Eberspächer GmbH

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Eberspächer Gruppe
Logo der Eberspächer Climate Control Systems GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1865
Sitz Esslingen am Neckar, Deutschland
Leitung
  • Heinrich Baumann
  • Martin Peters
  • Jörg Schernikau
  • Thomas Waldhier
Mitarbeiter 9.063 (2016)
Umsatz 4.323,6 Mio. € (2016)
Branche Automobilzulieferer
Website www.eberspaecher.com

Die Eberspächer Gruppe mit Sitz in Esslingen am Neckar ist ein international agierender Automobilzulieferer mit rund 70 Standorten in 28 Ländern weltweit. Fast alle großen Pkw- und Nutzfahrzeug (Nfz)-Hersteller gehören zu den Kunden. Das Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Systementwicklern und -lieferanten für Abgastechnik, Fahrzeugheizungen und Klimasysteme. Eberspächer engagiert sich zudem in der Fahrzeugelektronik. [1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1865 von Jakob Eberspächer in Esslingen am Neckar als Handwerksbetrieb für Dachverglasungen gegründet und 1914 an den heutigen Standort verlegt. Einer der ersten großen Aufträge war das Glasdach des Hauptbahnhofs Mailand, das Eberspächer 1929 baute.

1932/1933 wurde die Produktion von Heizgeräten und Schalldämpfern aufgenommen. In der Nachkriegszeit war Eberspächer eines der ersten Unternehmen, die Spielzeug herstellten. Zum Sortiment gehörten zu der Zeit auch Arztkoffer aus Metall und Prothesen.

Im Jahre 1953 begann die Produktion von Schalldämpfern für den VW Käfer. Anfang der 1970er-Jahre wurde in Neunkirchen das Abgaszentrum erweitert, in dem später einige Produkte entwickelt wurden. In Esslingen wurde in den 1980er-Jahren ein weiteres Forschungs- und Entwicklungszentrum aufgebaut.

1995 stellte das Unternehmen „Hydronic“, eine modulare Produktfamilie von PKW-Standheizungen, vor. 1996 gingen motornahe Katalysatoren in Serienproduktion, 1999 elektrische Zuheizer von der Tochterfirma „catem“. 2002 und 2003 wurde die internationale Präsenz durch ein Tech-Center in Detroit, ein Katalysatorenwerk in Nordamerika und Werke in Tschechien, Frankreich und China ausgebaut, 2004 gingen Dieselrußpartikelfilter in Serie.

2007 übernahm Eberspächer die Purem Abgassysteme GmbH & Co. KG mit Sitz in Unna, eine ehemalige Daimler-Tochterfirma, 2008 rückwirkend auch die Herxheimer catem Holding sowie deren Tochter DEVELEC und ergänzt die Produktpalette auch um KFZ-Leistungselektronik.

2008 wurde ein neuer Produktbereich installiert: Als Tochterfirma wurde die Eberspächer Electronics GmbH & Co. KG gegründet. Ihr Geschäftsfeld waren automobile Bussysteme – speziell FlexRay. Die Tochter entstand durch die Übernahme der FlexRay-Tools und -Dienstleistungen von TZ Mikroelektronik in Göppingen. [2] Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung seiner Elektronikaktivitäten übergab Eberspächer seine 100%ige Tochter Eberspächer Electronics GmbH & Co. KG mit Sitz in Göppingen zum 1. August 2014 an die Böblinger STAR COOPERATION-Gruppe.[3]

2010 übernahm Eberspächer Sütrak, einen Hersteller von Omnibus-Klimasystemen, und wurde damit zum Komplettanbieter für Heizung und Kühlung im Busbereich. Das Unternehmen war zuvor eine 100%-Tochter der Carrier Corporation und somit Teil der United Technologies Corporation. [4]

Mit der 2010 gegründeten Prototechnik GmbH & Co. KG erweiterte die Eberspächer Gruppe ihr Portfolio in der Abgastechnik. Der Standort Schwäbisch Gmünd wurde zum Kompetenzzentrum für Leichtbau und Sonderserienfertigung. [5]

Im Jahr 2011 wurde die österreichische Niederlassung, die im Industriezentrum Niederösterreich Süd beheimatet ist, mit dem Prädikat Leitbetriebe Austria ausgezeichnet. [6]

Eberspächer nahm im Juni 2013 seine neue Asien-Zentrale in Shanghai in Betrieb. [7]

2014 eröffnete Eberspächer einen neuen Produktionsstandort für Fahrzeugelektronik in Landau/Pfalz. [8]

2016 erwarb Eberspächer die PTC-Produktion der Paul Rauschert Steinbach GmbH in Hermsdorf (Thüringen). Der Standort stellt PTC-Heizelemente für elektrische Fahrzeugheizer her.[9]

Mit der Übernahme der Mehrheit am kanadischen Unternehmen Vecture Inc. 2016, bietet das Joint Venture Eberspaecher Vecture Inc. Batteriemanagement-Systeme für Industrieanwendungen, Medizintechnik sowie Fahrzeuge an.[10]

Eberspächer Automotive Controls Produktion Landau

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftheizung Airtronic D4 Wasserheizung Hydronic M
Wasserheizgerät und Bedienelement zur Kommunikation zwischen Smartphone und Standheizung

Fahrzeugheizungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Standheizungen (Wasser- und Luftheizgeräte mit 1 bis 35 kW Leistung) für Pkw und Nutzfahrzeuge (Nfz), Wohnmobile, Land- und Baumaschinen, Wasserfahrzeuge
  • Zuheizer für verbrauchsoptimierte Diesel-, Benzin-, Elektro- und Hybridfahrzeuge, denen zu wenig oder keine Restwärme fürs Heizen zur Verfügung steht.

Für den Einbau und Service von Standheizungen gibt es ein Service-/Kundendienst-Netz mit 13.000 Servicepartnern weltweit, davon 2.200 in Deutschland und ca. 9.000 im restlichen Europa.

Elektrische Fahrzeugheizungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elektrische Luft- und Wasserzusatzheizungen für Fahrzeuge bietet das Tochterunternehmen Eberspächer catem. Die PTC-Heizer lassen sich kundenspezifisch anpassen und sind auch dezentral im Fahrzeug einsetzbar, zum Beispiel als Cabrio-Kopfraumbeheizung aus der Nackenstütze. Serienmäßige Hochvoltheizungen (bis 500 V, bis 7 kW) für Hybrid-, Elektro- oder Brennstoffzellenfahrzeuge[11] produziert das Unternehmen in Herxheim bei Landau/Pfalz.

Eberspaecher PTC coolant heater 3. Generation

Abgastechnik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abgasnachbehandlung, Schalldämpfung und Sound Design
  • Wartungsfreie Rußpartikelfilter für die Autoindustrie (Neuwagen)
  • Komplette Abgassysteme sowie einzelne Komponenten wie Schalldämpfer, Katalysatoren, Rohre und Krümmer für Pkw und Nutzfahrzeuge (on-road/non-road)
    Eberspächer Active Sound Abgassystem für PKW
    Eberspächer Euro-6-Abgassystem für Nutzfahrzeuge
  • Als Systementwickler/Systemlieferant liefert Eberspächer an die Autohersteller „just in sequence“ (synchron zur Fahrzeugendmontage) auch über „Vor-Ort-Montagewerke“.

2009 wurde der Standort Sindelfingen aufgrund des Verlusts der Lieferungen für die Mercedes-Benz E-Klasse geschlossen. Von der Schließung betroffen waren 54 Mitarbeiter. [12]

Seit Januar 2014 produziert Eberspächer in Wilsdruff bei Dresden Nutzfahrzeug-Abgasanlagen. Das neue Werk ist speziell auf die Produktion von Nutzfahrzeug-Abgasanlagen nach der Euro-6-Norm zugeschnitten, die seit 1. Januar 2014 für alle Nutzfahrzeuge in Europa gilt. [13] In Schweden entwickelt und produziert das Unternehmen seit Ende 2011 Abgasanlagen für schwere und mittlere Nutzfahrzeuge. [14]

Das nordamerikanische Geschäft für NfZ-Abgasanlagen wird vom 2016 vergrößerten Standort in Brighton bedient. [15] Die europäischen Fertigungskapazitäten für Pkw-Abgasanlagen werden 2016 durch ein neues Werk in Rumänien [16] sowie dem Baubeginn eines Werkes in Portugal [17] erweitert.

Klimasysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eberspächer Sütrak entwickelt, produziert und vertreibt Klimasysteme für Busse mit Verbrennungs- wie auch Hybrid/Elektro- und Brennstoffzellenantrieb. Neben der Zentrale in Renningen bei Stuttgart hat das Tochterunternehmen Fertigungsstandorte in Indien und Brasilien.[18] Darüber hinaus ergänzen Klimasysteme für Sonderfahrzeuge das Portfolio von Eberspächer.

Eberspächer Bus-Klimalösungen - Aufdach-Klimaanlage AC 353

Fahrzeugelektronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anwendungen rund um die Fahrzeugelektronik bietet der Geschäftsbereich Automotive Controls – beispielsweise elektronische Steuergeräte für Start-Stopp-Systeme oder für die Steuerung von Fahrzeugheizungen. Darüber hinaus konzentriert sich dieser Geschäftsbereich auf die Entwicklung und Produktion von Elektroniksystemen wie zum Beispiel zur elektrischen Zwischenspeicherung von rekuperierter Bremsenergie. Das 2001 gegründete Tochterunternehmen Eberspächer Controls Landau ist Spezialist für komplexe elektronische Steuerungen und das Schalten und Verteilen großer Ströme. Eberspächer Controls betreibt am Standort Landau i.d. Pfalz eine eigene Fertigung.

Fertigungsstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fertigungsstätten für brennstoffbetriebe und elektrische Fahrzeugheizungen befinden sich in Esslingen, Herxheim, England, Polen und China. Für Abgastechnik bilden Werke in Neunkirchen (Saar), Wilsdruff bei Dresden sowie in Brasilien, China, Frankreich, Rumänien, Russland, Schweden, Tschechien, Südafrika und USA einen Fertigungsverbund. Seit 2001 hat Eberspächer in den USA ein Entwicklungszentrum und sechs Werke für Abgastechnik errichtet. Mit Joint Venture-Partnern produziert das Unternehmen Abgasanlagen in China und Südkorea.

Kennzahlen Geschäftsjahr 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesamtumsatz: 4.323,6 Mio. €
  • davon Auslandsanteil: 67,0 %
  • Investitionen: 131,4 Mio. €
  • F & E-Aufwendungen: 147,3 Mio. €
  • Mitarbeiter gesamt: 9.063 [19]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  2. Historie tzm.de; abgerufen am 29. April 2013
  3. Eberspächer Electronics Teil der STAR COOPERATION-GruppePressemitteilung, 25. September 2014
  4. Eberspächer übernimmt Sütrak. Pressemitteilung, 1. April 2010; abgerufen am 29. April 2013
  5. Eberspächer übernimmt Ricardo Prototechnik. Pressemitteilung, 28. Juli 2010; abgerufen am 29. April 2013
  6. Unternehmensprofil Eberspächer GmbH. Leitbetriebe Niederösterreich, abgerufen am 28. Februar 2012
  7. Eberspächer eröffnet neue Asien-Zentrale.Pressemitteilung, 3. Juni 2013
  8. Eberspächer Controls weiht Produktion in Landau ein. Artikel aus Automobil Produktion, 3. Dezember 2014
  9. Eberspächer erwirbt PTC-Produktion von Rauschert. Artikel aus autosieger.de, 5. Juli 2016
  10. Eberspächer kauft Vecture Artikel aus Produktion online, 4. Oktober 2016
  11. E-Mobility ist für uns eine ChanceInterview Stuttgarter Zeitung, 19. Dezember 2016
  12. Susanne Preuss: Autozulieferer Eberspächer. Wildwest in Sindelfingen faz.net vom 8. April 2009; abgerufen am 29. April 2013
  13. Eberspächer startet Produktion im neuen Werk in Dresden. Pressemitteilung, 8. Mai 2014
  14. Deutscher Abgastechnikspezialist wird Mehrheitsgesellschafter bei Swenox Pressemitteilung, 10. November 2011; abgerufen am 20. April 2013
  15. Eberspaecher expands Michigan exhaust plant Artikel Automotive News, 4. Oktober 2016
  16. Abgastechnik: Eberspächer eröffnet Werk in Rumänien Artikel Technik und Einkauf, 7. Oktober 2016
  17. Eberspächer baut Abgastechnikwerk in Portugal Artikel Automobil Produktion, 26. September 2016
  18. Eberspächer Sütrak erweitert Aktivitäten in Brasilien Artikel Aftermarket Update, 21. Juni 2016
  19. Eberspächer Jahresbericht 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]