Ebnat-Kappel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ebnat-Kappel
Wappen von Ebnat-Kappel
Staat: Schweiz
Kanton: Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Toggenburgw
BFS-Nr.: 3352i1f3f4
Postleitzahl: 9642
UN/LOCODE: CH EKP
Koordinaten: 726982 / 236442Koordinaten: 47° 16′ 0″ N, 9° 7′ 0″ O; CH1903: 726982 / 236442
Höhe: 630 m ü. M.
Fläche: 43,57 km²
Einwohner: 5012 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 115 Einw. pro km²
Website: www.ebnat-kappel.ch
Ebnat-Kappel

Ebnat-Kappel

Karte
ZürichseeWägitalerseeWalenseeKanton Appenzell AusserrhodenKanton Appenzell InnerrhodenKanton GlarusKanton SchwyzKanton ThurgauKanton ZürichWahlkreis See-GasterWahlkreis SarganserlandWahlkreis St. GallenWahlkreis WerdenbergWahlkreis WilBütschwil-GanterschwilEbnat-KappelHemberg SGKirchberg SGLichtensteigLütisburgMosnangNeckertalNesslauOberhelfenschwilWattwilWildhaus-Alt St. JohannKarte von Ebnat-Kappel
Über dieses Bild
w

Ebnat-Kappel ist eine politische Gemeinde im Kanton St. Gallen in der Schweiz. Die Gemeinde Ebnat-Kappel befindet sich im Wahlkreis Toggenburg. Zu ihr gehören die Weiler Brandholz, Wintersberg und Bendel.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Luftbild aus 100 m von Walter Mittelholzer von 1919

Der höchste Berg Ebnat-Kappels und zugleich der höchste Nagelfluhberg Europas ist der Speer mit 1950 m ü. M.

Die Nachbargemeinden von Ebnat-Kappel sind Nesslau, Hemberg, Wattwil, Gommiswald, Kaltbrunn, Schänis und Amden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1762 hiess Ebnat Ober-Wattwil, dann Ebnet. Kappel wurde 1218 als Capelle, wahrscheinlich aufgrund einer dort befindlichen Kapelle, erwähnt. Am 26. Juli 1854 zerstörte ein Dorfbrand das Dorf Kappel fast vollständig. 1847 wurde durch Johann Gerhard Oncken in Ebnat-Kappel die erste schweizerische Baptistengemeinde gegründet.

Ebnat
Kappel

1965 vereinigten sich die Gemeinden Ebnat und Kappel zur Gemeinde Ebnat-Kappel. Gleichzeitig wurden die beiden Wappen in ein Wappen zusammengelegt. Es war somit das erste Fusionswappen im Kanton St. Gallen. 2007 wurde der Bindestrich zwischen Ebnat und Kappel vom Gemeinderat gestrichen. Weite Teile der Bevölkerung goutieren den Entscheid nicht. In ihren Augen symbolisiert gerade dieser Strich eine Verbindung der beiden Ortsteile. Mit dem Weglassen werde wieder getrennt, was man einst verschmolzen hatte, wird argumentiert. Zudem wird die Gemeinde in offiziellen Dokumenten nach wie vor Ebnat-Kappel geschrieben. Seit 2012 ist die Schreibweise mit Bindestrich wieder üblich. Aber auch ohne Bindestrich erscheint Ebnat Kappel auf der Gemeindewebsite. [2]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebnat-Kappel, 1981–2010
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
134
 
2
-5
 
 
120
 
4
-5
 
 
156
 
8
-1
 
 
132
 
13
2
 
 
162
 
18
6
 
 
180
 
21
9
 
 
197
 
23
11
 
 
192
 
23
11
 
 
158
 
18
7
 
 
120
 
14
4
 
 
134
 
7
-1
 
 
142
 
3
-4
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: [3]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Ebnat-Kappel, 1981–2010
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,4 4,0 8,3 12,7 17,8 20,8 23,2 22,5 18,3 13,7 7,1 3,2 Ø 12,9
Min. Temperatur (°C) −5,2 −4,7 -1,2 1,6 5,8 9,3 11,2 10,8 7,4 3,8 -1,1 −3,9 Ø 2,9
Temperatur (°C) −1,6 -0,7 3,1 6,9 11,9 15,1 17,2 16,5 12,7 8,6 2,9 -0,4 Ø 7,7
Niederschlag (mm) 134 120 156 132 162 180 197 192 158 120 134 142 Σ 1.827
Regentage (d) 12,3 11,2 14,3 12,7 14,0 14,6 14,3 13,9 11,4 10,4 12,1 13,3 Σ 154,5
Luftfeuchtigkeit (%) 88 86 82 79 78 77 77 81 85 87 89 89 Ø 83,2
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,4
−5,2
4,0
−4,7
8,3
-1,2
12,7
1,6
17,8
5,8
20,8
9,3
23,2
11,2
22,5
10,8
18,3
7,4
13,7
3,8
7,1
-1,1
3,2
−3,9
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
134
120
156
132
162
180
197
192
158
120
134
142
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [3]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine Gemeindepartnerschaft zum deutschen Aalen-Ebnat.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1824 1850 1900 1950 1980 2000 2010
Einwohner 3721 4630 5019 4660 4950 5007 4916
bis 1950: Ebnat und Kappel zusammen

1960 hatte Ebnat 3'011 und Kappel 1'968 Einwohner.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund einer vorhandenen als Autostrasse klassierten Ortsumfahrung bleibt Ebnat-Kappel von Verkehr verschont. Die Hauptstrasse 16 führt durch das Dorf.

