Ebringen

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Ebringen im Breisgau, für den gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Gottmadingen siehe Ebringen (Gottmadingen)., für den Ort Ebringen in Lothringen siehe Tenteling
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ebringen
Ebringen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ebringen hervorgehoben
Koordinaten: 47° 57′ N, 7° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Breisgau-Hochschwarzwald
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 8,18 km²
Einwohner: 2785 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 340 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79285
Vorwahl: 07664
Kfz-Kennzeichen: FR
Gemeindeschlüssel: 08 3 15 028
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossplatz 1
79285 Ebringen
Webpräsenz: www.ebringen.de
Bürgermeister: Rainer Mosbach
Lage der Gemeinde Ebringen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald
Frankreich Landkreis Waldshut Landkreis Lörrach Freiburg im Breisgau Landkreis Emmendingen Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Rottweil Au (Breisgau) Auggen Bad Krozingen Badenweiler Ballrechten-Dottingen Bötzingen Bollschweil Breisach am Rhein Breitnau Buchenbach Buggingen Ebringen Ehrenkirchen Eichstetten am Kaiserstuhl Eisenbach (Hochschwarzwald) Eschbach (Markgräflerland) Feldberg (Schwarzwald) Friedenweiler Glottertal Gottenheim Gundelfingen (Breisgau) Hartheim Heitersheim Heitersheim Heuweiler Hinterzarten Horben Ihringen Kirchzarten Lenzkirch Löffingen March (Breisgau) Merdingen Merzhausen Müllheim (Baden) Müllheim (Baden) Münstertal/Schwarzwald Neuenburg am Rhein Neuenburg am Rhein Oberried (Breisgau) Pfaffenweiler St. Peter (Hochschwarzwald) St. Märgen Schallstadt Schluchsee (Gemeinde) Sölden (Schwarzwald) Staufen im Breisgau Stegen Sulzburg Titisee-Neustadt Umkirch Vogtsburg im Kaiserstuhl Wittnau (Breisgau)Karte
Über dieses Bild
Blick auf Kirche und Rathaus von Ebringen

Ebringen (alemannisch Ebringe) ist eine Gemeinde im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald in Baden-Württemberg (Deutschland) südlich von Freiburg im Breisgau.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine ausführliche Darstellung der Geographie, Geologie sowie von Fauna und Flora auf der Ebringer Gemarkung findet sich im Hauptartikel Schönberg (Ebringen).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Isohypsenkarte der Ebringer Gemarkung

Ebringen liegt circa vier Kilometer vom südwestlichen Stadtrand Freiburgs entfernt in 245 bis 644 Meter Höhe. Der Ort liegt in einer ansteigenden Talmulde des 644 m hohen Schönbergs, ist nach Westen und Süden zur oberrheinischen Tiefebene offen und bietet damit dem Weinbau ideale Bedingungen.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gesamte Ebringer Gemarkung liegt im Schönbergmassiv, einem Vorgebirge des Schwarzwaldes, das geologisch zum Oberrheingraben gehört.

Der Schönberg zeichnet sich durch eine sehr vielfältige Oberflächengeologie aus, die das gesamte Erdmittelalter sowie tertiären Vulkanismus und eiszeitliche Lössablagerungen umfasst.

Ausdehnung des Siedlungsgebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bebaute Gebiet Ebringens ist nach Westen hin nur durch eine schmale Siedlungszäsur von 200 Metern Breite – durch die die L125 führt und die die Rheintalbahn nach Westen begrenzt – von der Nachbarortschaft Wolfenweiler getrennt, so dass Schallstadt (mit Wolfenweiler) und Ebringen ein nahezu zusammenhängendes Siedlungsgebiet von 4 km Länge in Ost-West-Richtung bilden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemarkung grenzt – vom Norden im Uhrzeigersinn – an Freiburg im Breisgau, Merzhausen, Au, Wittnau, Sölden, Bollschweil, Ehrenkirchen, Pfaffenweiler und Schallstadt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebringen mit Ruine Schneeburg

Zur Gemeinde Ebringen gehören das Dorf Ebringen, der Weiler Talhausen, die Höfe Oberer Schönbergerhof und Unterer Schönbergerhof sowie die Berghauser Kapelle. Im Gemeindegebiet liegt die Ruine Schneeburg.[2] Die Hauptsiedlungsachse in Ebringen zieht sich von der westlichen Gemarkungsgrenze über eine Länge von etwa 1700 Metern an die unteren Hänge des Schönbergs hinauf, beginnend bei etwa 240 Metern über NN bis hinauf auf etwa 350 Meter über NHN.

Die Hauptachse gliedert sich in die Ebringer Ortsteile Unterdorf mit Gewerbegebiet, Mitteldorf und Oberdorf sowie den bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts vom Kernort baulich getrennten Ortsteil Tirol. Südlich der Umgehungsstraße befindet sich, südwestlich der Ortsmitte und fast im rechten Winkel zur Hauptsiedlungsachse, der Ortsteil Talhausen, der sich über etwa 600 Meter Länge erstreckt. An der Stelle der mittelalterlichen Siedlung Berghausen am Südhang des Schönbergs existiert nur noch die nach Aufgabe der Siedlung mehrfach erweiterte Kapelle. Auf dem Schönberg befinden sich außerdem zwei Höfe. Während der Obere Schönberger Hof nur Viehwirtschaft betreibt ist der Untere Schönberger Hof ein Ausflugslokal mit Blick auf Freiburg und die Freiburger Bucht.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Ebringen ist typisch für den Ostrand des Oberrheingrabens. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 11,6 °C, mit dem Minimum von 2,5 °C im Januar und dem Maximum von 21 °C im Juli für die Periode von 1983 bis 2014. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 958 Liter/m² jährlich.

Diese an einer privaten Wetterstation in Ebringen seit 1983 gemessenen Daten lassen als Trend – synchron mit den DWD-Daten der Station Freiburg-St.Georgen – eine Zunahme der jährlichen Durchschnittstemperaturen im Zeitablauf erkennen.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde kann auf den ältesten urkundlich erwähnten Weinbau im Markgräflerland zurückblicken. In einer Schenkungsurkunde von Rebland an das Kloster St. Gallen wird Ebringen neben einem Openwilare erwähnt: Propterea vernacula terra juris mei in loco, qui dicitur Openwilare, tradimus sancto Galloni viginti juchos, et in Eberingen unum juchum de vinea. Die Urkunde datiert von einem 16. Januar in der Herrschaftszeit des Frankenkönigs Chilperich II., der von Juni 715 bis März 721 regierte, ohne eine Jahresangabe, es wird nur ein herrschender König Chilperich erwähnt. Die Regierungszeit von Chilperich I. (561–584) scheidet aus, da zu dieser Zeit das Kloster St. Gallen noch nicht bestand. Weitere Chilperichs gab es nicht, so dass die Datierung in die Zeit 716–721 eingrenzbar ist. Die inneren Verhältnisse des Frankenreiches machen eine Errichtung der Urkunde in den Jahren 717/718 am wahrscheinlichsten.

Die Ebringer Nachbarorte Pfaffenweiler wie Wolfenweiler erheben den Anspruch, mit Openwilare identisch zu sein. Geklärt ist das nicht und die Forschung geht bei Openwilare von einem untergegangenen Weiler im nördlichen Schneckental aus.[4]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Siedlungsspuren der Ebringer Gemarkung finden sich auf dem Gipfelplateau des Schönbergs. Diese werden in die Jungsteinzeit (ca. 5000 v. Chr.) datiert.

Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus der Keltenzeit sind keine archäologischen Zeugnisse bekannt, dagegen gab es in der Römerzeit auf der Ebringer Gemarkung einen Gutshof. In die Zeit der Römerherrschaft (etwa von Christi Geburt bis 260 n. Chr.) dürfte daher auch die Einführung des Weinbaus fallen.

Völkerwanderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

260 nach Christus überschritten die Alamannen den Limes. Die Römer zogen sich an die Rheingrenze zurück, bleiben aber im Bereich des Breisgaus politisch bestimmend. Die Alamannen gründeten kleinere Siedlungen. Ebringen dürfte nicht nur aufgrund der Namensendung -ingen zu den ersten alamannischen Siedlungen gehört haben, denn im südwestlichen Bereich des Ortes legen die Alamannen ein größeres Gräberfeld an, das von circa 300 bis 700 nach Christus als Friedhof benutzt wurde.

Fränkische Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der mit der Eingliederung der Alamannen ins Frankenreich beginnenden Christianisierung gewinnt das Kloster St. Gallen rasch an Einfluss. Dies belegt auch eine Schenkungsurkunde aus den Jahren 716 bis 721, in welcher u. a. Ebringer Rebland dem Kloster vermacht wird. Die Urkunde stellt das älteste schriftliche Zeugnis für den Weinbau zwischen Freiburg und Basel dar.

817 wird der Ortsteil Talhausen erstmals erwähnt. 968 erfolgt die erste Nennung des um 1400 aufgegebenen Berghausens.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Einfluss der Fürstabtei St. Gallen in Ebringen blieb während des gesamten Mittelalters und der frühen Neuzeit bis zur Auflösung der Fürstabtei 1805 bestehen. Ebringen war bei Aufhebung des Klosters dessen letztes verbliebenes Herrschaftsgebiet, das Schloss die Exilresidenz des Fürstabts.

Ursprünglich war Wittnau im Hexental der Schwerpunkt der St. Galler Güterverwaltung im Breisgau, doch verlor später das Kloster im Hochmittelalter erheblich an Einfluss, was eine Reorganisation der Herrschaft notwendig machte. Vermutlich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erfolgte die Verlegung des Verwaltungssitzes nach Ebringen, da in einer Urkunde von 1250 ein nicht namentlich genannter St. Galler Propst mit Sitz in Ebringen erwähnt wird.

1349 kam es zu einer Änderung der Herrschaftsverhältnisse. Werner von Hornberg übertrug der Fürstabtei sein Eigengut, die Schneeburg auf dem Schönberg, und erhielt diese dann mitsamt der Vogtei über die St. Galler Herrschaft in Ebringen, Talhausen und Berghausen sowie der übrigen Klostereinkünfte im Breisgau als Lehen.

Spätestens diese Zeit fällt auch der Beginn der habsburgischen Oberhoheit über Ebringen. Die Habsburger dehnten von ihren Stammlanden im heutigen Aargau ihre Herrschaft in Konkurrenz mit den Zähringer und später deren badischer Nebenlinie nach Norden in den Schwarzwald aus. Während der Nachbarort Wolfenweiler unter badische Herrschaft war, gehörte Ebringen seither bis 1803/06 zu Österreich. Verwaltungszentrum der Vorlande war von 1431 bis zum Dreißigjährigen Krieg das elsässische Ensisheim.

Das auf dem Schönberg gelegene Berghausen wurde am Anfang des 15. Jahrhunderts aufgegeben, ebenso die Schneeburg, da die Ortsherrschaft statt dessen ihren Sitz im Areal des heutigen Rathauses nahm. Die Ortsherrschaft selbst wurde zumeist von Dienstleuten der adeligen Herren ausgeübt, da diese nicht in Ebringen residierten.

Den Hornbergern gelang es in den folgenden Jahrzehnten, die Lehensabhängigkeit vom Kloster de facto stark zu reduzieren. Konrad von Hornberg setzte beim Kloster 1428 die weibliche Erbfolge für seine Ehefrau Benignosa von Rathsamhausen durch, wobei das Lehen bei Wiederverheiratung der Witwe auch an deren Ehemann fallen durfte.

Die Herren von Staufen versuchten 1457, gedrängt von ihren Pfaffenweiler Untertanen, aufgrund einer Urkunde von 1331, Ansprüche auf Talhausen und Berghausen geltend zu machen. Doch der österreichische Landvogt Peter von Mörsberg entschied zu Gunsten von Konrad von Hornberg.

Nach Kondrads Ableben 1457/58 fiel die Herrschaft Ebringen an seine Witwe und nach deren Wiederverheiratung 1458 an den vorarlberger Ritter Hans von Hohenems.

Nach dem Tode Benignosas heiratete Hans von Hohenems Helena von Klingenberg.

Die Herren von Staufen versuchten 1478 erneut für Pfaffenweiler ihren Anspruch auf Talhausen und Berghausen (und damit den Hohfirst) gerichtlich durchzusetzen, doch wurde die Klage durch das Hofgericht zu Ensisheim im Elsass in allen Punkten abgewiesen und Ebringen mit Talhausen, Berghausen und der Schneeburg als Lehen St. Gallens bestätigt. In den 1480er Jahren wandten sich die Herren von Staufen deshalb direkt an Kaiser Friedrich III., der die Angelegenheit jedoch an das für Lehenssachen zuständige Mannengericht im Breisgau verwies. Auch dort hatten die Staufer keinen Erfolg.

Hans von Hohenems’ Tochter Helena erbte Ebringen und heiratete 1506 in zweiter Ehe Sigmund von Falkenstein, Herr der Heidburg zwischen Kinzigtal und Elztal.[5]

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reformation 1520–1618[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabmale in der Ebringer Pfarrkirche

Nach Sigmunds Tod 1533 ging Ebringen 1537 an seinen Sohn Christoph über, der 1559 ohne Nachkommen starb. Christoph von Falkenstein war kaiserlicher Rat und Präsident der vorderösterreichischen Regierung in Ensisheim. An Sigmund und seinen Sohn erinnern noch heute Grabdenkmäler in der Ebringer PfarrkircheNach Christophs Tod gelangte die Herrschaft an seinen Neffen Hans Wolf von Bodman. An Sigmund und seinen Sohn erinnern noch heute Grabdenkmäler in der Ebringer Pfarrkirche.[6]

In der Reformation blieb Ebringen anders als die Nachbarortschaft Wolfenweiler katholisch, was zu einer Neuordnung der Pfarreigrenzen führte. Vor der Reformation waren Teile des Ebringer Unterdorfes pfarrlich Wolfenweiler zugeordnet gewesen. Nun wurden die Gebiete der weltlichen Herrschaft und der Pfarrei deckungsgleich. Christoph von Falkenstein soll persönlich die Bewohner des Unterdorfs gehindert haben, weiterhin nach Wolfenweiler zur Kirche zu gehen.

1584 wurde Ebringen von der Pest heimgesucht.

Schlachtenkreuz

Dreißigjähriger Krieg 1618–48[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn von Hans Wolf von Bodmann, Hans Ludwig von Bodmann, verkaufte Ebringen an Gerwig von Hohenlandsberg. Von dessen Sohn Hug Dietrich erwarb die Fürstabtei Sankt Gallen 1621 die ungeteilte Herrschaft in Ebringen zurück. Norsingen war bereits 1607 wieder unter direkte St. Galler Herrschaft heimgefallen.[6] Die Herrschaft Ebringen blieb dabei formal weltlich. Der St. Galler Statthalter gehörte daher als Ritter von Ebringen zum Adelsstand der Breisgauer Landstände.

1629 brach in Ebringen die Pest aus.

