Ebertsheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Ebertsheim
Ebertsheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Ebertsheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 34′ N, 8° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Grünstadt-Land
Höhe: 237 m ü. NHN
Fläche: 5,29 km²
Einwohner: 1242 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 235 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67280
Vorwahl: 06359
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 012
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Industriestraße 11
67269 Grünstadt
Webpräsenz: www.ebertsheim.de
Ortsbürgermeister: Bernd Findt
Lage der Ortsgemeinde Ebertsheim im Landkreis Bad Dürkheim
Bad Dürkheim Grünstadt Grünstadt Haßloch Meckenheim (Pfalz) Niederkirchen bei Deidesheim Ruppertsberg Forst an der Weinstraße Deidesheim Wattenheim Hettenleidelheim Tiefenthal (Pfalz) Carlsberg (Pfalz) Altleiningen Ellerstadt Gönnheim Friedelsheim Wachenheim an der Weinstraße Elmstein Weidenthal Neidenfels Lindenberg (Pfalz) Lambrecht (Pfalz) Frankeneck Esthal Kindenheim Bockenheim an der Weinstraße Quirnheim Mertesheim Ebertsheim Obrigheim (Pfalz) Obersülzen Dirmstein Gerolsheim Laumersheim Großkarlbach Bissersheim Kirchheim an der Weinstraße Kleinkarlbach Neuleiningen Battenberg (Pfalz) Neuleiningen Kirchheim an der Weinstraße Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Erpolzheim Bobenheim am Berg Bobenheim am Berg Dackenheim Dackenheim Freinsheim Freinsheim Herxheim am Berg Herxheim am Berg Herxheim am Berg Kallstadt Kallstadt Weisenheim am Berg Weisenheim am Berg Landkreis Alzey-Worms Worms Ludwigshafen am Rhein Frankenthal (Pfalz) Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Germersheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der Pfalz Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild

Ebertsheim, pfälzisch Ewwertsem, ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim. Sie gehört der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land an und liegt im Nordwesten der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebertsheim mit seinem Ortsbezirk Rodenbach liegt im Norden des Landkreises im historischen Leiningerland. Durch den Ort fließen der Eisbach sowie dessen Zuflüsse Seltenbach (von rechts) und Rodenbach (von links). Etwa 3 km östlich öffnet sich das Eistal am Ostrand des Pfälzerwalds zum Hügelland an der Deutschen Weinstraße und zur Rheinebene.

Nachbarorte sind im Uhrzeigersinn von Norden Lautersheim, Quirnheim, Mertesheim, Grünstadt, Tiefenthal, Hettenleidelheim, Eisenberg und Kerzenheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fränkische Siedlung „Eberolfesheim“ wurde erstmals 768 im Lorscher Codex erwähnt.[2] Die ersten Ansiedlungen waren allerdings wesentlich älter, wie Funde aus der Latènezeit um 500 v. Chr. und der Römerzeit um 100 n. Chr. belegen. Ebertsheim stand ab dem Mittelalter ununterbrochen im Besitz der Leininger Grafen. Hieran erinnert heute die Leininger Straße.

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte Ebertsheim zum französischen Departement Donnersberg und war, anders als der heutige Ortsteil Rodenbach, dem Kanton Grünstadt zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und einem Tauschvertrag mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Ebertsheim dem Landkommissariat Frankenthal im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Frankenthal zugeordnet, aus dem 1938 der Landkreis Frankenthal hervorging.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Ebertsheim und Rodenbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz und gehörten zum Regierungsbezirk Pfalz.

Bis zum 7. Juni 1969 lag Ebertsheim im Landkreis Frankenthal (Pfalz), der im Rahmen der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform aufgelöst wurde. Gleichzeitig mit dem Landkreiswechsel wurde aus der kleineren Gemeinde Rodenbach (seinerzeit 271 Einwohner), die bis dahin zum benachbarten und ebenfalls erloschenen Landkreis Kirchheimbolanden gehörte, und dem wesentlich größeren Ebertsheim (1141 Einwohner) die heutige Gemeinde Ebertsheim neu gebildet.[3] 1972 wurde die Gemeinde der neuen Verbandsgemeinde Grünstadt-Land zugeordnet. Rodenbach wird im Dorfleben immer noch zur Kennzeichnung von Örtlichkeiten oder Vereinen verwendet, und 2006 erhielt es den Status eines Ortsbezirks.

