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Ebbe

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Der Gezeitenstrom Skookumchuck Narrows (Kanada) bei Ebbe
Büsum an der Nordsee bei Niedrigwasser
Fleet in der Hamburger Speicherstadt bei Niedrigwasser

Als Ebbe oder ablaufendes Wasser wird das Sinken des Meeresspiegels infolge der Gezeiten (Tiden) bezeichnet.[1] Das Gegenteil heißt Flut (steigendes Wasser). Im Gegensatz zu dieser fachsprachlich eindeutigen Verwendung des Begriffspaars bezeichnet „Ebbe“ umgangssprachlich jedes Niedrigwasser oder einen niedrigen Wasserstand. In dieser umgangssprachlichen Verwendung wird das Wort auch häufig benutzt, um allgemein ein niedriges Niveau anzudeuten, z. B. Es ist Ebbe auf dem Konto, In der Staatskasse herrscht Ebbe.

Bei Ebbe werden in Küsten- und Ufernähe nach und nach Teile des Meeres- oder Flussbodens freigelegt. Im Wattenmeer, beispielsweise in der Nordsee, fällt dann das so genannte Watt trocken. Zu dieser Zeit sind stellenweise Wattwanderungen möglich. Das Watt stellt einen besonderen Lebensraum für Flora und Fauna dar.

Die Dauer des Trockenfallens bestimmt wesentlich die Zonierung des Lebensraumes und die dementsprechend vorkommenden Tier- und Pflanzenarten.

Anthropogene Veränderungen können die mittleren Wasserstände bei Hoch- und Niedrigwasser verändern, wie am Beispiel der Elbe ersichtlich wird. Hier hat sich der mittlere Niedrigwasserstand seit Beginn der Vertiefungsarbeiten des Flussbettes im Elbe-Ästuar bis 2007 verringert.[2]

Als Ebbstrom bezeichnet man die Wasserströmung, die bei Ebbe auftritt. Der Ebbstrom kann abhängig von Gezeitenhub und Meeresrelief erhebliche Geschwindigkeiten entwickeln. In der Elbe vor Cuxhaven können bei Springtide Strömungsgeschwindigkeiten von über 6 km/h auftreten. Besonders stark wird ein solcher Strom, wenn sich das Wasser von einer größeren Fläche in einem Priel, also einer flussbettartigen Vertiefung im Meeresboden sammelt und mit großer Kraft vom Ufer weg strömt. Gerät ein Schwimmer in einen Ebbstrom, kann er von diesem weit ins Meer hinausgetragen werden. Wenn er dort nicht Hilfe findet oder aus eigenen Kräften zurückschwimmen kann, kann er ertrinken. Das gilt auch für die Benutzung von Luftmatratzen, Paddel-, Ruder- und Tretbooten und schwach motorisierten Schiffen. Deshalb gibt es an entsprechend gefährdeten Badestränden eine Strandwache beziehungsweise entsprechende Warnsignale (Flagge).

Auch Tideflüsse wie die Elbe, die Brackwasser oder Süßwasser führen, weisen Ebbe und Flut auf. Die Ebbe oder Ebbzeit ist der Zeitraum zwischen Hoch- und Niedrigwasser. Das Ende der Ebbe, also der untere Scheitelpunkt der Gezeitenwelle, wird als Tideniedrigwasser bezeichnet. Wasserstand und Gezeitenströmung fallen nicht immer zusammen, deshalb spricht man neben Hoch- und Niedrigwasser auch vom Kentern des Flut- und Ebbstroms. Zum Beispiel kann in Flussmündungen der Ebbstrom noch oberflächlich nachlaufen, während der Wasserstand schon wieder steigt, so dass der Ebbstrom erst nach Niedrigwasser kentert.

Commons: Ebbe – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Ebbe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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  1. Definition nach Gabriele Broll et al. (Hrsg.): Diercke Wörterbuch der Geographie. Westermann, Braunschweig 2017, s. v. Ebbe: „die Phase des zurückweichenden Wasserstandes im Gezeitenrhythmus der Meere“.
  2. M. Fickert, T. Strotmann: Hydrodynamische Entwicklung der Tideelbe. Hamburg, S. 2007.