Echinopsis atacamensis

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Echinopsis atacamensis
Echinopsis atacamensisBlühende Triebspitze

Echinopsis atacamensis
Blühende Triebspitze

Systematik
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Kakteengewächse (Cactaceae)
Unterfamilie: Cactoideae
Tribus: Trichocereeae
Gattung: Echinopsis
Art: Echinopsis atacamensis
Wissenschaftlicher Name
Echinopsis atacamensis
(Phil.) H.Friedrich & G.D.Rowley
Dichter Bestand in Chile

Echinopsis atacamensis ist eine Pflanzenart aus der Gattung Echinopsis in der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Das Artepitheton atacamensis verweist auf das Vorkommen der Art in höheren Gebirgslagen der chilenischen Region Atacama.[1] Spanische Trivialnamen sind „Cardón“, „Cardón Grande“, „Cavul“ und „Pasakana“.

Beschreibung[Bearbeiten]

Echinopsis atacamensis wächst baumförmig, verzweigt gelegentlich kandelaberförmig 1,5 bis 3 Meter über der Bodenoberfläche und erreicht Wuchshöhe von bis zu 10 Metern (selten bis zu 15 Meter). Die zylindrischen Triebe weisen Durchmesser von 25 bis 40 Zentimeter (selten bis 60 Zentimeter) auf. Es sind 20 bis 30 (selten bis zu 40) Rippen vorhanden. Die darauf befindlichen kreisrunden Areolen weisen einen Durchmesser von bis zu 2 Zentimeter auf und werden mit zunehmendem Alter größer. Bei jüngeren Pflanzen sind die gelblichen bis honigfarbenen Dornen kräftig nadelig bis pfriemlich und bis zu 10 Zentimeter (selten bis zu 15 Zentimeter) lang. Die zwei bis vier (selten bis acht) Mitteldornen lassen sich nicht immer deutlich von den Randdornen unterscheiden. Die zehn bis 15 oder mehr Randdornen sind unregelmäßig ausgebreitet. Bei älteren Pflanzen werden die Dornen zunehmend dünner, bis sie schließlich borsten- oder haarartig sind. Es sind dann bis zu 50 (selten bis zu 100), bis zu 25 Zentimeter lange Dornen vorhanden, die sich nicht in Mittel- und Randdornen unterscheiden lassen.

Die breit trichterförmigen, weißen und gelegentlich rosa überhauchten Blüten erscheinen seitlich im oberen Drittel der Triebe. Sie sind am Tag und in der Nacht geöffnet. Die Blüten sind 10 bis 14 Zentimeter lang. Die kugelförmigen, dunkelgrünen Früchte sind dicht mit Haaren besetzt. Sie sind essbar und weisen einen Durchmesser von bis zu 5 Zentimeter auf.

Verbreitung, Systematik und Gefährdung[Bearbeiten]

Echinopsis atacamensis ist im Nordosten von Chile, im Südwesten von Bolivien und im Norden von Argentinien in Höhenlagen von 1700 bis 3900 Metern verbreitet.

Die Erstbeschreibung als Cereus atacamensis durch Rudolph Amandus Philippi wurde 1860 veröffentlicht.[2] Heimo Friedrich und Gordon Douglas Rowley stellten die Art 1974 in die Gattung Echinopsis.[3] Ein nomenklatorisches Synonym ist Helianthocereus atacamensis (Phil.) Backeb. (1959)

Unterarten

Es werden folgende Unterarten unterschieden:

  • Echinopsis atacamensis subsp. atacamensis
  • Echinopsis atacamensis subsp. pasacana (F.A.C.Weber) G.Navarro

Echinopsis atacamensis subsp. atacamensis
Die Unterart ist im Nordosten von Chile sowie im bolivianischen Departamento Potosí in Höhenlagen von 2500 bis 3800 Metern verbreitet. Die Triebe sind meist nicht verzweigt und bis zu 6 Meter hoch. Die Bedornung ist sehr dicht, so dass die Epidermis häufig kaum sichtbar ist.

Echinopsis atacamensis subsp. pasacana
Die Erstbeschreibung als Pilocereus pasacanus durch Frédéric Albert Constantin Weber wurde 1886 veröffentlicht.[4] Gonzalo Navarro stellte die Art 1996 als Unterart zu Echinopsis atacamensis.[5] Sie ist in den argentinischen Provinzen Salta, Jujuy, Catamarca und Tucumán sowie eventuell im Südwesten von Bolivien in den Ebenen und Hängen der Präpuna in Höhenlagen von 2500 bis 3000 Metern (selten bis zu 3500 Meter) verbreitet. Die Unterart wächst meist kandelaberartig verzweigt und ist bis zu 10 Meter (selten bis zu 15 Meter) hoch. Die Seitentriebe sind in der Regel kürzer als der Haupttrieb und die Bedornung ist etwas offener als bei Echinopsis atacamensis subsp. atacamensis.

Weitere nomenklatorische Synonyme sind Echinopsis pasacana (F.A.C.Weber) H.Friedrich & G.D.Rowley (1974) und Trichocereus atacamensis var. pasacana (F.A.C.Weber) F.Ritter (1980). In die Unterart als Synonym einbezogen werden Echinopsis formosissima Labour. (1855), Trichocereus cephalopasacana Frič (1929, nom. inval. ICBN-Artikel 32.1c), Trichocereus cephalopasacana [?] albicephalus Frič (1929, nom. inval. ICBN-Artikel 11.432.1c, 43.1), Echinopsis cephalopasacana Frič (1933, nom. inval. ICBN-Artikel 32.1c), Leucostele rivierei Backeb. (1953), Trichocereus rivierei (Backeb.) Krainz (1967), Echinopsis rivierei (Backeb.) H.Friedrich & G.D.Rowley (1974) und Trichocereus erernophilus F.Ritter (1980).

In der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN wird die Art als „Near Threatened (NT)“, d.h. als gering gefährdet geführt.[6]

Nutzung[Bearbeiten]

Das Holz von Echinopsis atacamensis wurde früher als Baumaterial sowie für Möbel und Täfelungen verwendet. Manchmal wurde es auch als Brennmaterial genutzt. Heute werden daraus Souvenire gefertigt. Die Früchte werden lokal als Obst angeboten und getrocknet verwendet.

Nachweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Urs Eggli, Leonard E. Newton: Etymological Dictionary of Succulent Plant Names. Springer, Berlin/Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-05597-3, S. 17.
  2. Rudolph Amandus Philippi: Florula Atacamensis seu Enumeratio Plantarum in Itinere per Desertum Atacamense Observatarum. 1860, S. 23 (online).
  3. Gordon Douglas Rowley: Reunion of the genus Echinopsis. In: IOS Bulletin. Journal of the International Organization for Succulent Plant Study. Band 3, Nummer 3, 1974, S. 94.
  4.  Theodor Rümpler: Carl Friedrich Förster's Handbuch der Cacteenkunde in ihrem ganzen Umfange: Oder, die erfolgreichsten, auf die neuesten Erfahrungen gegründeten Kulturangaben. Nach dem gegenwärtigen Stande der Wissenschaft bearbeitet und durch die seit 1846 begründeten Gattungen und neu eingeführten Arten vermehrt. Wöller, 1886, S. 678–679 (online).
  5. Gonzalo Navarro: Catálago ecológico preliminar de las cactáceas de Bolivia. In: Lazaroa. Band 17, 1996, S. 54.
  6. Echinopsis atacamensis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: Ortega-Baes, P., Perea, M., Lowry, M., Kiesling, R., Walter, H.E., Faundez, L. & Guerrero, P., 2011. Abgerufen am 28. Februar 2014

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Boris O. Schlumpberger, Ernesto I. Badano: Diversity of floral visitors to Echinopsis atacamensis ssp. pasacana (Cactaceae). In: Haseltonia. Nummer 11, Cactus and Succulent Society of America, 2005, S. 18–26 (doi:10.2985/1070-0048(2005)11[18:DOFVTE]2.0.CO;2).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Echinopsis atacamensis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien