Eberswalder Urstromtal

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Als Eberswalder Urstromtal wird der auf deutschem Gebiet liegende Teil des Thorn-Eberswalder Urstromtales bezeichnet. Es ist das nördlichste und damit das jüngste der drei großen brandenburgischen Urstromtäler, die während der Weichsel-Eiszeit entstanden.

Verlauf und Begrenzung[Bearbeiten]

Der Verlauf des Eberswalder Urstromtales in Brandenburg

Deutsches Gebiet erreicht das Eberswalder Urstromtal bei Küstrin an der Oder, es folgt dem Verlauf des Oderbruchs bis nordwestlich von Bad Freienwalde, verlässt bei Niederfinow das Oderbruch und verläuft dann über Eberswalde, Liebenwalde und Kremmen in westlicher Richtung. Westlich von Fehrbellin vereinigt es sich mit dem Berliner Urstromtal und noch etwas weiter westlich bei Havelberg mit dem Elbe-Urstromtal bzw. dem Baruther Urstromtal. Das Urstromtal wird sowohl nördlich als auch südlich von eiszeitlich entstandenen Höhenzügen eingerahmt. Im Süden reihen sich von Ost nach West die Platten Lebus, Barnim und das Ländchen Glien aneinander. Zwischen Barnim und Glien existiert eine Urstromtalung, mit der das Eberswalder Urstromtal mit dem Berliner Urstromtal in Verbindung steht. Die Gliederung nördlich des Urstromtales ist komplizierter, da die Untergliederung in Platten und Ländchen dort nicht gebräuchlich ist.

Wichtig ist jedoch, dass nördlich des Urstromtales die Pommersche Eisrandlage verläuft. Den Schmelzwässern, die von diesem Endmoränenzug abflossen, verdankt das Urstromtal seine Entstehung. Zwischen Pommerscher Eisrandlage und Urstromtal finden sich ausgedehnte Sanderflächen. Am bekanntesten ist die Schorfheide.

Geologischer Aufbau und landschaftliches Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Aufschlusswand mit gut geschichteten Bändertonablagerungen in Macherslust bei Eberswalde

Das Eberswalder Urstromtal wird, wie alle Urstromtäler, von mächtigen Sanden aufgebaut, die z.T. mehr als 20 m Mächtigkeit erreichen können. Im Stadtgebiet von Eberswalde und östlich der Stadt finden sich aber auch unter geringmächtiger Sandüberdeckung feinkörnige Eisstauseesedimente (Tone und Schluffe), die im 19. und 20. Jahrhundert in Tongruben abgebaut wurden.

Die Oberfläche des Tales ist im Idealfall tischeben. Dieser Charakter hat sich aber nur noch westlich von Eberswalde großflächig erhalten. Das östlich gelegene Oderbruch ist von seiner Ausgestaltung her jünger und sein Boden liegt auch deutlich tiefer als das Eberswalder Urstromtal. Aufgrund dessen hat sich das Flüsschen Finow im Stadtgebiet von Eberswalde und östlich der Stadt sehr kräftig in den Boden des Urstromtales eingeschnitten. Dazu kommt, dass das Eis während der Weichsel-Eiszeit deutlich weiter nach Süden vorstieß. Beim Abschmelzen des Eises im Bereich des Eberswalder Urstromtales bildeten sich durch die Schmelzwassertätigkeit zahlreiche Toteiskörper, die nachfolgend austauten und heute Seen bzw. feuchte Niederungen bilden. Weiterhin wurden zum Ende der Weichsel-Eiszeit vor allem am Südrand des Urstromtales ausgedehnte Dünen aufgeweht, die die sonst flache Landschaft deutlich beleben. Der westliche Abschnitt des Urstromtales ist hingegen meist eben und wird von großen, ausgedehnten Moorlandschaften eingenommen (z.B. das Rhinluch).

Siehe auch[Bearbeiten]