Ebnat (Aalen)

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Ebnat
Stadt Aalen
Wappen von Ebnat vor der Eingemeindung
Koordinaten: 48° 48′ 0″ N, 10° 11′ 0″ O
Höhe: 613 (610–620) m
Fläche: 21,09 km²
Einwohner: 3342 (1. Jun. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 158 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 73432
Vorwahl: 07367
Karte
Karte der Aalener Stadtbezirke, Ebnat im Südosten
Ebnat aus der Luft
Ebnat aus der Luft

Ebnat ist ein Stadtbezirk der großen Kreisstadt Aalen im Ostalbkreis in Baden-Württemberg, Deutschland. Mit über 3300 Einwohnern ist Ebnat der größte Ort des vorderen Härtsfeldes.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebnat liegt auf der Hochfläche der östlichen Schwäbischen Alb, dem Härtsfeld. Zum Stadtbezirk Ebnat gehören neben dem Hauptort Ebnat die Weiler Affalterwang und Niesitz, so wie das Gehöft Diepertsbuch.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtbezirk Ebnat grenzt westlich an den Stadtbezirk Unterkochen, sowie die Stadt Oberkochen. Nördlich an den Stadtbezirk Waldhausen. Östlich an den Neresheimer Stadtteil Elchingen. Südlich an den Heidenheimer Stadtteil Großkuchen mit dem Weiler Nietheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabhügel aus der Hallstattzeit (ca. 800 bis 480 v. Chr.) deuten darauf hin, dass die Gegend von Ebnat bereits von den Kelten besiedelt war. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Ebnat findet sich in einer Urkunde Papst Bonifatius VIII. aus dem Jahre 1298. Die historische Entwicklung davor ist weitgehend unbekannt, allerdings ist davon auszugehen, dass der Ort schon vor 1298 existiert hat. Bis 1258 gehörte Ebnat den Grafen von Dillingen. Nachdem die Familie 1258 ausgestorben war, kam der Ort an das Kloster Neresheim. Die Grafen von Oettingen, die in Ebnat eine Zollstelle unterhielten, beanspruchten über die Vogteirechte am Kloster ebenfalls den Ort. Die Händel hielten bis 1764 an, als das Kloster reichsunmittelbar wurde.[2] 1803 fiel der Ort zunächst an das Haus Thurn und Taxis, 1806 an Bayern und kam 1810 zu Württemberg, wo er dem Oberamt Neresheim angehörte. Bei dessen Auflösung 1938 kam Ebnat zum Landkreis Aalen.

Am 1. Juli 1972 wurde Ebnat in die Stadt Aalen eingemeindet.[3]

Holzhauerbund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ebnater Holzhauerbund kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Jedes Jahr treffen sich die Mitglieder des Holzhauerbundes im Januar zur Vinzenzauflage am oder um den Vinzenztag. Es werden die Statuten verlesen und jedes Mitglied zahlt den Beitrag von 20 Cent. Der Holzhauerbund war ursprünglich eine rudimentäre Absicherung der im Wald Arbeitenden. Aus dem Vereinsvermögen wurden bei der Waldarbeit verunglückte und deren Familien unterstützt.

Mitglieder des Holzhauerbunds sind Forstleute und Privatwaldbesitzer, aber auch alle an dörflicher Tradition Interessierte.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaftsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortschaftsratswahl 2019
Wahlbeteiligung: 63,3 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,1 %
(-2,1 %p)
27,2 %
(+2,7 %p)
9,8 %
(-14,9 %p)
11,9 %
(n. k.)
2014

2019


Der Ortschaftsrat des Stadtbezirks Ebnat hat derzeit 14 Mitglieder, deren Amtszeit fünf Jahre beträgt. Die letzte Wahl fand bei den baden-württembergischen Kommunalwahlen am 26. Mai 2019 statt. Diese ergab folgende Zusammensetzung (die Veränderungen der Fraktionsstärke beziehen sich auf die vorletzte Wahl im Jahr 2014):

Ortschaftsrat seit 2019[4]
Fraktion Anzahl Sitze Veränderung
CDU 7 Sitze +1
FW Ebnat 4 Sitze +-0
SPD 1 Sitze –1
GRÜNE 2 Sitze +2

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher des Stadtbezirks Ebnat ist Manfred Traub (CDU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen Ebnats zeigt einen goldenen Abtsstab, der die lange Zugehörigkeit des Dorfes zum Kloster Neresheim bezeugt. Ebenfalls befinden sich daneben zwei sogenannte „Gnadenhäuschen“, kleine, einfach ausgestattete Hütten für ärmere Leute. Diese meist nur einstöckigen Häuschen waren oft in Ebnat vorzufinden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebnat verfügt über mehrere Haltestellen für den regionalen Busverkehr nach Aalen und Neresheim, einen Anschluss an die Autobahn A 7 und einige Einzelhandelsgeschäfte, die im HGV Ebnat organisiert sind.

Es gibt zwei Kindergärten und eine Grundschule mit Lehrschwimmbecken.

Ebnat hat ein Industriegebiet mit mittelständischen Unternehmen der Metall-, Kunststoff- und Bauindustrie.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebnat liegt direkt an der A 7 und besaß einen eigenen Bahnhof der Härtsfeldbahn, deren Betrieb 1972 eingestellt wurde. Der Verkehr auf dem Autobahnzubringer zur A 7 trennt den nördlichen Teil Ebnats in Stoßzeiten ab.

Ortspartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht eine Jumelage zum schweizerischen Ebnat-Kappel.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die barocke Pfarrkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis, die dazugehörende Pfarrscheuer, sowie das alte Pfarrhaus sind denkmalgeschützt.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ebnat (Aalen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung 2016, auf: aalen-ebnat.de, abgerufen am 12. Juli 2016.
  2. Karlheinz Bauer: Aalen. Theiss, Stuttgart 1983, ISBN 3-8062-0321-0, S. 64 ff.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 445.
  4. Wahlergebnis AA_OR Ebnat 2019, aalen.de, abgerufen am 10. August 2019
  5. Allgemeine Denkmaldatenbank (ADAB) des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.