Ebersbach an der Fils

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ebersbach an der Fils
Ebersbach an der Fils
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ebersbach an der Fils hervorgehoben
Koordinaten: 48° 43′ N, 9° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 292 m ü. NHN
Fläche: 26,27 km2
Einwohner: 15.206 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 579 Einwohner je km2
Postleitzahl: 73061
Vorwahl: 07163
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 018
Stadtgliederung: 7 Teilgemeinden
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
73061 Ebersbach
Webpräsenz: www.ebersbach.de
Bürgermeister: Eberhard Keller (SPD)
Lage der Stadt Ebersbach an der Fils im Landkreis Göppingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Esslingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Rems-Murr-Kreis Ostalbkreis Ostalbkreis Adelberg Aichelberg (Landkreis Göppingen) Albershausen Bad Boll Bad Ditzenbach Bad Überkingen Birenbach Böhmenkirch Börtlingen Deggingen Donzdorf Drackenstein Dürnau (Landkreis Göppingen) Eislingen/Fils Heiningen (Landkreis Göppingen) Ebersbach an der Fils Eschenbach (Württemberg) Eschenbach (Württemberg) Gammelshausen Geislingen an der Steige Gingen an der Fils Göppingen Gruibingen Hattenhofen (Württemberg) Heiningen (Landkreis Göppingen) Hohenstadt Kuchen (Gemeinde) Lauterstein Mühlhausen im Täle Ottenbach (Württemberg) Rechberghausen Salach Schlat Schlierbach (Württemberg) Süßen Uhingen Wäschenbeuren Wangen (bei Göppingen) Wiesensteig Zell unter AichelbergKarte
Über dieses Bild

Ebersbach an der Fils ist eine Stadt im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebersbach liegt 32 Kilometer ostsüdöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart in 270 bis 480 Meter Höhe.[2] Im Osten der Stadt mündet etwas oberhalb im Gebiet der Nachbarstadt die in tiefem Tal aus dem Schurwald kommende Nassach in die Fils, im Westen liegt die Kleine Schweiz, die vom Benfingbächle durchflossen wird.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Hauptgemeinde Hauptort gehören zu Ebersbach die sechs Stadtteile Büchenbronn, Bünzwangen, Krapfenreut, Roßwälden, Sulpach und Weiler. Die offizielle Benennung der Stadtteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name der Stadtteile. Die Stadt ist zudem in die vier Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung Ebersbach einschl. Büchenbronn, Krapfenreut und Sulpach, Bünzwangen, Roßwälden und Weiler ob der Fils gegliedert. Die Stadtteile Bünzwangen, Roßwälden und Weiler ob der Fils bilden zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung.[3] Im Stadtteil Bünzwangen liegt die abgegangene Ortschaft Stainboß.[4]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtgebiet ist verkehrstechnisch günstig gelegen. Es wurde bereits in römischer Zeit von einer Durchgangsstraße passiert, die Italien mit den Niederlanden verband. Bedingt durch diese günstige Lage ist Ebersbach bereits seit 1523 als feste Poststation am Niederländischen Postkurs von Brüssel über Augsburg nach Innsbruck und Trient belegt.[6]

Erstmals wurde Ebersbach im Jahr 1170 in der Ursperger Chronik erwähnt. Seit 1274 gehört es zu Württemberg. Vor 1477 bekam der Ort das Marktrecht. Ab 1500 lag Ebersbach im Schwäbischen Reichskreis.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war vor allem vom Handwerk stark geprägt. Vertreten waren vor allem Leinenweber, Schmiede und Wagner. Eine Ebersbacher Besonderheit waren dabei die Sandler, die bis in die 1960er Jahre in den Ebersbacher Steinbrüchen Sand abgebaut haben. Etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts begannen sich in Ebersbach Industriebetriebe zu entwickeln. Die meisten waren im Textilbereich tätig.

Vielfach wird in der Literatur nach 1974 behauptet, dass gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in Ebersbach ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof errichtet worden sei. Zuerst hat vermutlich Julius Schätzle in Stationen zur Hölle (Frankfurt am Main 1974, S. 64 und Karte bei S. 80) dies publiziert. Die Recherchen des Stadtarchivs Ebersbach/Fils ergeben jedoch ein anderes Bild: Demnach gab es hier kein Arbeitskommando eines Konzentrationslagers. Die Errichtung eines solchen Außenlagers kann bislang archivalisch nicht nachgewiesen werden. Zeitzeugenaussagen von 1945 bis 1999, die Herkunft und die Aufsicht über die vielen hier in der Industrie eingesetzten Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs widerlegen die Vermutung von J. Schätzle von 1974.

Am 12. Februar 1975 wurde die Gemeinde zur Stadt erhoben.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 17. Mai 1926: Krapfenreut[8]
  • 1. April 1932: Sulpach
  • 1. Januar 1972: Roßwälden[9]
  • 1. Januar 1975: Bünzwangen und Weiler ob der Fils[7]
Roßwälden
Roßwälden
Bünzwangen
Bünzwangen
Weiler ob der Fils
Weiler ob der Fils

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Einführung der Reformation 1537 ist Ebersbach evangelisch geprägt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg für die Daten ab 1961

Datum Einwohner
1837 02.738
1907 04.137
17. Mai 1939 05.711
13. September 1950 08.738
06. Juni 1961 11.470
27. Mai 1970 13.789
31. Dezember 1983 14.135
31. Dezember 1991 15.857
31. Dezember 1995 15.948
31. Dezember 2005 15.729
31. Dezember 2010 15.291
31. Dezember 2015 15.206

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ebersbach wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Ebersbach hat nach der letzten Wahl 25 Mitglieder (vorher 24). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis.[10] Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 49,01 %
 %
40
30
20
10
0
34,73 %
29,30 %
26,18 %
9,78 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+3,13 %p
+2,70 %p
-0,92 %p
-4,92 %p
FWV Freie Wählervereinigung 34,73 9 31,6 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,30 7 26,6 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,18 7 27,1 7
Grüne Die Grünen 9,78 2 14,7 3
gesamt 100,0 25 100,0 24
Wahlbeteiligung 49,01 % 53,3 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl im Jahr 2017 setzte sich der aus Stuttgart stammende Eberhard Keller (SPD) im zweiten Wahlgang mit 51,6 % gegen seinen aus Ebersbach stammenden Gegenkandidaten Oliver Knur (CDU) durch.

Name Amtszeit Bemerkung
Eberhard Keller seit 2017
Sepp Vogler 2009 bis 2017 trat nicht mehr zur Wiederwahl an
Edgar Wolff 1996 bis 2009 wurde zum Landrat des Landkreises gewählt

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des teilredenden Wappens lautet: „In Rot auf grünem Grund ein stehender goldener Eber mit silbernen Hauern.“

Bereits im Jahre 1489 ist der Eber als Ortssiegel belegt. Die Darstellung des Wappentieres änderte sich im Laufe der Zeit: In einer farbigen Zeichnung aus dem Jahre 1535 wurde der Eber stehend dargestellt, so wie er auch seit 1937 im heutigen Ortswappen zu sehen ist. In manchen älteren Siegeln und auf einem Schlussstein der Kirche, ist der Eber schreitend oder springend abgebildet. In die Marksteine wurden früher, vermutlich zur Vereinfachung, Doppelhaken eingehauen, die seit dem Jahre 1686 belegt sind. Die rot-grüne Ortsflagge ist seit den 1920er-Jahren nachweisbar und verstößt mit dieser Farbkombination gegen die Farbregeln der Heraldik.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebersbach unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf der B 10 und der Eisenbahnlinie durch die Stadt

Die Stadt gehört zur Metropolregion Stuttgart.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist über die Bundesstraße 10 oder mit der Filstalbahn (StuttgartUlm) zu erreichen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt verschiedene Grundschulen:

  • Marktschule Ebersbach
  • Grundschule Bünzwangen
  • Grundschule Roßwälden
  • Grundschule Weiler
  • Hardtschule Ebersbach

Weiterführende Schulen:

  • Raichberg Schulzentrum:
  1. Raichberg Gymnasium
  2. Raichberg-Realschule
  • Förderschule: Hardtschule

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche

Jugendarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kinder- und Jugendzentrum E3 wurde mit ehrenamtlicher Hilfe erbaut und am 6. Juni 2008 eröffnet.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • MV Ebersbach: Musikverein mit Großen Blasorchester (GBO), Jugendblasorchester (JBO), Nachwuchsorchester (NWO) und Ehemaligenorchester (Blaskapelle „D’ Ehemalige“ (EO)).[11]
  • AOE: Akkordeon- Orchester Ebersbach mit zwei Jugend- und einem Erwachsenenorchester[12]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SV Ebersbach: Ist 2009 aufgestiegen und spielt jetzt in der Fußball-Landesliga. Mit Abteilung Ringen: In der Saison 2009/10 wird mit der 1. Mannschaft in der Verbandsliga WTB und mit der 2. Mannschaft in der Bezirksklasse Bezirk III Ostalb/Rems/Fils gerungen.
  • TSV Ebersbach: Der Türk. SV Ebersbach wurde im Jahre 1997 gegründet und spielt zurzeit in der Fußball-Kreisliga A.
  • TV Ebersbach: Mit verschiedenen Abteilungen wie Leichtathletik. Besonders erfolgreich ist die Sektion Sportakrobatik. 2012 fanden die deutschen Meisterschaften in Ebersbach statt.
  • RMSV Ebersbach: Rad und Motorsportverein „Viktoria“ Ebersbach. Er ist im Kreis Göppingen der einzige Verein, der die Sportart Radball anbietet. Neben der Radballertruppe ist auch eine Breitensportgruppe aktiv. Im Jahr 2008 feiert der Verein sein 100-jähriges Jubiläum.
  • HSG Ebersbach-Bünzwangen: Handballspielgemeinschaft des TV Ebersbach und TV Bünzwangen. 2007 Aufstieg der ersten Frauenmannschaft in die Württembergliga, Aufstieg der ersten Männermannschaft in die Landesliga.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Alte Pfarrhaus, erbaut 1581
  • Das Museumsgebäude „Alte Post“, erbaut 1596
  • Die spätgotische Veitskirche
  • Das Rathaus, das 1886 erbaut wurde
  • Die Herz-Jesu-Kirche
  • Die historische „Backhäusle“ in Roßwälden

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ebersbach verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Fakten in Kürze, Stadt Ebersbach, abgerufen 22. November 2008.
  3. Hauptsatzung der Stadt Ebersbach an der Fils vom 7. Mai 1991, zuletzt geändert am 14. September 2004 (PDF; 27 kB)
  4. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 302–304.
  5. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Ebersbach an der Fils.
  6. Frühester Beleg für 1523 bei Joseph Rübsam: Zur Geschichte der ältesten Posten in Tirol und den angrenzenden Ländern, in: L’Union Postale (UP) 12, Dezember 1891, S. 199, weitere Belege aus dem 16. Jahrhundert bei Martin Dallmeier: Quellen zur Geschichte des europäischen Postwesens 1501 – 1806 Teil II Urkunden-Regesten, Lassleben Kallmünz 1977, S. 33, 37 und 41.
  7. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 462.
  8. http://www.ebersbach.de/Krapfenreut.html
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 449.
  10. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  11. Website des MV Ebersbach Verschiedene Orchester des MV Ebersbach.
  12. Website des AOE

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ebersbach an der Fils – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien