Echte

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Echte
Gemeinde Kalefeld
Wappen von Echte
Koordinaten: 51° 47′ 0″ N, 10° 3′ 43″ O
Höhe: 148 m ü. NHN
Einwohner: 1273 (1. Nov. 2013)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37589
Vorwahl: 05553
Echte (Niedersachsen)
Echte

Lage von Echte in Niedersachsen

Die Ortschaft Echte liegt im südlichen Niedersachsen im Landkreis Northeim in der Gemeinde Kalefeld, süd-östlich der Aue zwischen den Erhebungen Bierberg, Kahlberg und Luhne.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstein zur urkundlichen Ersterwähnung

Die erste urkundliche Erwähnung von Echte war laut Fuldaer Tradition 826. Damals wurde der Ort Eti genannt und lag an einem der wichtigsten Handelswege.

Am Klausberge im Südosten oberhalb von Echte lag die Echter Burg. Die Gründung der Burg ist unbekannt. Sie wurde in den Urkunden über den Herlingsberger Krieg zwischen dem Bischof Siegfried von Hildesheim und Heinrich II. (der Wunderliche genannt) erwähnt. Nach dem Sieg bei Einbeck 1290 zog Bischof Siegfried mit seinen Scharen vernichtend durch Fürstentum Grubenhagen. Fünf Burgen Heinrichs wurden dabei zerstört, unter anderem die Echter Burg 1291. Mauer- und Wallreste sowie ein fast verschütteter Brunnen waren noch bis 1900 zu sehen.

Im 13. Jahrhundert bestand das Dorf aus vier Vollhöfen, sechs bis acht Halbhöfen und etwa zwölf Kothstellen, das erwähnen Urkunden aus dieser Zeit. Etwa 150 Bewohner mögen es gewesen sein.

Die Kirchenbücher sind seit 1635 lückenlos vorhanden.

Das handwerkliche Leben war in Echte schon sehr früh und stark entwickelt. 1657 entstanden in Echte 86 Wohnhäuser und der Ort zählte 362 Einwohner. Davon waren 16 Handwerker. Echte war eine aufstrebende Gemeinde. Dies beweist die Tatsache, dass im Jahre 1779 Echte 479 Einwohner hatte. An der Häuserzahl hatte sich nichts geändert. Jedoch waren in Echte 35 Handwerker (1 Chirurgus, 1 Rossarzt, 2 Müller, 4 Schneider, 6 Schuster, 8 Leineweber, je 1 Drechsler, Tischler, Fenstermacher und Rademacher, 5 Zimmerleute und je 2 Schmiede und Maurer). Die Höfestatistik weist 10 Meier und 60 Groß- und Kleinköthner auf. Auch weiterhin entwickelte sich Echte zu einer zentralen Gemeinde. Im Jahr 1821 waren es 694 Einwohner.

Die Zahl von 944 Einwohnern des Jahres 1845 verringerte sich innerhalb von drei Jahren auf 902 Einwohner. In den davorliegenden zehn Jahren, besonders aber während der Jahre 1845 und 1846, fand eine ziemlich starke Auswanderung – zum Teil noch von der Gemeinde unterstützt – nach Amerika statt; im ganzen von etwa 100 Menschen, meistens grundbesitzlose Familien und einzelne Handwerker und Tagelöhner. Die Zahl der Wohnhäuser betrug 103.

Um 1880 wanderten erneut sehr viele Echter Bürger nach Übersee aus.

Während der Weimarer Republik zählte Echte 776 Einwohner und bot vielen Evakuierten aus dem Rheinland Unterkunft und Lebensunterhalt.

Nach der Errichtung der Erzgrube Echte zum Abbau von Eisenerz, dem Neubau von 32 Kleinsiedlerstellen und dem Zuzug von Bergmannsfamilien aus dem Revier hatte Echte 1.066 Einwohner im Jahre 1939. Fünf weitere Wohngebäude mit 20 Volkswohnungen und die neue Schule In der Trift wurden gebaut.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verließen viele Evakuierte Echte, um ihre zumeist kriegszerstörten Heimatstädte wieder aufzusuchen. Somit wurde Wohnraum für die Flüchtlinge, die aus allen Himmelsrichtungen kamen, geschaffen. Wie in den meisten Teilen von Deutschland wurde damit die gesamte Bevölkerungsstruktur verändert. Von 1945 bis 1948 stieg die Einwohnerzahl von Echte auf ca. 2.000 an, d. h. auf die doppelte Einwohnerzahl als vor Kriegsbeginn.

Von 1946 bis 1958 war Echte Sitz einer katholischen Pfarrvikarie, ohne das es jedoch zum Bau einer katholischen Kirche kam. Die Gottesdienste fanden in evangelischen Kirchen statt. Nach Auflösung der Pfarrvikarie gehörten die Katholiken in Echte zunächst zur Pfarrvikarie Hohnstedt; bis 2015 war St. Jakobus der Ältere in Kalefeld die nächstgelegene katholische Kirche.[1]

Die Ortschaft wurde im 20. Jahrhundert zu einem von sechs Standorten in Niedersachsen, in denen Löschwasseraußenlastbehälter für Hubschrauber zur Waldbrandbekämpfung gelagert werden.

Diese wurden im Jahr 2014 von dem Land Niedersachsen in dem Standort der Feuerwehrtechnischen Schule Celle verlagert.

Echte wurde am 1. März 1974 in die Gemeinde Kalefeld eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Bernd Andreas Hermann SPD. Dieser ist Vorsitzender des Ortsrates. Dieser besteht aus 9 Personen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ankündigung der Abfahrt „Echte“ auf der Bundesautobahn 7

Der Ort liegt an der Kreuzung einer Bundesstraße und der Bundesautobahn 7. Der Bahnhof Echte lag an der Bahnstrecke Osterode–Kreiensen. Diese ist stillgelegt.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

So befindet sich hier als Teil der Kalefelder Gemeindeverwaltung Ordnungsamt, Einwohnermeldeamt und Standesamt. Eine zweizügige Grundschule und ein Kindergarten (ca. 100 Plätze) mit Integrationsgruppe. Außerdem ist der Einrichtung eine Hortgruppe angegliedert, die im Haus bei der Kirche untergebracht ist.

Weiterhin sind im Ort Gewerbe- und Handwerksbetriebe sowie weitere Dienstleistungsbetriebe angesiedelt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Echte verfügt über 16 Vereine/Verbände. Zu den Vereinen gehören der TSG Echte und der MGV Echte.

Die Nicolaikirche, deren Gemeinde zum Kirchenkreis Harzer Land gehört, wurde 1795 erbaut.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Festschrift 125 Jahre Kirchweihfest St. Marien. Northeim 2012, S. 61/62.
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 216.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]