1637 verließ die St. Galler Obrigkeit in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges Ebringen. Die Bevölkerung war ebenfalls zu großen Teilen in den Sundgau und die Schweiz geflohen.

1640 ließ der Freiburger Stadtkommandant Friedrich Ludwig Kanoffski (1592–1645) Ebringen besetzen und erklärte es zum persönlichen Herrschaftsgebiet. Er ignorierte alle sanktgallischen Einsprüche. St. Gallen und die Schweizer Eidgenossenschaft wendeten sich deswegen an den französischen Hof, der die Einsprüche jedoch zunächst ebenfalls nicht beachtete.

Im Juni 1644 eroberten bayerische Truppen Freiburg, die weimarische Besatzung unter Kanoffski erhielt freien Abzug ins verbündete französische Breisach. Damit endete auch die Herrschaft Kanoffskis über Ebringen. Der Ort selbst lag nun im militärischen Niemandsland zwischen einem französischen Truppenlager auf dem Batzenberg, das dort auf Verstärkung zur Rückeroberung Freiburgs wartete, und dem befestigten Bohl – dem strategisch günstig gelegenen westlichen Ausläufer des Schönbergs, direkt oberhalb Ebringens, wo bayerische Truppen eine starke Stellung aufbauten.

Am 3. August 1644 griffen die Franzosen das Bohl an und konnten unter hohen Verlusten die Bayern vertreiben. Die Schlacht bei Freiburg fand dann am 5. und 9. August am Schlierberg auf der anderen Seite des Schönbergs ihre Fortsetzung. Die tagelangen Unterbrechungen waren dem nasskalten Wetter und dem dadurch feucht gewordenen Schießpulver geschuldet.

Das Schlachtenkreuz erinnert an die Schlacht am 3. August. Es steht an Stelle des Beinhauses, wo man erst 30 Jahre nach der Schlacht die bis dahin auf dem ganzen Berg verstreut liegenden Knochen der Gefallenen bestattete. Das Massengrab entwickelte sich – nicht zur Freude der Kirche – zu einem Wallfahrtsort der Bevölkerung der katholischen Orte der Umgebung und es wurden offenbar auch immer wieder Knochen als Reliquien entwendet. Da die Kirche die Wallfahrten nicht unterbinden konnte, veranlasste der nach Ebringen verbannte Ildefons von Arx schließlich 1791 den Abtransport der verbliebenen Gebeine der Gefallenen, wodurch in den folgenden Jahrzehnten die Verehrung langsam zum Erliegen kam.

Nachdem die Schlacht bei Freiburg die französische Position im Breisgau – Breisach blieb französisch – stark geschwächt hatte, übergaben die Franzosen den Ort wieder an St. Gallen. 1646 kehrten die Obrigkeit und mit ihr auch viele Flüchtlinge zurück.

Kurz vor dem Westfälischen Frieden wurde Ebringen 1648 noch einmal von französischen Truppen geplündert. Die Bevölkerung floh nach Todtnau.

Mit dem Westfälischen Frieden verlor Österreich auch das Elsass an Frankreich und die Regierung der Vorlande nahm in Freiburg ihren Sitz. Die St. Galler Ortsherrschaft errichtete mit dem Ebringer Hof in der Freiburger Innenstadt ("Haus zur lieben Hand") eine Repräsentanz im neuen Verwaltungszentrum.[7]

Aufklärung 1648–1789[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es auch in Ebringen wie im gesamten südwestdeutschen Raum zu einer Einwanderung aus der Schweiz und Tirol, mit der die Obrigkeit versuchte, die Bevölkerungsverluste abzumildern.
Das Jahr 1676 war für Ebringen besonders unerfreulich: Die Fürstabtei St. Gallen ergriff offen Partei für das Österreich feindlich gesinnte Frankreich, woraufhin als Reaktion Kaiser Leopold befahl, die Herrschaft Ebringen als „Eigentum eines feindlich gesinnten Landesherrn“ zu behandeln[8] Nachdem der sanktgaller Statthalter und spätere Fürstabt Leodegar Bürgisser die Vorladung der vorderösterreichischen Regierung nach Freiburg ignorierte, wurde Ebringen vom 16. bis 18. Oktober 1676 durch österreichische Truppen systematisch geplündert. Der Schaden belief sich auf über 20.000 Gulden.
Als weitere Strafmaßnahme drohte der Fürstabtei zudem der Verlust des prestigeträchtigen Titels einer gefürsteten Reichsabtei, so dass St. Gallen schließlich das Bündnis mit Frankreich aufgab und sich wieder mit Österreich verbündete. Damit war die Abtei aber in der Schweiz politisch isoliert, was eine Ursache des Toggenburgkrieges von 1712 war.

Bei der französischen Belagerung Freiburgs im November 1677 floh die Ebringer Bevölkerung und blieb dem Ort ein Vierteljahr fern. Für die Fürstabtei war der Seitenwechsel zu Habsburg nun auch im Breisgau wenig einträglich, da jetzt Frankreich die Region militärisch beherrschte und Freiburg annektierte, auch wenn der übrige Breisgau habsburgisch blieb. Frankreich verlangte nun von der Ebringer Herrschaft die Lieferung von Eichen im Wert von 20.000 Gulden zum Ausbau der Festung Freiburg. Hierfür wurde der herrschaftliche Wald am südwestlichen Schönberg, dem Herrenbuck, abgeholzt. Die Weinlese 1678 wurde von Soldaten geraubt, 1679 lagen die Weinberge dann brach, weil der Ort weitgehend verlassen war. Erst ab 1679 kehrte die Bevölkerung nach und nach zurück.[9]

Im Spätjahr 1690 verließ die Bevölkerung wegen des Herannahens eines großen französischen Heeres erneut den Ort für einige Wochen.[10]

In den folgenden Jahren bis 1713 kam es wiederholt zu Plünderungen des Dorfes durch französische Truppen. Der von 1696 bis 1717 regierende Fürstabt Leodegar Bürgisser trug sich daher mit dem Gedanken, die wenig einträgliche Herrschaft Ebringen zu veräußern, nahm aber schließlich, nicht zuletzt wegen seiner prekären Situation in der Schweizer Eidgenossenschaft, davon Abstand.[11] Stattdessen wurde 1711–13 mit dem Ebringer Schloss, dem heutigen Rathaus, vom 1705–1725 als Statthalter in Ebringen regierenden Lukas Graß ein repräsentatives Herrenhaus der St. Galler Herrschaft erbaut.

Im Mai 1712 eskalierten die Spannungen zwischen der Fürstabtei St. Gallen, ihrer Herrschaft Toggenburg und der Schweizer Eidgenossenschaft zum Toggenburgerkrieg, der mit der Eroberung und Besetzung der eidgenössischen Territorien der Fürstabtei durch ihre protestantischen Gegner endete. Fürstabt Bürgisser floh am 29. Mai mit dem Konvent nach Neuravensburg, ein reichsunmittelbares Territorium des Klosters nördlich des Bodensees im Heiligen Römischen Reich. Noch im Juli schickte der Abt den Ebringer Statthalter Lukas Grass nach Wien, um – erfolglos – die österreichische Regierung um militärische Hilfe zur Wiederherstellung des Klosters zu ersuchen.

Die für das Kloster katastrophale gesamtpolitische Lage und die Abwesenheit des Statthalters nutzten 25 Ebringer Bürger zu einer Klage gegen die St. Galler Herrschaft beim vorderösterreichischen Ständegericht betreffs der Rechte der Herrschaft gegen ihre Untertanen. Der Gemeindevogt verhielt sich offiziell neutral. Statthalter Grass zeigte sich jedoch in der sich über mehr als zwei Jahre hinziehenden Angelegenheit kompromisslos und gewann den kriegsbedingt zeitweise unterbrochenen Prozess.

Im Frühherbst 1713 wurde nämlich gegen Ende des Spanischen Erbfolgekriegs Freiburg von einem großen französischen Heer sieben Wochen lang belagert. Dieses plünderte wie damals üblich das Umland. In Ebringen blieb nur der neue Herrschaftssitz davon verschont. Die Bevölkerung floh erneut, u. a. nach Bartenheim im elsässischen Sundgau.

1714 wurde schließlich die Klage beim Ständegericht zu Gunsten der Fürstabtei entschieden und die Ebringer Bürger mussten in einer Unterwerfungserklärung gegenüber der Fürstabtei die Leibeigenschaft anerkennen. Grass konnte zudem gegenüber der österreichischen Landesherrschaft erreichen, dass alle Streitigkeiten zwischen Ebringer Bürgern und der Grundherrschaft zu einer innersanktgallischen Angelegenheit wurden und vor einem sanktgaller Gericht zu verhandeln waren. Bis auf steuerliche Aspekte hatte die Fürstabtei die Herrschaft Ebringen damit weitgehend dem österreichischen Einfluss entzogen. Das vorderösterreichische Ständegericht bestätigte die Unterwerfungserklärung am 24. Januar 1715.

Nach diesem Erfolg im Breisgau konnte die Fürstabtei nach dem Tod von Abt Bürgisser 1717 auch einen für sie akzeptablen Friedensschluss im Toggenburgerkrieg erreichen. 1718 wurde ihre Herrschaft in der Schweiz wiederhergestellt, so dass das erst 1718 endgültig fertiggestellte Ebringer Schloss nicht als Exilresidenz des Konvents dienen musste.

In den folgenden drei Jahrzehnten kehrte dann eine relative Ruhe ein, in der der Ort sich erholte. 1742 führte der von der Fürstabtei St. Gallen aus Weisstannen nach Ebringen versetzte Dorfpfarrer Joseph Benedikt Müller wie schon in seiner vorigen Pfarrei auch in Ebringen die allgemeine Schulpflicht ein. 1744 belagerten französische Truppen unter dem persönlichen Befehls König Ludwigs XV. im Rahmen des Österreichischen Erbfolgekrieges erneut Freiburg. In Ebringen quartierte sich französische Kavallerie in den Stuben der Wohnhäuser ein, deren Bewohner auf die Speicher unter den Dächern ziehen mussten. Zwar gab es praktisch keine Übergriffe auf die Zivilbevölkerung, doch wurden die Stecken der Rebanlagen zum Heizen verwendet. Als der St. Galler Fürstabt Coelestin Gugger von Staudach sich im Folgejahr 1745 von seinen Ebringer Untertanen huldigen ließ, fand der desolate Zustand der Weinberge Erwähnung.

Danach kehrte eine gut vier Jahrzehnte bis zur Französischen Revolution währende relativ friedliche Periode ein, was sich auch in einem deutlichen Bevölkerungszuwachs zeigte.

In dieser Zeit versuchte Österreich die Landesherrschaft gegenüber den Grundherrschaften auszubauen. Die Zentralisierung wie auch die Josephinismus Reformen Kaiser Josephs stießen im Breisgau allerdings bis zum Ende der Habsburgerherrschaft auf den Widerstand der örtlichen Stände, so auch in Ebringen.

1748 wurde im Bereich der ehemaligen Siedlung Berghausen die noch heute stehende Kapelle erbaut.

Im Familienrecht war es bis zum Ende der St. Galler Herrschaft üblich, dass Ehefrauen ihren Mädchennamen zeitlebens behielten, eheliche Kinder aber grundsätzlich den Familiennamen des Vaters erhielten. Besitzurkunden, Kirchenbücher, die Volkszählung von 1792 und auch Ildefons von Arx in seiner Chronik erwähnen Ehefrauen und Witwen stets mit ihren Geburtsnamen; so etwa in der Volkszählung von 1792, wo Verena Weislämle mehrmals als Eigentümerin von Häusern ohne namentlichen Verweis auf ihren zweiten Ehemann, den Hofrat Ruttershausen, erwähnt wird. Lediglich der Titel „Hofrätin“ nimmt Bezug auf ihren Gatten, den damals einflussreichsten St. Galler Beamten am Ort. Witwen werden im Census ohne Verweis auf frühere Ehepartner geführt, deren Nachnamen sich nur aus denen gemeinsamer Kinder erschließen lassen. Ehefrauen hatten demnach etwa in Eigentumsfragen eine eigenständige Stellung als Rechtssubjekt gegenüber dem Ehemann, was sich auch im Namen zeigte.

Ende der St. Galler Herrschaft und Übergang an Baden 1788–1809[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Replik des „Brunnens der Vier“ vor dem Ebringer Pfarrhaus. Die Aufschrift setzt sich aus den ersten Silben der Vor- und Nachnamen der vier 1788/89 nach Ebringen exilierten Mönche zusammen

1788/89 versetzte Fürstabt Beda Angehrn die vier gegen ihn opponierenden Mönche Pankraz Vorster, Ildefons von Arx, Gerald Brandenberg und Ambrosius Epp nach Ebringen, womit sie aufgrund der großen Entfernung politisch ausgeschaltet waren.

Vorster erwarb den Unteren Schönberger Hof für das Kloster und etablierte im Gewann Bethlehem oberhalb des heutigen Ebringer Ortsteils Tirol eine einträgliche Milchwirtschaft.

Pater Ildefons von Arx verfasste 1792 die erste Ebringer Dorfchronik mit dem Titel Geschichte der Herrschaft Ebringen, die in den folgenden Jahrzehnten bis 1860 noch mehrfach für die Zeit 1792–1860 ergänzt und auch komplett redigiert wurde.

1795 wurde Beatus Schuhmacher, bis dahin Statthalter in St. Gallen, wegen Misswirtschaft als Statthalter nach Ebringen versetzt. In Ebringen wurde ihm die Befugnis über die wirtschaftlichen Angelegenheiten der Besitzung zudem entzogen.

1796 ließ Ildefons von Arx vierzig junge Ebringer Frauen aus Angst vor Vergewaltigungen durch ein herannahendes französisches Heer in die Schweiz evakuieren. Die jungen Frauen kamen aber bald wieder nach Ebringen zurück. Im selben Jahr versöhnte sich Pankraz Vorster mit dem Fürstabt und ging nach St. Gallen zurück, wo er nach dem Tode Angehrns am 1. Juni zum neuen Fürstabt gewählt wurde. Im September 1796 kehrte auch von Arx nach St. Gallen zurück.

1798/99 brach die weltliche Herrschaft des Klosters St. Gallen in der Schweiz zusammen, doch behielt das Kloster sein Vermögen. Die weltliche Herrschaft der Fürstabtei beschränkte sich danach jedoch auf Neu-Ravensburg und die Herrschaft Ebringen im Heiligen Römischen Reich.

Der Sanktgaller Konvent floh nach Ebringen und das Ebringer Schloss wurde die offizielle fürstabtliche Residenz, auch wenn sich Fürstabt Pankraz Vorster erst ab August 1801 in Ebringen aufhielt.

In den Jahren 1800 und 1801 kam es auch in Ebringen zu inneren Unruhen, die sich jedoch nicht gegen die Obrigkeit richteten.

Im Reichsdeputationshauptschluss von 1803 konnte die Fürstabtei St. Gallen ihre bereits mittelbaren Besitzungen in Ebringen und Norsingen behalten, verlor aber das reichsunmittelbare Neu-Ravensburg. Ebringen und Norsingen stellten damit die letzten verbliebenen Herrschaftsgebiete der Fürstabtei dar. Fürstabt Vorster, der Ebringen am 4. Juni 1803 verlassen hatte, kehrte am 8. Oktober desselben Jahres wieder nach Ebringen zurück.

Am 8. Mai 1805 löste der Kanton St. Gallen auch das Kloster St. Gallen auf und konfiszierte dessen Besitzungen. Der Liquidationsplan sah vor, die außerhalb des Kantons gelegenen Besitzungen und Herrschaften des Klosters zu veräußern. Der Kanton war zunächst nicht in der Lage, diesen Beschluss auch in Ebringen umzusetzen. Bei Ausbruch des dritten Koalitionskrieges am 26. September 1805 verließ Pankraz Vorster jedoch endgültig Ebringen und floh über Innsbruck und Zagreb ins österreichische Slawonien. Noch 1806 forderte er vergebens von Wien aus vom Kanton das Recht auf lebenslange Herrschaft in Ebringen und eine jährliche Pension von 4000 Gulden.

Nachdem die habsburgische Herrschaft im Breisgau 1806 endgültig beendet war und das neugebildete Großherzogtum Baden an ihre Stelle trat, konnte der Kanton St. Gallen im selben Jahr Ebringen in Besitz nehmen. Baden hatte – wohl nicht zuletzt, um das angespannte Verhältnis zur Schweiz nicht weiter zu belasten – die Ansprüche St. Gallens auf Ebringen anerkannt, während es andere Grundherrschaften des Breisgaus nach der Herrschaftsübernahme am 15. April 1806 sofort konfiszierte.

Die Herrschaft Ebringen – bestehend aus Ebringen und Norsingen – wurde schließlich im Januar 1807 vom Kanton für 140.000 Gulden an die Markgrafen Friedrich und Ludwig von Baden verkauft, die sie 1809 an das Großherzogtum Baden übereigneten.[12] Ebringen war damit – nicht zum Schaden seiner Bewohner – politisch bedeutungslos geworden.

Vormärz und Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weinernten von 1813 bis 1817 waren allesamt von geringem Ertrag und 1816/17 auch qualitativ sehr schlecht, was gut mit den 1816/17 durch das Jahr ohne Sommer europaweit grassierenden Hungersnöten korreliert. Ab den 1820er Jahren setzte eine starke Auswanderung nach Amerika ein. Im Ort selbst begann sich das Bürgertum zu emanzipieren. In den 1830er Jahren gelang es schließlich dem Bürgermeister (bis 1832 lautete der offizielle Titel des Dorfvorstehers Vogt), in einem Streit mit dem Dorfpfarrer Martin Walser die Oberhand zu gewinnen und 1838 beim Ordinariat die Abberufung des Pfarrers zu erwirken.
Am 15. Juni 1847 wurde die Rheintalbahn bis Schliengen eröffnet[13] und damit vermutlich auch der bereits für 1845 in Planung belegte[14] Haltepunkt auf der Gemarkung von Wolfenweiler, der den Namen Ebringen erhielt.

Ebringen um 1900

Zur Zeit der badischen Revolution entstanden überall in Baden politische Debattierclubs, die sich u. a. als Gesangvereine tarnten. Unter diesem Aspekt ist auch die 1847 erfolgte Gründung des Männergesangvereins Ebringen (MGV) zu sehen. Nach der Niederschlagung der Revolution durch preußische Truppen ereilte den MGV daher auch das Schicksal vieler anderer um 1848 gegründeter Vereine: Er wurde verboten und durfte erst über eineinhalb Jahrzehnte später neugegründet werden.

Deutsches Reich und Zweiter Weltkrieg 1933–1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein wichtiger Beitrag zur Dorfentwicklung war der Bergbau am Schönberg, für dessen Südfeld in Ebringen eine heute noch bestehende Bergleute-Siedlung mit 24 Häusern für 48 Familien entstand.[15] Dieser Zuzug aus dem Rheinland in den Jahren 1936 und 1937 hatte Auswirkungen auf das soziale Gefüge des bislang fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägten Ortes.[16][15] Erschwert wurde dies dadurch, dass Bauern enteignet worden waren, um auf ihrem Land die Siedlung errichten zu können.[17] Die einfacheren Unterkünfte für 150 weitere,[18] alleinstehende Bergleute sind mittlerweile restlos verschwunden. Das am Schönberg geförderte Eisenerz wurde über eine Seilbahn nach Sankt Georgen transportiert und dort für den Schienenverkehr verladen.[19] Der Bergbau wurde von 1937 bis 1942 betrieben und dann wegen der geringen Ergiebigkeit und Güte aufgegeben. Die Anlagen und Schächte wurden allerdings noch bis 1957 zum Zwecke einer möglichen Wiederaufnahme des Bergbaus gewartet.

1938 eröffnete ein im Vorjahr errichtetes, unbeheiztes Freibad mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken beim Ortsteil Talhausen. Es wurde durch den Nussbach gespeist und war nach seinem Erbauer, dem Bürgermeister Josef Franz, Franz-Josef-Bad benannt. Das Becken wurde 1945 durch Handgranaten beschädigt und seither nicht mehr benützt.[20] Das Gelände wird seit den 1970er-Jahren für Wohnbebauung genutzt, so dass von den Becken heute nichts mehr sichtbar ist.

1937/38 wurden auf den Bergmatten des Schönbergs 211 Landparzellen von einem Mittelsmann für das Deutsche Reich aufgekauft und ein Truppenübungsplatz für die Wehrmacht eingerichtet, der nach dem Krieg von den französischen Besatzungstruppen und der deutschen Polizei weitergenutzt wurde. Er wurde bis in zum Anfang der 1990er Jahre betrieben. 1995 wurde die Fläche von der Gemeinde Ebringen von der Bundesrepublik Deutschland als Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reichs angekauft und in ein Naturschutzgebiet umgewidmet.

1939 bis 1945 starben durch unmittelbare Kriegseinwirkungen 84 Ebringer Bürger, vor allem als Soldaten der Wehrmacht, der Großteil im letzten Kriegsjahr.[21] Während die Männer und Söhne eingezogen waren, wurden in landwirtschaftlichen Betrieben Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene als Helfer eingesetzt. Sie stammten zumindest aus Frankreich,[22] Polen[23] und der Sowjetunion,[23] vielleicht auch aus weiteren Ländern. Die im Bergbau beschäftigten Kriegsgefangenen aus Frankreich und Russland waren nie in Ebringen untergebracht, sondern in einem Lager in Sankt Georgen.[15]

Ebringen wurde am 22. April 1945 nach kleineren Schusswechseln mit auswärtigem Volkssturm von französischen Truppen (teilweise Marokkaner) besetzt.[24] Am Morgen dieses Tages waren mehrere der vier Bahnbrücken gesprengt worden, was für die aus Wolfenweiler anrückenden Franzosen allerdings kein Problem darstellte.[25] In Ebringen befand sich eine Außenstelle des Breisacher Rathauses.[22]

Die am 20. April 1942[19] zum Einschmelzen nach Karlsruhe verbrachten Kirchenglocken konnten nach Kriegsende unversehrt vom Lagerplatz zurückgeholt werden.[26]

Seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1951 initiierte Max Schüler (1904–95) die Gründung der Winzergenossenschaft Ebringen und trieb maßgeblich die Inangriffnahme der Flurbereinigung der Ebringer Rebberge an, da durch die zu kleine Parzellierung durch Realteilung, Stützmauern sowie veraltete Rebsorten ansonsten der Niedergang des Weinbaus aufgrund einer nicht mehr konkurrenzfähigen Wirtschaftsweise absehbar war.

