Ebsdorfergrund

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Wappen Deutschlandkarte
Ebsdorfergrund
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ebsdorfergrund hervorgehoben

Koordinaten: 50° 44′ N, 8° 50′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Marburg-Biedenkopf
Höhe: 218 m ü. NHN
Fläche: 72,87 km2
Einwohner: 8997 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km2
Postleitzahl: 35085
Vorwahlen: 06424, 06407Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: MR, BID
Gemeindeschlüssel: 06 5 34 008
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dreihäuser Straße 17
35085 Ebsdorfergrund
Website: www.ebsdorfergrund.de
Bürgermeister: Andreas Schulz (SPD)
Lage der Gemeinde Ebsdorfergrund im Landkreis Marburg-Biedenkopf
Münchhausen (am Christenberg)BiedenkopfBreidenbachSteffenbergAngelburgBad EndbachDautphetalGladenbachLohraFronhausenWetter (Hessen)LahntalRauschenbergWohratalCölbeWeimar (Lahn)MarburgEbsdorfergrundNeustadt (Hessen)KirchhainAmöneburgStadtallendorfNordrhein-WestfalenLandkreis Waldeck-FrankenbergSchwalm-Eder-KreisLahn-Dill-KreisLandkreis GießenVogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild
Wehrkirche im alten Ortskern von Ebsdorf

Ebsdorfergrund ist eine aus elf Dörfern bestehende Gemeinde im Südosten des mittelhessischen Landkreises Marburg-Biedenkopf. Ihr Verwaltungssitz befindet sich in Dreihausen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Großgemeinde Ebsdorfergrund erstreckt sich über weite Teile des namensgebenden Ebsdorfer Grundes, der den südlichen Teil des Amöneburger Beckens darstellt und fast ausschließlich landwirtschaftlich genutzt wird. Im Osten geht das Gemeindegebiet in das Lumda-Plateau (Vorderer Vogelsberg) über, im Westen in die Lahnberge.

Der Großteil der Ortsteile folgt dem Lauf der Zwester Ohm vom Lumda-Plateau nach Nordosten in den Ebsdorfer Grund und schließlich dort nach Südwesten zur Mündung in die Lahn zwischen Marburg und Gießen:

Auch die Orte Leidenhofen (220 m ü. NHN, unmittelbar südwestlich von Ebsdorf), Ilschhausen (270 m ü. NHN, südlich von Hachborn am Nordhang des Lumda-Plateaus) und Wittelsberg (220–250 m ü. NHN, nordöstlich von Heskem) liegen am Zuflussbereich der Zwester Ohm, was auch für das westliche Beltershausen (250 m ü. NHN, nordwestlich von Heskem) gilt, welches, vor allem im noch westlicheren Teil Frauenberg (300–330 m ü. NHN) nah der Burgruine Frauenberg, bereits zum Osthang der Lahnberge gerechnet werden kann.

Rauischholzhausen (220–280 m ü. NHN, östlich von Wittelsberg am Nordhang des Lumda-Plateaus) ist der einzige Ort, der nicht im Zuflussbereich der Zwester Ohm liegt (sondern in dem der „eigentlichen“ Ohm).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebsdorfergrund grenzt im Nordwesten an die Stadt Marburg, im Norden an die Stadt Kirchhain, im Nordosten an die Stadt Amöneburg (alle Landkreis Marburg-Biedenkopf) und die Stadt Homberg (Ohm) (Vogelsbergkreis), im Süden an die Gemeinde Rabenau und die Stadt Allendorf (Lumda), im Südwesten an die Stadt Staufenberg (alle drei Landkreis Gießen) sowie im Westen an die Gemeinden Fronhausen und Weimar (Lahn) (beide Landkreis Marburg-Biedenkopf).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen:

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die höchste Erhebung des Gemeindegebietes ist mit 393 m über NHN der Leidenhöfer Kopf (südlich des namensgebenden Ortsteils). Weitere Erhebungen des Lumda-Plateaus sind Sennberg (383 m, östlich von Dreihausen) und Hattenberg (373 m, östlich von Roßberg). Der zu den Lahnbergen gehörige Frauenberg im Ortsteil Beltershausen-Frauenberg im Westen der Gemeinde ist 379 m hoch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bisher selbständigen Gemeinden Dreihausen und Heskem freiwillig zur neuen Gemeinde Ebsdorfergrund. Am 1. April 1972 kamen Roßberg, Wermertshausen und Wittelsberg hinzu. Kraft Landesgesetz wurde zum 1. Juli 1974 aus den bisherigen Gemeinden Ebsdorfergrund, Beltershausen, Ebsdorf, Hachborn, Ilschhausen, Leidenhofen und Rauischholzhausen die erweiterte Großgemeinde Ebsdorfergrund gebildet.[2][3] Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Ebsdorfergrund wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ebsdorfergrund 8879 Einwohner. Darunter waren 212 (2,4 %) Ausländer, von denen 131 aus dem EU-Ausland, 39 aus anderen Europäischen Ländern und 40 aus anderen Staaten kamen.[5] (Bis zum Jahr 2019 erhöhte sich die Ausländerquote auf 3,7 %.) Nach dem Lebensalter waren 1623 Einwohner unter 18 Jahren, 3648 zwischen 18 und 49, 1965 zwischen 50 und 64 und 1965 Einwohner waren älter.[6] Die Einwohner lebten in 3605 Haushalten. Davon waren 885 Singlehaushalte, 954 Paare ohne Kinder und 1344 Paare mit Kindern, sowie 357 Alleinerziehende und 75 Wohngemeinschaften. In 576 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 2490 Haushaltungen leben keine Senioren.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebsdorfergrund: Einwohnerzahlen von 1973 bis 2020
Jahr  Einwohner
1973
  
7.544
1975
  
7.704
1980
  
7.929
1985
  
8.057
1990
  
8.354
1995
  
8.957
2000
  
8.948
2005
  
8.990
2010
  
8.886
2011
  
8.879
2015
  
8.900
2020
  
8.997
Quelle(n): Hessisches Statistisches Informationssystem[7]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1987: 6201 evangelische (= 77,8 %), 554 katholische (= 6,9 %), 1217 sonstige (= 15,3 %) Einwohner[8]
• 2011: 5943 evangelische (= 66,9 %), 794 katholische (= 8,9 %), 2142 sonstige (= 24,1 %) Einwohner[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[9] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[10][11][12][13]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
    
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 45,0 14 47,4 15 51,5 16 53,6 17 56,1 17
ÜBE/FWG Überparteiliche Bürgervereinigung Ebsdorfergrund/Freie Wählergemeinschaft 23,9 7 25,3 8 12,6 4 14,1 4 16,6 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 18,9 6 19,1 6 22,9 7 28,0 9 27,3 9
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 12,2 4 8,2 2 12,9 4 4,4 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Ungültige Stimmen in % 2,3 2,4 3,2 3,0 2,2
Wahlbeteiligung in % 57,6 57,5 56,1 58,1 64,5

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Gemeindevorstands, dem in der Gemeinde Ebsdorfergrund neben dem Bürgermeister acht ehrenamtliche Beigeordnete angehören. Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt:[14]

Bürgermeister ist seit 19. Dezember 1992 Andreas Schulz (SPD).[14][15] Er wurde am 19. Juni 2016 mit 78,2 % der Stimmen wiedergewählt.[16] Sein Amtsvorgänger war

  • 1973 bis 1992 Otmar Wiegand (SPD)[17]
Hiss- und Bannerflagge
Flagge Ebsdorfergrund.svg
Banner Ebsdorfergrund.svg


Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Ebsdorfergrund
Blasonierung: „Das Gemeindewappen zeigt im goldenen Schild auf grünem Dreiberg einen roten Zinnenturm, belegt mit dem hessischen Schild.“
Wappenbegründung: Im Wappen wird die mittelalterliche Wittelsberger Schanze abgebildet; die den hessischen Landgrafen dazu diente, den Verkehr auf der Straße durch den Ebsdorfer Grund zwischen mainzischen Gebieten zu überwachen.

Die Flagge ist dreigeteilt mit einer breiten roten Mittelbahn und besteht aus denselben Farben, wie das Wappen, das in der Mitte aufgelegt ist.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebsdorfergrund unterhält mit folgenden Gemeinden eine Gemeindepartnerschaft:

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Ebsdorfergrund erscheint als Tageszeitung die Oberhessische Presse (OP). Kostenlos werden die Wochenzeitungen Anzeiger extra mittwochs sowie win samstags, beide vom Verlag der OP herausgegeben, sowie die Mittelhessische Anzeigen-Zeitung (MAZ) am Mittwoch und das Sonntagmorgenmagazin (SMM) verteilt. Durch den Wittich-Verlag wird das wöchentliche Gemeinde-Mitteilungsblatt herausgegeben. Einmal im Monat erscheint das kostenlose Informationsblatt Grundblick.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde verläuft die Landesstraße 3048 von Fronhausen (Autobahnanschluss in Gießen über die B 3) nach Kirchhain. Die Landesstraße 3089 führt bei Ebsdorf durch die Gemeinde und verbindet Marburg mit Grünberg und Reiskirchen; die Landesstraße 3125, die durch Heskem und Dreihausen verläuft, verbindet Marburg mit Mücke.

Die 1905 eröffnete, vom Bahnhof Marburg Süd, durch das Gemeindegebiet zu den Basaltsteinbrüchen in Dreihausen verlaufende Marburger Kreisbahn wurde 1972 eingestellt.

Der öffentliche Nahverkehr wird von ALV Marburg/Oberhessen und den Stadtwerken Marburg bedient. Es verkehren 6 Buslinien, die teilweise durch ein Anrufsammeltaxi ergänzt werden.

  • Linie 13: Marburg–Bortshausen–Ebsdorf–Leidenhofen–Hachborn–Ilschhausen
  • Linie MR-35: Heskem–Ebsdorf–Leidenhofen–Hachborn–Ilschhausen–Fronhausen
  • Linie MR-80: Schweinsberg–Rauischholzhausen–Wittelsberg–Moischt–Marburg
  • Linie MR-84: Kirchhain–Amöneburg–Erfurtshausen–Rauischholzhausen–Wittelsberg–Ginseldorf (Schulverkehr)
  • Linie MR-86: Marburg–Frauenberg–Beltershausen–Heskem–Mölln–Dreihausen–Roßberg–Wermertshausen–Deckenbach
  • Linie MR-87: Heskem–Moischt/Mardorf/Amöneburg (Schulverkehr)

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Roßberger Forst befindet sich eine Landessammelstelle für radioaktive Abfälle die Ende der 1960er Jahre eingerichtet und im Laufe der 1990er modernisiert wurde. Es handelt sich hier um eine sog. Zwischenlagerstätte für radioaktive Stoffe aus Medizin, Forschung, Industrie und Gewerbe mit einem Gesamtvolumen von ca. 400 m³.

Bilder aus der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerung in Hessen am 31.12.2020 nach Gemeinden (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 13 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,0 MB]).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 403.
  4. Ortsbeiräte. In: Webauftritt. Gemeinde Ebsdorfergrund, abgerufen im Juli 2021.
  5. Bevölkerung nach Staatsangehörigkeit (Gruppen):  Ebsdorfergrund. In: Zensus 2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im April 2022.
  6. a b Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 26 und 66;.
  7. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  8. a b Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 77;.
  9. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  10. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  11. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  12. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  13. Ergebnis der Gemeindewahl am 18. März 2001. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2001.
  14. a b Bürgermeister-Direktwahlen in Ebsdorfergrund. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  15. Andreas Schulz im Internet (Memento vom 4. August 2016 im Internet Archive) abgerufen am 4. August 2016
  16. Bürgermeisterwahl. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen am 24. März 2021.
  17. Rückblick auf die politische Geschichte im Grund. Archiviert vom Original; abgerufen am 4. August 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ebsdorfergrund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien