Eberhard Kloke

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Eberhard Kloke (* 24. November 1948 in Hamburg) ist ein deutscher Dirigent und Komponist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eberhard Kloke erhielt seine Dirigierausbildung an der Berliner Staatlichen Hochschule für Musik und studierte Musikwissenschaft und Germanistik an der Freien Universität Berlin. Nach Kapellmeistertätigkeiten in Mainz, Darmstadt, Düsseldorf und Lübeck wurde Eberhard Kloke 1980 als Generalmusikdirektor nach Ulm berufen und ging 1983 in gleicher Position nach Freiburg im Breisgau.

Ab 1984 führten ihn Gastdirigate u.a. an die Deutsche Oper Berlin, an die Komische Oper Berlin, zu den Essener Philharmonikern, dem Orchester der Beethovenhalle Bonn und zu vielen europäischen Rundfunkorchestern (WDR Sinfonieorchester Köln, NDR Sinfonieorchester Hamburg, NDR Radiophilharmonie Hannover, SWR, Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, Deutsches Symphonieorchester, RAI Rom, Rundfunkorchester Ljubljana, Slowakische Philharmonie Bratislava) und zu den Wiener Festwochen, zum Brucknerfest in Linz und zu den Salzburger Festspielen.

Von 1988 bis 1994 war er Generalmusikdirektor der Bochumer Symphoniker, und 1993 übernahm er bis 1998 die Leitung der Nürnberger Oper und der Staatsphilharmonie Nürnberg.

Die Musik der Klassik und der Moderne sowie deren Umsetzung in neue musikkonzeptionelle Ansätzebilden das Zentrum der künstlerischen Arbeit von Eberhard Kloke.[1] In Freiburg, Bochum, Nürnberg und im Ruhrgebiet organisierte und leitete er großangelegte Zyklen mit zeitgenössischer Musik (Götterdämmerung_Maßstab und Gemessenes; Jakobsleiter, Ein deutscher Traum, Aufbrechen Amerika, Prometheus, Jenseits des Klanges, Brückenschlag der Musik). 1990 wurde Kloke mit dem Deutschen Kritikerpreis ausgezeichnet und erhielt 1998 die Auszeichnung als Bestes Konzertprogramm des Jahres des DMV.

Seit 1998 legt er den Schwerpunkt seiner Tätigkeit außerhalb von Institutionen, um sich ganz auf seine programmatische und kompositorische Arbeit zu konzentrieren. Er gründete 1999 in Berlin musikakzente 21 mit dem Zweck, Kultur- und Musikkonzepte für das 21. Jahrhundert zu entwickeln, mediale Netzwerkmodelle zu schaffen und Umsetzungsstrategien zu entwerfen und anzuwenden.[2] Ab 2001 erweiterte sich Klokes Arbeitsspektrum durch Initiierung neuer Audio-, Video- und Internetprojekte in Zusammenarbeit mit dem Wiener Medienkünstler Markus Wintersberger, ab 2007 erfolgte die Entwicklung des Labels Samplosition/Vexamplosition-Audio21 in Zusammenarbeit mit Dominik Kloke. Des Weiteren komponierte Eberhard Kloke die Filmmusik zu Werner Schroeters Film Diese Nacht (Nuit de Chien), der im August 2008 auf den Filmfestspielen in Venedig uraufgeführt wurde. Die Neufassung des dritten Aktes von Alban Berg Oper Lulu kam von 2010 bis 2013 zu Aufführungsserien in Kopenhagen, Oslo, Erfurt, Augsburg, Dresden (Semperoper), Cardiff und Birmingham.

Seit 2002 wird er als Komponist und Bearbeiter bei der Universal Edition Wien verlegt.

Kompositionen, Bearbeitungen, Transkriptionen[3][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Tschaikowsky Mazeppa, Neufassung für Soli, Chor und Orchester op. 80
  • Claude Debussy Pelléas et Mélisande (1902), Neufassung für Soli und kleines Orchester op. 79
  • Wagner, Neufassung des Bühnenweihfestspiels Parsifal für Soli Herrenchor und kleines Orchester op. 78
  • Tschaikowskij, Neufassung der Oper Pique Dame für Soli und Orchester op. 75
  • Janáček, Neufassung der Opern Jenůfa und Káta Kabanová für Soli, (Chor) und mittleres (kleines) Orchester op. 72/ op. 73
  • Neufassung op. 66 von Modest Petrowitsch Mussorgskis Chowanschtschina
  • Orchesterfassung op. 65 Ohne Sonne des Klavierliedzyklus von Mussorgski
  • Fantasie in f-Moll für Orchester op. 63, Transkription nach Franz Schuberts Fantasie zu vier Händen op. 103 in f-Moll D 940 (1828)
  • Allegro in a-Moll für Orchester op. 62, Transkription nach Franz Schuberts Allegro zu vier Händen op. posth. 144 in a-Moll D 947 (1828)
  • 3 Lieder über den Tod für Sopran/Mezzosopran und Kammerensemble op. 60, transkribiert nach 3 Schumann-Liedern für Sopran und Klavier
  • Toccata für Orchester op. 59, Transkription nach Robert Schumanns Toccata op. 7 für Klavier (1830–1833)
  • Rhapsodien für Orchester op. 58 transkribiert nach den Rhapsodien für Klavier op. 79 (1879) von Johannes Brahms
  • Neufassung op. 56 von Mussorgskis Boris Godunow
  • Mussorgski, Kinderstube (1875–1877), Sieben Lieder mit Text und Musik von Modest Mussorgski, transkribiert für Sopran und Kammerensemble op. 57
  • 14 Sinfonie-Sonaten als Transkriptionen für Orchester op. 34 bis 47 nach 14 ausgewählten Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven
  • Robert Schumann, ausgewählte Klavierzyklen in der Bearbeitung für Orchester
  • Franz Schubert, ausgewählte Klaviersonaten in der Bearbeitung für Orchester
  • Johannes Brahms, Klavierstücke op. 116/118/119 in der Transkription für Orchester op. 29 bis 31
  • Franz Liszt Klavier-Charakterstücke aus späterer Zeit in einer Transkription zwischen Paraphrase und freier Bearbeitung für Orchester op. 27.1 bis 27.12
  • Johannes Brahms, Vier ernste Gesänge für tiefe Stimme (Bariton oder Alt) mit Begleitung, op. 121 in der Transkription als Drei ernste Gesänge für tiefe Stimme (Bariton oder Alt), einem Rezitator (Lied 1und 2) ad lib. und Orchester op. 28.1
  • Schönberg, Moses und Aron, Recomposition der III. Aktes für Soli, Chor und Orchester op. 8
  • Gustav Mahler, Rückert-Lieder, Transkription für tiefe Stimme und Kammerensemble (15 Spieler) op. 26.2
  • Gustav Mahler, Kindertotenlieder-Lieder, Transkription für tiefere Stimme und Kammerensemble (10 Spieler) op. 25.2
  • Strauss, Transkriptionen der Opern Salome und Elektra für Soli und mittelgroßes Orchester op. 70/ op. 71
  • Richard Wagner, Wesendonck-Lieder für Frauenstimme und Klavier in einer Bearbeitung als komponierte Interpretation („Wagner-Studien 1–3“ und „Tristan-Studien 1–2“) für Sopran/Mezzosopran und Orchester op. 22, auch Fassung für Kammerensemble op. 22a
  • Richard Wagner, Bühnenfestspiel Der Ring des Nibelungen, bearbeitet für Soli, Chor (GD) und mittelgroßes Orchester, 2012/2015
  • Transkription von Arnold Schönbergs Die glückliche Hand, Drama mit Musik op. 18 für Bariton (ein Mann), 3 Sprecher-/Sängerinnen, 3 Sänger/Sprecher, 2 stumme Rollen (ein Weib, ein Herr) und Kammerensemble (17 Spieler)
  • Transkription von Arnold Schönbergs Erwartung op. 17, Text von Marie Pappenheim
  • Transkription von Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg op. 11 (1911) für Sopran, Bariton und mittleres Orchester
  • Gustav Mahler, Sieben frühe Lieder, Transkription für Sopran, kleines Orchester und Klangband ad lib. 2010
  • Alban Berg, Fünf Orchester-Lieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg für Mezzosopran/ Sopran und mittleres Orchester op.21/ und Kammerensemble op. 21a
  • Alban Berg, Lulu: Gesamtbearbeitung der Oper (I, II, III) (Wien 2007/2008) für Soli und Kammerorchester-Besetzung, auch Neufassung des III. Aktes (große Orchesterfassung), Uraufführung 2010, Königliche Oper Kopenhagen und Oper Oslo
  • Lulu_Bruchstücke123, Transkription nach Alban Bergs Lulu (1935), neu ausgewählt und bearbeitet für Sopran, Mezzosopran, Tenor, Bariton und Kammerorchester, 2007
  • Alban Berg-Charles Baudelaire, Der Wein, Konzertarie für Sopran/Tenor und Orchester von Alban Berg (1929) nach Texten von Charles Baudelaire (übersetzt von Stefan George), bearbeitet für Sopran/Tenor und Kammerorchester, 2007
  • Gustav Mahler, Lieder eines fahrenden Gesellen, in der Bearbeitung für Kammerensemble (2003) für Bariton/Sopran und Kammerorchester, 2007
  • Gustav Mahler, Das Lied von der Erde, 1908, Abschied, Bearbeitung für Sopran, Bariton und Kammerorchester (2003)
  • Alban Berg Wozzeck, Bearbeitung für Soli und kleines Orchester
  • Parsifal Entfernung. Sakrileg Kundry nach Richard Wagners Parsifal von Eduard Clark (1882/2005), Montage aus Wagners Parsifal (Kundry-Passagen) und Musik-, Sprach- und Bild-Répliques für 1 Sopran, Schauspieler, Streichquartett, Klavier, Video und Tonband
  • Passionsskizze Transkription (2007) aus Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion (1735), Montage Evangelisationstext: Evangelist, Soli und Turba-Chöre (1988/2007) in 3 Fassungen: groß-mittel-klein
  • Richard Wagner, Isoldes Liebestod aus „Tristan und Isolde, Fassung für Sopran und Kammerorchester (2003)
  • Thomas Tallis, Spem in alium Bearbeitung für großes Orchester, Perugia (1990) und Nürnberg (1997)
  • Jacques Offenbach, Pariser Leben (La Vie Parisienne) Schauspielhaus Düsseldorf (1978), für Schauspieler und Kammerorchester

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wieviel Programm braucht Musik? - Programm Musik-Konzept, eine Zwischenbilanz (1980–2010). Pfau-Verlag, Saarbrücken 2010, ISBN 978-3-89727-447-1.
  • Aufsätze und Herausgeberschaften zu Musik-Themenkomplexen im Hinblick auf neue Programmatik, Aufführungspraxis und Rezeption.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.musikakzente.de/zyklen.html
  2. http://www.musikakzente.de/index.html
  3. Eberhard Kloke: Werkverzeichnis. Abgerufen am 17.06.2016.
  4. Musikakzente, Publikationen