Der Serienmörder Heinrich Pommerenke verübte 1959 seinen vierten Mord an einer Frau, deren Leiche er in Höhe des – auf der Gemarkung Wolfenweilers gelegenen – Bahnhofs Ebringen bei einer Notbremsung aus dem Zug stößt, nachdem er sie während der nächtlichen Fahrt erstochen hatte.

In die Amtszeit von Bürgermeister Eugen Schüler (1963–90) fielen die Flurbereinigungen der drei Ebringer Rebberge (1964–74), welche der Ebringer Landschaft ein völlig neues Gesicht gaben. Der Rebumlegung auf dem Winterberg fiel der dortige Stationenweg in seinem unteren Teil zum Opfer. Die in kleinen Kapellen stehenden Bildstöcke stehen seither ohne direkte Verbindung im Rebberg. Der alte Stationenweg ist lediglich noch in seinem oberen Teil erhalten.[27]

Am 1. Januar 1975 wurde Ebringen im Zuge der Gebietsreform gemeinsam mit Mengen nach Schallstadt-Wolfenweiler eingemeindet. Aus Ebringen wurde Schallstadt-Wolfenweiler 4. Der Name Ebringen verschwand aus amtlichen Dokumenten, allerdings wurde ein Wettbewerb für einen neuen Namen der Gesamtgemeinde ausgelobt, bei dem der Name „Weingau“ Sieger wurde.

Ebringen legte noch vor dem Vollzug der Eingemeindung Widerspruch beim Staatsgerichtshof Baden-Württemberg ein, da es dem Eingemeindungsvertrag nur unter der Prämisse zugestimmt hatte, dass auch Pfaffenweiler der neuen Gesamtgemeinde beitreten würde. Pfaffenweiler blieb jedoch selbständig. Bis zur Klärung des Rechtsstreits wurde der Schallstadt-Wolfenweiler Bürgermeister Oskar Hanselmann zum Ortsverweser eingesetzt. Am 6. Februar 1976 erklärte der baden-württembergische Staatsgerichtshof in Mannheim die Eingemeindung Ebringens für nichtig und die Gemeinde erhielt ihre politische Selbständigkeit zurück.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dominierende Konfession ist als Erbe der St. Galler Herrschaft die römisch-katholische Kirche.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Jahr 1574 wird eine Bevölkerung von 560 Personen vermerkt. Obwohl Ausbrüche der Pest 1584 und 1629 die Einwohnerschaft merklich reduzierten, erhöhte sich die Zahl auch durch Einwanderung bis 1722 auf 730 Einwohner. Auch im weiteren 18. Jahrhundert stieg die Bevölkerung deutlich an. Bereits 1735 werden 809 und 1757 dann 873 Einwohner gezählt. 1792 überschritt die Bevölkerung erstmals die 1000-Einwohner-Marke. Die von der St. Galler Herrschaft durchgeführte Zählung vermerkt daneben 148 Wohngebäude. Im Ortsteil Talhausen wurden dabei 60 Einwohner gezählt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts sank die Zahl der Einwohner durch Auswanderung und Seuchen auf etwas über 900 Personen und pendelte dann bis 1930 zwischen 900 und etwas über 1000 Menschen. Mit der Errichtung des Bergwerkes in den 1930er Jahren setzte ein Zuzug von über 200 Personen ein. Ende der 1950er Jahre hatte der Ort dann über 1500 Einwohner und am Ende der 1980er Jahre wurde die Marke von 2000 Einwohnern überschritten.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Hornberg
Wappen von Ebringen

Das heutige Wappen ist in ähnlicher Form durch das Vogteisiegel auf einer Urkunde aus dem Jahr 1471 belegt und verbindet die abgewendeten schwarzen Jagdhörner (Hifthörner) aus dem Wappen von Hornberg mit einem Rebstock und einem Rebmesser. 1811 führte die Gemeinde ein Wappen mit einem Rebstock, das sie 1898 dem Generallandesarchiv vorlegte, um es weiterhin verwenden zu können. Das Generallandesarchiv unterbreitete der Gemeinde jedoch den Vorschlag, das Wappen von 1471 zu verwenden. Zehn Jahre später setzte Ebringen diesen Vorschlag in die Tat um. 1966 wurde der Griff des Rebmessers auf dem Wappen rot eingefärbt, was für die Zugehörigkeit Ebringens zu Vorderösterreich steht. Seit dieser Zeit darf die Gemeinde zudem die Flaggenfarben Blau/Gold (Gelb) führen.[28]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebringen bildet zusammen mit den Nachbargemeinden Schallstadt und Pfaffenweiler eine Verwaltungsgemeinschaft. Ab 2006 war ein Zusammenschluss mit der Nachbarverwaltungsgemeinschaft der Hexentalgemeinden in Vorbereitung. Die ursprünglich auch einbezogene Verwaltungsgemeinschaft Ehrenkirchen-Bollschweil hat sich dagegen 2007 aus den Fusionsverhandlungen wieder zurückgezogen. Nachdem sich dann 2008 auch Schallstadt aus dem Projekt verabschiedete, gilt die Verwaltungsneuordnung als gescheitert.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ebringer Gemeinderat hat 12 Mitglieder.

Bei den Wahlen am 25. Mai 2014 ergaben sich gegenüber den Wahlen 2009 deutliche Verschiebungen in den Stimmanteilen der Listen. Die Bürgerliste verlor dabei einen Sitz zu Gunsten der Frauenliste. Der Frauenanteil liegt nach der Kommunalwahl 2014 wieder bei fünf Rätinnen bzw. 42 %, nachdem er durch Nachrücken für einen ausgeschiedenen Gemeinderat 2013 bis 2014 zwischenzeitlich mit sechs Rätinnen bei 50 % lag. Die Gemeinderäte rekrutieren sich aus den Jahrgängen 1948 bis 1968.

Liste  %
2014
Sitze
2014
 %
2009
Sitze
2009
 %
2004
Sitze
2004
 %
1999
Sitze
1999
Sitze
1994
Anmerkung
CDU 21,3 3 27,1 3 27,5 3 31,0 4 4  
Bürgerliste 18,9 2 23,5 3 24,7 3 29,5 4 4 A
Bürger für Ebringen 26,3 3 23,3 3 21,6 3 17,6 2 2 B
Frauenliste 21,6 3 17,2 2 18,2 2 14,6 2 1  
Perspektive für Ebringen 12,0 1 8,9 1 8,0 1 C
SPD 7,3 0 1 D

Anmerkungen:
A: Listenkandidaten traten bei der Kreistagswahl wiederholt für die Freien Wähler an.
B: Listenkandidaten traten bei der Kreistagswahl wiederholt für SPD bzw. Grüne an.
C: Bei den Wahlen 2004 und 2009 als FDP/DVP, der Spitzenkandidat trat 2014 für die FDP bei der Kreistagswahl an
D: Der 1999 gescheiterte Spitzenkandidat der Liste kandidierte 2004 erfolgreich bei den Bürgern für Ebringen für den Gemeinderat, für die SPD erfolgreich für den Kreistag.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Mosbach (2016)

Bei den Bürgermeisterwahlen am 16. März 2014 wurde Amtsinhaber Rainer Mosbach mit 60,6 % der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 70,5 % im Amt bestätigt.

  • seit 2006 Rainer Mosbach
  • 1990–2006 Hans-Jörg Thoma
  • 1963–1990 Eugen Schüler
  • 1947–1962 Otto Mißbach
  • 1945–1947 Max Alfons Zimmermann (erneut)
  • 1933–1942 Josef Franz
  • 19??–1933 Max Alfons Zimmermann
  • 1904–19?? Josef Bechtold
  • 1892–1904 Julius Schüler
  • 18??–1892 Alois Linsenmeier
  • 1877–1880 Johann Männer
  • 1860–18?? Sebastian Schüler
  • 1825–1860 Aloys Mayer

St. Galler Fürstabt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitgenössisches Porträt von Pankraz Vorster

St. Galler Statthalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1795–1806 Beatus Schuhmacher
  • 1789–1795 Gerold Brandenberg
  • 1778–1789 Anton Gerwig
  • 1775–1778 Cölestin Schieß
  • 1769–1775 Ignaz Mösl
  • 1762–1769 Othmar Walser
  • 1741–1762 Pirmin Widle
  • 1731–1741 Augustin Hauser von Gleichenstein
  • 1725–1731 Roman Schertlin
  • 1705–1725 Lukas Graß
  • 1698–1705 Hermann Schenk
  • 1682–1698 Augustin Zagot
  • 1676–1682 Leodegar Bürgisser
  • 1662–1676 Tutilo Gebel
  • 1656–1662 Othmar Keßler
  • 1654–1656 Simon von Freiburg
  • 1648–1654 Ambrosius Negeli
  • 1647–1648 Basilius Renner
  • 1646–1647 Gallus Alt
  • 1637–1646 ohne sanktgaller Obrigkeit
  • 1634–1637 Robert Blöd (erneut)
  • 1633–1634 Hans Dietrich Müller
  • 1624–1633 Jakob Schepeli
  • 1621–1624 Robert Blöd

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Gallus
Berghauser Kapelle

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Denkmäler/Grenzsteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Stätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Scharretenacker (alamannisches Gräberfeld) im heutigen Gewerbegebiet– Das alamannische Gräberfeld im Südwesten Ebringens war den Ausgrabungen zufolge zwischen 300 und 700 nach Christus in Gebrauch, also bis zur Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung Ebringens. Es wurde im 19. Jahrhundert wiederentdeckt. Nach 1990 wurde zum einen die Umgehungsstraße des Ortes mitten durch das Gräberfeld geführt, zum anderen im Ostteil das Gewerbegebiet darauf errichtet.
  • Schönberggipfel – Das Gipfelplateau des Schönbergs beherbergte eine jungsteinzeitliche Siedlung.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jennetal (Naturschutzgebiet) – Das Besondere am Naturschutzgebiet Jennetal mit dem „Sumser Garten“ ist seine Vielfalt an heimischen Orchideenarten. In einer einmaligen Vielfalt sind ein großer Teil der in Deutschland wachsenden Orchideenarten auf der Ebringer Gemarkung anzutreffen. Der Sumsergarten wird von ehrenamtlichen Naturschutzwarten an den Wochenenden während der Blütezeiten für die Öffentlichkeit geöffnet.
  • Ein zweites Naturschutzgebiet sind die Berghauser Matten, in dem die Berghauser Kapelle steht.

Kultur, Gesellschaft und Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebringens ursprünglicher alemannischer Dialekt zählt zum Hochalemannischen. Inzwischen ist der Dialekt weitgehend einer mehr oder weniger stark niederalemannisch gefärbten Umgangssprache gewichen. Wie im Freiburger Raum üblich, hat der alemannische Dialekt in seiner Ursprungsform ein äußerst geringes Sozialprestige und seine Sprecher sind zahlreichen offenen oder subtilen Diskriminierungen ausgesetzt.

Bei den unter Zwanzigjährigen ist in Ebringen der Dialekt mittlerweile fast vollständig verschwunden und die Umgangssprache enthält lediglich noch einige wenige Dialekteinsprengsel, da der Dialekt so gut wie nicht mehr an die Kinder weitergegeben wird.

Einen guten Eindruck über den Verfall des alemannischen Dialekts liefert alljährlich die Ebringer Fastnacht und das in Umgangssprache erscheinende Narreblättli.

Auch die noch stärker dialektgeprägte Umgangssprache der älteren einheimischen Einwohner zieht in der Regel die dem Schwäbischen verwandten diphthongierten Varianten den monophthongierten vor (z. B. mei, dei, sei beim Possessivpronomen statt mi, di, si ) und verwendet beim Diminutiv die schwäbische -le statt der alemannischen -li Form.

In den 1990er Jahren hat die Gemeinde auch alemannische Gewannnamen eingedeutscht und z. B. das Gewann Schluch in Schlauch umbenannt. Lediglich der Fränzliweg im Jungholzwald bildet hier noch eine Ausnahme und verwendet den korrekten alemannischen Diminutiv.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ebringer Fastnacht
    • Schmutziger Dunnschdig mit Hemmglunkiumzug
    • Fasnetfridig mit Juckihu-Party der Guggemusik Gässlifätzer Ebringen
    • Fasnetsamschdig mit dem Ebringer Narreobend
    • Fasnetsunndig mit dem Ebringer Fastnachtsumzug
    • Fasnetzischdig mit der Ebringer Kinderfasnet und der abendlichen Fasnetverbrennig
  • Ebringer Weintage (jährlich am 3. Augustwochenende) in historischen Kellern und Höfen
  • Wein- und Sektfestival (jährlich am 3. Juliwochenende) um das Ebringer Schloss
  • Weihnachtsmarkt (jährlich am 3. Advent) um das Ebringer Schloss

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schönbergschule (Grundschule)
  • Kindergarten Ebringen

Karitative Vereine / Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Malteser Hilfsdienst Ortsgruppe Ebringen

Kulturelle Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholischer Kirchenchor Ebringen
  • Männergesangverein Ebringen 1847 e. V.
  • Musikverein Ebringen e. V.
  • Musisches Zentrum Ebringen e. V.
  • Trachtengruppe Ebringen

Sport- und Spielvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Badische Schach-Blitz-Mannschafts-Meisterschaft 2016 in der Schönberghalle
  • Fußballsportverein Ebringen
  • Motorclub Ebringen e. V.
  • Radsportverein „Wanderlust“ Ebringen e. V.
  • Schachclub Ebringen e. V.
  • Turnverein Ebringen e. V.

Fastnachtszünfte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Guggemüsig Gässlifätzer Ebringen e. V.
  • Klämledriebel Ebringen
  • Schlosshexen Ebringen e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinbau dominiert mit knapp einem Quadratkilometer Anbaufläche die landwirtschaftliche Nutzung in Ebringen. Die angebauten Sorten, der so genannte Sortenspiegel, betrug um 2000 laut Auskunft des Badischen Weinbauverbandes: 33 % Spätburgunder, 29 % Gutedel, 21 % Müller-Thurgau, 4 % Nobling, 3 % Weißer Burgunder, 3 % Ruländer, 7 % andere Sorten wie Edelsorten oder Neuzüchtungen unter anderem Dornfelder, Gewürztraminer, Merzling, Muskateller, Chardonnay, Regent, Riesling, Bronner. Seither haben sich die Gewichte verschoben. Die Sorte Nobling lag z. B. 2008 unter 1 % und die Sorte Freisamer wird nicht mehr angebaut.

Die größten örtlichen Weinbauvereinigungen sind die örtliche Winzergenossenschaft mit ihren Betrieben Winzerhof und Schlossgut Ebringen und das Weingut Missbach.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebringen ist mit seiner Umgehungsstraße an die L 125/B3 angebunden. Die Innenstadt von Freiburg ist mit dem Auto in circa 15 Minuten erreichbar, das Gewerbegebiet Haid in etwa 6 Minuten. Nach Wittnau führt eine Straße über den Schönberg.

Nächstgelegene Autobahn ist die A5/E35. Anschluss Richtung Norden ist Freiburg-Mitte, nach Süden Freiburg-Süd.

Radwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Ebringen führt der Markgräfler Radwanderweg und der Fernradweg Freiburg-Mülhausen. Beliebt für Radrennfahrer ist der Anstieg der Umgehungsstraße zur Berghauser Kapelle (Bergwertung der Deutschen Straßenradmeisterschaften 2004).

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Ebringen führt das Markgräfler Wiiwegli, ein Fernwanderweg des Schwarzwaldvereins von Freiburg nach Weil am Rhein.

Öffentliche Verkehrsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebringen gehört dem Regio-Verkehrsverbund Freiburg an. Der DB-Haltepunkt Ebringen der Rheintalbahn liegt auf der Gemarkung Wolfenweiler. Seine Bedienung erfolgt im Rahmen des integralen Taktverkehrs Baden-Württemberg montags bis freitags in der Regel stündlich und an Wochenenden zweistündlich.

In Freiburg (Fahrzeit ca. 10 Minuten) bestehen seit dem Fahrplanwechsel 2006/07 in der Regel Übergänge von circa 30 Minuten auf den Fernverkehr der Deutschen Bahn.

Mit dem Bus erreicht man den von acht Haltestellen erschlossenen Ort über die Linie 7240 Freiburg-Bad Krozingen/Staufen. Tagsüber an Werktagen besteht zwischen Ebringen und Freiburg ein Halbstundentakt mit weiterer Verdichtung in den Stoßzeiten, Abends und samstags sowie nach Bad Krozingen bzw. Staufen besteht ein Stundentakt, an Sonn- und Feiertagen ein Zweistundentakt.

Flughäfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nächstgelegener internationaler Verkehrsflughafen ist der Flughafen Basel-Mülhausen, circa 50 km südsüdwestlich von Ebringen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eugen Schüler, Bürgermeister von 1963 bis 1990 (1922–2012, Ehrenbürger seit 1991)
  • Otto Goldschmidt (1918–2013, Ehrenbürger seit 2002)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg von Wildenstein († 1379), 1360–1379 Fürstabt des Klosters St. Gallen wird erstmals 1347 als Propst von Ebringen erwähnt.
  • Gallus Alt (1610–1687), 1654–1687 Fürstabt des Klosters St. Gallen, war von 1645 bis 1650 Statthalter zu Ebringen.[30]
  • Pankraz Vorster (1753–1829), letzter Fürstabt (1796–1805) des Klosters St. Gallen, 1788 bis 1796 nach Ebringen strafversetzt, 1801–1805 als Fürstabt zumeist in Ebringen im Exil.
  • Ildefons von Arx (1755–1833), Pater des Klosters St. Gallen, Archivar und Historiker, 1788–96 nach Ebringen verbannt, verfasste die erste Ebringer Dorfchronik.
  • Norbert Ruf (1933–2012), Katholischer Geistlicher und Kirchenrechtler, von 1961 bis 1965 Pfarrer und von 1965–1969 Pfarrverweser in Ebringen
  • Manfred Hermann (1937–2011), Pfarrer und Kunsthististoriker, von 1979 bis 2006 Pfarrer, danach bis zu seinem Tod im Ruhestand in Ebringen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ildefons von Arx, Joseph Booz (Hrsg.): Geschichte der Herrschaft Ebringen, 1792 in der Google-Buchsuche, Verlag von Franz Xaver Wangler, Freiburg 1860.
  • Ebringen – im Wandel der Zeit. Geiger-Verlag, Horb ab Neckar 1988, ISBN 3-89264-263-X.
  • Clausdieter Schott, Edmund Weeger (Hrsg.): Ebringen, Herrschaft und Gemeinde. Band 1, Rombach-Verlag, Freiburg, ISBN 3-9802758-0-9.
  • Helge Körner (Hrsg.): Der Schönberg. Lavori-Verlag, Freiburg 2006, ISBN 3-935737-53-X.
  • Arbeitsgemeinschaft Ebringer Dorfgeschichte (Hrsg.): Ebringer Dorfgeschichten
    • Nr. 1 Naturschutz in Ebringen. Ebringen 2008.
    • Nr. 2. Ebringen unterm Hakenkreuz. Zeitzeugenberichte. Ebringen 2008.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-007174-2, S. 162–163.
  3. Messdaten einer privaten Wetterstation im westlichen Bereich Ebringens auf 248m.
  4. Claus-Dieter Schott, Edmund Weeger (Hrsg.): Ebringen, Herrschaft und Gemeinde. Band 1, S. 45.
  5. Thomas Zotz in Helge Körner (Hrsg.): Der Schönberg. Lavori-Verlag, Freiburg 2006, ISBN 3-935737-53-X, S. 274–282.
  6. a b Ebringen – im Wandel der Zeit. Geiger-Verlag, Horb ab Neckar 1988, ISBN 3-89264-263-X, S. 9 f.
  7. Franz Laubenberger: Der Ebringer Hof zu Freiburg im Breisgau. Haus „Zur lieben Hand“, Löwenstraße 16. In: Badische Heimat 64, 1984, S. 359–366 (Digitalisat).
  8. August Naef: Chronik oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft St. Gallen. Zürich/St. Gallen 1850-67, S. 248 (Digitalisat).
  9. Webseite des St. Galler Stiftsarchivs.
  10. Edmund Weeger in Helge Körner (Hrsg.): Der Schönberg. Lavori-Verlag, Freiburg 2006, ISBN 3-935737-53-X, S. 294 f.
  11. Webseite des St. Galler Stiftsarchivs.
  12. Hans Fehr: Staat und Kirche im Kanton St. Gallen. St. Gallen 1899, S. 32.
  13. Titelseite, Freiburger Zeitung, 16. Juni 1847.
  14. Emil Bürger: Deutschlands Eisenbahnen im Jahr 1845, Macklot, Karlsruhe 1845, S. 12, Volltext in der Google-Buchsuche
  15. a b c Renate Liessem-Breinlinger: Die Belegschaft der Grube Schönberg in Ebringen 1937–1942. In: Schau-ins-Land 103, 1984, S. 197-202 (Digitalisat).
  16. Ebringer Dorfgeschichten Nr. 2, S. 60 f.
  17. Ebringer Dorfgeschichten Nr. 2, S. 61.
  18. Ebringer Dorfgeschichten Nr. 2, S. 60.
  19. a b Ebringer Dorfgeschichten Nr. 2, S. 32.
  20. Ebringer Dorfgeschichten Nr. 2, S. 53.
  21. Ebringer Dorfgeschichten Nr. 2, S. 73.
  22. a b Ebringer Dorfgeschichten Nr. 2, S. 58.
  23. a b Ebringer Dorfgeschichten Nr. 2, S. 57.
  24. Ebringer Dorfgeschichten Nr. 2, S. 26 und 57.
  25. Ebringer Dorfgeschichten Nr. 2, S. 27 und 40.
  26. Ebringen – im Wandel der Zeit. Geiger-Verlag, Horb ab Neckar 1988, ISBN 3-89264-263-X, S. 30.
  27. Ebringer Dorfgeschichten Nr. 2, S. 62.
  28. Ebringen – im Wandel der Zeit. Geiger-Verlag, Horb ab Neckar 1988, ISBN 3-89264-263-X, S. 12.
  29. Silvia Faller: Ebringen: Ebringen gestern und heute, Badische Zeitung, 28. Oktober 2012.
  30. Stadtlexikon der Stadt Wil

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ebringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien