Ebbe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ebbe (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ein Fleet in der Hamburger Speicherstadt bei fast abgelaufenem Wasser
Der Gezeitenstrom Skookumchuck Narrows (Kanada) bei Ebbe
Büsum an der Nordsee bei Ebbe

Als Ebbe oder ablaufendes Wasser wird das Sinken des Meeresspiegels infolge der Gezeiten (Tiden) bezeichnet. Das Gegenteil heißt Flut (steigend). Ebenso bezeichnet der Begriff Ebbe den Zeitraum zwischen Hoch- und Niedrigwasser.

Die umgangssprachliche Bezeichnung von Niedrigwasser oder allgemein einem niedrigen Wasserstand als Ebbe ist daher nicht korrekt. Dennoch hat sich diese Verwendung des Wortes allgemein eingebürgert und wird auch umgangssprachlich benutzt, um einen niedrigen Stand anzudeuten, z. B. Es ist Ebbe auf dem Konto, In der Staatskasse herrscht Ebbe.

Auswirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Niedrigwasser werden in Küsten- und Ufernähe Teile des Meeres- oder Flussbodens freigelegt. In der Nordsee fällt im Wattenmeer das so genannte Watt trocken. Zu dieser Zeit sind Wattwanderungen möglich. Das Watt stellt einen besonderen Lebensraum für Flora und Fauna dar.

Die Dauer des Trockenfallens bestimmt wesentlich die Zonierung des Lebensraumes und die dementsprechend vorkommenden Tier- und Pflanzenarten.

Abhängig von der geographischen Lage und der Konstellation von Mond, Sonne und Erde fällt der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser unterschiedlich stark aus. Der höchste Tidenhub mit 14 bis 21 Meter entsteht in der Bay of Fundy in Kanada. In der Nordsee liegt er bei drei bis vier Meter, im Mittelmeer und in der Ostsee unter einem halben Meter.

Ebbstrom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ebbstrom bezeichnet man die Wasserströmung, die bei Ebbe auftritt. Der Ebbstrom kann abhängig von Gezeitenhub und Meeresrelief erhebliche Geschwindigkeiten entwickeln. In der Elbe vor Cuxhaven können bei Springtide Strömungsgeschwindigkeiten von über 6 km/h auftreten. Besonders stark wird ein solcher Strom, wenn sich das Wasser von einer größeren Fläche in einem Priel, also einer flussbettartigen Vertiefung im Meeresboden sammelt und mit großer Kraft vom Ufer weg strömt. Gerät ein Schwimmer in einen Ebbstrom, kann er von diesem weit ins Meer hinausgetragen werden. Wenn er dort nicht Hilfe findet oder aus eigenen Kräften zurückschwimmen kann, kann er ertrinken. Das gilt auch für die Benutzung von Luftmatratzen, Paddel-, Ruder- und Tretbooten und schwach motorisierten Schiffen. Deshalb gibt es an entsprechend gefährdeten Badestränden eine Strandwache beziehungsweise entsprechende Warnsignale (Flagge).

Im Tidenfluss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch Tideflüsse wie die Elbe, die Brackwasser oder Süßwasser führen, weisen Ebbe und Flut auf. Die Ebbe oder Ebbzeit ist zugleich der Zeitraum zwischen Hoch- und Niedrigwasser. Das Ende der Ebbe, also der untere Scheitelpunkt der Gezeitenwelle, wird als Tideniedrigwasser bezeichnet. Wasserstand und Gezeitenströmung fallen nicht immer zusammen, deshalb spricht man neben Hoch- und Niedrigwasser auch vom Kentern des Flut- und Ebbstroms. Zum Beispiel kann in Flussmündungen der Ebbstrom noch oberflächlich nachlaufen, während der Wasserstand schon wieder steigt, so dass der Ebbstrom erst nach Niedrigwasser kentert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]