Ebersbach-Neugersdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ebersbach-Neugersdorf
Ebersbach-Neugersdorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ebersbach-Neugersdorf hervorgehoben
Koordinaten: 51° 0′ N, 14° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Görlitz
Fläche: 20,42 km²
Einwohner: 12.484 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 611 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 02730 (Ebersbach)
02727 (Neugersdorf)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 03586
Kfz-Kennzeichen: GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI
Gemeindeschlüssel: 14 6 26 085
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Reichsstraße 1
02730 Ebersbach-Neugersdorf
Webpräsenz: ebersbach-neugersdorf.de
Bürgermeisterin: Verena Hergenröder (parteilos)
Lage der Stadt Ebersbach-Neugersdorf im Landkreis Görlitz
Bärwalder See Berzdorfer See Talsperre Quitzdorf Talsperre Quitzdorf Polen Tschechien Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Bad Muskau Beiersdorf Bernstadt a. d. Eigen Herrnhut Bertsdorf-Hörnitz Boxberg/O.L. Boxberg/O.L. Dürrhennersdorf Ebersbach-Neugersdorf Kottmar (Gemeinde) Gablenz (Oberlausitz) Görlitz Görlitz Groß Düben Groß Düben Großschönau (Sachsen) Großschweidnitz Hähnichen Hainewalde Herrnhut Hohendubrau Horka Jonsdorf Kodersdorf Königshain Krauschwitz (Sachsen) Kreba-Neudorf Lawalde Leutersdorf (Oberlausitz) Löbau Markersdorf (Sachsen) Markersdorf (Sachsen) Mittelherwigsdorf Mücka Mücka Neißeaue Neusalza-Spremberg Kottmar (Gemeinde) Niesky Kottmar (Gemeinde) Oderwitz Olbersdorf Oppach Ostritz Oybin Quitzdorf am See Reichenbach/O.L. Rietschen Rosenbach Rothenburg/Oberlausitz Schleife (Ort) Schönau-Berzdorf auf dem Eigen Schönbach (Sachsen) Schöpstal Seifhennersdorf Reichenbach/O.L. Trebendorf Trebendorf Vierkirchen (Oberlausitz) Waldhufen Weißkeißel Weißwasser/Oberlausitz Zittau Zittau Landkreis Bautzen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Barockkirche in Ebersbach

Ebersbach-Neugersdorf ist eine Kleinstadt in Sachsen, die zum 1. Januar 2011 aus der Fusion der benachbarten Städte Ebersbach/Sa. und Neugersdorf entstand. Ein Zusammenschluss der beiden Gemeinden, die 1306 erstmals urkundlich erwähnt und jeweils 1925 und 1924 das Stadtrecht erhielten, war bereits 1925 angestrebt, jedoch nicht verwirklicht worden.

Die im Lausitzer Bergland in der südlichen Oberlausitz an der Grenze zur Tschechischen Republik gelegene Stadt ist mit rund 13.000 Einwohnern nach Görlitz, Zittau, Weißwasser und Löbau die fünftgrößte Stadt im Landkreis Görlitz. Im 20,42 Quadratkilometer großen Gemeindegebiet liegen zwei der drei Spreequellen, die der Stadt den Beinamen Spreequellstadt einbrachten.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt auf halber Distanz zwischen Bautzen und Zittau entlang der deutsch-tschechischen Grenze im Lausitzer Bergland. Während die Ebersbacher Innenstadt bei 365 m ü. NN liegt, befinden sich die höchsten Punkte auf dem Hutungsberg (474 m) und dem Schlechteberg (485 m).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind die Stadt Neusalza-Spremberg im Nordwesten, Kottmar im Norden und Nordosten, Leutersdorf im Südosten und die Stadt Seifhennersdorf im Süden. Auf tschechischer Seite grenzen die Städte Jiříkov (Georgswalde) im Westen und Rumburk (Rumburg) im Südwesten an Ebersbach-Neugersdorf.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebersbach-Neugersdorf besteht aus den beiden Stadtteilen Ebersbach/Sa. und Neugersdorf und unterteilt sich in weitere Ortsteile, u.a. in Oberland, Spreedorf, Neue Sorge und Hempel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden namensgebenden Orte wurden urkundlich erstmals im Mai 1306 erwähnt.[2] Die Lage an der Grenze begünstigte ab dem 17. Jahrhundert den Zuzug böhmischer Exulanten, die beiden Orten ein Bevölkerungswachstum einbrachten. Bereits früh war die Leinenweberei eine wichtige Einnahmequelle und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einer florierenden Textilindustrie. Der Bedarf an Arbeitskräften sicherte ein weiteres Wachstum, so dass Neugersdorf am 15. Dezember 1924 und Ebersbach am 5. September 1925 das Stadtrecht erhielten.

