Ebenweiler

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ebenweiler
Ebenweiler
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ebenweiler hervorgehoben
Koordinaten: 47° 54′ N, 9° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Gemeindeverwal­tungsverband: Altshausen
Höhe: 592 m ü. NHN
Fläche: 10,13 km2
Einwohner: 1197 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88370
Vorwahl: 07584
Kfz-Kennzeichen: RV
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 024
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Unterwaldhauser Straße 2
88370 Ebenweiler
Webpräsenz: www.ebenweiler.de
Bürgermeister: Tobias Brändle
Lage der Gemeinde Ebenweiler im Landkreis Ravensburg
Bayern Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Sigmaringen Achberg Aichstetten Aitrach Altshausen Amtzell Argenbühl Aulendorf Bad Waldsee Bad Wurzach Baienfurt Baindt Berg (Schussental) Bergatreute Bodnegg Boms Boms Ebenweiler Ebersbach-Musbach Eichstegen Eichstegen Fleischwangen Fronreute Grünkraut Guggenhausen Guggenhausen Guggenhausen Guggenhausen Horgenzell Hoßkirch Isny im Allgäu Kißlegg Königseggwald Königseggwald Leutkirch im Allgäu Ravensburg Riedhausen Schlier (Gemeinde) Unterwaldhausen Vogt (Gemeinde) Waldburg (Württemberg) Wangen im Allgäu Weingarten (Württemberg) Wilhelmsdorf (Württemberg) Wolfegg Wolpertswende BodenseeKarte
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Ebenweiler

Ebenweiler ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg, im nördlichen Landkreis Ravensburg gelegen, zwischen Schwäbischer Alb, Donau und Bodensee.

Die Gemeinde ist seit 1972 Mitglied im Gemeindeverwaltungsverband Altshausen mit Sitz in Altshausen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenweiler liegt etwa 19 km nördlich von Ravensburg, 13 km südlich von Bad Saulgau und 5 km südwestlich von Altshausen.

Am westlichen Ortsrand befindet sich der Ebenweiler See, auch Ebenweiler Weiher genannt.

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören außerdem die außerhalb des Ortes gelegenen Teile Groppach, Mauren, Oberholz und Oberweiler. Sie erstreckt sich insgesamt über eine Markungsfläche von 1013 ha. Der Großteil davon wird landwirtschaftlich genutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Siedlungsspuren in der Nähe von Ebenweiler sind bei Ruprechtsbruck aus der jüngeren Steinzeit (ca. 2500 v. Chr.) gefunden worden. Zwei Ringwälle in der näheren Umgebung (in Oberaichen und Oberholz) lassen auf eine keltische Bevölkerung im 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. schließen. Beim Ebenweiler Teilort Mauren ist schließlich ein römischer Wohnplatz bezeugt.

Die älteste Urkunde, in der Ebenweiler erwähnt wird, stammt aus dem Jahre 1105. Ihr zufolge überließen Bischof Gebhard von Konstanz und ein gewisser Heinrich von Ebenweiler dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen neun Mansen Güter in Mauenheim im Hegau. Aus dem Jahr 1145 existiert ein Dokument, worin König Konrad III. in Worms die Freiheiten und Besitzungen des Klosters Allerheiligen zu Schaffhausen bestätigt. Darin findet sich der Satz „item predium Henrici de Evenwilare“ (lat., „auch ein Besitztum des Heinrich von Ebenweiler“). Im Jahr 1510 wütete die Pest in Ebenweiler und forderte zahlreiche Opfer.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenweiler gehörte zur Grafschaft Königsegg-Aulendorf, mit der es 1806 an das neue Königreich Württemberg fiel, das es dem Oberamt Saulgau zuordnete. Über den 1934 gegründeten Landkreis Saulgau kam Ebenweiler 1973 zum Landkreis Ravensburg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1829 348
1960 576
1970 618
1980 708
1986 822
1991 843
1995 949
2005 1128
2010 1176
2015 1197

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Zugehörigkeit zur Grafschaft Königsegg-Aulendorf ist an Ebenweiler die Reformation vorbeigegangen. Auch heute gibt es lediglich eine römisch-katholische Kirche im Ort. Die wenigen evangelischen Gläubigen werden von Altshausen aus geistlich versorgt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat seit der Wahl 2014 neun Mitglieder, eine Frau und acht Männer.[2]