Im August 2009 machte ein entlaufenes Bennett-Känguru Schlagzeilen, das anfänglich auf Ebertsheimer Gemarkung gesichtet und später auch fotografiert worden war.[4]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 31. Juli 2014 waren 44,3 % der Einwohner evangelisch und 26,8 % katholisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ebertsheim besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FL Gesamt
2014 5 11 16 Sitze
2009 4 5 7 16 Sitze
2004 7 7 2 16 Sitze
  • FL = Freie Liste Ebertsheim-Rodenbach e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beschreibung des Wappens lautet: „In Grün zwei schräggekreuzte goldene Schippen mit abwärts gekehrten silbernen Schaufeln mit viereckigen Handgriffen oben am Stiel, überdeckt von einem goldenen Pickel mit gesenktem silbernen Eisen.“

Es wurde 1926 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel von 1724.[7] Die Symbole verweisen auf den Tagebau von Erzen und Tonmineralen, der früher in der Gegend betrieben wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche Ebertsheim

Die heutige evangelische Kirche Ebertsheim, im 12. Jahrhundert als „St. Stephan“ erbaut, gehört zu den ältesten in der Pfalz. Nach der Reformation fiel sie den Protestanten zu, wurde aber bis 1914 simultan genutzt. Drei Geschosse des Turms sowie das Langhaus sind noch romanisch, das vierte Turmgeschoss, das rechteckige Schallöffnungen aufweist, wurde später aufgesetzt. Neben dem Südportal befindet sich, eingeritzt in einen Sandsteinquader, eine spätgotische Sonnenuhr. Im Innenraum hängt das Bild „Martin Luther mit Schwan“ des Ebertsheimer Malers Johann Adam Schlesinger.

Evangelische Kirche Rodenbach

Die evangelische Kirche Rodenbach wurde im 11. oder 12. Jahrhundert als „St. Brigitta“ erbaut und ist damit noch älter als diejenige in Ebertsheim.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebertsheim ist über die Landesstraße 395 (GrünstadtEnkenbach) mit dem Grünstadter Ortsteil Asselheim und der B 271 verbunden. Die A 6 ist über die Anschlussstellen Grünstadt oder Wattenheim erreichbar, die A 63 über die Anschlussstelle Dreisen/Göllheim. Damit liegen Kaiserslautern oder Mannheim (A 6) nur etwa 30 Autominuten entfernt; die Landeshauptstadt Mainz kann über die (A 63) in etwa 35 Minuten erreicht werden.

Der Haltepunkt Ebertsheim liegt an der Eistalbahn (GrünstadtRamsen) und wird im Taktverkehr von Regionalbahnen bedient. Der öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert, es gelten dessen Gemeinschaftstarife. Die inzwischen stillgelegte und abgebaute Bahnstrecke Ebertsheim–Hettenleidelheim zweigte von einem eigens hierfür angelegten Bahnhof ab, der sich rund 600 m westlich des heutigen Bahnhalts befand.

Der nächstgelegene Kleinflugplatz befindet sich etwa 3 km entfernt in Quirnheim, er ist freigegeben für Segelflugzeuge sowie kleine Motorflugzeuge mit Außenlandegenehmigung.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebertsheim wirbt mit dem Slogan „das Dorf im Grünen“. Seine Umgebung wartet mit nicht zu steilem Gelände auf und bietet sich deshalb für Wanderungen in der Natur an.

Hab-8-Weg

Der Hab-8-Weg ist als Wanderweg ausgeschildert, an seinem Startpunkt befindet sich ein Kneipp-Armbecken.

Vogelschutzgebiet

Das Vogelschutzgebiet am Ortsrand eignet sich für ornithologische Beobachtungen.

Aktionstag „Autofreies Eistal“

Jedes Jahr Anfang Oktober – in der Regel am Tag der Deutschen Einheit – lockt der Aktionstag „Autofreies Eistal“ zahlreiche Besucher in die Region. Dabei wird die L 395 einen Tag lang für jeglichen Kraftverkehr gesperrt und steht ausschließlich für Fußgänger, in der Regel Wanderer, sowie Skater und Radfahrer zur Verfügung. Das Eisenberger Erlebnisgebiet Erdekaut liegt nur etwa 2 km von Ebertsheim entfernt. Als weitere Ausflugsziele bieten sich der Eiswoog, ein sechs Hektar großer See mit reichem Vogelleben, die Eistalbahn mit ihren imposanten Brückenbauwerken und die Museumsbahn Stumpfwaldbahn an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Guido Dahm (* 1955), Politiker (1983–2009 Bündnis 90/Die Grünen), wohnt vor Ort und betreibt dort eine Finanzberatung.
  • Ferdinand Hahn (1926–2015), protestantischer Theologe, befand sich Mitte der 1950er Jahre vor Ort im kirchlichen Dienst der Evangelischen Kirche der Pfalz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ebertsheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 3), Urkunde 1501, 28. April 768 – Reg. 277. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 124, abgerufen am 20. April 2016.
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 175 (PDF; 2,1 MB)
  4. Die Rheinpfalz, Lokalausgabe Frankenthaler Zeitung: Känguru im Weinberg gesichtet, 21. August 2009
  5. KommWis, Stand: 31. Juli 2014
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3