Am 4. November 2010 unterzeichneten die Bürgermeisterin von Neugersdorf (Verena Hergenröder) und der Bürgermeister von Ebersbach/Sa. (Bernd Noack) die Vereinbarung über die Vereinigung der Städte Ebersbach/Sa. und Neugersdorf zur neuen Spreequellstadt Ebersbach-Neugersdorf zum 1. Januar 2011. Am 26. März 2012 stimmte der Stadtrat über die Annahme eines neugeschaffenen Wappens ab, das die Wappentiere der beiden heutigen Ortsteile, den Eber und den Kranich enthält.[3] Das Wappen entstand nach einem Wettbewerb, zu dem 70 Vorschläge von 58 Bürgern eingereicht wurden.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebersbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[5]
1777 49 besessene Mann, 29 Gärtner,
515 Häusler, 21 Wüstungen
1834 5622
1871 7049
1890 7833
1910 9585
1925 9419
1939 9560
1946 11.315
1950 11.789
1964 11.312
1971 11.340
1981 12.153
1990 12.669
2000 10.382
2007 8451

Neugersdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[6]
1777 4 besessene Mann, 32 Gärtner,
207 Häusler, 11 Wüstungen
1834 2325
1871 3562
1890 4972
1910 11.595
1925 11.165
1939 11.026
1946 12.526
1950 13.313
1964 11.970
1971
1981
1990 7725
2000 6660
2007 6163

Ebersbach-Neugersdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2010 13.817
2011 13.662
2012 13.272
2013 12.951
2014 12.713

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus in Ebersbach
Gemeinderatswahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 46,6 %
 %
40
30
20
10
0
33,1 %
18,2 %
8,9 %
7,1 %
32,7 %
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Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 22 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • CDU: 8 Sitze
  • Freie Wählergemeinschaft (FWG): 7 Sitze
  • LINKE: 4 Sitze
  • FDP: 2 Sitze
  • GRÜNE: 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verena Hagenröder (2015)

Bürgermeisterin der Stadt Ebersbach-Neugersdorf ist Verena Hergenröder (parteilos).

Bei der Bürgermeisterwahl am 27. März 2011 konnte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erlangen, so dass am 10. April eine Neuwahl stattfand, bei der die einfache Mehrheit ausreichend war.[8]

Von 11.778 Wahlberechtigten nahmen 6394 ihr Wahlrecht wahr. Davon entschieden sich 3348 Wähler für die vormalige Neugersdorfer Bürgermeisterin Verena Hergenröder (parteilos) und 3004 Wähler für den vormaligen Ebersbacher Bürgermeister Bernd Noack (CDU). 42 Stimmen waren ungültig. Der Diplom-Betriebswirt David Andrick (Die Linke) hatte nach der Wahl vom 27. März 2011 seine Kandidatur zurückgezogen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt übernahm die Partnerschaften ihrer Vorgänger. Dies sind im Einzelnen die französische Gemeinde Bourg-lès-Valence, die Stadt Ebersbach an der Fils in Baden-Württemberg, die Gemeinde Gründau in Hessen, die tschechische Nachbarstadt Jiříkov (Georgswalde) und die polnische Stadt Krapkowice (Krappitz).

Des Weiteren ist Ebersbach-Neugersdorf unter Bürgermeisterin Verena Hergenröder seit dem 4. November 2011 Mitglied des kommunalen grenzüberschreitenden deutsch-tschechischen Verbundes Fünfgemeinde. Dieser Verbund wurde im Interesse einer engen Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und ihren Bürgern in der Grenzregion Südliche Oberlausitz/Schluckenauer Zipfel am 19. Oktober 2000 in Schluckenau ins Leben gerufen.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders als in Zittau und Löbau existiert in Ebersbach-Neugersdorf kein Stadtverkehr. Der Ort ist aber an den durch die Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck betriebenen Regionalverkehr mit folgenden Buslinien angeschlossen:

  • Bus 3 (Olbersdorf – Oppach)
  • Bus 48 (Neugersdorf – Großschönau – Kurort Jonsdorf)
  • Bus 50 (Löbau – Neugersdorf)
  • Bus 51 (Zittau – Ebersbach)
  • Bus 53 (Löbau – Dürrhennersdorf – Ebersbach)
  • Bus 54 (Ebersbach – Herrnhut)
  • Bus 55 (Löbau – Kottmarsdorf – Neugersdorf)
  • Bus 56 (Löbau – Obercunnersdorf – Neugersdorf)
  • mehrere Schülerlinien

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Ebersbach-Neugersdorf verläuft die in der Relation DresdenBischofswerda – Zittau (– Liberec) befahrene Bahnstrecke Oberoderwitz–Wilthen der Süd-Lausitzer Bahn. Im Stadtteil Ebersbach befindet sich ein Bahnhof, zudem gibt es im Stadtteil Neugersdorf einen Haltepunkt. An beiden Ebersbach-Neugersdorfer Bahnhöfen halten sowohl die Züge der Trilex-Express-Linie TLX2 (Dresden – Zittau (– Liberec)) als auch die Regionalbahnen des Trilex TL61 (Dresden – Zittau). Auf der Nordseite des Bahnhofs Ebersbach zweigt die nicht fahrplanmäßig befahrene Bahnstrecke Ebersbach–Löbau ab und auf der Südseite, Richtung Haltepunkt Neugersdorf, die Bahnstrecke Bakov nad Jizerou–Ebersbach nach Rumburk in Tschechien.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Stadt verlaufen die Bundesstraße 96 und die Staatsstraße 148. Ebersbach-Neugersdorf hat keinen eigenen Autobahnanschluss. Die nächstgelegenen Autobahnanschlüsse zur A4 Aachen–Görlitz befinden sich in Weißenberg und Bautzen-Ost.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ebersbach-Neugersdorf wird das lokale Fernsehprogramm Spree-TV produziert.

Hörfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ebersbach-Neugersdorf können über UKW und Digitalradio DAB+ alle sechs Hörfunkprogramme des Mitteldeutschen Rundfunks empfangen werden, darunter die für die Region Bautzen lokalisierte Ausgabe von MDR 1 Radio Sachsen. Ebenfalls regionale Fenster sendet Radio Lausitz aus dem Sachsen-Funkpaket.

Zeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ebersbach-Neugersdorf erscheint die Löbauer Lokalausgabe der Sächsischen Zeitung, die eine für die Region Ebersbach-Neugersdorf eingerichtete Lokalseite Oberland enthält. Die Seite wird in einer Lokalredaktion im Stadtteil Ebersbach produziert. Weiterhin erscheinen mit dem Oberlausitzer Kurier und dem Wochenkurier zwei wöchentliche Anzeigenblätter.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebersbach-Neugersdorf ist Sitz folgender, überregional agierender Unternehmen:

  • bwin (früher betandwin), Sportwettenanbieter
  • Linke Fruchtsäfte GmbH
  • MBN Sachsen Maschinenbaubetriebe Neugersdorf, u.a. Fertigungen für Volkswagen
  • OKA Büromöbel

Kulturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beide Stadtteile weisen eine hohe Dichte an Umgebindehäusern auf, von denen ein Großteil unter Denkmalschutz steht.

Quellen und weiterführende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ortsgeschichte auf den Websites der beiden Vorgängerstädte:
  3. Eber und Kranich – Ebersbach-Neugersdorf beschließt Wappen (Memento vom 19. September 2012 im Webarchiv archive.is), Radio Lausitz, 27. März 2012.
  4. Steffen Linke: Wie sieht das neue Stadtwappen aus? In: Alles-Lausitz.de. Oberlausitzer und Niederschlesischer Kurier, 22. Januar 2012, abgerufen am 5. April 2012.
  5. Ebersbach/Sa. (Alt) im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  6. Neugersdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  8. Romy Kühr: Ebersbach-Neugersdorf: Spreequellstadt hat noch keinen neuen Bürgermeister. In: Sächsische Zeitung. 28. März 2011, abgerufen am 24. Januar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ebersbach-Neugersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien