hatte, erhob ihn der König zum Earl of the March. Sein Sohn, der 2. Earl, siegelte als Earl of Lothian und fiel 1138 als er das Aufgebot Lothians in die Standartenschlacht gegen die Engländer führte. Urkundlich werden er und sein Sohn, der 3. Earl, meist schlicht Earl (lat. Comes) genannt. Ab dem 4. Earl setzte sich die Bezeichnung Earl of Dunbar nach seiner Stammburg durch. Ab dem 8. Earl wurde auch die Alternativbezeichnung Earl of March geläufig, die daher rührt, dass der Earl das Grenzgebiet (Mark) an der schottisch-englichen Grenze (Scottish Marches) kontrollierte. Der Titel ist nicht mit dem auf schottischer und englischer Seite mehrfach geschaffenen Titel Earl of March oder dem schottischen Titel Earl of Lothian zu verwechseln.

Der 10. Earl lief 1400 zeitweise zu den Engländern über und bekam seinen Earlstitel aberkannt, wurde aber 1409 von König Jakob I. begnadigt und der Titel wiederhergestellt. Die Begnadigung wurde am 10. Januar 1435 durch Parlamentsbeschluss für ungültig erklärt, seinem inzwischen amtierenden Sohn und Nachfolger, dem 11. Earl der Titel endgültig aberkannt und seine Ländereien zugunsten der Krone eingezogen.

Zweite Verleihung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 3. Juli 1605 wurde der Titel Earl of Dunbar für den Chancellor of the Exchequer George Home, 1. Baron Hume of Berwick neu geschaffen. Bereits am 7. Juli 1604 war er in der Peerage of England zum Baron Hume of Berwick erhoben worden. Das Earldom wurde ihm mit dem Zusatz verliehen, dass es in Ermangelung direkter männlicher Nachkommen auch an sonstige „männliche Erben“ (heirs male whatsoever) vererbbar sei. Als der Earl am 20. Januar 1611 starb, hatte er zwei Töchter aber keine Söhne. Seine Titel ruhen seither. Sein Bruder John Home und dessen Nachkommen beanspruchten in der Folgezeit mehrfach den Earlstitel, es gelang aber bislang keinem von ihnen, eine rechtswirksame offizielle Anerkennung des Titels beim House of Lords zu erwirken.

Liste der Earls of Dunbar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Earls of Dunbar, erste Verleihung (um 1072)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Earls of Dunbar, zweite Verleihung (1605)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • James Miller: The History of Dunbar, from the Earliest Records to the Present Period. With a Description of the Ancient Castles and Picturesque Scenery On the Borders of East Lothian. William Miller, Dunbar 1830. Online-Ausgabe (PDF; 12,0 MB)
  • William Playfair: British family antiquity illustrative of the origin and progress of the rank, honours, and personal merit, of the nobility of the United Kingdom. Accompanied with an elegant set of chronological charts. Volume 8, containing the baronetage of Scotland. T. Reynolds & H. Grace, London 1811.
  • G.E. Cokayne, et al. (Hrsg.): The Complete Peerage of England, Scotland, Ireland, Great Britain and the United Kingdom/13 Volumes Bound in 6. (Hardcover), Palgrave Macmillan, 1984, ISBN 031215836X; Sutton Publishing 2000, ISBN 0904387828.
  • James Balfour Paul: The Scots peerage. Founded on Wood's edition of Sir Robert Douglas's peerage of Scotland; containing an historical and genealogical account of the nobility of that kingdom. Volume 3, Cambridge Scholars Publishing, Cambridge 2010, ISBN 1-150-84244-X.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. Stevenson (Übers.): The Historical Works of Simeon of Durham. London 1855, S. 558.
  2. Gospatric, Earl of Northumberland bei thepeerage.com