Die Eisenbahnlinie WilWattwilNesslau verläuft durch die Gemeinde Ebnat-Kappel, die Züge halten an einem zentralen Bahnhof. Zudem wird die Doppelgemeinde vom Busbetrieb Lichtensteig–Wattwil–Ebnat-Kappel (BLWE) erschlossen.

Sehenswürdigkeiten und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reformierte Kirche im Ortskern von Ebnat, erbaut 1762 von Hans Ulrich Grubenmann. Saalkirche mit Frontturm.
  • Haus Steinfels, 1667 unter Hans Jakob Bösch errichtet. Gotisch empfundener Baukörper mit barocker Detailgestaltung.
  • Haus Edelmann im Acker. Erbaut 1752 in Füberg. 1951 in Ebnat neu aufgestellt für Albert Edelmann (1886–1963), der dort das Heimatmuseum stiftete.
  • In Eich sind typische Toggenburger Holzhäuser erhalten (Nr. 16, 18 und 19).
  • Haus Felsenstein in Kappel (Nr. 15) von 1624; Kreuzfirstbau mit spätgotischen Fenstergruppen und kreuzgratgewölbten Räumen.
  • In der Nähe des Bahnhofes befinden sich Weidefiguren, die eine Kapelle und ein Einhorn darstellen (Flaggen von Kappel und Ebnat)

Durch das Gemeindegebiet verläuft der 60 Kilometer lange Thurweg, ein Wanderweg entlang der Thur von Wil nach Wildhaus.

Im Mai 2014 wurde südlich des Dorfs der Sinnepark eröffnet.

Skigebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tanzboden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich oberhalb des Dorfs auf etwa 880 m ü. M. beginnt der Skilift Tanzboden, der in die Nähe des Tanzbodens führt. Dank Scheinwerfern ist dort auch Nachtskifahren möglich.

Skigebiet Tanzboden[4]
Lift Personen/h Länge Höhendifferenz Höhe Bergstation
Pictogram T-Bar Lift.svg Dicken–Tanzboden 1000 1350 m 300 m 1200 m

Girlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiteres Skigebiet war das Girlen im Südwesten des Dorfs. Die Lifte wurden 1965 errichtet.[5] 1971 wurde Girlen durch das FIS homologiert und für FIS-Wettkämpfe freigegeben.[6] Daraufhin wurden dort Europacup-Rennen durchgeführt, anschliessend im Rahmen des alpinen Skiweltcups am 2. Januar 1977 ein Riesenslalom-Rennen durchgeführt, Sieger wurde Heini Hemmi. Die zweite und letzte Austragung[7] im Weltcup war am 4. Januar 1981. Dort fand ein Riesenslalom statt, gewonnen von Christian Orlainsky. Dieser Riesenslalom war zusammen mit der Abfahrt in Val-d’Isère vom 7. Dezember 1980 Teil der Kombinationswertung, den Andreas Wenzel gewann, Pirmin Zurbriggen holte dort seine ersten Weltcuppunkte. 1997 wurde der Betrieb eingestellt,[8] 1999 wurden die Girlen-Lifte abgebaut und nach Südamerika verkauft.[9]

Skigebiet Girlen[4]
Lift Personen/h Länge Höhendifferenz Höhe Bergstation
Pictogram Chair Lift.svg Tal–Färch 700 715 m 210 m 860 m
Pictogram T-Bar Lift.svg Färch–Girlen 1'000 915 m 270 m 1110 m
Pictogram T-Bar Lift.svg Girlen–Regulastein 1'000 1440 m 190 m 1300 m

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ebnat-Kappel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Ebnat-Kappel wieder mit Bindestrich
  3. Klimatabelle. In: meteoschweiz.admin.ch. meteoschweiz, abgerufen am 9. April 2018.
  4. a b Angaben aus einem alten Skiatlas (online)
  5. Skiclub Speer: Über uns, abgerufen am 30. November 2015
  6. St. Galler Tagblatt: Girlen-Rennen Am Anfang waren vier Disziplinen, 9. Februar 2015, abgerufen am 30. November 2015
  7. FIS: Datenbank mit allen Weltcup-Rennen in Ebnat-Kappel, abgerufen am 30. November 2015
  8. Beat Glogger: Heisszeit: Klimaänderungen und Naturkatastrophen in der Schweiz, Seite 109. vdf Hochschulverlag AG, 1998. ISBN 978-3-7281-2613-9
  9. St. Galler Tagblatt: Damals: Armensteuer von 15 auf 25 Rp. erhöht, 12. November 2008, abgerufen am 30. November 2015