Bürgermeister seit 1824[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahre Bürgermeister
1824–1837: Bürgermeister Fetscher
1837–1862: Paul Birkhofer
1862–1894: Bürgermeister Baumann
1894–1906: Benedikt Rimmele
1906–1931: Paul Heller
1931–1946: Richard Linz
1946–1957: Paul Ziegler
1957–1990: Josef Eisele
1990–2006: Hermann Heigle
2006–2016: Stefan Obermeier
seit 2016: Tobias Brändle

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen von Ebenweiler zeigt auf rotem Grund einen silbernen (weißen) Ritterhelm mit einer Adlerschwinge als Helmzier.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenweiler unterhält seit dem Jahr 1974 eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Thiron-Gardais, westlich von Chartres gelegen. Damals handelte es sich um die kleinsten Gemeinden, die eine Partnerschaft eingingen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundsteinlegung zum Bau der jetzigen Kirche St. Urban erfolgte am 24. August 1830. Sie enthält Bemalungen durch Johann Georg Sauter aus Aulendorf aus dem Jahr 1834, einen Hochaltar von Theodor Schnell dem Älteren aus dem Jahr 1882 sowie Deckenmalereien aus den 1920er Jahren von Viktor Mezger aus Überlingen. Das Geläut der Kirche verfügt über historisch bedeutende Glocken aus dem 13.–16. Jahrhundert, die sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg abgeliefert werden mussten und zur Metallgewinnung von Einschmelzung bedroht waren, was glücklicherweise ausblieb.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenweiler verfügt für ein Dorf seiner Größe über ein äußerst reges Vereinsleben. Im Jahre 2001 konnte der Musikverein Ebenweiler sein 200-jähriges Bestehen feiern, 1871 wurde der Veteranenverein Kyffhäuser gegründet, 1958 folgten ein Sportverein, ein Schützenverein (1961) und 1974 der Skiclub Ebenweiler. 1992 wurde die Narrenzunft Ebenweiler Galgenweible gegründet. Maske und Narrenhäs des Galgenweibles gehen auf einen Ebenweiler Hexenprozess im Jahre 1672 zurück.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ebenweiler See entstand als Schmelzwassersee vor 15.000 Jahren. Nach seiner Verlandung wurde er 1485 aufgestaut, daher auch die Bezeichnung als Ebenweiler Weiher. In einer Urkunde aus jenem Jahr heißt es, Marquardt von Königsegg „hätt einen wier in Ebenweiler zu machen angefangen“. Der Damm lässt auf die Bauweise des Deutschordens schließen. Heute hat der See durch Verlandung nur noch eine Wasserfläche von 7 ha, das 115 ha große Naturschutzgebiet umfasst jedoch auch das weitaus größere umliegende Schilfgebiet, Streuwiesen, Bruchwälder sowie das Ebenweiler Ried – ein Verlandungsniedermoor mit einer bis zu 12,5 Meter dicken Torfschicht.[3]

Das ausgedehnte Schilfgebiet um den Ebenweiler See hat in naturkundlicher Hinsicht überregionale Bedeutung als Brutplatz der Großen Rohrdommel und der Rohrweihe und als Heimat von extrem seltenen Pflanzenarten wie Mittlerem Sonnentau, Rundblättrigem Sonnentau, Kammfarn, Preußischem Laserkraut, Fieberklee, Sumpf-Läusekraut, Sumpf-Herzblatt, Gemeines Fettkraut, Mehlprimel, Zungenhahnfuß, rostrotem und schwarzem Kopfried, kümmelblättriger Silge sowie einiger Orchideen, darunter das Fleischfarbene Knabenkraut, die Sumpf-Stendelwurz, die Mücken-Händelwurz und das Große Zweiblatt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenweiler verfügt über eine eigene Grundschule. Weiterführende Schulen können in Altshausen besucht werden. Für die jüngsten Einwohner gibt es einen römisch-katholischen Kindergarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roland Prinzinger (* 1948), Ornithologe, wuchs in Ebenweiler auf
  • Rolf Staedele († 2006), Sprachforscher und Mundartdichter, lebte bis zu seinem Tod in Ebenweiler

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chronik des Kreises Ravensburg. Landschaft, Geschichte, Brauchtum, Kunst. Chroniken-Verlag Boxberg, Hinterzarten 1975.
  • Oskar Sailer (Hrsg.): Der Kreis Ravensburg. Theiss, Stuttgart 1976, ISBN 3-8062-0145-5.
  • Walter Held: Ebenweiler Heimatbuch. Geiger, Horb am Neckar 1986, ISBN 3-89264-048-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ebenweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. http://ebenweiler.itee.ag/?page_id=515
  3. www.seenprogramm.de/102.html Umfangreiche Informationen des Aktionsprogramms zur Sanierung oberschwäbischer Seen