Ebnisee

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Ebnisee
Ebnisee 2016 (3).jpg
Geographische Lage Schwäbisches Keuper-Lias-Land

Baden-Württemberg

Zuflüsse
  • Wieslauf
  • Salben­gehren­bach
  • Bach aus der Straßen­brunnen­klinge
Abfluss Wieslauf → Rems → Neckar → Rhein → Nordsee
Orte am Ufer Welzheim-Ebnisee
Orte in der Nähe Kaisersbach
Daten
Koordinaten 48° 55′ 19″ N, 9° 36′ 34″ OKoordinaten: 48° 55′ 19″ N, 9° 36′ 34″ O
Ebnisee (Baden-Württemberg)
Ebnisee
Höhe über Meeresspiegel 470,6 m ü. NN[1]
Fläche 6,3 ha[2]
Länge 600 m[3]
Breite 150 m[3]
Maximale Tiefe 7 m[4]
Einzugsgebiet 3,2 km²[5]

Der Ebnisee ist ein etwa 6,7 ha großer Stausee auf dem Gebiet der Gemeinde Kaisersbach im Baden-Württembergischen Rems-Murr-Kreis. Er wurde im 18. Jahrhundert als Schwellweiher für die Flößerei angelegt und dient heute vor allem der Naherholung.

Namensgeberin war die westlich des Sees liegende Ortschaft Ebni, die wie der See und sein Ufer zur Gemeinde Kaisersbach gehört. Fast bis ans südöstliche Seeufer erstreckt sich das Gebiet der Nachbarstadt Welzheim, ein dort nahe am See gelegener Wohnplatz heißt seit 1952 Ebnisee.

Nach dem See ist auch ein umgebendes Landschaftsschutzgebiet benannt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ebnisee liegt nordwestlich von Welzheim und etwa auf halber Luftlinie zwischen Althütte im Westen und Kaisersbach im Osten auf 474 m ü. NN und am Nordrand des Vorderen Welzheimer Waldes, der naturräumlich betrachtet ein Teil des Schwäbischen Keuper-Lias-Landes ist, zum Murrhardter Wald im Nachbarnaturraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge im Norden.[6] Er liegt ganz innerhalb der Kontur des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald, welcher sich hier weit über die Grenzen des ähnlich benannten Naturraum hinaus erstreckt.

Die oberste Wieslauf durchfließt den See und entwässert ihn nach Süden zur Rems. Sein Damm, über den die L 1020 läuft, staut den jungen Fluss auf. Der See ist im Durchschnitt 2 bis 3 m tief, fasst ein Stauvolumen von etwa 163.000 m³ und hat eine Uferlänge von etwa 1,5 km.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramabild über den Ebnisee
Winterpanorama am Ebnisee

Der Ebnisee-Staudamm, der 1745 fertiggestellt wurde, sollte das Flößen ermöglichen, wodurch der Holzreichtum des Welzheimer Waldes einfacher und kostengünstiger in die Residenzstädte Stuttgart und Ludwigsburg transportiert werden konnte, wo großer Bedarf herrschte. Die Holzwirtschaft der Gegend um den heutigen See war zuvor nicht mehr konkurrenzfähig gegenüber der anderer Regionen, wo bereits deutlich früher geflößt wurde, z. B. auf der Enz, der Nagold und der Würm.

Die normale Wasserführung der Wieslauf jedoch reichte zum Flößen nicht aus. Man hielt deshalb im Stausee das Wasser der Schneeschmelze und des Frühjahrsregens zurück. Mit dem nach Öffnen der Seeschleuse starken Abfluss konnte das im Winter geschlagene und mit Schlitten zum Ebnisee transportierte Holz über Wieslauf und Rems zum Neckar geschwemmt werden. Siehe dazu Schlittenweg Nestelberg–Ebnisee. Die gespeicherte Wassermenge erlaubte ungefähr eine Woche zu flößen. Im Sommer lag der See trocken und wurde als Wiese und Weide genutzt.

Die Eröffnung der Remstal- und später der Wieslauftalbahn machte die Flößerei überflüssig, sie wurde 1861 eingestellt. Zum Hochwasserschutz und zur Nutzung der Wasserkraft wurde der Ebnisee im Jahr 1884 wieder aufgestaut. Zunehmend erlangte er Bedeutung für den Tourismus im Welzheimer Wald; heute ist der See ein beliebtes Badegewässer und Naherholungsgebiet.

Landschaftsschutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals im Jahre 1968 wurde ein heute 6,7 km² großes Gebiet um den Ebnisee zum Landschaftsschutzgebiet Ebnisee erklärt. Es umfasst recht konturgenau das oberste Einzugsgebiet der Wieslauf talabwärts bis etwa zum Kaisersbacher Weiler Schmalenberg; auf großen Teilen davon steht Wald.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Höhe nach blauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW. Siehe bei den → Weblinks.
  2. Seefläche nach dem Layer Stehende Gewässer des Online-Kartenservers der LUBW.
  3. a b Länge und Breite des Sees abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.
  4. Seetiefe nach dem Layer Stehende Gewässer des Online-Kartenservers der LUBW.
  5. Einzugsgebiet abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte des Online-Kartenservers der LUBW.
  6. Hansjörg Dongus: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 171 Göppingen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1961. → Online-Karte (PDF; 4,3 MB)
  7. Zuschnitt des Landschaftsschutzgebietes Ebnisee auf dem einschlägigen Layer des Online-Kartenservers der LUBW.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 7023 Murrhardt.
  • Paul Strähle: Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald. 4. Auflage. Theiss, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-2033-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landschaftsschutzgebiet Ebnisee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien











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