Ebing

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Ebing
Wappen von Ebing
Koordinaten: 50° 0′ 32″ N, 10° 54′ 20″ O
Höhe: 244 m
Einwohner: 1309 (2016)
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 96179
Vorwahl: 09547

Ebing ist ein Gemeindeteil des Marktes Rattelsdorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg mit etwa 1300 Einwohnern.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Ebing mit etwa 1300 Einwohnern liegt nordöstlich von Bamberg auf einer Höhe von 251 m ü. NN und ist von den Orten Rattelsdorf, Zapfendorf und Breitengüßbach umgeben. Am Rande von Ebing östlich des Ebinger Baggersees fließt der Main, der ursprünglich direkt durch Ebing floss. In der näheren Umgebung liegen neben Bamberg die Städte Coburg, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels und auch Nürnberg.

Luftaufnahme von Ebing (ca. 1995)
Blick von Süden auf Ebing
Ebing mit Kirche
Die Feldkapelle in der Ebinger Flur

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Man geht davon aus, dass die ersten Ebinger von den Wenden abstammten und Ebing somit schon lange vor Karl dem Großen (768–814 n. Chr.) gegründet wurde. Es wurde erstmals um 800 urkundlich erwähnt und ist somit älter als die Stadt Bamberg. Das geht aus den Dokumenten des Klosters Fulda hervor, in denen Ebing noch als „Eibingen“ bezeichnet wird.

Wie den Dokumenten zu entnehmen ist, schenkten drei fränkische Adelige ihre Güter dem Kloster Fulda. Darunter war auch Eibingen. Die Kirchenmauer besteht aus den Resten der Burgmauer, die von der Burg der Adeligen von Ebing erhalten geblieben sind. Der Burggraben ist zugeschüttet. Auf dem Grund der beiden massiven Tormauern, die bis 1857 standen, wurde ein Schulhaus errichtet.

Die Zugehörigkeit zum Kloster Fulda bestand bis zur Gründung des Erzbistums Bamberg durch Kaiser Heinrich II. im Jahr 1007, danach wurde Ebing dem Kloster Michelsberg zugewiesen.

Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) wurde Ebing von den Schweden geplündert und niedergebrannt. Auch im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) und in den Koalitionskriegen (1799–1815) blieb es nicht verschont.

1872 erhielt Ebing das Marktrecht, nachdem es ein Jahr zuvor selbständige Pfarrei geworden war. Die Ortschaft entwickelte sich immer mehr von einer bäuerlichen zu einer ländlichen Wohngemeinde. In diesem Zusammenhang sind auch die Freizeitanlagen, wie der Ebinger Baggersee, der Sportplatz und der Campingplatz entstanden.

Mit der Gebietsreform in Bayern wurde Ebing am 1. Mai 1978 nach Rattelsdorf eingemeindet.[2] Ebinger Bürger und Gemeinderäte beharrten damals trotzdem auf der Selbständigkeit ihres Ortes. Auch die Mehrheitsbeschlüsse im Marktgemeinderat Rattelsdorf in den Jahren 1990 (10:7), 1993 (9:7) und 1997 (9:7) für eine Selbständigkeit Ebings scheiterten an der in der bayerischen Gemeindeordnung festgeschriebenen Zweidrittelmehrheit. 1995 wurde eine Bürgerinitiative Selbständiges Ebing gegründet, die sich inzwischen aber aufgelöst hat.

Helm von Ebing[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1964 wurde östlich von Ebing bei Baggerarbeiten in einem Kieswerk ein bronzener Helm aus der Urnenfelderzeit (1200 bis 700 v. Chr.) gefunden. Man geht davon aus, dass dort schon lange vor 800 eine Siedlung bestand. Weitere Funde in der Umgebung Ebings lieferten den Beweis für ein endbronzezeitliches Kulturzentrum in dieser Gegend. Der „Helm von Ebing“ wurde der Prähistorischen Staatssammlung in München übergeben. Eine Nachbildung ist im Historischen Museum in Bamberg zu besichtigen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1951 wurde anlässlich einer Bürgerversammlung dem damaligen Ersten Bürgermeister Kümmelmann das von der Regierung verliehene Wappen übergeben. Die Wappenbeschreibung lautet: „In Rot ein silberner Flug im Arm, der einen mit einer silbernen Muschel belegten silbernen Jakobusstab hält“. Der Jakobusstab mit Muschel weist auf den Kirchenpatron Jakobus hin, der silberne Flug auf die Flügel des Erzengels Michael (seit 1007 gehörte Ebing zum Kloster Michelsberg in Bamberg).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erich Beer, ehemaliger Fußballnationalspieler und Vize-Europameister 1976, begann seine Karriere in Ebing.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Campingplatz, Badesee
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Öffentliche Bücherei
  • Kindergarten
  • Pfarrei St. Jakobus
  • Verbandsschule

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist indirekt an die Bundesstraße 4, sowie an die Bundesstraße 173 (Frankenschnellweg A 73) angeschlossen.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebing ist mit einem Haltepunkt an die Bahnstrecke Bamberg–Hof der Deutschen Bahn angebunden. Es halten Regionalbahnen und einige Regional-Express-Züge.

Bus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Haltestellen fahren OVF-Busse der Linie Bamberg–Coburg an.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chronik von Ebing. Ortskulturring, Ebing 1993
  • Runder Tisch Ebing (Zusammenstellung): Chronik von Ebing. Teil II. Herausgegeben zur 1200-Jahr-Feier von Ebing im Jahr 2000. Ortskulturring Ebing, Ebing 1999; darin u. a.: Thomas Gunzelmann: Ebing und der Main. Fluss, Dorf und Landschaft in Beziehung, S. 111–144 (PDF)
  • Ebinger Kriegschronik

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markt Rattelsdorf: Markt Rattelsdorf - Einwohnerstatistik incl. Nebenwohnsitz. Abgerufen am 5. August 2017.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 673.